Ist der Erzeuger informiert? – Teil 10 – von Sammy Anders


Erlebnisbericht / Leserbrief - Titelbild

Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Wahrheit – Recht – Paarberatung – Weihnachten / Erlebnisbericht – Kuckuckskind

Weihnachten steht vor der Tür, eigentlich das Fest der Liebe, Erleuchtung und Familie …
So wirklich in Stimmung bin ich nicht. Wie Weihnachten abläuft, ist noch unklar.

Es kam Post vom Familiengericht. Die Beteiligten bekommen die Anträge zugestellt. Das Jugendamt wird als Ergänzungspfleger bestellt. Für mich und meinen Anwalt kein Problem.

Letzten Samstag war die Situation äußerst angespannt. Aus Intuition hatte ich schon vor dem Frühstück prophylaktisch mein homöopathisches Beruhigungsmittel genommen.
Beim Frühstück gings los, schnippische Bemerkungen meiner Frau. War es Absicht, wollte Sie mich provozieren? Egal, ich blieb ruhig. Nach dem Frühstück war sie so angespannt, dass sie sagte, dass die Situation für sie unerträglich ist und sie jetzt mit den Kindern verschwindet. Sie ging schon zu unserem Jüngsten, der mit Fieber auf dem Sofa lag. Die großen Kinder hatten nichts mitbekommen. Ich erklärte ihr ruhig und sachlich, dass sie gerne gehen kann, die Kinder aber bei mir bleiben. Hier ist ihr zu Hause, hier verbringen sie mit mir das Wochenden. Ein krankes Kind wird jetzt nicht durch die Gegend gefahren.
Sie reagierte schroff, dass das dann wohl andere klären würden. Ich sagte nur: „Ja, ab Montag kann das das Jugendamt klären, wenn Du es so willst. Mir wäre es lieber nun miteinander das Wochenende zu verbingen und uns um die Kinder zu kümmern.“ Sie blieb, wir gingen uns aus dem Weg und kümmerten uns abwechselnd um unsere Kinder.

Unsere zwei Großen sind inzwischen bei der Kinderpsychologie angemeldet. Die Elterngespräche haben bereits stattgefunden. Beide Therapeutinnen waren sichtlich erstaunt über die Situation. Mir ist wichtig, dass die Kinder nun einen neutralen Ansprechpartner und professionelle Unterstützung haben.

Am Nachmittag dann zwischendurch die Bemerkung: „Ich habe mit dem leiblichen Vater gesprochen …“ Am Abend habe ich dann das Gespräch gesucht. Sie hätte den leiblichen Vater informiert. Er möchte weder Kontakt zum Kind, noch dass seine Famile informiert wird, geschweige denn ich seinen Namen erfahre. Für sie wäre die Angelegenheit damit erledigt, es wäre ja das, was ich gewollt hätte, ihn zu informieren.

Es war genau die Aussage, die ich von meiner Frau erwartet habe. Warum? Weil ich mir sicher bin, dass auch Sie nicht will, dass ich den Namen erfahre. Stimmt die ganze Geschichte überhaupt? Mein Bauchgefühl sagt nein. Aber Gespräche laufen ins Leere. Was war wirklich, was soll ich glauben?

Wenn es wirklich so ist, dass der leibliche Vater nichts von seinem Kind wissen will, ist das mehr als bedauerlich. Wenn man sich schon in eine Ehe und Beziehung drängt, sollte man auch zum Ergebnis stehen. Ich kann verstehen, dass es nicht einfach ist, seinem Ehepartnern klar zu machen, da war was und da ist was, ein Kind von mir, mit einer anderen Frau.

Die Bemerkung meiner Frau, dass die Gespräche nicht einfach wären und ich doch mal an sie und den Mann denken sollte, konnte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Habe ich irgendetwas zu dieser Situation beigetragen? Ja, ich habe mich zu wenig um meine Frau und die Paarbeziehung gekümmert! Aber dann gleich ein Anderer und Nachwuchs mit ihm? Denken die Zwei auch mal an mich und meine Gefühle?

Geht es mir besser?
Ja, ich habe 6 Wochen Klinik hinter mir und seither jede Woche ein Einzelgespräch. Habe Freunde, die mich stützen. Meine Frau lehnt weiterhin Paarberatung, oder Einzelgespräche ab. Sie hat Probleme mit Psychologen … Wer sich nicht helfen lassen will, muss alleine klarkommen.

Ich versuche alles zu tun, dass es meinen Kindern gut geht, dass sie so wenig wie möglich mitbekommen. Weihnachten steht vor der Tür.

