Flüchtlingsgeschwister müssen zum DNA-Test, sonst keine Familienzusammenführung


Blutentnahmeröhrchen im Labor

Und weiter wird mit zweierlei Maß gemessen.
wwww.changestock.com © by Nick Casberg

Mustafa Alimah Jefaei und seine Schwester sind auf ihrer Flucht aus Afghanistan in Griechenland gestrandet. Ihre Eltern hatten es schon Jahre zuvor bis nach Hamburg geschafft und leben dort als Asylberechtigte. Nun wollen sie eine Familienzusammenführung mit ihren Eltern in Hamburg. Doch dazu müssen sie nun einen Abstammungstest erbringen.

Zitat NZZ „Obwohl sie jetzt entsprechende Papiere vorweisen können, reicht dies den deutschen Behörden nicht als Beweis, dass es sich um Eltern und Kinder und somit um eine Familienzusammenführung handelt.“

Einen ähnlichen Fall gab es im Jahre 2012 mit einem Jungen, der von seiner Mutter in Österreich ausgesetzt wurde.

Kommentar: Der Satz liest sich leicht so, dass Mustafa und seine Schwester ebenfalls die Geburtsurkunden hätten. Vermutlich fehlen aber eben genau diese.

Immer wieder hört man von den Behörden, dass die Familie, wie sie auf dem Papier steht die Familie sei und dass die leibliche Abstammung keinerlei Rolle spiele. Die leibliche Abstammung ist immer nur dann für den deutschen Gesetzgeber von Bedeutung, wenn er sich dadurch Kosten die ihm ansonsten enstehen würden entziehen kann.

Mich widert dieses zweierlei Maß, mit dem unsere Justiz in Abstammungsfragen misst, an. Will ein Vater Kontakt zu seinem Kind, wird ihm der DNA-Test und der Umgang verwehrt, sofern es bereits einen gesetzlichen Vater gibt. Hingegen wird sich kein Vater einem Vaterschaftstest verwehren können, wenn die Mutter, der Scheinvater, das Kind oder die Ämter einen Vaterschaftstest verlangen. Im Fall von Mustafa und seiner Schwester kann ich nur dann verstehen, dass die beiden den DNA-Test beantragen. Denn was bleibt ihnen denn anderes übrig? Was wird geschehen, wenn dabei herauskommt, dass zwar die Mutter die Mutter ist, aber der Papa nicht der Vater?

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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4 Antworten zu Flüchtlingsgeschwister müssen zum DNA-Test, sonst keine Familienzusammenführung

  1. Gereon schreibt:

    Eine sehr verständliche Forderung zu Zeiten wo Kinder als Geschäftsmodell en vouge sind.
    Bei uns im Dorf müssen wir eine Zigeunerfamilie dulden, deren seltsame Kindervermehrung man von Tag zu Tag beobachten kann. Offensichtlich kommen nach und nach die Kinder des ganzen Clans für einige Wochen hierhin zusätzlich zu den reichlich vorhandenen dauerns hier verweilenden Kindern, wohl solange, bis die Zuschüsse und Leistungen fließen, dann verschwinden sie wieder, wohl zu anderen Adressen des Cland in der Umgebung, wo mit Sicherheit die Leistungen nochmals beantragt werden. Ich wette, die holen aus jedem Kind 5-6 mal Kindergeld und jeden Monat steht ein weiteres Auto vor der Tür. Leider ist dieses Geschäftsmodell nur Fachkräften vorbehalten.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Es ist vollkommen ok, wenn EIN Abstammungsnachweis in Form von Urkunden oder Abstammungstest verlangt wird. Doch etwas anderes zur Asylantenthematik: Ich selber kenne einige Flüchtlinge persönlich, die es geschafft haben, sich in Deutschland eine Existenz aufzubauen. Sie leben integriert und auf eigenen Beinen. Die Kritik an Einzelnen, die genau das Gegenteil von Integration und Eigenständigkeit tun, kann ich verstehen. Und dennoch wird mir gleich mulmig zumute, da sich sehr schnell Fremdenhass aufbaut und Deutschland eine Historie hat, die ich nicht sich wiederholen sehen möchte. Was gerade in Freital an Fremdenfeindlichkeit abläuft ist genau diese Entwicklung, die mir Angst macht.
      Zum Thema Sozialhilfebetrug haben wir erst vor ein paar Tagen berichtet: „Mutter verschafft sich durch Betrug mehr als 200.000 Euro Stütze bei Sozialämtern„.

      • Gereon schreibt:

        Kennen Sie das Theaterstück ‚Biedermann und die Brandstifter‘?
        Bitte lesen Sie es oder führen Sie es sich zu Gemüte.
        500000 Männer im wehrfähigen Alter von 17-35 zuallermeist aus Ländern in denen weder Krieg noch Verfolgung herrscht sind eine Armee. Nichts weiter. Das kann auch nicht mehr integriert werden. Nicht bei dem Bildungspotential und nicht bei dem Gewaltpotential. Das wird ein Bürgerkrieg, wenn keine Sozialleistungen mehr bezahlt werden können. und der Zeitpunkt ist nahe. 850Mrd, Sozialausgaben, 720 Mrd Staatseinnahmen, 200Mrd EU-Ausgaben und 2,1 Bio Verschuldung. Geld kann genausowenig unendlich vermehrt werden wie Platz. Da noch die Nazikeule zu schwingen, um jegliche Kritik zu unterbinden ist Realitätsverweigerung.

        • Max Kuckucksvater schreibt:

          Der Kblog setzt sich mit der Abstammungsthematik auseinander. Wenn die Themen Asyl- / Ausländerpolitik sich mit der Abstammungsfrage berühren, dann ist das ein Thema, dass hier diskutiert werden kann. Alles darüber hinaus steht besser woanders zur Diskussion.

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