Der Tod ist mein Begleiter – Mutterliebe – Kapitel 2 – von Marion Prinz


süüüüüüüß

Schwarz-Weiß-Portrait von Marion Prinz im Kindesalter von 2 Jahren – Foto: Privat

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf im Ries. Das ehemalige Judendorf zählt zu den ältesten Gemeinden im Donau-Ries. Der Rieskrater verdankt seine Entstehung einem kosmischen Ereignis. Durch die Kollision eines zirka 1 km im Durchmesser großen Himmelskörper mit der Erde entstand vor 15 Millionen Jahren das Nördlinger -Ries.

Mein Vater wollte immer einen Sohn und so wurde ich ein wildes Kind, kletterte auf Bäumen, raufte mit den Jungs und war die Anführerin unserer Bande. Wir Kinder waren draußen auf dem Feld, mit Stecken, Kälberstrick und Zündhölzern. Die Semmeln schrieben wir beim Bäcken-Mebert an und getrunken wurde das Wasser aus den heimischen Bächen. Damals hat man noch Zuckerwasser getrunken und Zuckerbrot gegessen. Der Klebstoff für unsere Bravoposter bestand aus einem Mehl-Wasser-Gemisch.

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Mutterliebe – von Marion Prinz

Meine männlichen Anteile sind sehr ausgeprägt. Ich definiere mich über meine  körperliche und mentale Kräfte. Von außen soll jeder sehen wie stark ich bin. Kampfsportarten wie Judo und Taekwondo habe ich bis zur ersten Schwangerschaft gelernt. Mit den Jungs und später mit den Männern stand ich immer in Konkurrenz.
Robert Schneider fragte mich bei der Familienaufstellung, welches Märchen mir am meisten gefällt. Ich sagte zu ihm: „Schneewittchen und die
7 Zwerge ist mein Lieblingsmärchen.“. Da hat er gelächelt und gesagt, dass ich mich lieber mit Zwergen umgäbe, als mit einem richtigen Mann. Mit diesem Satz hat er mir eine Lebenshausaufgabe mitgegeben. Wer Robert Schneider ist und was eine Familienaufstellung ist, dass erzähle später.

Meine Mutter hat mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen. Diese traumatischen Ereignisse sind in meinem Unterbewusstsein abgelegt. Daher kann ich nur wiedergeben, was ich von meinem Vater und meiner Schwester weiß.
In ihrer Verzweiflung war auch unser Leben nicht sicher. Nach der Arbeit entdeckte mein Vater in der Küche einen Abschiedsbrief von meiner Mutter, worin sie ihren Freitod und unseren Tod ankündigte. Meine Mutter fand er dann mit einer Tablettenvergiftung im Schlafzimmer. Uns Kinder hat er im Haus nicht gefunden. Mein Vater hat alles abgesucht und sich schon die schrecklichsten Bilder vorgestellt. Später fand er uns im Hasenstall. Wir hatten uns vor Angst im Hasenstall versteckt und waren ganz still und leise gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir vier Jahre und zwei Jahre alt.
Mein biologischer Vater hat sich mit 21 Jahren das Leben genommen. Der Tod ist mein Begleiter.

Im nächsten Kapitel erzähle ich von meiner Oma. Sie ist die Drahtzieherin in dieser Geschichte. Ihre Vergangenheit prägte unsere Familie und machte mich zum Kuckuckskind.

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Fortsetzung: Oma war mein Mutterersatz – Mutterliebe – Kapitel 3 – von Marion Prinz

Erstes Kapitel: Du bist ein Kuckuckskind! – Mutterliebe

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Der Tod ist mein Begleiter – Mutterliebe – Kapitel 2 – von Marion Prinz

  1. Norbert Potthoff schreibt:

    Ein interessanter Anfang deiner Geschicht. Da bin ich auf weitere Folgen gespannt.

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