Wenn du die Vaterschaft anfechtest, siehst du den Jungen nie wieder! – Seit 7 Jahren kämpfe ich um mein Recht – von Horst L.


Kuckucksmütter genießen praktisch Immunität vor Gericht

Kuckucksmutter: „Hahaha, der Staat schützt mich!“ – © by Dorthe Landschulz – Ein Tag – Ein Tier

Scheinvater – Spermiogramm – Vaterschaftsanfechtung – heimlicher Vaterschaftstest Angefangen hat alles nach der Trennung von meiner damaligen Frau. Wir waren 20 Jahre verheiratet, als im Jahr 2009 die Scheidung ausgesprochen wurde.
2007 war die Trennung und im August 2008 machte ich einen heimlichen Vaterschaftstest, weil – wie sooft – Freunde und Verwandte mich darauf aufmerksam machten, dass da irgendwas nicht stimmen kann mit meinem “Sohn”. Er wäre mir so gar nicht ähnlich.

Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich während meiner Ehe bei einem Urologen war, um feststellen zu lassen, ob ich überhaupt zeugungsfähig bin.
Dieser bescheinigte mir, dass ich eine sehr geringe Spermienproduktion habe, aber “ein” Spermium ausreiche, um ein Kind zu zeugen. In diesem Glauben akzeptierte ich dann auch 1996 die frohe Kunde, ich werde Papa!
Während der Schwangerschaft war ich auf “Wunsch” meiner Ex sogar mit ihr zu einer Untersuchung in Erlangen, um zu untersuchen, ob die Gene des Kindes in Ordnung sind. Denn meine Schwester hatte zwei Kinder, welche an Muskeldistrophie (Abbau der Muskeln) erkrankt sind.
Aus dieser Untersuchung ist dann aber nur eine Besprechung geworden.
Im Nachhinein darüber nachgedacht, war das schon für mich ein Schlag ins Gesicht. Wie dreist von ihr!

Naja, also machte ich 2008 diesen Abstammungstest und was kam dabei heraus? Zu 99,9% keine Übereinstimmung. Also doch kein Papa! Zu dieser Zeit war das Kind bereits 11 Jahre alt.

