Ich schreibe, ohne dass es mein Freund weiß … – von Heike Neumann


Ich schreibe, ohne dass es mein Freund weiß ...

Wir wollen einen heimlichen Vaterschaftstest!

Hallo Kuckucksvater,

ich schreibe, ohne dass mein Freund es weiß, da wir in letzter Zeit öfter über das Thema diskutieren …

Folgender Fall:
Mein Freund war bis vor knapp 10 Jahren verheiratet und hat eine Tochter aus dieser Ehe. Die Tochter wird dieses Jahr 17 und lebt bei seiner Mutter und kommt seit Mitte letzten Jahres nur noch sehr sporadisch zu Besuch. Das liegt an der Mutter, die nicht akzeptiert (nach fast 10 Jahren!), dass mein Freund mit jetzt (seit 2 Mitte 2015) mit mir zusammen ist. Seitdem wir ein Paar wurden und zusammenzogen, unterbindet sie jeglichen Kontakt zwischen Vater und Kind. Deren gemeinsame Tochter leidet stets, wenn die Eltern streiten. Aber das ist ihr egal. Dennoch beansprucht sie jeden Monat Unterhalt fürs Kind und erhält ihn auch.

Nun ist es so, dass die Mutter, sagen wir höflich, ein recht abwechslungsreiches Leben zusätzlich zu ihren drei Ehen hatte. Sie ging innerhalb der Ehe mit meinem Freund öfters fremd. Das weiß ich allerdings nur von Erzählungen von Vereinskollegen (wir sind alle im selben Sportverein) … Ihr Name war bzw. ist teilweise noch „Matratzenoutlet“ … Ihr vielseitiges Sexualleben wird öffentlich stark wahrgenommen und wir vielfach darauf angesprochen. Es ist bei ihrem Auftreten auch kaum zu ignorieren und es nervt. Es macht mir Sorgen, da ich mir vorstelle, dass auch meines Freundes Tochter der öffentlichen Wahrnehmung nicht entkommt.

Nun hängt mein Freund ja sehr an seiner Tochter. Es soll Ähnlichkeiten zwischen den beiden im Babyalter gegeben haben, heute sieht man nichts mehr davon … Wenn ich argumentiere, dass jeder Vater, Opa, Oma etc. Ähnlichkeiten zwischen Vater und Baby wiederfindet, blockt er ab. Ich kann meinen Freund verstehen, dass er an „seiner“ Tochter festhält. Aber ich habe zweifel an seiner Vaterschaft und er zeitweise auch …

Nun meine Frage:
Ich weiß, dass es in Deutschland verboten ist, einen heimlichen Vaterschaftstest machen zu lassen.
Wo gibt es die Möglichkeit einen Vaterschaftstest heimlich machen zu lassen? Wir wollen unsere Zweifel so diskret wie eben nur möglich klären, ohne die Mutter zu informieren, da wir sonst damit rechnen, dass sie es als Waffe gegen uns bei ihrer Tochter und im Verein einsetzen wird. Wenn sich unser Verdacht dann bestätigen sollte, dann würden wir es auch „offiziell“ mit einem Anwalt klären oder eben nicht(?). Je nach Tagesverfassung ist mein Freund mal dafür, einen machen zu lassen und dann wiederrum an einem anderen Tag nicht.

Eigentlich könnte ich auch sagen: „Das geht mich alles nichts an.“. Dessen bin ich mir bewusst, aber es gibt immer wieder die Momente, in denen mein Freund mit den Nerven am Ende ist, weil seine Tochter kaum noch vorbeikommt und er nun auch immer mehr Geschichten über seine Exfrau hört … Es reibt mich auf, meinen Mann leiden zu sehen.

LG

Heike Neumann*

*Zum Schutz aller Beteiligten wurde der Name anonymisiert und einige Informationen verändert.

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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7 Antworten zu Ich schreibe, ohne dass es mein Freund weiß … – von Heike Neumann

  1. 3-fache Mutter schreibt:

    Welche Geschichte auch immer dahinter steht, die Kinder können nichts dafür und sollen gefälligst nicht unter dem Gezeter der Eltern leiden müssen! Plötzlich ohne Papa ? Doch undenkbar für ein Kind!!!! So dermassen traurig! Sollten sich mal alle Erwachsene am Riemen reissen und für die aufgezogenen Kinder da sein, man liebt sie ja normalerweise mit oder ohne Tes t!!!

  2. angels0506 schreibt:

    Hallo, was ist mit der Blutgruppe, lässt sich eventuell dadurch eine Vaterschaft ausschliessen? Viele Grüsse

  3. Manfred W. schreibt:

    Mir fällt spontan „Schlampenschutzgesetze“ ein, wohl wissend, dass dies kein Ansatz für ein konkretes Einzelschicksal ist.

