Familienaufstellung führt zum Vaterschaftstest – Mutterliebe – Kapitel 8 – von Marion Prinz


Marion Prinz

Marion Prinz erwachsen und lächelnd mit kurzem Haarschnitt – Foto: privat

Am 14.03.2014 nahm ich an einem Selbsterfahrungs- und Fortbildungskurs zum Thema: „Leben in Beziehung“ teil.

Die Familienaufstellung zu beschreiben ist schwierig.  Man muss dabei sein und die Energie spüren. Zum Beispiel die Energie und die Gefühle zu spüren, die man in der Rolle des Stellvertreters erlebt. Bei meinen ersten Familienaufstellungen war ich nur der stille Beobachter und stand dem Geschehen sehr skeptisch gegenüber.

Erst als ich die Rolle des Stellvertreters zugewiesen bekam und bemerkte, wie ich eine andere Körperhaltung annahm und plötzlich mit Stimmung und Gefühle ein Teil der vorgestellten Geschichte wurde, konnte ich das Familienstellen annehmen.

Jeder Teilnehmer  stellte sich der Gruppe vor und benannte den Grund für sein Kommen. Mit dem Satz: „Ich habe ein schweres Leben!“ startete meine Familienaufstellung. Der Mentor führte durch die Aufstellung. Zuerst holte ich die Personen aus der Gruppe  als Stellvertreter meiner Familie. Für meinen Vater, für meine Mutter, für meine Schwester und für meine Oma. Eine Person übernahm die Stellvertreterrolle von Thaddeus, den Vater meiner Mutter und eine Person hatte meinen Part der Stellvertretung zugewiesen bekommen. Nachdem ich von dem Gerücht erzählte, dass ich von einem Italiener abstammen würde, suchte ich noch eine Person aus der Gruppe, die den unbekannten Mann darstellen sollte. Die Personen wurden nun in der Nähe, oder der Distanz zu einander nach meinem Gefühl in den Raum gestellt. Von außen beobachtete ich nun die seelische Dynamik und die Bewegung meiner Stellvertreter. Nachdem sichtbar wurde, dass der „Italiener“ in meinem Leben eine Rolle spielte, unterbrach Herr Schneider die Aufstellung mit den Worten: „Eine Familienaufstellung ist kein Vaterschaftstest!“ Ich solle erst mal einen Vaterschaftstest durchführen. Mit der Wahrheit würden sich dann viele Probleme auflösen.

Mit dem unzufriedenen Ergebnis reifte in mir der Entschluss mit meinem Vater einen Vaterschaftstest vorzunehmen.

Kann ich zu meinem Vater gehen und seine Existenz anzweifeln?
Wie reagiert mein Vater auf meine Zweifel? Wird er beleidigt sein oder gar wütend auf mich werden? Wann sage ich es ihm? Er ist nicht gesund und mehrere Operationen sind geplant. Ich brauche die Bestätigung dass mein Papa mein Vater ist, somit wäre endlich das Gerücht vom Tisch.

Wie funktioniert überhaupt ein Vaterschaftstest?

Darüber das nächste Mal!

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Serientitelbild zu

Mutterliebe – von Marion Prinz

Fortsetzung: Wie sage ich es meinem Vater? – Mutterliebe – Kapitel 9

Voriges Kapitel: Familienaufstellung – Mutterliebe – Kapitel 7

Erstes Kapitel: Du bist ein Kuckuckskind! – Mutterliebe

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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3 Antworten zu Familienaufstellung führt zum Vaterschaftstest – Mutterliebe – Kapitel 8 – von Marion Prinz

  1. Petra Scholz schreibt:

    Sehr schwere Entscheidung, aber bedenke letztlich, dass Du als Kind unberechtigt hintergangen wurdest,wehrlos warst und ebenso gelitten hast, was Deiner Mutter offenbar egal war.
    Da sich mit ihr wahrscheinlich auch nicht reden lässt, bleibt Dir vielleicht noch der Versuch, Deinen Vater anzusprechen.