Dann ging für mich der Kampf in die erste Runde.
Ich wollte natürlich meine Ex zu Rede stellen und erfahren, wer der Vater ist. Keine Chance. So blieb mir nichts anderes übrig als mir Hilfe bei einer mir empfohlenen Anwältin zu holen.
Während der Zeit des Schriftverkehrs zwischen den Anwälten, drohte mir meine Ex zusammen mit ihrem neuen Lebensabschnittsgefährten Schläge an, wenn ich das ‚Vaterschaftsgelumpe‘ nicht sein lasse.
Und auch meine Anwältin machte alles nur viel schlimmer.
Bei meiner ersten Verhandlung der Vaterschaftsanfechtung 2009 sagte die vorher glatt zu mir, ich solle der Richterin sagen, dass meine Schwester schon seit der Geburt des Kindes diese Zweifel an der meiner Vaterschaft geäußert hat. Unbedarft wie ich damals war, tat ich dies auch, mit dem Ergebnis, dass das Verfahren abgeschmettert wurde (Anfechtung innerhalb 2 Jahresfrist). Immerhin hat die Richterin noch die Auflage erteilt, dass ein offizieller Vaterschaftstest gemacht werden muss. Das wurde dann auch mit Ach und Krach durchgeführt, mit dem selbem Ergebnis, wie oben beschrieben.
Sodann habe ich mir dann einen anderen Anwalt genommen. Mit ihm hatte ich dann die zweite Vaterschaftsanfechtung 2010, bei der dann offiziell festgestellt wurde, dass ich nicht der Vater bin.
Mir ging und geht es aber auch im Interesse des Kindes darum, den leiblichen Vater feststellen zu lassen und – wer will es mir verdenken – um den geleisteten Unterhalt. Schließlich hab ich ein fremdes Kind 11 Jahre lang versorgt.
Nun ja, im Februar 2012 war dann die Verhandlung gegen die Mutter, indem diese eigentlich Auskunft erteilen musste, wer der Vater des Kindes ist. (Übrigens, hätte das Bundesverfassungsgericht dieses windelweiche Urteil kürzlich nicht kippen müssen. Es gab schon 2012 genug Schlupflöcher, dieses zu umgehen. Denn wenn die Mutter nicht mehr weiß, wer als Vater zu diesem Zeitpunkt in Frage kommt, braucht sie es auch nicht zu sagen! So geschehen in meinem Fall im Februar 2012 vor dem Familiengericht in Hof.
Da sich im Nachhinein herausstellte, dass ich doch sehr aufmerksame Nachbarn hatte, konnte ich nun herausfinden, wer als leiblicher Vater in Frage kommt. Er äußerte sich während eines Straßenfestes bei ihr, dass er der Vater sei, auch schon einen Test gemacht und sich damit abgefunden hat, dass er den Bub nun mal hat.
Mit diesem ‚Herrn‘ hatte ich in diesem Januar nun das Vergnügen vor Gericht zu erscheinen, um seine Vaterschaft feststellen zu lassen und auch den Unterhalt zurückzufordern.
Die Richterin beschloss nun, dass er den Vaterschaftstest machen muss, leider mit einem bitteren Beigeschmack: Ich muss nun erst mal 1.000 Euro an das Gericht überweisen, damit der Gutachter überhaupt in Erscheinung tritt und den Test veranlasst und ich denke auch durchführt.
Letztendlich bin ich jetzt froh, überhaupt so weit gekommen zu sein.
Nun hoffe ich nur, dass der Test auch das gewünschte Ergebnis hervorbringt, um dann meine Regressforderung auch durchsetzen zu können.
Was das Kind betrifft, wurde mir dieses von der Mutter entzogen. Sie drohte mir damals, wenn ich das mit der Vaterschaft durchziehe, werde ich das Kind nie wieder sehen. Das hat sie dann auch bis heute knallhart so durchgezogen.
Mir hat es natürlich den Boden unter den Füßen weggezogen, als ich das erste Testergebnis in den Händen hatte. Ich war in meinem ganzen Glauben zerstört.
In meiner ersten Verzweiflung habe ich versucht, mir auch Rat und Hilfe bei unserem Pfarrer zu holen, aber dessen Reaktion erschütterte mich noch mehr. Er sagte, ich müsse die Frau auch verstehen. Wie kann ein Pfarrer so etwas sagen? Mein Glaube an die Menschheit war total zerstört.
Heute lebe ich in einer sehr liebevollen, harmonischen Ehe, aber die Möglichkeit eigene Kinder zu zeugen wurde mir durch den Betrug meiner Ex genommen. Mittlerweile bin ich 55 Jahre alt.
Meine jetzige Frau hat mir wieder den Halt im Leben gegeben. Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich sie in diesen zähen Jahren der Verhandlungen nicht gehabt hätte. Entweder hätte ich die Prozesse entnervt aufgegeben, oder ich hätte meiner Ex etwas angetan. Denn Hilfe von unserem ach so hoch gepriesenem Staat hätte oder habe ich nicht bekommen.
Wenn es soweit ist, werde ich über den Ausgang des jetzt hoffentlich letzten Prozesses berichten.
Bis dahin
Horst

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Über Marcus Spicker

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6 Antworten zu Wenn du die Vaterschaft anfechtest, siehst du den Jungen nie wieder! – Seit 7 Jahren kämpfe ich um mein Recht – von Horst L.

  1. Max Kuckucksvater schreibt:

    Diese Drohung erhielt auch ich damals von der Kuckucksmutter, als ich die Vaterschaftsanfechtung ankündigte – sogar exakt mit dem gleichen Wortlaut.

    Die Kinder werden von diesen Kuckucksmüttern mißbraucht. Sie werden von ihren eigenen Müttern seelisch mißhandelt, nicht nur einmal.

