Schwerer Betrug – Wienerin fälschte Vaterschaftstest – Kuckucks-News vom 19.03.2018


Kurzmitteilungen aus der Kuckuckswelt

Kuckucks-News aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Teilen der Welt.

1. Umfrage – Jetzt steht die Frage, in welchen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz die nächsten Kuckuckstreffen stattfinden sollen, an. Frankfurt und Karlsruhe führen derweil die Liste an, während Wien (noch?) das Schlußlicht bildet. Wer mit abstimmen möchte, der kann das in der Facebook-Gruppe „Kuckuckskind, Scheinvater, Vater und Kuckucksmutter – Solidaritätsgruppe„. Vor wenigen Tagen stellten wir die Frage, in welchen Teilen Deutschlands die nächsten Treffen sein sollten. Mitte und Nor

2. Schwerer Betrug – Weinviertlerin betrog bei Vaterschaftstest. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen die kriminelle Energie der Kuckucksmutter auch tatsächlich geahndet wird. In der Regel sind Kuckucksmütter auch in Österreich nahezu unantastbar. In Deutschland hingegen gilt für Kuckucksmütter weiterhin uneingeschränkt Immunität.

… Die Klarstellung von Richter Dietmar Nußbauer, dass der heute Dreizehnjährige nicht der biologische Sohn des damals ermittelten Ex-Gefährten ist und zu Unrecht über 32.000 Euro an Unterhaltszahlungen geflossen sind, lässt die Beschuldigte sichtlich kalt: „Für mich war er immer der Vater. Deshalb habe ich die Alimente auch eingeklagt“, erklärt sie. …

… Nach einem umfangreichen Beweisverfahren befindet der Strafrichter die Weinviertlerin des schweren Betruges für schuldig und verhängt über sie 1.800 Euro Geldstrafe und eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Weiters muss die 34-Jährige die kassierten Alimente rückerstatten. Sichtlich ungehalten meldet die Weinviertlerin sofort Rechtsmittel an.

3. Recht – Sobenen ist mir aufgefallen, dass auch die Süddeutsche Zeitung sich mit dem Fall des Vaters wider Willens beschäftigte. (ich berichtete in der letzen Kuckucksnews in Punkt 3 darüber) Die SZ titelt: „Ex-Frau lässt sich heimlich befruchtete Eizelle einsetzen – und verlangt Unterhalt„.

  • Eine Frau hat sich die von ihrem geschiedenen Ex-Mann befruchteten Eizellen einsetzen lassen und ein Kind bekommen – ohne dessen Einverständnis.
  • Das Paar hatte sich nach dem Einfrieren der Eizellen getrennt, die Unterschrift ihres Mannes für den Eizellentransfer fälschte die Frau.
  • Das Gericht muss nun sowohl über die Rolle des behandelnden Arztes als auch über Unterhaltspflichten entscheiden.

… Um seine Unterhaltspflichten wird der Mann wohl nicht herumkommen. Ein Urteil wird es erst Anfang Mai geben, doch Richter Lemmers erklärt bereits am Mittwoch, dass der Mann seinen Widerspruch am Telefon deutlicher hätte ausdrücken müssen, zumal er gewusst habe, dass seine damalige Ehefrau ihr Vorhaben auch ohne seine Zustimmung umsetzen würde. Noch dazu lägen zwischen dem ersten und zweiten Versuch mehrere Monate, sagt Lemmers. Als die Frau auch eine zweite unterschriebene Einverständniserklärung vorgelegt habe, habe der Arzt davon ausgehen können, dass der zweite Versuch im Einverständnis beider Ehepartner erfolgt sei. Zum Schluss gibt Richter Lemmers dem geschiedenen Paar noch einen Rat: „Sie sollten die menschliche Größe haben, das um des Kindes willen zu regeln, denn das kann ja nichts dafür.“

4. Prominenz – Die Spekulationen um Prinz Harrys Abstammungen reißen nicht ab. „Prinz Harry: Schock-Enthüllung! ER soll sein heimlicher Vater sein!Im Artikel ist ein Foto, auf dem Prinz Harry neben Mark Dyer (51), seinem mutmaßlichem Vater, sitzt. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich verblüffend. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

