Wann soll ich mein Kuckuckskind aufklären? – von Mira Krause*


Fragen an die Kuckucksblogleser

Wann soll ich mein Kuckuckskind aufklären? von Mira Krause

Auf den Kuckucksvaterblog bin ich gestoßen, weil ich wissen will, wie ich mit dem Thema Kuckuckskind / Kuckucksmutter umgehen soll.

Ich bin 40 Jahre, verheiratet und Mutter von drei Kindern, Laura* 15 Monate, Daniel* 17 Jahre und Sven* 15 Jahre. Meine Ehe war und ist nicht mehr das, was es mal war. Meine Tochter Laura ist nicht von meinem Mann Thorsten*, sondern das Kind von meiner Jugendliebe Steffen*. Wir sind uns vor 2 Jahren im September 2012 in einem sozialen Netzwerk wieder begegnet. Das nach ganzen 22 Jahren. Ich war damals mit 16 Jahren nach Deutschland ausgewandert – von heute auf morgen ohne Abschied. Kurz darauf auch Steffen und so hatten wir uns aus den Augen verloren.

Nun ja, als wir uns wiederfanden, verabredeten wir uns zum Essen, wir kamen uns näher, sehr nahe. Wir stellten fest, dass auch nach 22 Jahren zwischen uns mehr als nur Sympathie war. Es kam eines zum anderen, wir hatten Geschlechtsverkehr, das erste Mal und das Ergebnis habe ich am 19.12.2012 erfahren. Ich war in der 10/11 Woche schwanger. Für mich ein Schock, da ich wusste, von wem das entstehende Kind ist. In dem Moment kam für mich nur eine Abtreibung in Frage. Zwei Wochen davor, setzten wir uns zusammen, mein Mann und ich, und redeten über unsere Ehe. Ich erzählte ihm auch von Steffen und der Vergangenheit. Irgendwie hatte er es geahnt. Er blieb ganz ruhig, weil er ja auch nicht ohne Fehler war, was er selber erkannt hatte, und ich war erleichtert. In dem Moment kam für mich nur eine Abtreibung in Frage. Steffen hat auch Familie, genau wie ich. Ich habe Thorsten die Schwangerschaft gebeichtet und ihm gleich gesagt, dass er nicht der Vater ist. Dadurch, dass ich ihm schon einen Teil gebeichtet hatte, blieb der große Schock aus. Die Entscheidung lag bei mir, Abtreibung ja oder nein. Den Kindern sagte ich auch gleich die Wahrheit.
Steffen überbrachte ich die „frohe“ Botschaft eine Woche später. Ich wollte abtreiben, das habe ich ihm auch mitgeteilt. Seine Reaktion war schwer zu beschreiben. Teils Freude, aber auch gemischt mit Angst, seine Frau könnte was erfahren. Keiner der beiden hat mich zu etwas überredet, es war also allein meine Entscheidung.

Nach zwei Terminen in einer Klinik (hatte beide auch wahr genommen) habe ich mich für mein Kind entschieden. Ich bereue es nicht, keinen einzigen Tag.

Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme, Steffen freute sich. Mein Mann war ein bisschen zurückhaltend, die Kinder aber freuten sich mit mir, besonders Sven (15).
Heute ist meine Tochter 15 Monate alt, ein kleiner Sonnenschein. Meine Mann sieht sie wie sein eigenes Kind. Damit habe ich ein Problem, vielleicht auch deswegen, weil er nicht wirklich will, dass der leibliche Vater eine Rolle in ihrem Leben spielt. Für mich ist das aber sehr wichtig und ich glaube, ich handle auch im Sinne meiner Tochter.
Kontakt (geheim) zum Vater besteht nach wie vor und ich lass ihn auch an ihrer Entwicklung teilhaben. Seine Frau weiß bis heute nichts davon, aber das ist nicht meine Aufgabe, es ihr zu beichten. Ich weiß nur eines und davon bin ich auch überzeugt, sie wird die Wahrheit herausfinden. Ein Verdacht besteht schon, da sie neulich Fotos gefunden hat, die teilweise eindeutig darauf hinweisen, dass er der Vater ist.

