Wenn Menschenrechtler ausbrennen, dann …


Facebook-Profilfoto von Tristan Rosenkranz

Tristan Rosenkranz – © Foto: Fred Thiele

Vor kurzem ist Tristan Rosenkranz als Vorsitzender von Gleichmass e.V. zurückgetreten. „Tristan wer?“ von „Gleichmass was?“ werden sich einige fragen.

Gleichmass e.V., und somit auch Tristan, engagieren sich für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern (also für Frau UND Mann) und für die Paritätische Doppel­residenz von Kindern, deren Eltern getrennt leben. Doch nun wird Tristan zukünfig nicht mehr in diesem Maß oder auch gar nicht mehr aktiv sein.

Sein Rücktritt sorgt nun in der Bloggerszene für einige Reaktionen. So z.B. auch von Arne Hoffmann auf Genderama und Christian Schmidt auf alles Evolution. Wenn Menschenrechtler ausbrennen, dann gehen unserer Gesellschaft wichtige Impulse für ein friedliches und gerechtes Miteinander verloren.

Menschenrechtler, insbesondere Männer- und Kinderrechtler erleben immer wieder persönliche Angriffe bis hin zu Mord- und Bombendrohungen seitens von Extremisten*. Auch ich durfte schon so einiges selbst erleben, bis heute.

„Naja, ein paar Knalltüten wird es immer geben,“ wird der ein oder andere sich dabei zurecht denken. So dachte und denke auch ich. Doch es sind vielmehr, als nur diese „paar“ Radikalen. Zu ihnen gesellen sich zu allem Übel auch noch die sogenannten „Qualitätsmedien“, viele Institutionen (wie z.B. Friedrich Ebert Stiftung) und der Alibi-Verein „Bundesforum für Männer„. Sie betreiben geistige Brandstiftung, Diskreditierung und Verleumdung gegen uns Männer, Jungen und Kinder und gegen die, die sich für sie einsetzen. Ernährt wird diese Hetze auch noch oft aus staatlichen Fördertöpfen.

So fordert diese allgemein sehr feindliche Stimmung uns Menschen-, Väter-, Jungen- und Kinderrechtlern gegenüber seine Opfer. Eines davon ist nun Tristan Rosenkranz, der mit seinem Engagement einiges Positives in der realen Welt bewirkt hatte. So stellt er in seiner Stellungnahme „Zurück ins Private“ fest:

„… Fakt ist, ich bin müde. Ich habe keine Lust mehr auf diese Dinge. Ich will und werde die begonnenen Projekte noch mit Leidenschaft zuende bringen und mich nach und nach aus einem thematischen Umfeld verabschieden, welches außer Kaputtheit und Lügen kaum etwas zu bieten hat. Ich möchte mein Leben ins Private zurückbringen, nicht mehr der einzige präsente Kopf in Thüringen sein, an dem immer wieder Maßstäbe, Zweifel oder gar Verleumdungen angelegt werden.“

Blogger sensibilisieren ihre Leserschaft und diese sind bei einigen Blogs sehr heterogen und erreichen somit auch Menschen außerhalb der „Filterbubble“. Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, Artikel und Kommentare mit Links auf die Blogbeiträge zu beantworten und zu entkräften oder gar zu widerlegen. Frei nach dem Motto: „Wer schreibt, der bleibt.“

Beim Kuckucksvaterblog bemühen wir uns um eine Mischung aus Bloggen und aktiven Tätigkeiten in der greifbaren Welt. So ist der Dialog mit Journalisten, Künstlern und auch den Betroffenen mein Mittel der Wahl, um das, was wir online machen in konkrete Resultate zu verwandeln.

