Bayerisches Fernsehen berichtet über Scheinvater


BR Abendschau vom 03.04.2018

Scheinvater – Bayerischer Rundfunk – Abendschau In einem Bericht der Abendschau des Bayerischen Rundfunks wurde kürzlich die Geschichte eines bayerischen Scheinvaters erzählt, der nicht nur seine Kinder sondern auch Haus und Firma verlor, nachdem er herausgefunden hatte, dass sein drittgeborenes Kind nicht von ihm abstammte.  In einem anschließenden Interview gibt Anwältin Dr. Kerstin Aust, die zum Thema Kuckuckskinder promoviert hat, ihre Einschätzung zur Scheinvaterthematik und erklärt, woran es in der Gesetzgebung fehlt.

Bernd O. hatte alles, was man sich wünschen kann: Er war beruflich erfolgreich mit dem Bau von extrem detailgetreuen Hubschraubermodellen: eigene Firma, ein schönes Haus, eine Ehefrau und drei Kinder. 2011 aber ändert sich alles schlagartig: Da erfährt er durch Zufall, dass sein jüngster Sohn nicht von ihm ist – ein Kuckuckskind:

„Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen, so was hätte ich nie für möglich gehalten. Ich war in der Situation einfach nur geschockt und total überfordert.“ Bernd O.

Zunächst versucht er, sich mit seiner Ehefrau auszusprechen, die Ehe zu retten.  Aber Zweifel und Misstrauen sickern wie ein Gift in das Leben der jungen Familie und zerstören sie schließlich. Drei Jahre später folgt die Scheidung. Die Mutter behält die Kinder, heiratet kurz darauf einen anderen Mann und verhindert von da an, dass ihr Ex-Mann die drei Kinder, auch seine beiden leiblichen, zu Gesicht bekommt.

Endlose Streitereien vor Gericht, die Raten fürs Haus, der Druck der Selbständigkeit und das Gefühl, betrogen worden zu sein – das alles ist zu viel für Bernd O., er wird krank. „Ich habe lauter Stress-Krankheiten bekommen: Nierensteine zum Beispiel oder ein Magengeschwür und natürlich extreme Schlafstörungen. Eigentlich war ich immer kerngesund – ich rauche nicht, trinke nicht, treibe viel Sport – aber diese extrem belastende Situation mit dem Kuckuckskind hat das irgendwie ausgelöst“, sagt er.

Bernd O. kann nicht mehr arbeiten, verliert zu seiner Familie auch noch Haus und Firma. Als sogenannter Scheinvater hat er jahrelang Ausbildung und Unterhalt für das Kuckuckskind bezahlt. Nur, wenn geklärt ist, wer der tatsächliche Vater ist, könnte er den verklagen. Aber das ist schwierig, wenn die Ehefrau den Namen nicht nennt oder sich nicht erinnern kann – und heimliche Vaterschaftstests auf eigene Faust sind strafbar. Momentan hat er nicht viele Möglichkeiten. (Quelle: Auszug aus dem Text des Bayerischen Rundfunks zur Sendung vom 03.04.2018)

Zum Bericht über den Scheinvater geht es hier.

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Über Marcus Spicker

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