Steffen hat sie bisher nur zwei mal gesehen (zu wenig finde ich), das ist aber zum einen die Entfernung (100 km) und zum andern seine ungewöhnlichen Arbeitszeiten und nicht zuletzt seiner noch nichtsahnenden Frau.
Während meiner Schwangerschaft war ich davon überzeugt, meine Tochter nicht damit zu konfrontieren.
Meine Meinung habe ich geändert, als ich sie das erste Mal in den Armen hielt. Sie sieht ihrem Vater verblüffend ähnlich und von Tag zu Tag kommt sie immer mehr nach ihm. Vor allem fällt mir auf, auch wenn sie noch so klein ist, dass sie zum Teil andere Fähigkeiten hat wie ihre Brüder. Meine Familie kommt auch klar damit, für die beiden Jungs ist es die kleine Schwester (liebevoll „Nervensäge“ genannt).

Trotz allem stell ich mir schon die Fragen:

  • Wann kann ich sie aufklären?
  • Ab welchem Alter?
  • Und wie geht sie damit um?

Mein Mann ist dagegen, aber ich finde, es ist wichtig für ihre Entwicklung.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke sie mit einer Lüge aufwachsen zu lassen.
Ich bereue keine Sekunde, dass ich mich für meine Tochter entschieden habe und ich wünsche keiner Frau vor so einer Entscheidung zu stehen.

*alle Namen sind Pseudonyme

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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23 Antworten zu Wann soll ich mein Kuckuckskind aufklären? – von Mira Krause*

  1. Martina Cords schreibt:

    Es wird hier nur an die Erwachsenen gedacht, nicht an das Kind. Vater ist nicht, wer zeugt, sondern wer sich sorgt und das Kind aufzieht. Bevor dem Kind etwas mitgeteilt wird, sollten alle erwachsenen Beteiligten mit sich, der Situation und den Beteiligten im Reinen sein, vielleicht auch mit professioneller Hilfe.
    „Das Kind nicht anlügen zu wollen“ kann auch eine Form der Gewissenserlcihterung und damit purer Egoismus sein.
    Wenn das Kind von seinen zwei Vätern weiß, die sich ihrer Rolle nicht sicher sind und dann eine Mutter hat, die nicht weiß, wohin sie gehört und was sie will, wird das Kind beim Aufwachsen eher eine große innere Unsicherheit entwickeln.
    Wenn Ihr Eure Situation, Emotionen und Rollen geklärt habt und euch damit sicher fühlt, wird auch das Kind diese Situation als „normal“ ansehen.
    Dann sollte und kann man auch beginnen, beide Väter einzubeziehen, eventuell mit zwei unterschiedlichen Bezeichnungen ( Papa / Vati / Dad / Paps usw.).
    Wenn Ihr das nicht klären könnt, sollte der Mann, mit dem das Kind üblicherweise Kontakt hat, mit dem es zusammen lebt, der für es sorgt, der Vater sein und ein klärendes Gespräch erst nach der Pubertät erfolgen.
    Kläre vor allem deine Situation !

    Alles Gute,
    Tina

    • Sammy schreibt:

      Hallo Martina,
      danke für Dein klares Statement !

      Ja, im Vordergrund muss das Kind stehen ! Kinderseelen sind so verletzlich. Und was in der Jugend schief geht belastet auch die Erwachsenen, erlebe ich gerade hautnah zu Hause.

      Dein Ansatz für die Interpretation „Vater“ entspricht nicht der Rechtslage und auch nicht meiner Einstellung:
      Vater ist der, der gezeugt hat. Fällt der aus irgendeinem Grund aus, dann ist es schön, wenn das Kind einen Ersatzvater bekommt. Vater ist nicht immer der Ehemann.

      Solange das Kind noch nicht einmal Papa sagen kann, müssen die Erwachsenen die Situation klären und sich ihrem Handeln und ihrer Verantwortung bewusst werden. Auch ihre Rollen finden.

      Wer miteinander ungeschützt verkehrt muss sich dessen bewusst sein, dass ein Kind entstehen kann. Ein Mann der nicht verhütet muss akzeptieren, dass die Frau das Kind austrägt und dann auch dazu stehen.