5. Prominenz – „Verstorbener Maler Salvador Dalí ruht wieder in Frieden„, afp / nzz

Der langjährige Vaterschaftsstreit um den 1989 verstorbenen spanischen Maler Salvador Dalí ist ausgestanden. Die Gebeine des exzentrischen Künstlers befinden sich seit Freitag wieder im Grab in dem nach ihm benannten Theater-Museum in seiner Heimatstadt Figueres. …

… Im vergangenen Sommer war der Surrealist auf Anordnung eines Gerichts aus seiner Ruhestätte geholt worden, weil die 62-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez behauptete, seine Tochter zu sein. Doch die dann vorgenommenen Erbguttests ergaben im September zweifelsfrei, dass dem nicht so ist. Abel muss die Kosten für die Exhumierung übernehmen. …

6. TV-Show – Teen Mom OG, MTV

… Sein ganzes Leben lang wurde „Teen Mom OG“-Besetzungsmitglied Gary gesagt, dass Jody sein Vater sei. Aber während der Episode dieser Woche enthüllte ein Vaterschaftstest, dass dies nicht der Fall war. …

„Ich hoffe, dass es nichts ändert“, sagte Gary und fügte hinzu, dass er es bedauerte, den Test gemacht zu haben.

Als Gary es Jody erzählte, war alles, was er auftreiben konnte, ein „Wow“. Im Anschluß sagte Gary, dass er nicht nach seinem leiblichen Vater suchen wolle, aber Kristina [Garys Frau] wies weise darauf hin, dass beide Männer „Antworten verdienen“. Später erzählten Jody und Gary Garys Mutter Carol von dem Vaterschaftstest; sie gestand, dass es „nur eine“ andere Person gab, die es sein könnte, und erklärte die Umstände (sie war jung, und sie hatte kürzlich mit Jody Schluss gemacht, als sie den anderen Mann traf). …

„Wenn ich diesen Kerl jemals getroffen habe, würde ich nicht wollen, dass unsere Beziehung darüber ruiniert wird“, sagte Gary zu Jody, während Carol sich entschuldigte, dass das Ergebnis nicht das war, was die beiden Männer sich erhofft hatten.

Wird sich Gary also auf den Weg machen, seinen leiblichen Vater zu finden? Oder wird er an seinem vorherigen Wort festhalten und nicht nach dem geheimnisvollen Mann suchen?

(Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator und später manuell leicht überarbeitet.)

Reality-TV-Show in vollster Blüte. Gary und sein Scheinvater werden wahrscheinlich noch einiges zu verdauen haben. Die Gemüter unter den Fans der TV-Show schwappen derweil auf der „Teen Mom OG“-FB-Fanpage in den Kommentaren hoch.

7. Kirche – Prototyp des neuen Mannes – Markus Bissinger beschäftigt sich mit dem hl. Josef und seiner Bedeutung in der Bible und Kirche. Der Artikel im Mannheimer Morgen ist nur ohne AdBlocker oder man verfügt über Abo dort.

Er zählt fest zur „Heiligen Familie“: Josef, der Mann von Maria. Nur drei Mal wird er in der Bibel erwähnt. Er scheint nur im Hintergrund zu wirken, wird in Betrachtungen gerne ignoriert und scheint auch heute eher als künstlerisches Beiwerk zu dienen.

In der Bibel hat Josef nur eine Rolle in der Kindheitsgeschichte Jesu. Er wird drei Mal erwähnt. Nicht ganz freiwillig wurde er in seine Vaterrolle gebracht. Jesus war für ihn ein „Kuckuckskind“. …

8. Vatersuche – „Dank B.Z. traf ich nach 50 Jahren meinen Papa„. Dieser Bericht in der Berliner Zeitung zeigt, wie groß Utes Sehnsucht war, ihren Vater zu finden und kennenzulernen.

