Meine Mutter ist ein Flittchen – von Sabine Breuer


Erlebnisbericht von einer Kuckuckstochter

Meine Mutter ist ein Flittchen – von Sabine Breuer

Hallo Kuckucksvater,

Ich bin durch die Suche nach „Leidensgenossen“ auf Deinen Blog gestoßen und möchte Dir meine Geschichte erzählen:

Ich bin 39 Jahre alt und hörte mein ganzes Leben meine Eltern nie etwas positives zu mir oder über mich sagen. Ich hatte früh den Verdacht und das Gefühl anders zu sein, nicht dazu zu gehören. Im Teenageralter dachte ich oft darüber nach, ob ich adoptiert sei, da kein einziges Bild von meiner mit mir schwangeren Mutter existiert. Jedoch erzählte sie oft, wie dankbar ich ihr sein sollte, da sie 3 Monate lang in der Schwangerschaft gelegen ist, damit ich überleben würde …

Als ich vor knapp 3 Jahren selbst schwanger war, bedauerte sie immer sehr, dass es zu ihrer Zeit der Schwangerschaft weder einen Mutterpass, noch Ultraschall gegeben habe. Sie wüsste auch nicht, wann mein Geburtstermin gewesen wäre, sie ließ mich einfach holen, als sie nicht mehr wollte!

Nach der Geburt meines Kindes äußerte meine Mutter einen totalen Besitzanspruch auf mein Kind, wollte es bei sich erziehen. Das entzweite uns letztendlich für immer, gab es doch stets nur ihr kontrollierendes, kaltes und liebloses Verhalten mir gegenüber und nie ein herzliches Mutter-Tochter-Verhältnis zwischen uns.

Meine Mutter war in erster Ehe mit Martin verheiratet. Martin hat einen Cousin (Vetter) namens Bert. Und Bert hat inzwischen zwei Söhne. Einer davon heißt Klaus und der meldete sich kurze Zeit darauf bei mir.

Klaus sagte, dass er mein Bruder sei. Meine Mutter habe mit seinem damals noch nicht volljährigen Vater (Bert) ein Verhältnis gehabt. Bert war 16 und meine Mutter 29 Jahre alt. Elf Jahre später habe sie ihm anvertraut, dass er mein Vater ist. Zu dem Zeitpunkt hatte er selber bereits seine Familie gegründet. Ich kann mir vorstellen, dass das ein Schock für ihn sein mußte. Das ist jetzt 25 Jahre her. All die Jahre wußte Bert, dass er mein Vater ist und nahm keinen Kontakt mit mir auf.

Meinen (Schein-)Vater hat meine Mutter im Mai 1975 während ihrer Trennungsphase von Martin auf Mallorca kennengelernt. Ein Jahr später wurde ich geboren und sie zog erst kurz vor meiner Geburt zu ihm. Bis dahin führten die beiden eine Fernbeziehung. Gelegenheit zum Fremdgehen hatte sie also genug.

Wenige Wochen darauf schrieb ich meinem potentiellen Vater einen Brief. Ich teilte ihm mit, dass ich von seinem Sohn wüsste, dass er möglicherweise mein Vater sei und ich gerne mit ihm reden möchte, wie alles war – damals …
Doch der Kontaktaufbau stellte sich als sehr schwierig heraus. Bert war zu der Zeit von seiner Ehefrau getrennt und lebte mit einer Frau zusammen, von der er sich wieder trennen wollte, da er bereits eine neue Freundin hatte. Diese meldete sich bei mir und sagte, dass er sich mit mir in Verbindung setzen würde, sobald die Trennung vollzogen sei.

In der Zwischenzeit erzählte mir die Mutter meines mutmaßlichen Halbbruders, wie sie es damals von ihrem Ex-Mann Bert erfahren habe und zum Schweigen gezwungen wurde. Sie erzählte auch, dass sie nach dem Auszug ihres Ex-Mannes auf dem Speicher einen positiven Vaterschaftstest gefunden habe, der aus unserer Region stammen würde und etwa zu dem Zeitpunkt des Geständnisses meiner Mutter vor ca. 25 Jahren stattfand.

