Ich habe gelogen – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 5 – von Lea Freundt


Erlebnisbericht

Kuckucksmutter, das war ich mal von Lea Freundt

Eine Woche nach diesem schlimmen Ereignis meldete er sich und fragte, wie wir in der SACHE weiter verfahren wollen. Ich sagte ihm dann, dass er und seine Mutter recht hatten und dass sie nicht von ihm sei. Das ich alles erlogen hätte.
Eigentlich ist lügen eine schlimme Sache. Einer der größten Werte für mich ist die Wahrheit und Ehrlichkeit, aber in dem Moment war es meine Überlebensstrategie und ich fand keinen anderen Ausweg für mich. Als Antwort erhielt ich, dass er das schriftlich haben wolle und dass er ’ne Rechtssicherheit bräuchte. Dann wollte er, dass ich mich bei seinen Eltern entschuldige und ich entschuldigte mich bei ihm. Ich wurde als Betrügerin betitelt und dass er nie wieder was mit mir zu tun haben wolle.
Der Vater meines Sohnes erlebte meinen Zustand damals sehr genau und stand hilflos dabei und meinte dann, dass er die Vaterschaft übernehmen würde und dass er unterschreiben würde, da sie ja keiner haben möchte. Für mich war das die Lösung. Gesagt getan. Aber nach 2-3 Wochen habe ich angefangen nachzudenken und jeden Tag kamen größere Zweifel an meiner Entscheidung. Bis ich es nicht mehr aushielt.

Der biologische Vater wusste, dass ich gelogen habe, da er mich kennt und ich nicht 10 Monate einem Mann erzählen würde, dass er Vater wird, wenn er es garnicht wird.

Ich habe ihm das mitgeteilt, aber mehr als dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will, kam da nicht. Ich habe mir jetzt Rechtshilfe gesucht, um meinen Fehler wieder gut zu machen und um meiner Tochter ihren wahren Vater zu geben. Das Anfechtungsverfahren läuft, aber ich habe Angst, große Angst. Ich befinde mich derzeit in einer Therapie und kann das gesagte und erlebte nicht verarbeiten und werde wohl eine Traumatherapiesitzung durchführen, da es mich auffrisst. Kein Tag vergeht, ohne nicht an diese ganze Situation denken zu müssen, morgens, abends … ohne Schuldgefühle. Mir verzeihen zu können ist nicht leicht, aber für mich war es damals der einzige Weg. Ich hoffe die Welt dreht sich bald wieder, denn seitdem steht sie still.

Im nächsten Teil erzähle ich über meine Traurigkeit, meine Wut und …

Erster Teil meiner Geschichte: Ich hatte auch einmal Glück, dachte ich. – Kuckucksmutter, das war ich mal – Teil 1

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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