Ohne diesen Test, werde ich nie Gewißheit haben – Mein Vater war noch nicht bereit für ein Kind – von Anne Lauterbach – Teil 2


Anne berichtet uns „live“ über ihren Weg zur Wahrheit.

Hallo, ich bin’s nochmal, Anne, ich habe es geschafft, ich habe einen Vaterschaftstest bestellt. Als der Test zu Hause ankam wollte ich ihn öffnen, aber andererseits auch nicht. Mir war etwas unwohl. Nach ca. 1 Stunde habe ich ihn dann doch aufgemacht, ich erzählte meinem Lebensgefährten, daß der Test da ist. Als nächstes habe ich Ingo angeschrieben, leider mußte ich ihn ein bißchen zwingen, den Test mit mir zu machen (alles trotzdem auf legale Weise). Ein paar Tage später kam Ingo zu mir in die Wohnung. Wir machten den Test. Ich war verdammt aufgeregt. Wir haben natürlich darüber gesprochen. Er versteht nach wie vor nicht, warum ich diesen Test brauche, aber ich sagte zu Ingo, daß es mir egal ist. Mir ist egal, was er darüber denkt, oder was er will. Einmal muß ich diejenige sein, die etwas möchte, es braucht, und sich holt, was sie verdient hat. Eine Bestätigung, eine Zahl, ein Ergebnis und vor allem Gewißheit. Denn ich weiß, ohne diesen Test, werde ich nie Gewißheit haben. Wie soll ich meinen Kindern ein Vorbild sein, wenn ich nie selber das getan habe, was ich will? Meine Freunde, Familie (nur wenige wissen von der ganzen Geschichte), sie stehen hinter mir, sie verstehen und unterstützen mich. Das stärkt mich. Und egal, was bei dem Test rauskommt, sie sind für mich da! Nach 9 Jahren der Ungewißheit habe ich in wenigen Tagen endlich ein Ergebnis. Ich bin aufgeregt, aber auch ein wenig stolz, ich bin auch sehr erleichtert, ich habe es geschafft!

Liebe Grüße Anne*

*alle Namen in diesem Text sind Pseudonyme

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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2 Antworten zu Ohne diesen Test, werde ich nie Gewißheit haben – Mein Vater war noch nicht bereit für ein Kind – von Anne Lauterbach – Teil 2

  1. Manfred W. schreibt:

    Ich habe hier seit Jahren nichts mehr kommentiert. Zur Erinnerung: Ich wurde im Kleinstkinderalter von meiner Mutter verlassen. Mein Vater heiratete schnell ein zweites Mal und durch Totschweigen meiner Mutter bewirkten er und seine Familie eine Gehirnwäsche bei mir, sodass ich die Erinnerung an meine Mutter verlor und er mir seine Zweitfrau aus Mutter unterschob.

    Irgendwie bekomme ich jetzt wieder Benachrichtigungen aus diesem Blog über neue Beiträge und beim Lesen des vorstehenden Beitrags kam mir ein Gedanke, den ich auch irgendwo anders anbringen könnte, weil er nichts spezifisches mit ihm zu tun hat.

    Mir kam der Gedanke, dass die Kuckucksvaterschaft oder die Kuckuckskindschaft gewisse Ähnlichkeiten mit dem Erleben derer hat, die glauben „im falschen Körper“ geboren zu sein.
    Wer verstehen will, was ich meine, sollte den Artikel
    Alexandra Rojkov: Nach der Geschlechtsangleichung: Der Eingriff zaubert kein neues Leben, Tagesspiegel am 19. Dezember 2018
    lesen.
    Viele, die sich geschlechtsangleichende Operationen unterziehen, haben völlig falsche, d.h. überzogene Erwartungen. Ein kommentierender Psychiater sagt dort: „Einige glauben: Als Frau wird alles besser. Aber der Eingriff zaubert kein neues Leben.“

    Oben im Beitrag wird beschrieben, wie ein Vaterschaftstest bestellt wurde und dann die Zwiespältigkeit, die Aufregung aufgrund der unklaren(?), überzogenen(?) Erwartungen?!??

    Wie die geschlechtsangleichende Operationen zaubert auch ein Vaterschaftstest kein neues Leben.
    Das muss man sich klar machen.

    Transmenschen kommen oft mit ihrem Leben nicht zurecht und sie glauben, mit einer geschlechtsangleichenden Operation würde alles besser. Das ist ein Trugschluss. Das Leben und seine Probleme bleiben.
    Über Joachim steht in den Tagesspiegel-Artikel, wie seine Euphorie verflogen ist und aus seinem Rausch ein Kater wurde. Ein anderer Transmann, der seine „Geschlechtsangleichung“ bereut, wird zitiert: „Die Operation hat mir nichts gebracht“, resümiert er heute. „Ich habe nur meine Familie verloren.“

    Auch bei Vaterschaftstest sehe ich die Gefahr der Euphorie und des anschließenden Katers. Auch ein Vaterschaftstest löst keine Probleme und zaubert kein neues Leben. Ich halte deshalb eine gute Betreuung für wichtig, damit keine Erwartungen euphorisch ins Kraut schießen und man emotional aufgefangen wird, wenn später dann doch der Kater der enttäuschten Erwartungen kommt…

    Wer mag, kann diesen Beitrag an einen allgemeineren Ort verschieben, wo er angemessener ist.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Manfred, vielen Dank für diesen Kommentar. Der ist so interessant, daß es sogar inhaltlich einen eigenen Artikel abgeben könnte. Der Punkt beim Vaterschaftstest ist natürlich, daß man damit Fakten feststellt und schafft. Das gibt die Möglichkeit, seine Zukunft auf einen festen Boden zu bauen. Überzogene Vorstellungen und Euphorien .. die gibt es und vor denen sollte man sich gut in Acht nehmen und auch auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Am besten auf jemanden, der schon Erfahrung mit der Kuckuckskindthematik und ihren inneren und auch gesellschaftlichen Konflikten hat. Eine Psychologin, wie z.B. Anja Paulmann, die sich ganz intensiv mit unserer K-Thematik befasst.

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