      Ja, ich wollte kein 4. Kind, habe aber nun einen süßen Sohn, wo es mich zu tiefst verletzt hat, dass er zu einem anderen Papa gesagt hat. Aber es ist mein Sohn, ich stehe dazu und ich kümmere mich weiterhin um ihn. Und inzwischen ruft er Nachts nach mir und nicht mehr nach seiner Mutter.

      Ja, zunächst muss sich die Mutter finden. Leider ist vielen das eigene Hemd näher als die Hose, die eigene Existenz wichtiger als ein kleines Kind. Wen’s um die Versorgung geht, dann ist der Ehemann oft doch noch zu gebrauchen. Erst Recht wenn der „Neue“ nicht mehr will, weil aus Spaß Ernst wurde… Angst vor dem alleine sein, Angst vor dem Verlust der Lebenssituation und von Statussymbolen.

      Ich hoffe, dass ich die nächsten 2 Tage gut überstehe und wünsche allen hier
      eine besinnliche Zeit, manchem(r) den Weg zur Besinnung.

      VG Sammy

  2. Mira schreibt:

    Hallo Sammy,

    deine direkten Worte sind für mich OK, und ich kann dich auch gut verstehen. Du hast in allen Punkten recht.
    Ich wäre sehr dankbar dafür wenn er seine Frau aufklären würde, dann hätten die ganzen Lügen ein Ende. Für ihn wäre dann auch die Ehe am Ende, das ist der springende Punkt.
    Wie es um meine Ehe steht das weiß er.

    Ich arbeite schon lange daran meinem Mann klar zu machen das der leibliche Vater auch ein gewisses Recht hat auch wenn er nicht eingetragen ist. Vor allem das es für meine Tochter auch wichtig ist, nicht unbedingt jetzt, aber für ihre Entwicklung.

    Er sieht die Ehe anders als ich, sagt er zumindest, aber Sexualität und Gefühle ist bei uns gleich Null. Sein Problem ist das die Jungs nicht bei ihm bleiben wollen, dafür gibt er mir auch die Schuld.

    Das dein 4-jähriger zu einem anderen Mann Papa sagt, kann ich gut verstehen das es dich verletzt. Das ist/war Aufgabe deiner Frau das von Anfang zu unterbinden, auch wenn derjenige mit deinem Sohn evtl. viel Zeit verbracht hat.

    Ich bin auf meinen Mann nicht wirklich angewiesen. Stehe und stand schon immer auf meinen eigenen Beinen und finanziell bin ich nicht unbedingt auf ihn angewiesen, da ich die letzten 10 Jahre mein eigenes Einkommen hatte und auch weiter haben werde. Ich gehöre zu den Frauen die Beruf, Familie, Kinder und Haushalt immer im Griff hatte.

    Deine Beiträge hier hab ich auch gelesen und ich bin richtig geschockt darüber und ich kann dich auch gut versteh das du deiner Frau nach all dem noch nicht vertrauen kannst.

    Und das mit der Verhütung, da hab ich schon vorgesorgt das kein 4-tes Kind entsteht.

    LG Mira

    • Sammy schreibt:

      Hallo Mira,

      ich versuche es mal anders herum:

      Wir stehen beide so in der Mitte unseres Lebens. Haben Familie, Ehe, Partnerschaft mit Höhen und mit Tiefen.

      Nur wir können unser Verhalten ändern, auch wenn andere dafür sorgen, dass unser Wohlbefinden beeinträchtigt ist.

      Wir müssen für uns entscheiden, wie wir weiter leben wollen und unser Verhalten darauf einstellen. Der Rest wird sich ergeben, ich zitiere Kasper Haus: Der Weg ist da wo die Angst ist.

      Wir werden jeweils unseren Weg finden, wenn wir aufmerksam bei uns bleiben, ohne uns von anderen ablenken zu lassen.

      LG Sammy

    • sammy schreibt:

      Hallo Mira,

      bei mir kehrt zur Zeit etwas Ruhe und eine gewisse Gelassenheit ein. Habe gestern mit dem Familiengericht telefoniert. Kosten sind nicht hoch, gerichtsverwertbares Gutachten habe ich. Würde aber als nicht dringender Fall eingestuft, also mindestens 3 Monate.

