Meine Rechtsanwältin will nur Fakten, Fakten, Fakten – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 8 – von Lea Freundt


Erlebnisbericht

Kuckucksmutter, das war ich mal von Lea Freundt

Ich vereinbarte für die Vaterschaftsanfechtung einen Termin bei einer Rechtsanwältin und dachte, ich könnte ihr das so schildern, wie ich es empfunden habe. Aber diese wollte nur Fakten, Fakten, Fakten … unterbrach dann die Aufnahme der Fakten und fragte mich, warum ich das denn bitte so gemacht hätte. Dann fuhr sie mit der Aufnahme der Fakten fort.
Ich erklärte ihr zu guter letzt, dass ich Angst vor den Konsequenzen hätte, die ich vielleicht zu tragen habe und dass mir der leibliche Vater indirekt mit seiner Staatsanwältin in der Familie, gedroht hat. Sie meinte dann nur, dass wir hier nicht in Sizilien wären und dass diese keinen Einfluss auf das Verfahren hätte.

Ich war vorerst beruhigt, jedoch macht mich der Gedanke an das bevorstehende Verfahren, sehr unruhig, da ich schon glaube, dass diese Staatsanwältin aus seiner Familie dennoch Einfluss auf das Verfahren nehmen kann und auch auf den weiteren Verlauf des Ganzen.

Mein einziger und jetziger Wunsch ist es nur, dass der leibliche Vater und ich einen Weg finden würden, um meiner Tochter gerecht zu werden. Ich würde alles dafür geben, dass dieser Zustand endlich erreicht werden würde. So, wie es vor 6 Monaten schon mal mein Ziel war. Aber meine Zuversicht schwindet täglich mehr. Er hat sich bis heute nicht gemeldet, obwohl ich einen mehrseitigen Brief an ihn gesandt habe, indem ich versucht habe. zu erklären und mich nochmals ausdrücklich entschuldigt habe. Ich bin es langsam auch satt, mich nur zu entschuldigen, denn von ihm und seiner Mutter kam bis zum heutigen Tage weder Reaktion auf das Ganze noch irgendwas anderes.

Ich trage den Unterhalt meiner Tochter ganz allein von meinem Erziehungsgeld und dem Kindergeld beider Kinder. Jeden Monat kämpfen wir ums Überleben. Sicher könnte ich zum Jobcenter gehen und dort um Hilfe bitten, aber das schaffe ich derzeit noch nicht. Ich versuche weiter zu kämpfen und mich über Wasser zu halten, bis der Prozess beginnt. Mir geht es nun etwas besser. Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen, der für mich ersichtlich war. Ich habe gebetet, Hilfe in Anspruch genommen, mich mit der Thematik auseinander gesetzt, Menschen angeschrieben, die sich mit der Marterie auskennen und es geht langsam, langsam wieder bergauf. Aber es ist noch sehr sehr schwer für mich.

Im nächsten Teil erzähle ich über … ich weiß es noch nicht.

Erster Teil meiner Geschichte: Ich hatte auch einmal Glück, dachte ich. – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 1

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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2 Antworten zu Meine Rechtsanwältin will nur Fakten, Fakten, Fakten – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 8 – von Lea Freundt

  1. Kaspar Hauser schreibt:

    Das Kind hat doch einen juristischen Vater.

    Warum kommt der nicht seiner Unterhaltsverpflichtung nach?

    Abgesehen davon ist auch diese Geschichte für mich ein weiteres Zeichen dafür, daß man erstmal mit sich selber klarkommen muß, bevor man sich fortpflanzt. Alleine schon, weil die Partnerwahl ganz anders ausfällt, nachdem man erstmal mit seinen eigenen Familiengeschichten und sonstigen „ererbten“ Macken aufgeräumt hat.

    • La la schreibt:

      So’n Quatsch… Man sucht sich sowas doch nicht aus und wird geprägt und verdrängt viele Dinge, die einem mal wiederfahren sind und man geht durch das Leben und denkt alles ist toll und nur ein Ereignis kann Wunden aufreißen bzw. Dinge mit einem tun, die man sich nie hätte vorstellen können. Jeder Mensch hat irgendwann mal in seinem Leben etwas erlebt oder durchgemacht, wofür er sehr empfindlich bzw. und empfänglich ist und wenn man einem geliebten Menschen genau diese wunden Punkte, im vorhinein, genau erläutert, dann liegt es in seiner Verantwortung, wie er damit umgeht und was dies für den anderen für Konsequenzen haben kann, wenn man in dessen Gefühlswelt rum schlachtet. Haben nun Menschen, die schlimme Dinge im Leben durchgemacht haben weniger Recht darauf sich fortzupflanzen? Man kämpft ein Leben lang gegen alles an, um alles besser zu machen und ist vielleicht sogar besser, als jeder “ normal tickende Mensch“ und ich finde diese Aussage mehr als diskriminierend und dumm. Man sollte erstmal in seinem Leben aufräumen.. wie will man denn da aufräumen? Man kann Dinge nicht ungeschehen machen und sie nicht aufräumen. Man kann nur versuchen damit zu Leben so gut es geht ohne das sie einem zur täglichen Behinderung werden.

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