Lebensgefährtin von Mordopfer muss DNA-Abstammungstest für’s Neugeborene machen lassen – Großbritannien


Screenshot

Ein Skandal, der keiner ist. Aber eine persönliche Tragödie. – Screenshot WalesOnline

In Blackwood, Wales, Großbritannien wurde Michael Lee Emmett (29) von einem betrunkenen Jungen (16) mit drei Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Er starb einen Monat später  im Krankenhaus. Kurz vor seinem Tod gebar seine Lebensgefährtin Natalie Preece (28) seine putative Tochter Lola-Grace. Dennoch hat er sie nie gesehen, da er kurz vor der Geburt wieder ins Koma gefallen war. Natalie und Michael Lee waren nicht miteinander verheiratet und eine Vaterschaftsanerkennung des Neugeborenen noch nicht gemacht. Damit dennoch der Vater des Kindes eingetragen werden konnte, wurde ein DNA-Vaterschaftstest vom Amt verlangt. Er hinterläßt zusätzlich zu seiner neugeborenen Tochter Zwillinge im Alter von 8 Jahren.

Das Ganze ist sehr tragisch für die trauernde Mutter und verdient Mitgefühl. Doch daraus einen Skandal zu machen, das geht zu weit. Der Staat kann nicht in Treu und Glauben einfach die Vaterschaft eintragen. Das geschieht auch nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dennoch stellen die britischen Medien es als Skandal dar.

Presse und Faktenverdrehung

Die Daily Mail nimmt es mit den Fakten nicht so genau. Warum auch? – Screenshot von der Webseite dailymail.co.uk

Zur Skandalisierung seitens WalesOnline fabuliert die DailyMail in der Videoüberschrift einen verstorbenen Ehemann hinzu. Das klingt wohl knackiger. (Quellen: WalesOnline, daily mail, mirrow)
Erst kürzlich im November 2014 gab es einen ähnlichen Fall in Großbritannien, auch da wurden in der Daily Mail Skandalrufe laut.

Kommentar: Der Staat tut in diesen Fällen einmal das einzig Richtige und schenkt den Müttern nicht blindlings vertrauen und schützt so das Kind vor dem Identitätsraub. Und die Medien brüskieren sich. Würde aber nun stattdessen ein x-beliebiger Mann die Vaterschaft anerkennen, dann wäre der Identitätsraub wieder völlig in Ordnung für den Gesetzgeber – so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob das Bestehen auf einen DNA-Abstammungstest mit einem möglichen Anspruch auf eine Halbwaisenrente zusammen hängt? Bestimmt nicht, sicherlich geht es allein um den Identitätsschutz und das Wohl des Kindes. Ein Schelm, der böses dabei denkt.
Nur mit dem obligatorischen Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist der Staat in der Lage Kinder vor dem Identitätsraub zu schützen. Alles andere ist Augenwischerei.

Advertisements

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
Dieser Beitrag wurde unter - Recht, Externe Artikel, Großbritannien, Vaterschaftstest, Wales abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Lebensgefährtin von Mordopfer muss DNA-Abstammungstest für’s Neugeborene machen lassen – Großbritannien

  1. Pingback: Rente für Messerstecher statt für Halbwaise | Hessenhenker – der Galgenhumor-Blog

Was ist Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s