  2. Susanne Petermann schreibt:

    Ich habe letztens eine Geschichte gelesen, dass in einem Krankenhaus zwei Kinder verstauscht wurden und die Eltern erst nach 14 Jahren zufällig dahinter kamen. Es gab öffentlichen Aufruhr, Schadensersatzprozesse, Interviews mit den verzweifelten hintergangenen Eltern. Die Verwechselung war vom Krankenhaus sicherlich nicht bewusst vorgenommen worden. Die betroffenen Eltern und Kinder bekamen Unterstützung und Mitleid. Traurig, dass Du nirgends Unterstützung findest… Susanne

    • Marcus Spicker schreibt:

      Tja, hierzulande basiert die Identitätsfälschung auf der vor über 100 Jahren festgelegten Vaterschaftsvermutung nach Paragraph 1592 Nr.1 BGB, zumindest für Kinder, die in einer Ehe geboren wurden. Außerhalb der Ehe stellt der Staat sich blind und lässt jeden x-beliebigen Vater eine Vaterschaftsanerkennung unterschreiben, den die Mutter mit zum Jugendamt bringt. Damit drückt man sich geschickt vor Unterhaltsvorschuss, man hat ja dem Kind „einen“ Vater zugeordnet. Dass sich die Zeiten geändert haben und es seit vielen Jahren ganz einfach möglich wäre, die tatsächliche Abstammung erst einmal zu testen, interessiert nicht und muss es ja auch nicht. Für die Politik ist das Eisen zu heiß, würde man sich doch dem weiblichen Furor aussetzen, der dann von Generalverdacht etc. schwadronieren würde. Unterstützung ist da wirklich nicht in Sicht. Vielleicht muss man tatsächlich warten, bis einem der Herren Abgeordneten während seiner Abwesenheit in Berlin selbst zuhause ein Ei ins Nest gelegt wird.

      • Max Kuckucksvater schreibt:

        „… Außerhalb der Ehe stellt der Staat sich blind und lässt jeden x-beliebigen Vater eine Vaterschaftsanerkennung unterschreiben, den die Mutter mit zum Jugendamt bringt. …“

        Nicht nur jeden x-beliebigen Vater läßt der Staat unterschreiben, sondern jeglichen Mann. Ab dann wird der halt als Vater anerkannt.

        Eine Hochzeit geht nicht so einfach wie die Schwarze Adoption. Denn für eine Hochzeit muss man mittels Geburtsurkunde und Personalausweis belegen, wer man ist und ein Ehefähigkeitszeugnis vorweisen. Das Gespräch zur Anmeldung zur Eheschließung dauert etwa 30-40 Minuten. Und dann dauert es noch mindestens 6 Monate bis zum Hochzeitstermin. Alle diese Sicherungsmaßnahmen müssen gemacht werden, da eine Hochzeit – anders als eine Vaterschaftsanerkennung – eine sehr ernste Angelegenheit ist. Bis 1998 wurde dazu für 14 Tage lang die anstehende Hochzeit öffentlich ausgehangen, so dass sich Leute melden können, die etwas zu sagen haben, was gegen die Ehe sprechen würde. Aus Datenschutzgründen wurde dieses Verfahren eingestellt, aber die vielen anderen Dokumente müssen weiterhin herbeigeschafft und das Gespräch geführt werden. Eine einfache Unterschrift, wie bei der Vaterschaftsanerkennung reicht da bei weitem nicht.

      • michelmc schreibt:

        Sehr guter Beitrag 😀 Traumhaft!

    • Hellfried Natschke schreibt:

      Ich finde so etwas auch immer ganz schlimm. Und am meisten leiden dann auch oftmals noch die Kinder, ganz zu schweigen vom betrogenen und belogenen Vater. Vor allem wenn heraus kommt, dass es nicht das eigene Kind ist, man sich aber trotzdem kümmern möchte, weil es ja irgendwie zu einem gehört und man väterliche Gefühle hegt und dann noch das Kind weggenommen bekommt. Und wie erklärt man dann dem Kind, dass Papa gar nicht Papa ist? Die Mütter denken in dem Moment einfach überhaupt nicht nach und das erschüttert mich sehr.
      Ich hoffe, dass für dich alles gut ausgeht.
      Grüße Hellfried

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