… Immer, seit sie ein Kind war, suchte Ute Murphy (51) in Telefonbüchern nach diesem Namen: Peter Brück. Der Name und ein Hochzeitsfoto. Das war alles, was sie von ihrem Vater hatte. …

… ihre Hoffnung, ihren Vater zu finden, gab sie nie auf. Dann, im Oktober vergangenen Jahres, erfüllte sich endlich ihr Wunsch …

… Brück fuhr später zur See. Und trennte sich schließlich von der Frau, mit der er drei Töchter hatte, als Ute ein paar Monate alt war. Die Mutter verbat sich danach jeden Kontakt, hatte einen neuen Mann kennengelernt. …

9. Theater – Kuckuckskindsein kann manchmal auch befreiend sein. So zumindest in Martin Auers Theaterstück „Die Entschuldigung“. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich jährte sich am 13. März zum 80. Mal, weswegen das „Theater der Figur“ in Naunzig, Österreich das Vergangenheitsbewältigungsstück aufführte. Mehr dazu im Artikel der Vorarlberger Nachrichten „Ich habe mit allem nichts zu tun„.

10. Wehrmachtskinder – „Wer hat mir diesen Balg nur aufgehalst, tagesspiegel.de

Deutsche Wehrmachtssoldaten zeugten europaweit Hunderttausende Kinder – manche erfahren die Wahrheit erst heute. Drei Betroffene und eine Journalistin berichten. …

… Nach dem Krieg war es überall verpönt, egal in welchem Land, dass die Frauen sich auf Liebschaften mit Deutschen eingelassen hatten. Über die Kinder schwieg man, die Geschichte verdrängte man. Ich bin erstaunt, wie identisch die Erfahrungen der Betroffenen in den einzelnen Ländern sind. Rein zufällig findet man in einer Schublade das Foto eines Wehrmachtssoldaten und versucht ab diesem Moment herauszufinden, ob das der eigene Vater sein könnte – während sich die Mütter stumm stellten. Auch die Gesellschaft schwieg das Thema tot. Diese Ignoranz macht einen großen Teil des Schmerzes aus, den Wehrmachtskinder bis ins hohe Alter erleiden müssen. …

Nun zu den älteren Mitteilungen, die dennoch erwähnenswert sind:

11. Psychologie – „Familiengeheimnisse können über Generationen belasten„, Badische Zeitung, von Eva Tenzer.

Familiengeheimnisse werden oft gewahrt, um Angehörige zu schützen – doch Ungesagtes kann enorme psychische Wirkungen haben. Warum ist es so schwer, mit einem Geheimnis zu leben?

Viele Familien hüten ein Geheimnis, manchmal über Generationen hinweg. Psychologen untersuchen, wie sich das auf die Beteiligten auswirkt und wann es besser ist, die Wahrheit ans Licht zu lassen. Therapeuten helfen beiden Seiten, konstruktiv damit umzugehen. …

… Doch auch und gerade das Nichtgesagte kann enorme psychische Wirkungen nach sich ziehen, unter denen die Betroffenen lange leiden. In gravierenden Fällen können solche Geheimnisse das Familienleben über Generationen hinweg überschatten. Oft spüren die Nichteingeweihten, dass bei diesem speziellen Thema etwas nicht stimmt, denn vollständig geheimhalten lassen sich die Dinge meist nicht. Was aus Sicht des Geheimnisträgers dem eigenen Schutz dient und ein Akt der Autonomie ist, bedeutet für die anderen Lüge, Betrug, Verrat.
Richtig schlimm wird die Sache, wenn ein Geheimnis von Dritten gelüftet wird,  …

… Psychologen haben typische Familiengeheimnisse untersucht. In der Regel werden tabuisierte Dinge verschwiegen; sie offenzulegen, ist mit Scham und Furcht vor sozialer Stigmatisierung verbunden. Häufig kreisen sie um sexuelle Themen im weitesten Sinn: Verheimlichen des leiblichen Vaters eines Kindes, ungewollte Schwangerschaften, Abtreibungen, Adoption, Homosexualität, Inzest, sexuelle Gewalt und künstliche Befruchtung. …