      Wenn Deine Männer es nicht hinbekommen, gehe di den Weg der Wahrheit und der formalen Richtigstellung, kein grosser Aufwand, kein zwang zum Rechtsanwalt. Dann hat auch deine Tochter in der geburtsurkunde keine Lüge mehr stehen !

      Zieh dir das Problem mit der Ehe des leiblichen Vaters nicht an. Es war seine Entscheidung, sich mit dir einzulassen , sein verhalten. Jeder muss selbst die Verantwortung und Konsequenzen für sein
      Handeln ertragen und dazu stehen.

      VG Sammy

  3. stefan schreibt:

    Hallo Mira! Also erstmal finde ich dein Verhalten klasse! Wir machen alle Fehler und meistens hat es dann doch nicht so drastische Auswirkungen wie in deinem Fall!! Klar die ganze Konstellation ist eine Zerreißprobe uf der gesamten Linie!Und wenn der leibliche Vater deiner Tochter vor seiner Frau nicht zu dem Kind steht und dein Mann seine Rolle nicht akzeptiert wird es sehr schwierig bis unmöglich. Dass es mit den heimlichen Treffen so nicht weitergehen kann weisst du ja selbst ,sonst hättest du dich generell nicht so großartig verhalten! Kopf hoch! Das schaffst du schon!

    • Mira schreibt:

      Hallo Stefan,
      Danke für deinen Zuspruch.
      Ich kämpfe gerade damit meinem Mann klar zu machen das meine Tochter wissen soll wo ihre Wurzeln sind und das sie nicht mit einer Lüge aufwachsen soll. Das werde ich auch noch schaffen, davon bin ich fest überzeugt.

  4. Norbert Potthoff schreibt:

    Die Pubertät?
    Ich denke, es gibt keinen unglücklicheren Zeitpunkt, einen Jungen, ein Mädchen, inmitten einer radikalen, hormonellen Umstellung des Körpers, mit täglichen Selbstfindungsproblemen kämpfend, auch noch damit zu überraschen:
    „Ach, was ich dir noch sagen wollte. Dein Vater ist gar nicht dein Vater.“

    Meine Meinung:
    Entweder vom ersten Tag an oder nie.
    Bei der Version „Nie“ wird das aber ein böser Bumerang.
    Deshalb: Vom ersten Tag an.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Lieber heute als morgen. Je jünger das Kind ist, desto leichter wird die Wahrheit für es sein. Die damit Probleme haben sind doe Erwachsenen, weswegen auch erst dieses ganze Rumgeiere angefangen hatte. Die Wahrheit sollte frei von Dramatik vermittelt werden. Nehmt Euch dafür einen sehr guten Kinderpsychologen zu Rat und arbeitet Euer Thema in einer Paartherapie auf.

      • Norbert Potthoff schreibt:

        Ein Kind kommt ja nicht zur Welt und hat schon die „sozialen Wertigkeiten“ verinnerlicht. Es ist ein Leichtes, ihm zu vermitteln, ich bin deine Mama, das da ist dein Papa, dein Patenvater, der liebevoll die Patenschaft für dein Leben übernimmt. Und da ist auch noch ein Mann, von dem du abstammst, dein Vater, aber nicht dein Patenvater. Er lebt sein eigenes Leben, möchte aber auch, dass es dir gut geht.
        Man muss nur mal ein wenig nachdenken, dann ist das gar nicht so schwer.

        Wenn es für den Patenvater schwierig ist, sich in seine Rolle zu finden, dann ist sicherlich die Paartherapie ein vernünftiger Vorschlag.

        • Mira schreibt:

          Sich in die Rolle als Patenvater einzufinden ist nicht das Problem, Das meine Tochter mit 2 Papas aufwächst, bzw. weiß wer ihr leiblicher Vater ist das ist das Problem. Für meinen Mann ganz klar, am liebsten schweigen, für immer.