Irgendwann meldete sich ihr Bert tatsächlich bei mir und erklärte sich bereit, einen Vaterschaftstest durchzuführen. Wir machten ein Treffen für den Vaterschaftstest aus. Mit ihm habe ich erst persönlich gesprochen als er hier war und die Proben bei meinem Hausarzt entnehmen ließen. Er hielt sich aber sehr bedeckt in Bezug auf Informationen zu der Zeit, als er die Affäre mit meiner Mutter hatte. Er meinte nur, dass ihr Verhältnis über mehrere Jahre andauerte, bis sie plötzlich und unvermittelt zu meinem sozialen Vater zog. Dass sie da schwanger war, erfuhr er erst einige Zeit später. Allerdings habe sie nicht nur mit ihm etwas am Laufen gehabt, sie wäre beim „Tanz“ oft mit Männern verschwunden, auch während ihrer Ehe und der Fernbeziehung zu meinem sozialen Vater, erzählte er. Er erwähnte mit keinem Wort etwas von dem versteckten Test auf dem Dachboden seines ehemaligen Hauses. Ich sprach ihn auch nicht darauf an.

Der DNA-Vaterschaftstest war schliesslich negativ. Dieser Mann ist nun also doch nicht mein Vater. Daraufhin brach er den Kontakt zu mir wieder ab, genauso wie seine Ex-Familie.

Ich stehe nun also da, mit der Gewissheit, dass mein Gefühl, nicht dazuzugehören, stets richtig war. Doch wie ich herausfinden könnte, woher ich komme, ist mir ein grosses Rätsel.

Meine Mutter lügt mich ja schon mein ganzes Leben lang an und mein sozialer Vater denkt nach wie vor, ich sei seine leibliche Tochter.
In meinem Geburtskrankenhaus ergab die Recherche, dass meine Mutter genau gewusst hat, wann ich gezeugt wurde und wann mein Geburtstermin gewesen ist. Sie hatte auch einen Mutterpass (der war dort schon seit 8 Jahren Pflicht) und Ultraschalluntersuchungen wurden auch durchgeführt.
Ich besitze also die Beweise, dass sie im Bezug auf meiner Herkunft, bzw. meines Zeugungszeitpunktes etwas zu verbergen hat. Doch letztenendes nützt es mir gar nichts, da sie es nie zugeben würde …

Hast Du oder einer Deiner Leser Ideen, wie ich meinen Vater finden kann?

Viele Grüsse,
Sabine

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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10 Antworten zu Meine Mutter ist ein Flittchen – von Sabine Breuer

  1. angels0506 schreibt:

    Hallo Sabine,

    bist du sicher, dass dein (Schein)-Vater nicht dein Vater ist? Du hast ein Gefühl, einen Verdacht, aber nicht die Gewissheit. Aus deiner Erzählung ist es nicht unmöglich, dass er doch dein Vater ist. Könnt ihr nicht einen Test machen? Das würde ich als Erstes tun, und nach dem Ergebnis entsprechend weiter recherchieren oder nicht.

    Mach es gut!

    Angie

  2. Petra Scholz schreibt:

    Hallo Sabine,

    ein schweres und in Schweigen verhülltes Los, welches Du da zu tragen hast, dessen Strukturen auch mir nicht fremd sind.

    Wenn Mütter oder auch Eltern die Identität ihren vor-, oder außerehelich, etc. gezeugten Kindern vorenthalten, die zu guter Letzt insgeheim als nicht gewollt- und überflüssige Last wahrgenommen werden, empfinden es die meisten als schwerwiegend.

    Belastend ist es auch, wenn letztlich eine solche Lüge durch Mutter und einst betrogenem Ehemann (Scheinvater) geschützt wird/wurde, die sich am Ende dahingehend- und gegen das Kind solidarisierten und eine quasi unzufriedene Ehe führten, welche von der Geburt an des betreffenden Kuckuckskindes nur noch der Versorgung wegen-, und/oder wie der Fassade nach außen hin diente, weil aus dieser bereits zuvor ein gemeinsames, leibliches Kind hervorgegangen ist, sich die Mutter seither dem Ehemenn-und Schein-Vater verwehrte, aus dessen sich Frust speiste, der sich im gesamten Familienklima widerspiegelt(e).

    Dieser ist für beide Ehepartner weder schadlos, noch dauerhaft und einfach zu verdrängen. Schlimm wird dies darüber hinaus nicht selten für diejenigen, die sich am wenigsten wehren können und unter jenen Bedingungen trifft es nicht selten die insgeheimen Kuckuckskinder, die als „Sündenböcke“ oder „schwarze Schafe“ am ehesten trifft. Ihnen gilt in jenen Situationen oft viel unsäglicheres Leid und büßen insgeheim stellvertretend für die hinterbliebenen Fehler ihrer Mütter, wie auch für jene ihrer wissentlichen Scheinväter, samt ihrer Verachtung ihrer beider Verhalten, die auf sie projiziert- und dafür stellvertretend, insgeheim verantwortlich gemacht werden.

