Josef – Der wohl bekannteste Scheinvater von allen


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Fuite en Egypte
Vitrail Notre-Dame de Paris

Bethlehem / Scheinvater – Kuckuckskind – Josef und Maria – Jesus / FAZ – Bibel – In einem am Heiligen Abend in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Artikel geht die Autorin Julia Schaaf der Frage nach, wer denn dieser Josef eigentlich war. Er, der sich um Maria und ihr Kind kümmerte, aber stets im Hintergrund stand und in der Bibel nie zu Wort kommt. Er, dessen Geschichte über die Jahrhunderte von der Kirche, immer den gesellschaftlichen Gegebenheiten der jeweiligen Zeit angepasst, ein wenig abgewandelt erzählt wurde. Er, dessen Geschichte sich nüchtern betrachtet am Anfang genauso liest, wie die

unzähligen Geschichten von heutigen Scheinvätern:

„Ein Mann stellt fest, dass seine Verlobte ein Kind erwartet. Von ihm selbst kann es nicht sein. Ihre Erklärung jedoch bleibt unbefriedigend. Er will sie verlassen. Dann träumt ihm, sein Nebenbuhler sei kein dahergelaufener Irgendwer. Es ist der Heilige Geist. Gott persönlich. Das bedeutet: Selbst wenn Josef auf seiner Reise nach Bethlehem einen dieser praktischen modernen Vaterschaftstests dabei gehabt hätte, selbst wenn er dem Baby in der Krippe unauffällig ein Wattestäbchen in den Mund geschoben und die DNA-Probe für 200 Euro in eines dieser Labors geschickt hätte – was hätte ihm das genutzt? (…) Mag das auch für den Mann im Josef eine Demütigung sondergleichen gewesen sein: Jesus, das heilige Kuckuckskind, brauchte einen Menschen, der auf dieser Welt dafür sorgte, dass es in Sicherheit behütet aufwachsen konnte.“

Was auf jeden Fall hängen bleibt, ist die Gewissheit, dass auch Josefs Toleranz nur deshalb so groß werden konnte, weil er von Anfang an Bescheid wusste über seine Nicht-Vaterschaft und er die Verantwortung für den Jungen auch tatsächlich, zumindest eine Zeit lang, übernehmen durfte. Letztendlich wurde er aber genauso entsorgt, wie unzählige andere Scheinväter heutzutage auch. Denn auch er verschwindet spurlos aus dem Leben Jesu, als er nicht mehr gebraucht wird. Dabei hatte er von Anfang an zumindest eine Wahl, die viele hintergangene Scheinväter nicht haben.

Wer war er also, dieser fürsorgliche und bescheidene Mann ? Von dem Wenigen, was von ihm überliefert wurde und von dem, was Josefs-Experten über ihn zu wissen glauben, handelt dieser mehr als lesenswerte Artikel. Josef – Marias Mann, das unbekannte Wesen (FAZ vom 24.12.2012)

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