          • Norbert Potthoff schreibt:

            Das sehe ich auch so. 😦
            Wenn das Kind jedoch von Anfang an weiss, dass dein Mann der Patenpappa ist, kann man ehrlich sein soziales Umfeld entwickeln, ohne gelogen zu haben. Ist eine Klärung mit dem leiblichen Vater aus nachvollziehbaren Gründen erst einmal nicht möglich, kann man getrost die Aufklärung über den anderen Vater, der irgendwo sein eigenes Leben lebt, getrost nach hinten verschieben.

            LG
            Norbert

    • Sabine schreibt:

      Genau dieser Meinung bin ich auch. Ihr macht sie nur zum K-Kind, wenn Ihr ihr nix sagt. Tut ihr’s jedoch, ist sie eins der vielen, vielen Kinder auf dieser Welt, deren Eltern nicht zusammen leben… Das ist zwar nicht schön, aber es ist wenigstens ehrlich.
      Lügt sie bitte nicht an!

  5. Andrea schreibt:

    Hallo Mira, dann bist Du eine der ganz wenigen ehrlichen Kuckucksmamas, das ist super.
    Lasse die kleine Maus doch direkt von Anfang an mit ihren 2 Papas aufwachsen.
    Ich meine warum auf allen Ebenen ehrlich sein und reinen Tisch machen und da noch warten.
    Sie ist doch noch so klein, sollte doch eigentlich gehen oder wenn man ihr sagt, das ist Papa 1 und das ist Papa 2 von dem Du abstammst.
    Du hast recht, es ist die Aufgabe ihres biologischen Vaters, das seiner Familie zu erklären.

    • MiraMira schreibt:

      Hallo Andrea,
      Danke für deinen Zuspruch.
      Ich hoffe (ich wünsch es mir) das er seine Familie darüber aufklärt damit weil ich persönlich hab die ganzen Lügen satt.
      So hab ich mir das auch überlegt, aber momentan versteht sie das noch nicht. Und mein Kind anlügen, das bring ich nicht übers Herz. Ich versteh deswegen auch viele Frauen nicht die ihre Kinder Jahre lang anlügen.

      VG Mira

  6. Kaspar Hauser schreibt:

    Hallo „Kuckucksmutter“,

    ich finde es toll, daß du das Thema so aktiv angehst.
    Für das betroffene Kind ist es sehr wichtig, daß es die Wahrheit nicht zu spät erfährt.
    Also im Alter von 31 ist es definitiv zu spät.
    Besonders unschön wäre es, wenn das Kind dann erfahren müßte, daß alle außer ihm Bescheid wußten.
    Das war mein Weg; nicht gut; hinterläßt einen kaputten Menschen ohne Identität.

    Ich finde, daß man als Kind diese Informationen spätestens zur Pubertät braucht, um wirklich zu seiner eigenen Identität zu finden.
    Es einem Kleinkind einfach mal an den Kopf zu knallen, und die Lüge dann wieder „verschwinden“ zu lassen, ist zwar früh. Weil die Information danach aber wieder weg ist, steht sie für die wichtige Entwicklungsphase des Erwachsenwerdens auch nicht zur Verfügung.
    Um die 10 Jahre herum die Lüge langsam zur neuen Wahrheit für alle werden zu lassen, nichts mehr zu verschweigen, sondern diese – für das Kind – neue Information in die offizielle gemeinsame Geschichte einfließen zu lassen, stelle ich mir als guten Weg vor.

    Alles Gute!

    • Sammy schreibt:

      Hallo Mira,

      bei meiner Frau war es wohl ähnlich wie bei dir, ehemaliger Arbeitskollege, nach 10 Jahren. Einmal miteinander geschlafen, schwanger. Was ich nicht verstehen kann ist, in so einem Moment nicht zu verhüten… den Rest kannst Du unter Sammy lesen.

      Du bist einen Schritt weiter, außerdem ist es bei uns umgekehrt. Der leibliche Vater weiß von nichts und meine Frau verweigert die Mitteilung. er soll nichts erfahren.

      WIr, aber vor allem ich stelle mir die gleiche Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt, dem Kind und den Kindern ( bei uns sind meine leiblichen 4,6,9,11) die Wahrheit zu erklären.