    Ich frage mich einfach mal, wem das nützen soll: „Cui bono?“ Ein Lösungsansatz lässt sich nur daraus entwickeln, indem man sich klar macht, was man zu erreichen beabsichtigt. Also frage ich mal: Bring es dem Kind etwas? Oder soll sich der (mutmaßliche) Vater besser fühlen oder seine neue Lebenspartnerin? Was würde sich für das Kind bei einem positiven oder negativen Vaterschaftstest ändern? Es sieht seinen Vater jetzt schon kaum. An dem Zickenkrieg „Exfrau gegen neue Lebenspartnerin“ ändert sich ja nichts, weil kein Vaterschaftstest diesen Konflikt lösen kann.

    Das Kind wird 17 Jahre alt. Ich frage mich, was dagegen spricht, ein weiteres Jahr abzuwarten bis zur Volljährigkeit und dann das Thema Vaterschaftstest mit der Tochter direkt auszuhandeln. Als 17-Jährige würde es mir jedenfalls überhaupt nicht gefallen, wenn in dieser Frage über meinem Kopf hinweg entschieden wird. Auch den „kreativen“ Lebenswandel der Mutter muss die Tochter ja weiterhin ertragen, Vaterschaftstest hin oder her.

    Soweit mein Senf dazu.

  4. Max Kuckucksvater schreibt:

    Hallo Heike,
    viele Männer und Frauen berichten davon, dass sie den diskreten Vaterschaftstest – heimlicher Vaterschaftstest hört sich immer so böse an – z.B. in Österreich machen lassen haben.
    Zum diskreten Vaterschaftstest hat Rechtsanwalt Roland Hoheisel-Gruler bereits hier im Kblog einen sehr guten und vor allem leicht verständlichen Artikel veröffentlicht. https://kuckucksvater.wordpress.com/2013/12/02/darf-ich-einen-heimlichen-vaterschaftstest-machen-recht-gesetz-von-roland-hoheisel-gruler/

    Ich habe noch ein paar Fragen:
    1. Was sagen seine Eltern, äußern sie selber Zweifel oder sind sie felsenfest von der Vaterschaft ihres Sohnes überzeugt?
    2. Seit wann hat Dein Freund Zweifel (auch wenn er sie dann immer wieder rasch beiseite schiebt, was sehr typisch für einige Scheinväter ist, auch für mich war es schwierig, den Zweifel als solchen anzuerkennen)
    3. Willst Du den diskreten Vaterschaftstest alleine, oder hat er ebenfalls den Wunsch (latent) geäußert?
    4. Wirken sich die Unterhaltszahlungen negativ auf Euer gemeinsames Leben aus, oder ist Dein Freund so gut betucht, dass es sich nur in Zahlen äußert?
    5. Hast Du, er oder Ihr beide bereits anderen gegenüber die Zweifel über die Vaterschafts geäußert, oder jemand Dir, ihm, Euch gegenüber?

    • Heike schreibt:

      Hallo Max,
      hier die Antworten:

      1. seine Eltern sind genauso hin und her gerissen.
      2. er hat Zweifel seitdem er von Vereinskollegen gehört hat, welch abwechslungsreiches leben seine Exfrau hatte. dies ist aber erst ca. 8 jahre nach der Scheidung passiert. wo er sich auch fragte, wieso kommt niemand vorher zu mir und sagte was.. aber das ist ja eigentlich logisch weil er ja in dem fall der leidtragende war und ihn deswegen niemand ansprach
      3. er schwankt selbst hin und her.. an einem tag will er es riskiern,am nächsten wieder nicht.
      4. nein die unterhaltszahlungen machen nichts aus. wenn es sein kind ist, ist es kein problem, allerdings hatte er schon öfter ausgerechnet,was er in 10 jahren alles gezahlt hat mit dem kommentar „wehe das ist nicht mein kind, das geld seh ich ja nie wieder“
      5. durch vereinsmitglieder kamen die zweifel erst auf.. weil dann die geschichten ans tageslicht kamen..

      • Lisa schreibt:

        Ich könnte mich übergeben, wenn ich das alles lese.
        Und wenn er nicht der Vater ist? Dann soll er den Kontakt abbrechen oder was? Einen Vaterschaftstest machen zu lassen nur um keinen Unterhalt zahlen zu müssen für ein Kind was er.trotzdem aufgezogen hat und liebt?
        Auf so was kann auch nur eine kalte neue Lebensgefährtin kommen.
        Sie sind genau so widerlich wie die ExFrau über die Sie herziehen.

        • andreandreazu schreibt:

          Wieso??? Wenn es so keine Ähnlichkeit gibt und die Mutter es sehr locker genommen hat, sind diese Überlegungen durchaus nachvollziehbar.

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