Die Stundung wurde verlängert! – Chronologie einer Vaterschaft, die es nur für die Ämter gab – Teil 3 von Matthias M.


Titelbild

Chronologie einer Vaterschaft, die es nur für die Ämter gab. – von Matthias M.

Die völlig absurde Geschichte (wir berichteten) des Scheinvaters Matthias M. geht in die nächste und hoffentlich letzte Runde. Für alle, denen der Fall – der sich seit fast zwanzig Jahren hinzieht – noch neu ist, hier der chronologische Bericht in drei Teilen von Matthias M. selbst.

Heute Teil 3:

2012: Im April eine nochmalige Bestätigung, dass der bestehende Unterhaltsrückstand in voller Summe zinslos gestundet würde. Gleichzeitig war ein Teil des Anspruches auf das Land Berlin übergegangen.

Im November dann erhielt ich aus heiterem Himmel ein rüde gehaltenes Schreiben einer Emanze der Abteilung Kosteneinziehung des Jugendamtes. Knapp 7.000 € seien von mir zu zahlen, die zuvor gegebene Stundungszusage hätte ich als gegenstandslos zu betrachten!
Erneut musste ich mich „entblößen“ … Kniefall mit verzweifelter Bitte sich an getroffene
Vereinbarungen doch bitte zu halten, auch unter Verweis auf die Seriösität des Amtes…

Durch sofortige Hilfe und Vermittlung des Kuckucksvater-Blogs wurde in kurzer Zeit eine erneute TV-Reportage für das ARD-Magazin „brisant“ produziert und kurz darauf ausgestrahlt. Kurz darauf intervenierte auch der Kuckucksvater-Blog selbst, vertreten durch seinen Co-Autor Marcus Spicker, beim zuständigen Stadtbezirksrat. Glücklicherweise führte all dies zum Erfolg: Die Stundung wurde verlängert!
Da am 17.11.2013 die Volljährigkeit des Kindes eintrat, wurde die Stundung bis zum 30.11.
ausgesprochen. Danach sollte ich dem Jugendamt unaufgefordert Mitteilung über den Stand der nun zu betreibenden erneuten Anfechtung geben.

28.11.2013 An diesem Tag wurde nun endlich durch das inzwischen volljährige Kind beim zuständigen Amtsgericht die Vaterschaftsanfechtung beantragt …
Selbstverständlich informierte ich das Jugendamt umgehend, wie es mir ja auferlegt wurde. Auch als ich wenig später das Aktenzeichen mitgeteilt bekam, leitete ich diese Mitteilung unverzüglich an das Jugendamt weiter.

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Kinder haben das Recht auf Identität – Aktion vom Kuckucksvaterblog – Karikatur von Dorthe Landschulz

27.12.2013 „Stille Nacht“ und „Oh Du fröhliche“ waren noch nicht ganz verklungen, als ich einen dicken Brief des Jugendamtes, Abt. Kosteneinziehung, erhielt. Dreimal dürft Ihr raten, welchen Inhaltes.
Richtig: Ohne auf meine zuvor abgegebenen Mitteilungen einzugehen, eine Zahlungsaufforderung über knapp 7.000 €, zahlbar bis 16.01.2014!
Beigefügt wiederum ein dicker Auskunftsbogen wie im Vorjahr – für den Fall , dass ich
Ratenzahlung beantragen wolle.
Wohl ist man über das laufende Verfahren informiert – seltsam erscheint nur, dass nun plötzlich eine andere Bearbeiterin als zuständig unterschreibt, der die Angelegenheit
„zuständigkeitshalber übergeben“ worden wäre.

Blanker können meine Nerven nun nicht mehr liegen, zumal auch das Kind – obwohl es
Vaterschaftsanfechtung gegen mich betreibt, nicht skrupellos genug ist, gleichzeitig noch
Volljährigenunterhalt einzufordern!! Schnell nochmal monatlich über 400 € eintreiben, und das solange bis die Gerichtsmühlen fertig gemahlen haben … !!!
Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die vor Dreistigkeit strotzt, hier aber den Rahmen sprengen würde.

