Formel 1 – Fangio und der Vaterschaftstest


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Statue von Juan Manuel Fangio im Mercedes-Benz Museum – Foto by Morio

Er war 5-facher Formel-1-Weltmeister und schon zu Lebzeiten eine Legende:
Der Argentinier Juan Manuel Fangio.
Zwischen 1950 und 1958 gewann er fünf Mal die Krone im Motorsport, für Alfa Romeo, Maserati, Ferrari und Mercedes. Als Mercedes Star war er auch Mitbegründer des Mythos der Silberpfeile. Für Jahrzehnte blieb er der unumstrittene König der Formel 1, bis er von Michael Schumacher abgelöst wurde, der es zwischen 1994 und 2005 auf sieben Weltmeistertitel brachte. In seiner Heimat Argentinien ist er nach Diego Maradonna das größte Sportidol.

Doch ausgerechnet kurz vor den Feierlichkeiten zu Fangios 20. Todestag am 17. Juli ging eine Meldung durch die Weltpresse, die den Argentiniern die Feierlaune gründlich verdarb. Ein Gericht in Fangios Heimatland hatte angeordnet, den Leichnam des berühmten Rennfahrers zu exhumieren, um einen Vaterschaftstest durchführen zu können. Fangio selbst war nie verheiratet und offiziell kinderlos gestorben. Doch gleich zwei Männer beanspruchten nun die Bestätigung, seine Söhne zu sein und meldeten Ansprüche auf sein Erbe an. Fangio war 1995 im Alter von 84 Jahren gestorben.

DPA meldete im Juli zum Hintergrund:
„Zwei Männer haben unabhängig voneinander einen Vaterschaftstest beantragt. Einer von ihnen ist der ehemalige Formel-3-Pilot Oscar Cesar Espinoza. Der 77-Jährige ist der Sohn einer langjährigen Lebensgefährtin Fangios, Andrea Berreut, hatte den Vaterschaftstest vor zwei Jahren auf Wunsch seiner Tochter beantragt. Laut Espinozas Anwalt Oscar Scarcella werden die Testergebnisse in 30 bis 60 Tagen erwartet.
Wie Espinoza sieht sich auch der 73-jährige Ruben Vazquez als direkter Nachfahre der Rennfahrerlegende und beansprucht einen Teil des Erbes. Vazquez behauptet, während einer kurzen Beziehung seiner Mutter mit Fangio gezeugt worden zu sein. Er hatte bereits 2005 einen Vaterschaftstest beantragt.“

Die Exhumierung der Rennfahrerlegende fand im August statt. Nun liegt das erste Ergebnis vor. Wie Motorsport Total meldet, ist der 77-jährige Oscar Espinoza der Sohn von Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio. Das hat Richter Rodrigo Cataldo bekannt gegeben, nachdem ein DNA-Test am Leichnam des fünfmaligen Weltmeisters durchgeführt wurde.
Ob auch Ruben Vazquez ein Sohn Fangios ist, soll nun in einem weiteren DNA Test ermittelt werden. Das Ergebnis steht noch aus.

Es sind die Promi-Fälle, die immer wieder in die Schlagzeilen kommen und für Gesprächsstoff sorgen. Doch dahinter verborgen sind viele Tausende anonyme Fälle und Verfahren, die sich teilweise über Jahre hinziehen. Ein riesiger Aufwand für Justiz, Anwälte und Antragsteller. Ein erheblicher Teil dieser Vaterschaftsklagen ließe sich verhindern, gäbe es den obligatorischen Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG).

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Über Norbert Potthoff

Schriftsteller und Kunstmaler
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