    Möglicherweise ist auch er zum Teil das Opfer für die Machenschaften Deiner Mutter und/-oder er hat sich letztlich mit seinem Schicksal abgefunden.
    Vielleicht empfindet er insgeheim ebenso wie Du, nachdem Eure Bindung intensiver war, als jene zu Deiner Mutter.

    Ansonsten wäre auch ein Geschwistertest möglich.
    Einen solchen hätte das Gericht bei mir in Auftrag gegeben, nachdem mein vermeintlicher Vater verstorben ist, wäre die Klage an meinem ehemaligen Zeugen nicht gescheitert, der plötzlich behauptet hat, nicht direkt über meine Abstammung gesprochen zu haben.

    Auch meine Eltern ignorierten all meine schriftlichen Anfragen und Bitten, mir nun endlich den Namen meines Erzeugers preiszugeben.
    Mit der Klage war ihnen dies erst einmal nicht mehr möglich.

    Du hast erst einmal das Recht, beim Familiengericht eine Vaterschaftsfeststellungsklage einzureichen, bzw. dahingehend, dass Deine Mutter Dir den Namen Deines Erzeugers preisgibt.
    Es wäre vielleicht anzuraten, einen Anwalt für Familienrecht aufzusuchen, der Dich erst einmal beraten wird.
    Ansonsten ist eine solche Klageeinreichung aber vorab auch ohne Anwalt möglich, welchen Du danach hinzuziehen kannst.

    Ich weiß selbst, wie einen so etwas beschäftigt und was dies aus einem macht.
    Deshalb würde ich meinen, dass Du die Klage anstreben solltest, um letztlich abschließen zu können.
    Schließlich sind es jene Mütter, die in der Bringschuld sind und wissentlich ihrer Verantwortung zu eigenen Gunsten ihrer geschönten Fassade, zum Schutz ihrer Lebenslüge, die vor den Kindern und ihren Familien nicht einfach halt macht und letztlich zum Nachteil ihrer Kinder, welcher sie wissentlich nicht gerecht geworden sind, aber anderseits von ihnen Ehrlichkeit abverlangten.

    Schließlich bist nicht Du dafür verantwortlich, wenn das Leben, samt der Lebenslüge Deine Mutter einholt, was ihr irgendwo hätte klar sein müssen.

    Alles, alles Gute für Deinen Weg.

  2. Andreas Puderbach schreibt:

    Glückwunsch zur Teilnahme an dieser Familienaufstellung und dem Kennenlernen der geballten Inkompetenz eines weiteren sogenannten Therapeuten. Nun haben Sie diesen Treff mit einem noch größeren Problem verlassen, als Sie es ohnehin schon hatten.
    So viel Hilfe kann man also erwarten …. Nun, was soll man raten? Schwer zu sagen, denn nun müssen andere wieder her halten für die Unsicherheit, die ein solcher Blindgänger hinterlässt.

    Natürlich wollen Sie Klarheit darüber, wer Ihr Vater ist. Das ist allzu verständlich!
    Und natürlich nimmt man menschlicherweise auf den Vater Rücksicht, der jetzt krank ist und Sie mit groß zog.

    Reden Sie vielleicht erst einmal unter 4 Augen in Ruhe mit Ihrer Mutter sprechen. Sie dürfte wissen, was damals war und sie ist Ihnen als ihr Kind auch Rechenschaft schuldig.

    • Prinz Marion schreibt:

      Sehr geehrter Herr Puderbach!
      Vielen Dank für ihren Kommentar zu meiner Geschichte.
      Vielleicht habe ich mich bei Kapitel 8 ungeschickt ausgedrückt, aber ich verfüge über
      eine sehr positive Einstellung zur Familienaufstellung und sehe Herrn Schneider weder als Therapeuten noch als geballte Inkompetenz an. Nachdem mein Vater ja noch lebt hatte mir Herr Schneider einen Vaterschaftstest vorgeschlagen, weil es viel einfacher
      und der Wahrheit dienlicher wäre.

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