28. 01. 2014 Das Amtsgericht Pankow-Weißensee stellt mit heutigem Beschluss fest, dass ich nicht der Vater bin. Damit stellt auch das inzwischen neu auf der Bühne des Geschehens agierende Jobcenter seine Attacken gegen mich ein, es hatte zwischenzeitlich versucht, von mir Rückzahlungen von SGB-Leistungen an das inzwischen volljährige Kuckuckskind zu erlangen. Auch „die Stalker“ vom Jugendamt bin ich nun Gott sei Dank losgeworden.

28. 08. 2014 Nachdem meine außergerichtlichen Bemühungen erfolglos blieben, den biologischen Vater zur Anerkennung seiner Vaterschaft zu bewegen, gab es heute einen Gerichtstermin zur Vaterschaftsfeststellung. Natürlich bin ich hier unbeteiligt geblieben, wurde jedoch durch die Kindesmutter auf dem Laufenden gehalten. Eklat vor Gericht: Der Herr gab zu Protokoll, sich nicht erinnern zu können, mit der Kindesmutter sexuelle Kontakte gehabt zu haben! Und das, obwohl er in den ersten Jahren mit dem Kind Umgang gepflegt hat, ja sogar das Jugendamt bemühte, um sein Umgangsrecht regeln zu lassen – das gleiche Jugendamt, welches mich damals schon erbarmungslos wie eine Zitrone auspresste! Nach Schilderung der Mutter waren sowohl Anwalt als auch Richter im Gerichtssaal schockiert und empört ob dieser kaltschnäuzigen Äußerung! Der Richter ordnete also einen Abstammungstest für den 30.09.2014 an.

23. 10. 2014 Das Ergebnis des Vaterschaftstests liegt vor; danach ist die Vaterschaft mit 99,9999 %iger Wahrscheinlichkeit erwiesen und gerichtlich festgestellt. Seither ist mein Adrenalinspiegel wieder auf Höchststand – gilt es doch jetzt, 36.139,- € unrechtmäßig gezahlten Unterhalt zurückzufordern! Unglücklicherweise deckt meine Rechtschutzversicherung Familienrechtsfälle nicht ab … die Prozesskosten werden bei dem hohen Streitwert wohl etwa bei 5.000 € liegen.

29. 10. 2014 Ich habe einen Einschreibebrief mit Rückschein an das Jugendamt (mit dem ich eigentlich endgültig fertig zu sein glaubte) zur Post gebracht – Inhalt: Meine Forderung mit Fristsetzung zur Rückzahlung des von mir zu Unrecht gezahlten Unterhaltes! Nach Rechtsauffassung meiner Anwältin und einiger ihrer Kollegen macht das durchaus einen Sinn! Drückt mir die Daumen … auch wenn ich nicht sehr viel Hoffnung hege, dass ich mit dem Amt außergerichtlich einig werde!

Der Kuckucksvater-Blog wird weiter über den Ausgang dieser Behördenposse berichten und wünscht Matthias von Herzen, dass er zumindest finanziell für die jahrelange Tortur in voller Höhe entschädigt wird. Die vielen Lebensstunden, die er bis jetzt opfern musste, um sich gegen diesen Behördenpfusch zu wehren, werden die Damen und Herren in den zuständigen Ämtern und Gerichten ihm ohnehin nicht mehr zurückgeben können. Ihre einzige Leistung bestand darin anderen, weniger verschlafenen und menschlicheren Kollegen als ausreichend schlechtes Beispiel zu dienen.

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Über Marcus Spicker

Bio-Vater, sozialer Vater und Kuckucksvater, Allgäuer, Blogger http://www.kuckucksvater.wordpress.com Fußball, Politik, Bildung
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