Eins ist klar, im Neuen Jahr geht es nicht mehr so weiter. Im Kopf ist alles vorbereitet, manches muss noch abgestimmt werden. Dann erst mal der Termin vor dem Familiengericht. Was wird das Jugendamt machen?
Was werde ich machen? Will ich den Namen wissen? Ich erwarte, dass der Vater zu seinem Kind steht und es nicht im Stich lässt. Es braucht seine wahre Identität. Derweil liegt sein Kind bei mir auf dem Schoss, lacht mit mir, läßt sich füttern und trösten. Das Kind der Mutter meiner Kinder, der Frau, die ich aus Liebe geheiratet hatte.

Beste Grüße Sammy

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Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Voriger Teil:  Der Antrag zur Vaterschaftsanfechtung ist eingereicht – Teil 9 – von Sammy Anders

Für die, die erst jetzt die Serie von Sammy kennen gelernt haben, hier der erste Teil: Inzwischen bin ich stationär eingewiesen – von Sammy Anders – Teil 1

Alle Teile im Überblick.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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7 Antworten zu Ist der Erzeuger informiert? – Teil 10 – von Sammy Anders

  1. Pingback: Ich habe offiziell die Trennungsphase eingeläutet – Teil 11 – von Sammy Anders | kuckucksvater

  2. Ruben schreibt:

    Du hast die falsche Frau geheiratet. Wie sagt man so schön: alpha fucks, beta bucks.

    • Sammy schreibt:

      Hallo Ruben,

      Danke für den Tipp, das habe ich inzwischen selbst gemerkt !! Leider zu spät, aber es ist ja ne zu spät ! Das Leben geht weiter, mehr im Teil 11, der max vorliegt.

      VG Sammy

    • Sammy schreibt:

      Hallo Ruben,

      mann kann’s auch anders formulieren, etwas vereinfacht und profan ausgedrückt:

      Fürs Sperma braucht Frau den Besorger – für ihren Lebensstandard den Versorger.

      nur hat meine Pech, dem Verteiler der A-Karten habe ich klar gemacht: ich spiel nicht mehr mit !! Und bald bin ich nicht mehr Vater ihres Kindes, dann wird der Besorger zum Versorger…….

      VG Sammy

  3. Cindy Mehlhorn schreibt:

    Hallo,
    ich bin heute mehr oder weniger aus Zufall auf deinen Blog gestoßen und besonders dieser Bericht hat mich sehr fasziniert. Ich habe schon öfter mit derartigen Geschichten zu tun gehabt, durch berufliche Gründe. Ich finde es fantastisch wie du das hier alles verarbeitest und damit auch anderen Informationssuchenden eventuell durch deinen Blog auf irgendeine Art Hilfe zukommen lässt. Ich sehe es genauso wie du: für derartige Situationen gibt es kaum bzw. wenig Anlaufstellen im Internet – aber vielleicht bist du eine Inspiration genau das zu ändern. Für alles weitere wünsche ich dir alles erdenklich Gute!

    • Sammy schreibt:

      Hallo Cindy,

      Danke für Deine Worte ! Das gibt mir Kraft für Teil 11, der längstens ansteht….
      Das ganze ist noch härter, als bis jetzt dargestellt !
      Demnächst.
      VG Sammy

  4. Kornblume schreibt:

    Die Anfechtung der Vaterschaft ist ein Fehler! Zieh den Antrag zurück!

    Du hast damals, als deine Gattin schwanger war, für das Kind Verantwortung übernommen. Wenn du jetzt die juristische Vaterschaft anfichtst, verlierst du juristische Macht, fallst deine Gattin mal wieder etwas tut, was du für falsch hältst, insbesondere das Kind zur Adoption frei gibt. Du hast Verantwortung für dieses Kind übernommen. Das Kind komplett in die Gewalt deiner Gattin zu geben, ist Verrat.

    Du weißt, dass deine Gattin spinnt. Du musst notfalls gegen ihren Willen entscheiden. Das ist der Unterschied zwischen Treue und Gehorsam.
    Fordere deine Gattin auf, dir zu sagen, wer der biologische Vater ist, und drohe, falls sie sich weigert, öffentlich danach zu fragen!
    Wenn der biologische Vater juristischer Vater sein will, dann biete ihm an, deine juristische Vaterschaft anzufechten. Wenn er nichts mit dem Kind zu tun haben will, dann bleib juristischer Vater.

    Deine Partnerschaft mit deiner Gattin ist kaputt. Das Einzige, was dich noch mir ihr verbindet, ist, dass sie die Erzeugerin deiner fünf Kinder ist. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Ich bin übrigens auch mal so wie du Vater geworden. Ein paar Tage später wollte die Erzeugerin, dass ich unser Kind und andere über seine biologische Abstammung belüge. Ich habe das abgelehnt. Sie schlug mir vor, das Kind zu töten („das Gewächs wegmachen lassen“, sagte sie), und die Beziehung weiterzuführen. Meine Antwort war, dass ich sie, wenn sie unser Kind tötet, nie mehr wieder sehen wolle. Seitdem habe ich sie auch nicht wieder gesehen.

    Mehr Sein als Scheinen!
    Die preußische Kornblume

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