… Beispiel Reproduktionsmedizin: Immer mehr Kinder gehen aus anonymen Samen- oder Eispenden hervor.  …

… „Je offener die Eltern mit dem Thema umgingen, umso besser für das Funktionieren der Familie“, berichtet Berger. …

12. Recht – „Knackpunkt Vaterschaft: Wenn der falsche Papa auf dem Papier steht
Von Kristin Dowe, Westdeutsche Zeitung. Dieser Artikel berichtet anschaulich über die juristischen Idiotien, die das deutsche Abstammungsgesetz zu Tage bringt. Aufgrund seiner herausragend klaren Darstellung der juristischen Mißstände, zitiere ich den Artikel fast in Gänze.

… Zwar hatte die Solingerin bereits 2013 die Scheidung eingereicht, doch schleppte sich der Scheidungsprozess aus unterschiedlichen Gründen lange dahin, so dass bei Jakobs Geburt die Scheidung noch immer nicht rechtskräftig war.

Mit unangenehmen Folgen für alle Beteiligten: Denn für den Gesetzgeber ist der Noch–Ehemann der Mutter der rechtliche Vater des Kindes und trägt als solcher auch das Sorgerecht für den Jungen. „Das ist für mich eine große psychische Belastung“, gibt Gregor W. offen zu. „Ich liebe den Kleinen über alles und möchte natürlich auch als sein rechtlicher Vater in der Geburtsurkunde stehen.“

Dabei geht es keineswegs nur um emotionale Befindlichkeiten, sondern um gravierende Probleme, die sich stellen könnten, wenn das Kind etwa einmal dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen sein sollte. Denn nur der rechtliche Vater darf einen Arzt für seinen Sohn konsultieren und als Sorgerechtsträger beispielsweise eine Untersuchung genehmigen. Auch trägt das Kind nunmehr den Namen des Noch-Ehemanns statt den seines leiblichen Vaters. Zwar hatte die Mutter Melek B. während der Schwangerschaft versucht, den Scheidungsprozess zu beschleunigen, doch konnten nicht mehr alle bürokratischen Hürden rechtzeitig genommen werden. Nun versucht das Paar, die Vaterschaft von Gregor W. vor dem Gesetz anerkennen zu lassen und zieht bei diesem Ziel mit dem „Vater wider Willen“, mit dem Mutter Melek B. zurzeit noch verheiratet ist, an einem Strang.

Was wie verkehrte Welt klingt, ist in Deutschland geltendes Recht und kommt gar nicht mal selten vor, wie Markus Witt, Sprecher des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“ bestätigt. „Im vorliegenden Fall kann man von Glück sprechen, dass sich alle Beteiligten einig sind, wer der Vater des Kindes ist und auch rechtlich als solcher anerkannt werden soll. In unserer Beratungspraxis sind wir häufig mit sehr viel drastischeren Fällen konfrontiert, was die deutsche Trennung zwischen rechtlichem und biologischem Vater betrifft.“ Gerade Väter von sogenannten Kuckuckskindern, die etwa aus einer Affäre hervorgegangen sind, hätten mitunter kaum eine Chance, Umgang mit ihrem Nachwuchs zu haben, wenn der rechtliche Vater sich dagegen sperrt, berichtet Witt und fordert mit seinem Verein seit Langem eine Stärkung der Rechte leiblicher Väter. „Wir haben heute die medizinische Möglichkeit, eine Vaterschaft zweifelsfrei feststellen zu können. Dann sollten wir sie auch nutzen und unsere Konsequenzen daraus ziehen. Die aktuelle Rechtslage ist reformbedürftig.“

Es ist ungewöhnlich, dass Sprechern von Vätervereinen Raum in den Medien gegeben wird. Wir schließen uns komplett Markus Witts Forderung nach Reformen an. Wir gratulieren Herrn Witt und dem VafK zu der Leistung.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Schwerer Betrug – Wienerin fälschte Vaterschaftstest – Kuckucks-News vom 19.03.2018

  1. luisman schreibt:

    Hat dies auf Nicht-Linke Blogs rebloggt.

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