    Zusätzlich entwurzelt man sie und beraubt sie ihrer wahren Herkunft, sodass nicht Wenige mitunter lebenslang einen hohen Preis dafür bezahlen, die spüren dass etwas nicht mit ihnen stimmt, mit Gefühlen konfrontiert werden,auf etwas scheinbar vertrautes Greifbares zu hoffen, was ihnen jedoch stets entrinnt, sich im Kreis zu drehen glauben und nicht erklären können, was ihnen fehlt und wonach sie suchen. Nichtsahnend, dass sie in sich ihren fehlenden Teil tragen, der sie ausmacht, aber dessen Zugang ihnen versperrt bleibt, dem sie sich weder anzuvertrauen in der Lage sind und ihr Gleichgewicht nicht finden, sodass sie Phasen von Rückzug in sich selbst erleben und nach Erklärungen suchen.

    Ich würde Dir so wünschen, dass Dein offenbar, vermeintlicher Vater mit sich reden ließe und sich dem Ganzen mal öffnen würde.

    Vielleicht könnte es Dir noch einmal möglich sein, Dich mit diesem Bert kurzzuschließen, dem ja offensichtlich auch nicht verborgen geblieben ist, dass Deine Mutter während ihrer Beziehung mit ihm, vermutlich ihren Trost bei zwischendurch weiteren Liebschaften hatte.

    Du bräuchtest in der Regel eine Person, die Dir bestätigen kann, durch Freunde und Bekannte gehört zu haben oder mitgeteilt zu bekommen, die vermutlich im Freundes-, oder Bekanntenkreis vielleicht sogar kennen.

    Sobald eine Person bekannt ist/wird, wärst Du einen Schritt weiter und könntest eine Klage anstreben.

    Ebenso habe ich gehört, dass es über mögliche Stasiakten möglich ist, seine Herkunft herauszubekommen, wenn diese vorhanden sind. Ich selbst habe eine Betroffene gesprochen, die so ihre Herkunft hat ermitteln können.

    Auch mein Antrag läuft derzeit gerade. Bisher wurde ermittelt, dass mein vermeintlich verstorbener Vater, wie auch ich eine Akte habe, die ich nach dessen Ableben beantragt habe.
    Da nun auch meine Mutter verstorben ist, ist es mir möglich, auch diese zu beantragen. Auch meine Eltern leugneten bis zum Ende.

    Es ist hart, wenn Eltern sich derart verhalten und ich kann nachempfinden, wie auch Dir zumute ist und hoffe dass auch Dir Wege offenstehen werden, die es Dir ermöglichen Deine Wurzeln zu finden.

    • Sabine Breuer schreibt:

      Vielen Dank! Ich überlege schon seit einiger Zeit, eine frühere Freundin meiner Mutter zu kontaktieren, um diese zu fragen ob sie mehr weiss.
      Stasiakten kommen leider nicht in Frage, da wir aus dem Westen sind.

    • Sabine Thaler schreibt:

      Liebe Petra,
      ich lese Dich schon seit Jahren. Und immer finde ich schwer, Dich zu lesen. Aber ich spüre, wie viel dahinter steht – eine unglaublich tiefe Geschichte.
      Dennoch merke ich an: Du hast in meinen Augen Deinen Erzeuger vergessen. Ich finde, auch er spielt eine Rolle. Immerhin hat er sich wohl zu diesem speziellen Zeitpunkt dafür entschieden, mit Deiner Mutter zu schlafen. Er ist ein Teil des Ganzen. Und ich denke, dass wohl auch er wusste, wie Kinder entstehen. Also trägt auch er eine Verantwortung. Zumindest in meinen Augen. Ich kenne die Geschichte ja nicht wirklich.
      Liebe Grüße
      Sabine T.