      Meiner Frau ist es derzeit nach außen gesehen vollkommen egal. Ich habe regelrecht ein schlechtes Gewissen, weil ich dem leiblichen Vater etwas wegnehme, Zeit mit seinem Sohn. Deine Kinder sind 15 und 17, sie verstehen das, was spricht also dagegen, deinen Sonnenschein mit 2 Papas aufwachsen zu lassen und von Anfang an mit der Wahrheit zu leben ? Dein Mann. Einerseits Glückwunsch, dass er dir verzeihen konnte und sie so sieht wie seine eigene Tochter, er muss aber loslassen und begreifen, dass sie es nicht ist. Letztendlich seit ihr wie wir eine Patchworkfamily. Aber Dein Mann scheint das nicht zu wollen. Wie will er mit der rechtlichen Vaterschaft umgehen ? Dem leiblichen Vater kann ich nur eins raten: Wahrheit, so hart sie ist, es kann nicht sein, dass er seine Frau noch weiter belügt, dass wird doch nur noch schlimmer. Wann will er es ihr sagen, in 10 Jahren ? Dann immer das heimliche sehen, dass kann auf Dauer nicht gut gehen ! Dein Mann weiss es auch nicht ?

      Es ist schwierig, denn ich kann nicht einschätzen wie dein Mann reagieren würde. Als leiblicher Vater würde ich den Umgang mit meiner Tochter suchen und wenn es verweigert wird, die Vaterschaftsanfechtung betreiben, da hat er aber je länger er wartet ganz schlechte Karten, ein fataler Fehler im BGB.

      Muss Pause machen, mein Jüngster sollte zu Bett….

      VG Sammy

      • Sammy schreibt:

        Hallo Mira,

        so habe nun wieder Zeit:

        Du schreibst, Deine Ehe war und ist nicht mehr das was es einmal war. Das kann ich sehr gut nachfühlen. Wie läuft das dann bei Euch, seit ihr nur noch eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft, der Kinder zu liebe zusammen ?
        Deine 2 großen sind bald aus dem gröbsten raus.

        Und die spannende Frage für mich: wie hat es Dein Mann geschafft wieder Vertrauen zu dir zu haben ?

        • MiraMira schreibt:

          Ja das stimmt wir sind nur noch eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft, wegen der Kinder. Die sind ja auch schon in dem Alter das sie alles mitkriegen. Über Trennung haben wir auch gesprochen. Manchmal denk ich das es für alle auch das beste ist. Mein Mann versteht das nicht.
          Ob er mir wieder vertraut das weiß ich denk aber ja, da ich von Anfang an ehrlich zu ihm war.

          Vertraust du deiner Frau noch oder wieder?

          VG Mira

        • Mira schreibt:

          Ja unsere Ehe ist so eine Art wirtschaftliche Zweckgemeinschaft, der Kinder zuliebe, obwohl die eigentlich in dem Alter sind wo sie einiges verstehen werden. Das Wort „Trennung“ ist nicht nur einmal gefallen, aber die Einsicht von seiner Seite fehlt noch, das es so nicht weiter gehen kann.

          Deiner Frau kann ich nur ans Herz legen, den leiblichen Vater von seinem „Glück“ zu berichten. Der größte Fehler ist ihm das zu verschweigen und ihm in gewisser Weise das Kind, sein Kind zu entziehen. Ob der leibliche Vater den Umgang will das ist dann seine Entscheidung.

      • MiraMira schreibt:

        Hallo Sammy,
        klar Verhütung steht an erster Stelle. Verhütet habe ich ja auch nur einen Monat davor war ich krank und musste Antibiotika schlucken 10 Tage. Das Antibiotika die Wirkung der Pille beeinträchtigt das weiß ich auch. Bei meiner Pille hat sehr schwache Hormone d.h. es kann bis zu 4 Wochen dauern bis die volle Wirkung wieder da ist. Das hat mir mein Arzt mitgeteilt als meine Schwangerschaft festgestellt wurde.
        Wenn ich ehrlich bin ich habe die ganzen Lügen satt, schon lange. Noch während der Schwangerschaft habe ich dem leiblichen Vater angeboten seine Tochter zu sehn wann immer er will. Ich habe mit ihm zusammen die Vornamen ausgesucht (sie hat zwei).
        Was seine Frau anbetrifft, die ahnt schon etwas da sie neulich ein paar Fotos gefunden hat, (auf einem war er mit seiner Tochter zu sehn) und die Frage kam wie er zu den Fotos kommt und wieso er drauf zu sehen ist. Ich bin mir ziemlich sicher das sie es heraus finden wird.
        Er liebt seine Tochter das weiß ich, er macht ihr Geschenke zum Geburtstag, zu Weihnachten mal einfach so. Er ist besorgt um sie wenn sie krank ist, will sie am Telefon hören wenn er anruft und, und, und.
        Das heimliche sehen, mein Mann weiß es auch nicht. Er weiß aber von dem Geburtstagsgeschenk, das habe ich ihm gesagt.
        Meinem Mann hab ich schon lange gesagt das ich meine Tochter aufklären werde, wenn die Zeit dafür ist. Begeistert ist er nicht davon, aber er weiß auch das er mich nicht davon abhalten kann.
        Und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen dem leiblichen Vater seine Tochter vorenthalten. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen meine Tochter aufzuklären und dem Vater sie zu sehn wann immer er will.
        In dem Punkt kann ich deine Frau nicht verstehen, das sie den leiblichen Vater darüber nicht informiert hat. Ich kann es ihr nur ans Herz legen das zu tun, nur um des Kindes Wohl. Wenn er keinen Kontakt, keinen Umgang mit seinem Sohn will, das ist wiederum ihm Überlassen.
        VG Mira

    • Mira schreibt:

      Das war für mich der Anlass um nach Informationen zu suchen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Ich habe mir nicht vorstellen können mein Kind groß zuziehen,und es mit einer Lüge aufwachsen zu lassen. Ich kann und konnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

      • Sammy schreibt:

        Hallo Mira,

        Danke für die ausführliche Antwort.

        Warum hast du das Thema Verhütung auf Dich bezogen ? Haben da Männer keine Aufgabe ? Deine Jugendliebe trifft dich nach Jahrzehnten und hüpft mit dir ohne Kondom in die Kiste…. Er hat doch auch eine Verantwortung, gegenüber sich, 2 Frauen und eigenen Kindern.

        Nein, ich bin noch nicht soweit dass ich meiner Frau wieder absolut vertraue, das liegt aber daran, das der Seitensprung nicht der einzige Ausreißer war und es noch andere Vorfälle bzw. Probleme gab und gibt. Wenn es Dich interessiert schau in meine Texte rein.

        Nach 2 Jahren weißt Du nicht, ob Dein Mann dir wieder vertraut. Ok, du bist ehrlich mit ihm umgegangen, dass ist die Basis. Aber nach 2 Jahren, sollte man(n) doch wissen wo es lang geht. Es ist nur noch eine wirtschaftliche Zweckgemeinschaft der Kinder willen, die groß sind bzw. nicht die Tochter Deines Ehemannes ? ?

        Wie groß sind Eure Gefühle zueinander, wie intensiv ist Eure Sexualität ?

        Du siehst das ganze nur noch als Zweckgemeinschaft für die Kinder, das ist doch kein Dauerzustand. Dein Mann akzeptiert den leiblichen Vater Deiner Tochter nicht und will am liebsten das sie nie etwas erfährt. Deine Jugendliebe kümmert sich heimlich um seine Tochter und hintergeht seine Ehefrau. Diese Konstellation ist zum scheitern verurteilt, denn die Basis ist LÜGE.

        Als erstes sollte der leibliche Vater mal die Hosen hochziehen und seiner Frau reinen Wein einschenken, denn die ist im Moment die Person, die am meisten und längsten belogen wird, direkt nach dem Kind, das es aber noch nicht verstehen kann. Diese Frau tut mir leid, ein Seitensprung, ok, kann passieren, aber dann 2 Jahre lang hinterm Licht stehen lassen…. Ich glaube er muss sich warm anziehen. Für mich waren schon die 4 Monate meiner Frau bitter.

