Verfahrenspfleger und Jugendamt – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 9 – von Lea Freundt


Erlebnisbericht

Kuckucksmutter, das war ich mal von Lea Freundt

Nachdem ich die Aufnahme aller Gegebenheiten bei der Rechtsanwältin, absolviert hatte, kam es relativ schnell zur ersten Resonanz. Anfang Juli 2015 war ich bei ihr und schon eine Woche später wurde das Verfahren schriftlich bei Gericht eingereicht. Die Abschriften aller eingereichten Briefe erhielt ich via Email.

Was mich sehr störte ist, dass in diesem Antrag unter anderem formuliert wurde, dass ich nicht wahr haben wollte, dass der biologische Vater der „Erzeuger, meiner Tochter wäre und ich aufgrund dessen so gehandelt habe.“ Meine Rechtsanwältin meinte, dass sie die wahren Begebenheiten nicht einreichen könne. Warum, ich verstehe es nicht. Es war also nicht möglich den Antrag so zu formulieren, wie es wirklich statt gefunden hat, bzw. was meine wahren Beweggründe waren. Wieder eine Lüge in meinen Augen. Was soll der Richter denn bitte von mir halten? Was soll ich denn sagen, wenn ich mit der Frage konfrontiert werde, warum ich es nicht wahr haben konnte? Das ist gelogen. Ich wusste genau, wer der Vater ist, denn es kam ja nur der eine in Frage. Was soll denn der leibliche Vater meiner Tochter von mir halten, wenn er diesen Antrag durch Akteneinsicht seines Anwalts in die Hände bekommt? Oder seine familiäre Staatsanwaltschaft. Dann wurde in dem Antrag weiter aufgeführt, dass meine Tochter keinerlei Ähnlichkeit zu ihrem rechtlichen Vater hätte. Das sind keine Beweggründe für ein Gericht, wie ich mich zuvor eingelesen habe. Zum Glück wurde die Tatsache aufgenommen, dass der rechtliche Vater und ich, in dem Zeugungszeitraum, keinerlei Geschlechtsverkehr hatten. Das war ein Argument! Aufgrund der schlechten Formulierung hatte ich Angst und Bange, dass dieser Antrag schon im Vorhinein abgelehnt werden würde.

Keine zwei Wochen später erhielt ich Post vom Familiengericht. Es bestätigte den Eingang des Antrages und dass der rechtliche Vater und ich uns dazu schriftlich äussern könnten. Natürlich taten wir das noch am selben Tag und gingen aber ausschließlich darauf ein, dass sie „zeugungstechnisch“ nicht von ihm sein konnte. Dann verging sehr viel Zeit und Mitte August bekam ich einen Brief des Gerichts, dass ein Verfahrenspfleger für meine Tochter eingesetzt werden würde. Und eine Woche später dann, dass das zuständige Jugendamt zuständig sei. Ja und seitdem warte und warte ich. Mir kommt das alles wie eine Ewigkeit vor. Diese Ungewissheit … Ich sollte mich eigentlich bei meiner Rechtsanwältin melden, um mich über den weiteren Verlauf zu erkundigen, denn ich habe keine Ahnung, wie es nun weiter läuft. Aber nach dem ersten Treffen bin ich noch etwas abgeschreckt und meide momentan alles, was mich noch weiter runter zieht. Wie geht’s nun weiter? Wird sich der rechtliche Vater eines Vaterschaftstests unterziehen müssen oder wird das ganze verkürzt, indem gleich der angegebene biologische Vater diesen macht? Damit hätte man ja einen eingespart. Muss ich mich mit dem Richter unterhalten und diesem dort Rede und Antwort stehen, warum ich damals so gehandelt habe und wenn ja, wie erkläre ich ihm, dass ich schon wahrgenommen habe, wer der Vater meiner Tochter ist, jedoch, bedingt durch die Retraumatisierung, nicht mehr in der Lage war diesen Weg zu gehen? Zweifelt er dann völlig an meinem Verstand? Treffe ich mit meinem Ex dort aufeinander? Was ist, wenn er verbal wieder so ausholt? Wer schützt mich davor? Man sagt immer gesagt ist gesagt und kann nicht mehr gelöscht werden. Werde ich nochmal so stark sein und wieder auf die Füße kommen, wenn er mich verbal attackiert? Fragen über Fragen …

Im nächsten Teil erzähle ich über … ich weiß es noch nicht.

Erster Teil meiner Geschichte: Ich hatte auch einmal Glück, dachte ich. – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 1

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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