Heute war ich beim Familiengericht – Teil 12 – von Sammy Anders


Erlebnisbericht / Leserbrief - Titelbild

Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Gerichtstermin – Tag der Wahrheit – – Vaterschaftsanfechtung / Erlebnisbericht – Scheinvater – Kuckuckskind

Heute war ich beim Familiengericht. Der Termin selbst dauerte 8 Minuten. Das Jugendamt war nicht dabei.
Kurze Aufnahme der Daten, Feststellung der Personen.
Dann die Frage an die Frau: Der

Empfängniszeitraum war von xx bis xx. Können Sie sich sicher sein, dass Ihr Ehemann nicht der Vater ist, wann hatten Sie das letzte mal Geschlechtsverkehr.
Die Mutter meiner Kinder war etwas erstaunt, schaute mich an, wusste nicht was sie sagen sollte. Darauf ich: Schauen Sie in meinen Antrag da steht: zum letzten Mal xx.xx.2012.
Sie bestätigte das. Dann Feststellung, dass das Gutachten meine Nichtvaterschaft bestätigt. Somit klar, ich bin nicht der Vater.
Zur Vaterschaftsfeststellung kann mir die Richterin nicht weiterhelfen. Kurze Erklärung warum. Ob ich den Antrag stehen lasse, oder zurückziehe. Ich sagte nur: „Ziehe zurück, brauche ich nicht mehr.“

Denn der Tag der Wahrheit war bereits.

Lisa, die Tochter von Kalle, dem leiblichen Vaters erkannte vor kurzem beim Babysitten im Kind die Augen Ihres Vaters. Lisa unterstützte oft die Mutter meiner Kinder bei uns zu Hause.
Die Inquisition dauerte nicht lange bis zum Geständnis. Nun kam alles raus, alles hoch. Er wohnt schon nicht mehr bei seiner Frau Maria. Maria ist so außer sich und fühlt sich von Kalle und meiner Frau so hintergangen, dass sie ihm Kontaktverbot zu meiner Frau erteilt hat, obwohl er ja schon bei ihr ausgezogen ist.
Und wer sind wieder die Leidtragenden: Die Kinder. Das Kuckuckskind Aaron ist nun in einer Patchwork Familie. Ob sein leiblicher Vater Kalle ihn annehmen wird, ich weiss es nicht. Kevin, mein Jüngster, wird sich wundern, warum sein Halbbruder Aaron zu seinem Patenonkel Kalle Papa sagen darf und er nicht. Denn ich bin ja sein Vater, auch wenn es ihm 3 Jahre von Kalle und meiner Frau anders beigebracht wurde.
Auch hier endlich die Wahrheit. Die Mutter meiner Kinder wollte mit Kalle schon vor 6 Jahren ein Kind. Sie hatte mit uns beiden Geschlechtsverkehr, damit ich nichts merken sollte. Dass dumme war nur, dass ich wohl zeugungsfähiger war, als Kalle. Irgendwann kam die Erkenntnis, dass Kevin mir ähnlicher sah, als ihm, was der von den beiden illegal durchgeführte Vaterschaftstest bewies. Ich hätte also gar keinen Test mehr machen müssen, denn meine Frau wusste dadurch schwarz auf weiß, dass ich definitiv der leibliche Vater von Kevin bin. Ich hätte es aber nicht sein sollen.
Letztendlich wollte man mir ein Kind unterschieben und ist damit auf die Schnauze gefallen. Da Kevin nicht sein Kind ist wurde der nächste Versuch gestartet und Aaron gezeugt.
Nun werden meine Kinder von mir die Wahrheit erfahren, dass ich nicht der Vater von ihrem Geschwisterchen Aaron bin. Den Rest muss die Mutter meiner Kinder erklären.

Es gilt die Zukunft meiner Kinder zu sichern. Ich gebe zu, dass ich Überlegungen hatte, sie abschließend vor die Türe zu setzen, alleine, ohne Kinder. Aber die Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter und ich bleibe beim Nestmodell. Eine Basis für ein weiteres Zusammenleben mit ihr ist im Bermudadreieck der Verlogenheiten verschollen.

Da steht aber auch von jetzt auf nachher eine andere Frau. Ich habe mich in eine bemerkenswerte Frau verliebt und hoffe auf mehr. Ich fühle Ehrlichkeit, Zuversicht, Verständnis und Geborgenheit bei ihr und sehe Erwiderung.

Beste Grüße
Sammy

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Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Voriger Teil: Ich habe offiziell die Trennungsphase eingeläutet – Teil 11 – von Sammy Anders

Für die, die erst jetzt die Serie von Sammy kennen gelernt haben, hier der erste Teil: Inzwischen bin ich stationär eingewiesen – von Sammy Anders – Teil 1

Alle Teile im Überblick.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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2 Antworten zu Heute war ich beim Familiengericht – Teil 12 – von Sammy Anders

  1. Petra Scholz schreibt:

    Ja, die Leidtragenden sind letztlich,- unabhängig davon, wie der Sachverhalt auch ist,- die Kinder, ganz besonders dann, wenn sie plötzlich spüren, dass sich Väter von ihnen abwenden.
    Nach dieser Situation ist es daher ein Glück für die Kinder, wenn Du trotz allem weiterhin für alle da bist, da diese letztlich nichts dafür können und sie eine gute Entwicklung verdient haben.