        Im 2. Schritt solltest du dir überlegen, mit welchem Mann du den Rest deines Lebens verbringen möchtest. Der Kinder Deines Mannes wegen, die bald das Haus verlassen, mit Deinem Ehemann, oder mit dem Vater deiner Tochter der sie liebt und sich um sie kümmern möchte, oder Mister X.

        Bitte gib dem leiblichen Vater eine reale Chance sich um sein Kind zu kümmern, aber offen und ehrlich. Dein Ehemann kann nicht so tun als wäre es sein Kind, auch wenn er es (du hast nichts anderes geschrieben, also verheiratet = Vater nach BGB) formal derzeit nach der Geburtsurkunde ist.

        Ich kann Deinen Mann nicht ganz verstehen, außer er sieht die Ehe nicht so wie du und will Dich der Liebe wegen nicht verlieren. Aber selbst dann darf er den leiblichen Vater deiner Tochter nicht ignorieren. Beide Väter haben derzeit Pflichten UND Rechte.

        Wenn du Deinen Ehemann nicht freiwillig da hinbekommst, gilt es den formalen Weg zu gehen. Wie stellt er sich das denn vor ? Will er die rechtliche Vaterschaft wissentlich der
        Kenntnis des leiblichen Vaters beibehalten.

        Hast du mit ihm schon mal darüber gesprochen, über die variante, dass das Kind offiziell 1 Vater hat und faktisch 2, nämlich den leiblichen durch eine Vaterschaftsanfechtung und einen freiwillig sozialen ? Auch Du kannst die Vaterschaft anfechten und klären lassen.

        Die ersten Jahre prägen das Kind und sind die Basis in der Beziehung zu seinen Eltern. Auch hier habe ich Erfahrungen wie es nicht gehen sollte, insofern dass mein Sohn mit fast 4 Jahren zum falschen Mann Papa gesagt hat und die Mutter untätig zu gehört hat.

        Wenn also der leibliche Vater seinen Rechten, aber auch Pflichten nachkommen will, dann soll er das tun, aber offen und vollumfänglich. Halbe Sachen gibt es da nicht, da kann ich wiederum Deinen Ehemann verstehen. Er akzeptiert deinen Seitensprung samt Ergebnis, nimmt Deine Tochter in seiner Familie auf und der leibliche mimt den liebevollen Möchtegernvater.

        Also als erstes gilt es Wahrheit auf allen Seiten. Zur Not mit etwas, sagen wir Überzeugungskraft: Sag dem leiblichen, dass er die Tochter erst wieder sieht wenn er seine Frau aufgeklärt hat. Sag ihm, dass du die Lügen nicht mehr erträgst.
        Mach Deinem (Noch)Ehemann klar, dass Deine Tochter das Recht auf ihren leiblichen Vater hat und du ihr das uneingeschränkt ermöglichen willst. Dan wird sich zeigen, wie belastbar Deine Ehe noch ist.

        Der günstigste Fall: Es geht weiter wie bisher, aber alle wissen bescheid, ihr seit also eine Patchwork Familie, inkl. formaler Richtigstellung der Vaterschaft ( 2 Jahres Frist beachten !!!).

        Der ungünstigste Fall: Dein Ehemann packt dir die Koffer und du stehst mit Deiner Tochter alleine da, da sich’s der leibliche anders überlegt hat und zu seine Frau steht.

        Die zentrale Frage da ist aber wieder die: was willst Du mit Deinem Leben noch Anfangen ?? Zur harmonischen Patchwork Family brauchst Du 2 Männer, die sich in Ihren Rollen finden (bevor die 2 Jahre nach BGB abgelaufen sind…) Ansonsten quälen sich du und deine Tochter, die irgendwann auch eine eigene Meinung haben wird noch Jahrzehnte.

        Verzeihe mir die direkten Worte, aber ich bin so gestrickt und sollte nur lernen, mit mir selbst auch so umzugehen.

        LG Sammy

        PS und kläre das mit Deinen Hormonen……. ein 4. Kind willst du ja wohl nicht, egal von wem, oder doch.

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