Mir fehlt die gute Mutterliebe – Mutterliebe – Kapitel 5 – von Marion Prinz


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Mutterliebe – von Marion Prinz

Ich habe kein Urvertrauen und ein geringes Selbstwertgefühl. Das Recht, Leben zu dürfen, wurde mir verwehrt. Um mich vor den Seelenstacheln meiner Mutter zu schützen, ging ich nicht in ihre Reichweite. Mit 15 Jahren verließ ich mein Elternhaus. Nun könnte man meinen: “Ende gut alles gut.“, aber so ist meine Psyche nicht.

Auf meinem Lebensweg nahm ich überall meine Muster mit, die Sehnsucht, geliebt zu werden und meine Wertlosigkeit. Ich gab meinem Leben einen Sinn, indem ich den sozialpflegerischen Beruf der Altenpflegerin erlernte. Schon mit 12 Jahren betreute ich eine alte Dame im Dorf. Frau Anna wohnte im Armenhaus und im Dorf gab es Gerüchte über ihre Alkoholabhängigkeit. Zum Andenken an Frau Anna möchte ich ihre Geschichte erzählen. In der Zeit des Nationalsozialismus hat das Regime Frau Anna, wegen ihrer chronischen Hauterkrankung, ein Arbeitsverbot ausgesprochen. Als sie dann ein Kind erwartete, durfte sie ihren Freund nicht heiraten und ihr Sohn kam in ein Waisenhaus. In Einsamkeit und Armut hat sie gelebt, ganz still und leise. Im hohen Alter hat eine Hautklinik versucht, ihre gesunde Haut auf die erkrankten Hautpartien im Gesicht zu transplantieren mit anschließender  Strahlentherapie. Diese Operationen brachten keinen Erfolg, sondern noch mehr Leid. Sie wurde fast blind und hatte bis zu ihrem Tod täglich Kopfschmerzen. Ich habe ihr Gesellschaft geleistet, durch kleine Arbeiten im Haushalt und mit Handarbeiten.

Mit meinen 34 Berufsjahren bin ich ein Dinosaurier der Altenpflege und ich brenne immer noch für meine Tätigkeit. Ich bin der Beschützer und Anwalt meiner mir anvertrauten alten Menschen und werde zur Furie bei nicht Einhalten ihrer Würde und ihrer Rechte. Natürlich ist mir bewusst, dass ich damit das kleine Marion Kind beschützen will und mich für ihr Recht, leben zu dürfen, einsetze.

Um beim Recht zu bleiben: Mein Vater ist nicht mein rechter Vater, trotzdem ist er mein allerliebster Papa und von ihm erzähle ich in der nächsten Woche.

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Fortsetzung: Mein Papa, mein Held – Mutterliebe – Kapitel 6

Voriges Kapitel: Ich wollte du wärst tot! – Mutterliebe – Kapitel 4

Erstes Kapitel: Du bist ein Kuckuckskind! – Mutterliebe

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Mir fehlt die gute Mutterliebe – Mutterliebe – Kapitel 5 – von Marion Prinz

  1. Petra Scholz schreibt:

    Oh, mir fehlen fast die Worte und stelle anderseits fest, dass sich Teibereiche im Erleben von unterschiedlichen Betroffenen in einem selbst manifestiert haben.
    Sind die familiären Bezüge von Kuckuckskindern auch noch so unterschiedlich, es ist doch festzustellen dass bestimmte, gemeinsame Strukturen vorliegen, wie direkte und auch indirekte Verhaltensweisen der Eltern/Mütter, die sich durch jene Erlebnisse in allen Betroffenen widerspiegeln.

    So kann die Identitätslüge noch so geheim bleiben, das Kind spürt dies meist immer an den Verhaltensformen der Eltern, ebenso wie es sehr schnell mitbekommt, wenn diese sich uneins sind und deren Ehe keine Basis hat.

    Ich erlebte, dass sich letztlich quasi beide Elternteile in Bezug auf die Lebenslüge „solidarisierten“, obwohl ich spüren konnte, dass sie sich letztlich nichts zu sagen hatten, ebenso wenig, wie sie überhaupt miteinander redeten.
    Stattdessen wurde alles verdrängt und es galt „der schöne Schein der heilen Welt“, auch wie innerhalb der „Familie“ nicht geredet wurde.

    Jenen Frust meines vermeintlichen Vaters,- der sich wohl sein ganzes Leben Hoffnung machte, irgendwann doch wieder bei meiner Mutter landen zu können,- schlug ins Leere und ich spürte genau, dass meine Mutter ihn gefühlsmäßig ablehnte,- bekam ich letztlich durch grobe Gewaltausübung in physischer, wie psychischer Form zu spüren.
    Es schien jener Frust, der wohl einerseits indirekt meiner Mutter galt,- anderseits mit seinem Wissen, dass er uns Zwillinge durchbringen muss, die nicht von ihm abstammen.

    Ebenso hatte meine Mutter Frust, den sie an mir abgelassen hat und letztlich waren sie sich diesbezüglich einig, mich niederzumachen, zu demütigen und klein zu halten.
    Da sie sich auch mir gegenüber regelrecht vergessen hat, mir den Tod wünschte und mich ohrfeigend, an den Haaren ziehend einst sagte, dass ich das Anspucken nicht wert sei und mich folglich anspie, konnte ich mir denken, dass sie ihre damaligen, außerehelichen Affären entweder am liebsten ungeschehen machen wollte- und/-oder auch deshalb, weil sie ihre Ehe als unglücklich erlebte, an der sie letztlich festhing und durch uns Zwillinge insgeheim ihre Vergangenheit nicht ausschalten konnte, die sie wahrscheinlich am liebsten als ungeschehen gesehen hätte, weil sie dadurch wohl auch immer wieder daran erinnert wurde und demnach ebenso gefrustet war.
    Mein vier Jahre älterer Bruder hingegen, war nicht dieser Gewalt unterzogen, so wie wir sie erlebt haben, was ich selbst auch spürte.

    Auch mir fehlte quasi wie Dir, Marion, die Nestwärme und das Urvertrauen, sodass ich auch mit Minderwertigkeitsgefühle konfrontiert wurde, die sich durch das ganze Leben ziehen.
    Davon aber, wollen jene Verursacher nichts wissen. Im Gegenteil, sie leugnen stattdessen strikt und vehement weiter und versuchen dabei, einen mundtot- und klein zu machen, die übliche Masche wie gehabt.

    Ich kann nachvollziehen, dass Du nun kompensierst und Deinen, Dir damals fehlenden Schutz, samt der fehlenden Liebe, Deinen so genannten „Schützlingen“ zuteil werden lässt, obwohl er anderseits, indirekt auch Dir gilt.

    Dennoch hast Du darin auch Kraft gefunden, in Deiner Tätigkeit zu wachsen, die Dich trotz darin begründeter Defizite, dennoch zum verantwortungsvollem Menschen geprägt hat.
    Alle Achtung!!!

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