  3. Defren schreibt:

    Sie sollte zum Amt gehen und Auskunft über die erste offizielle Geburtsurkunde holen denn in den 70 Jahren wahr die Pflicht den leiblichen Vater ein zu tragen . Und früher musste der leibliche Vater bei Adoption zustimmen wenn die Frau einen neuen Mann hatte der das Kind Adoptieren wollte.Sollte ein Kind nicht Adoptiert worden sein bekam es aufgrund von Einbeziehung den Namen des Stiefvaters. Genauso wurde bei Geburt schon in dem Krankenhaus wo man geboren wurde ein Eintrag des Vaters gemacht eventuell schon dort eine Geburtsurkunde Erstellt. Hier mal Infos:https://de.wikipedia.org/wiki/Vaterschaftsfeststellung .Aber jedes Kind hat das Recht zu erfahren wer sein Vater ist dazu gibt es die Möglichkeit gegen die Mutter Rechtlich vor zu gehen und auch bei Ämter . Hier sind Infos wie das geht denn da wurde Geklagt und da kann man nachlesen welche Paragrafen man nutzen kann:http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-urteil-xii-zr-201-13-samenspende-kinder-auskunftsrecht/ Und wenn man kein Geld hat dann zum Amtsgericht gehen und Schein holen für ein Einmaliges Gespräch beim Rechtsanwalt.Kostet dann höchstens 10 -20 Euro.Beim Rechtsanwalt dann Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen so werden die Kosten vom Staat übernommen.

    • Sabine Breuer schreibt:

      In meiner ersten Geburtsurkunde stand Martin drinnen, da er zum Zeitpunkt meiner Geburt noch mit meiner Mutter verheiratet war. Er fechtete die Vaterschaft an und machte einen Vaterschaftstest, der negativ ausfiel. Mein Scheinvater erkannte die Vaterschaft anschließend ohne Test an. Deshalb steht er in meiner Geburtsurkunde. Dass alles weiss ich aufgrund einer Abschrift aus meinem Geburtenregister.

    • Sabine Thaler schreibt:

      Lieber Defren,
      bei Dir klingt es so sachlich, was man alles tun kann. Es klingt nach Mann. Irgendwie klingt es für mich sogar danach, als wärest Du nicht das Kuckuckskind, sondern der Scheinvater. Ich mag mich irren.
      Was meiner Meinung nach uns unaufgeklärte Kuckuckskinder vereint, ist der Mangel an Vertrauen. Wr merken von Beginn an, dass uns nicht vertraut wird. Das Urvertrauen, welches jeder Mensch wie Luft zum Atmen benötigt, welches auf wikliche Gegenseitigkeit beruht, das bekommen wir nicht und können es deshalb auch nicht widerspiegeln.
      Was nützen uns Gesetze? – Vor allem solche, die uns nicht mal einen wirklichen Namen geben können? Kuckuckskind … Was soll das für ein gesetzlicher Begriff sein? Wir haben eine Bezeichnung, die klingt wie aus einem Märchen der Gebrüdern Grimm.
      Der Kuckucksvater ist „sozialer Vater“, ist „Scheinvater“, ist Betrogener. (Ich habe z. B. mit meiner Therapeutin Gespräche geführt, in denen sie mich darauf hinwies, dass der Mensch, also de Kuckucksvater, mein sozialer Vater sei.) Ich weiß echt nicht, wie Du, Defen, oder Ihr anderen Leser den Begriff „sozial“ definiert. Für mich ist sozial in jedem Fall mehr als Geld. Es ist auch mehr als Gesetz. Es hat in meinen Augen etwas Ursprüngliches – etwas, woran man nicht einfach so vorbei gehen kann. Es ist etwas, das einem mitgegeben wird – von Anfang an. Du siehst es in den Augen Deiner Mutter. Und bevor Du es in ihren Augen siehst, umspült es Dich, während Du noch ein Teil von ihr bist.
      Wenn Du Dich ihr nicht anvertrauen könntest – welche Chance hättest Du, überhaupt zu überleben?
      Es ist Dir also, von Befruchtung an, kaum etwas anderes möglich, als den Leuten zu vertrauen, die Dein Schicksal bestimmen.
      Und Du kommst mit Gesetzen …
      Diese, wenn auch noch so spärlich für Kuckuckskinder vorhanden, bedeuten, dass man sich von seinen Eltern – also denen, von denen man noch nicht einmal wirklich weiß, wer sie sind (und die man dennoch liebt), distanzieren muss, um sie zu verklagen. Es ist in meinen Augen nicht die erste, nein auch nicht die zweite oder dritte Lösung, seine eigenen Leute zu verklagen. Es ist die Letzte.
      Ich möchte verstehen, was mein Ursprung ist. Und ich denke, den meisten Kuckuckskindern geht es nicht um das Erbe. Es ist ein Grundbedürfnis zu wissen, wer man ist. Es ist nicht die Regel, dass einem die eigene Mutter darüber nicht aufklärt. Auch wenn wir so viele sind, ist das nicht normal.
      Und dennoch lieben wir unsere Mütter. Und wir lieben den Mann, der uns als erster interessiert in die Augen gesehen hat. Ich sage „Wir“. Ich meine „Ich“.
      Ich würde mein Kind nicht verklagen. Und meine Mutter auch nicht …
      Liebe Grüße
      Sabine T.