– Bei Journalisten vermitteln wir Betroffene und Experten für Interviews. Das hilft ihnen, den Kuckuckskindthemen ein Gesicht zu geben und sie so deren Leserschaft die Möglichkeit zu bieten, leichter Empathie zu entwickeln. Für übergeordnete, allgemeine Fragen stehen wir den Medien auch selbst zur Verfügung. Der Kontakt hilft uns auch dabei, Fragestellungen und Informationen an die Journalisten zu geben, die sie bisher noch nicht auf dem Schirm hatten. So findet auch immer mehr die Täterschaft der Kuckucksmütter Raum in den Darstellungen, die sonst in den Medien eher negiert oder zumindest ausgeblendet wurde.

– Mit Künstlern (insbesondere Karikaturisten und Romanautoren) trete ich aktiv in Kontakt. Wenn eine offene Haltung oder gar Interesse an einem Dialog über die Kuckuckskindproblematik besteht, liefere ich Informationen und bitte um Werke für den Kblog. Viele meiner Kontakte unter den Künstlern haben dadurch ihre Position zur Kuckuckskindthematik (weiter-)entwickelt. Die meisten waren erstaunt, wie tiefgreifend die Thematik ist und hatten vorher nur ein sehr vages und von den „Qualitätsmedien“ geprägtes Bild.
Sensibilisierte Künstler schaffen von dem Moment an andere Werke zu den Themen, als sie es sonst gemacht hätten. Künstler sind wichtige Multiplikatoren von Blickwinkeln und präsentieren ihre Sicht der Dinge auf anderen Kanälen als wir Blogger und Journalisten es tun und erreichen somit auch Zielgruppen außerhalb unseres Wirkungskreises. Auch ist deren Arbeit subtiler und vor allem emotionaler, wenngleich distanzierter.

– Der Dialog mit Betroffenen und die Schaffung von Selbsthilfeangeboten ist die aufwändigste Arbeit von den dreien. Doch gerade die kommt den Betroffenen direkt zu gute und es entwickeln sich proaktive Eigendynamiken. Durch sie werden passive Menschen zu Aktivisten. Gute Beispiele dafür sind die Erfahrungsberichte im Kblog, eigeninitierte Interviews in den Medien, Selbsthilfetreffen (wie zuletzt in Berlin), etc.

Bei allen drei Ansatzpunkten ist das für mich wichtigste Rezept zum Erfolg die Beständigkeit und auch die Fähigkeit andere um Hilfe zu bitten. Auch ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich an den Rand meiner eigenen Leistungsfähigkeit stoße und dabei auszubrennen drohe. Gerne würde ich noch viel mehr von meiner To-Do-Liste umsetzen. Doch es fehlt mir häufig schlicht an Zeit und auch an Kraft. Nichtsdestotrotz mache ich weiter. Nur halt nicht in der Regelmäßigkeit, die ich mir selber für den Kblog wünsche.

Tristans Entscheidung, sich nach und nach aus der Aktivität zu verabschieden, kann ich nachvollziehen und hoffe zugleich, dass er weiterhin im Rahmen seiner Möglichkeiten der Männer- und Kinderrechtsbewegung erhalten bleibt. Es müssen ja nicht 100% oder Null sein. Es darf auch irgendwo dazwischen liegen. Gleich wie auch seine Entscheidung sein wird: „Tristan, danke für Deine bisher geleistete Arbeit.“

Auch ein Danke an alle, die trotz aller Quälereien weiterhin unbeirrt zur Verbesserung des Geschlechterverhältnisses und der echten Gleichberechtigung aktiv sind. (nicht Gleichstellung, was genau das Gegenteil davon ist). Besonderen Dank an folgende Blogger: Arne Hoffmann von Genderama, Christian Schmidt von alles Evolution, Marcus Spicker vom Kuckucksvaterblog,  Wolfgang Wenger von „linker Maskulismus“ und last but not least Lucas Schoppe von Man-Tau.

Wer sich für Männer-, Gleichberechtigungs- und Kinderrechte interessiert, dem kann ich den Sammelblog „Das Patriarchat“ wärmstens empfehlen. Christian merkte an, dass seines Wissens nach leider bisher noch kein Blogger auf die Sammelblogs hingewiesen habe. Was ich hiermit zu ändern begrüße.

*gilt für beide Geschlechter

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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