Kuckucks-News vom 15.09.2016


Kurzmitteilungen aus der Kuckuckswelt

Meldungen rund um die Kuckuckskind, Scheinvater, leiblicher Vater & Kuckucksmutter und angrenzenden Themen.

1. In dieser Woche (13.-16. September) ist in Essen der „71. Deutsche Juristentag“ (djt).
Auch einer meiner Kontakte ist gerade dort persönlich vor Ort und hat bereits interessante Gespräche zur Kuckuckskindthematik führen können. Ich hoffe davon bald mehr berichten zu können.
Der WDR5 betitelt auf seiner Webseite ein Interview mit Rechtsanwalt Martin Huff, mit „Neue Familienformen brauchen neue Gesetze„, das so einige Kracher beinhaltet:

«Hoff: … Die Frage ist, wenn hier die Kinder in einer neuen Familie integriert sind, ob z.B. jetzt der Stiefvater Verantwortung übernehmen kann und soll. Ob er vielleicht sogar zu Unterhalt verpflichtet ist. … Das Umgangsrecht des biologischen Vaters bleibt erhalten, aber man sagt, das Kind ist so integriert in dieser Familie, dass etwa bei Schulfragen, Erziehungsfragen, Operationsfragen der neue Vater mit entscheiden kann und darf. … »

Gut zu wissen, dass Herr Hoff die Meinung vertritt, dass Vaterschaft beliebig ist – egal wer, Hauptsache es gibt einen, den man für Unterhaltsforderungen verklagen kann – oder besser noch: gleich mehrere! Da klingelt die Kanzlei-Kasse.

Zuerst wird der Vater den Kindern entfremdet, um dann vom neuen Vater sprechen zu können. Nach solchen Meldungen ist wirklich nicht nachvollziehbar, warum immer mehr Männer sich nicht mehr auf Frauen einlassen und stattdessen ihren eigenen Weg gehen – Men going their own way (MGTOW).

Auch die Welt.de berichtet:

«… Auch der Deutsche Juristentag, der seit Dienstag tagt, hat das Thema Familienrecht zu einem seiner Schwerpunkte gemacht. Der Marburger Rechtsprofessor Tobias Helms, der in dem Expertenkreis des Justizministeriums sitzt, hat dafür ein Gutachten verfasst, das wegweisend sein könnte für eine Reform des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Sein Votum ist nicht zu unterschätzen: Schon häufig haben die Juristentage inhaltlich die Weichen gestellt für spätere Gesetzgebungsverfahren. …»

2. Alexander und Bettina Hammer kommentieren in telepolis auf heise.de  die „Stärkung“ der Rechte der Scheinväter unter dem Titel «Neue Regelungen für Scheinväter: „Verschlimmbesserungen“ und ein unklarer Kurs». Der Artikel ist in Gänze lesenswert. Hier ein paar Auszüge:

«… Das neue Gesetz soll es ihm ermöglichen, so er nach sechs Jahren erfährt, nicht der lV zu sein, Regressansprüche in Höhe von 8.448 Euro zu stellen – einem Drittel des tatsächlichen Aufwandes. Begründet wird dies von Heiko Maas damit, „dass ein Familienleben nicht über viele Jahre hinweg rückabgewickelt werden“ soll. …

… In Bezug auf eine nicht hinterfragte, leibliche Vaterschaft bestraft dies jene, die dem Partner bisher vertraut haben und setzt ihnen rechtlich somit die Narrenkappe auf. Die Tatsache, dass die rechtlichen Väter davon ausgingen, auch die leiblichen Väter zu sein und daher auch ggf. emotionale Bindungen zum Kind entwickelten, wird ihnen somit zum Verhängnis, ebenso wie die automatische Einordnung als leibliche Väter bei ehelichen Beziehungen. …

… Dabei gab es seit 2007 bereits ein Gesetz, das es ermöglichte, den gesamten gezahlten Unterhalt vom tatsächlichen leiblichen Vater zurückzufordern, das neue Gesetz ist somit eine Verschlechterung für die betroffenen rechtlichen Väter.

Die Deckelung auf zwei Jahre bringt noch einen geradezu ironischen Aspekt mit sich. Dies sei an folgendem fiktiven Beispiel erläutert:

Helmut lebt mit Sabine zusammen, Sabine wird schwanger, Helmut geht davon aus, der leibliche Vater des Kindes Frank zu sein und kommt finanziell sowohl für Sabine als auch für Frank auf. Nach einem Jahr zerbricht die Beziehung, Helmut kommt seinen Unterhaltspflichten bis zum 16. Lebensjahr Franks nach. Kurz bevor Frank 16 wird, verliert Helmut seine Arbeit und kann, da er lediglich einen geringbezahlten Job erhält, den Unterhalt nicht weiter entrichten.

Zwei Jahre später erfährt Helmut durch Zufall, dass er nicht Franks leiblicher Vater ist. Er fechtet die Vaterschaft erfolgreich an. In Regress nehmen will er den leiblichen Vater, Peter. Doch da Helmut in den letzten zwei Jahren selbst keinen Unterhalt zahlen konnte, beläuft sich sein Regressanspruch auf null Euro.»

3. «Skandal in Kinderwunsch-Praxis – Arzt befruchtet Frauen mit eigenem Sperma»
Durch den obligatorischen Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) würde das unmittelbar nach der Geburt auffallen und der Arzt wird es sich dann vorher bestimmt zweimal überlegen, ob er seine Spermien anderen unterjubelt. Der OVAG stellt auch hier einen Schutz für Mütter dar.

 

Du hast eine neue Meldung aus der Kuckuckswelt gefunden? Dann  sende diese bitte an kuckucksvater@hotmail.com oder hinterlasse einen Link dazu unten in den Kommentaren.

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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