      • Sabine Breuer schreibt:

        Ich liebe meine Mutter nicht, dafür hat sie selbst gesorgt, weil sie sich nie wie eine Mutter mir gegenüber verhalten hat, ich kenne nur psychische und physische Gewalt ihrerseits! Ihr Mann wird von ihr auch gleich „misshandelt“ und gleicht eher einem Leibeigenen! Deshalb fühle ich auch für ihn nichts mehr! Die Liebe ist gewichen, an ihrem Platz stehen nur Verachtung und Unverständnis!

  4. Sabine Thaler schreibt:

    Liebe Sabine,
    immer wieder interessant, wie sehr sich die Geschichten der Kuckuckskinder im Kern gleichen. So viele Lügen und Intrigen, so viel Kälte, Ignoranz – ja Unmenschlichkeit … Wirklich schockierend! Und dazu unglaublich traurig …
    Ich konnte erst selbst erahnen, welche Kraftanstengungen es wohl kostet, sich innerlich so weit vom eigenen Kind abzuwenden. Meiner Meinung nach bedarf es so etwas wie einer Persönlichkeitsspaltung der Mutter, die ja einerseits ihr Kind nicht annimmt, andererseits aber nach außen Normalität lebt, somit um sich und in sich eine Lügenwelt aufbaut, die die Realität Stück für Stück übernimmt. Wie viel Angst steckt wohl dahinter? Denn Angst scheint mir die Triebfeder solcher Kraftanstrengungen zu sein.

    Flitchen hin oder her. Was mich als Kuckuckskind eigendlich anstinkt, ist die Verlogenheit. Ist mir doch egal, mit wem meine Mutter so ins Bett gestiegen ist. Über das Sexualleben meiner Erzeuger nachzudenken, ist für mich einfach nur eklig. Doch dadurch bin ich. Ich lebe. Und das ist gut. Und wenn es schon so weit gekommen ist, dann nehmt doch bitte Eure Verantwortung war und gebt mir, was mir zusteht! Gebt mir meine Wurzeln!

    Deine Geschichte hört sich sehr verwirrend an – eine Daily Soap ist ein Scheißdreck dagegen. Wer mit wem, wann und warum ist da kaum auszumachen. Jetzt weißt Du schon mal, dass Bert nicht Dein Erzeuger ist. Immerhin.
    An Deiner Stelle würde ich nun meine Mutter konfrontieren. Sie sollte ja schon noch irgendwas wissen aus dieser Zeit. Wenn sie Dir nicht hilft, sage ihr, dass Du mit den Männern reden wirst, von denen Du weißt. Vielleicht hilft dieser Druck dabei, dass sie Dir mehr sagt. Wenn nicht, dann tue es. Sprich mit dem Bruder von Bert und mit Deinem sozialen Vater. Eventuell wissen die mehr. Und eventuell stimmen sie sogar einem Vateschaftstest zu.
    Sollte das Alles zu nichts führen, wird es schwer. Bei mir ist das leider so. Ich lerne, mich damit abzufinden, dass eine Hälfte meines Ichs im Dunkeln liegt. So schwer das ist, es ist dennoch möglich. Ich schaue meine Kinder an, meinen kleinen Enkel und sage mir, dass es das ist, was wirklich zählt. Was zählt ist hier und jetzt. Ich nutze meine Erfahrungen, um eine bessere Mutter zu sein. Ich sehe in den Augen meine Kinder das, was ich als Kind vermisst habe – Liebe und Vertrauen. Ich unterbreche diese unsägliche Spirale und gehe meinen Weg.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Glück, liebe Sabine. Bleib Dir treu und lass Dich nicht unterkriegen!

    Sabine T.

    • Sabine Breuer schreibt:

      Vielen Dank Sabine!
      Ja mein Leben ähnelt dem Drehbuch einer billigen Soap. Würde ich es verfilmen, wäre ich reich…..
      Ich grübelte schon oft darüber nach warum meine Mutter sowas tat. Eine psychische Störungen hat sie auf jeden Fall, sei es durch die jahrzehnte lange Lügerei oder aus irgendeinem anderen Grund….
      Ich bin auf jeden Fall jetzt schon eine bessere Mutter, da meine Kinder, keine Kuckuckskinder sind und ich sie mit all meiner Liebe grossziehe!

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