    Diese Beispiele zeigen, wie wichtig doch Verantwortung für die Erwachsenen ist, für die es auch nach Trennungen erstrebenswert wäre, einige Zeit abzuwarten, anstatt sich Hals über Kopf wieder zu verpaaren.
    Mitunter habe da auch manche Mütter Nachholbedarf, die sich darüber wenig Gedanken machen und meinen, das Kind dem Ex,- oder auch dem künftigen Partner heimlich unterzuschieben.

    Jene Verhaltensweisen können dann in derartige Verheimlichungen gegenüber den Kindern münden, im Glauben sie bekämen dies nicht mit, wenn nur die Lüge um so „wasserdichter“ ist.
    Hinzu kommt, dass es,- wie in meinem Fall,- besonders in damaligen Zeiten Ehen gab, die nur noch auf dem Papier standen, die Mütter ihren Ehemännern den Rücken gekehrt haben und doch plötzlich schwanger nach Hause kamen und der Ehemann sich dem Schicksal beugte, um nach außen hin die Fassade aufrecht zu erhalten und letztlich quasi zum Komplize der Mutter wurde,die Lüge mit ihr, gemeinsam vor den Kindern schützte und der Ehefrust beider an den Kindern ausgelassen wurde.

    So erlebte ich es und wurde so zur Last beider Elternteile. Für meine Mutter war ich das notwendige Übel ihrer Affäre, die wahrscheinlich am liebsten nie hätte stattgefunden und für meinen Vater war ich ebenso eine Last. Er hatte wissentlich zweieiige Zwillinge durchzubringen, die gar nicht von ihm stammten.
    Die Lüge machte alles noch viel schlimmer und er nahm diese mit in seinen Tod, im Oktober 2013.

    Beide logen quasi bis zum Ende und unterstellten mir, ich würde Hirngespinste verbreiten und aus Bosheit handeln, weil ich beide hassen würde, etc.

    Die Wahrheit aber war, dass das Verhältnis immer zerrüttet war und ich nach dem ersten Kontaktabbruch bis zu meiner Ausreise 1984, den Kontakt nach der Wende gänzlich abgebrochen habe, weil ich merkte dass mit keinem zu reden war und stattdessen weiter geschwiegen wurde.

    Wie gut wäre es stattdessen doch für mich gewesen, wenn sich meine Eltern hätten, wie Du verhalten, ohne den Frust abzulassen, denn mit der Wahrheit hätte ich wohl sicher nicht diese Probleme bekommen, die ich bis heute mit mir herumtrage, stets mit dem Wissen, dass meine Identität eine Lüge ist, von der mir die Hälfte fehlt und ich nach etwas suchte, was mich einerseits zum Teil ausmachte, aber nicht greifbar war und ich gar nicht mehr wusste was ich eigentlich suchte.

    Was dies mit einem machen kann, wurde von elterlicher Seite verdrängt, nach dem Motto es gehe mich ohnehin nichts an. Die Fassade war wichtiger und nach außen hin, wie auch vor Gericht wurde so getan, als wäre alles so, wie in jeder normalen Familie gewesen.
    Selbst die Misshandlungen wurden damals vehement vor der Jugendhilfe bestritten, da waren meine,- von den Nachbarn zu hörenden Schreie plötzlich meine Tobsuchtsanfälle.

    Schrieb ich einen Brief, indem ich meine Mutter aufforderte, mir endlich meine Herkunft preis zugeben, bekam ich keine Antwort, wie immer. Nur als ich das Gericht einschaltete, dann meldeten sie sich aber stritten weiter alles ab.

    Selbst über 30 Jahre alte Briefe von mir, die ich nach meiner Ausreise an sie geschrieben habe, legten sie bei Gericht vor, um so zu beweisen, dass der Kontakt immer gut gewesen sei.
    Ich dachte dass war typisch, doch konnte es nicht fassen, dass sie all die alten Briefe plötzlich als Beweismittel dafür verwenden zu versuchte, nur um letztlich ja die Klage abweisen zu lassen, denn sie fürchteten ja den drohenden Test wie der Teufel das Weihwasser.

    Ihr Verhalten, samt der ehelichen Uneinigkeit gingen letztlich in aller Form auf meine Kosten und zu guter Letzt auch noch um den Preis der Lüge, die meiner Mutter bis heute am Wichtigsten ist.

    Demnach finde ich Deine Entscheidung super, dass Du trotz allem versuchst, allen Kindern ohne Lüge erhalten zu bleiben. Alle Achtung,
    Ich glaube so etwas hätte ich mir auch gewünscht.

    Für Deine Zukunft wünsche ich Dir, samt Deiner, inzwischen, neuen Liebe alles erdenklich Gute.

  2. gregor simon schreibt:

    wo in berlin neuköln ist das treffen

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