Wie sagen wir es unserem Papa? Meine Schwester und ich sind Kuckuckskinder – von Christine Mangold*


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Meine Schwester und ich sind Kuckuckskinder – von Christine Mangold

Hallo,
Ich weiß gar nicht, wie ich hier anfangen soll, aber ich versuche es einfach mal.

Ich weiß das hier verschiedenste Betroffene sind. (K-Kinder, K-Väter und andere.) Ich würde gerne von Euch wissen, wie Ihr es Euren Kindern, Nicht-Vätern oder auch biologischen Vätern gesagt habt oder es selbst erfahren habt. Aber auch von den Lesern, die selber nicht betroffen sind, wäre es hilfreich, Eure Gedanken und Tipps zu erfahren.

Mein Problem ist, dass ich und meine Schwester Kuckuckskinder vom gleichen leiblichen Vater sind. Seit ca. einem halben Jahr wissen wir, dass wir nicht unseres Vaters Kinder sind. Wir haben dieses per Zufall herausbekommen und es wurde durch einen Vaterschaftstest mit dem biologischen Vater bestätigt. Die Geschichte hierzu folgt noch ausführlich.

Meine Mutter weiß es auch, schämt sich dafür, nimmt aber weiter dazu keine Stellung, da Sie nach dem Selbstmord meines Bruders vor 9 Jahren psychisch sehr krank ist.

Mein Papa (Nicht-Vater) weiß noch von gar nichts. Und hier liegt mein Problem begraben. Meine Eltern ließen sich vor 20 Jahren scheiden und haben auch jeweils neu geheiratet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir mit meinem Papa und meiner „Stiefmutter“ eine tolle Patchworkfamilie aufgebaut. Unser Sohn ist öfter bei Ihnen in den Ferien in Urlaub und sie waren immer für mich da, wenn ich sie gebraucht habe.

Seitdem ich nun weiß, daß ich nicht sein leibliches Kind bin, habe ich mit meinem Gewissen ein furchtbares Problem. Ich fühle mich bei Ihnen nicht mehr wohl, da ich denke (und so ist es ja auch) ich hintergehe Sie. Es macht mich krank – und das ganze nicht nur seelisch sondern auch körperlich – ihnen nicht die Wahrheit zu sagen. Ich muss sie anlügen und mein Kind, denn es weiß es auch noch nicht. Ich habe Angst, dass alles einfach mal per Zufall rauskommt und ich ihnen noch nicht davon erzählen konnte. Da wir uns mit meinem biologischen Vater treffen, könnte es gut möglich sein, dass sich einer mal verbabbelt.

Nach langem Hickhack mit meiner Schwester und monatelangen Überlegungen haben wir nun beschlossen, es meinem Vater zu sagen. Da ich meinen Sohn heute bei ihnen abhole, möchte ich sie um einen Gesprächstermin mit ihnen, mir und meiner Schwester bitten. Ich weiß, dass dieses Gespräch furchtbar werden wird. Ich muss meinem Vater furchtbar weh tun und dieses Wissen macht mich echt krank.

Erst hat er damals seinen Sohn verloren und nun „verliert“ er seine 2 Töchter. Also verlieren wird er uns nicht, wir möchten, dass weiterhin alles so bleibt wie es war. Nur ob er so weitermachen möchte und auch kann, weiß ich nicht. – Ich wünsche es mir.

Ich habe Angst vor seiner Reaktion, seiner Wut und seiner Traurigkeit. Auch dass er vielleicht einen Herzinfarkt bekommt oder sich selbst was antut. Aber ich kann einfach nicht mehr schweigen. Ich möchte mein Leben leben wie es ist und nicht in / mit einer Lüge.

Könnt Ihr mir irgendwie was raten, erzählen oder Tipps geben???

Es ist einfach nur grausam für alle Beteiligten.

Liebe Grüße
Christine

P.S. So ganz unschuldig ist mein Vater nicht an der Sache. Meine Eltern haben damals mit ihren besten Freunden (Ehepaar) in der tollen Hippie-Zeit öfters „Pärchentausch“ gemacht. Tja, und dabei entstand ich.

*Christine Mangol ist ein Pseudonym

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Hier geht es zum zweiten Teil: Es fängt ein neues Leben für uns alle an

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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49 Antworten zu Wie sagen wir es unserem Papa? Meine Schwester und ich sind Kuckuckskinder – von Christine Mangold*

  1. Christine Mangold schreibt:

    An alle hier im K-Block.

    Wir hatten gestern das Gespräch mit unserem Papa (Nicht-Vater). Der Kommentar wurde gleich zum Artikel „Es fängt ein neues Leben für uns alle an“ umgewandelt.

    Liebe Grüße Christine

  2. Anita schreibt:

    Ich wuerde deinen Vater und seine Frau miteinander fuer ein Gespraech einladen. Sie ist die Person die deinem Vater am naechsten steht und am auch meisten Einfluss auf ihn hat. Ausserdem wird sie ihm die besste Stuetze sein – falls er es schwer nehmen sollte…

    • Andrea schreibt:

      Das kommt darauf an Anita. Auf die Idee die aktuelle Ehefrau mit einzubeziehen kam ich nämlich selbst auch und haette das mal besser gelassen. Aber wie gesagt je nachdem z.B. wenn sie die 2 Töchter mag, kann das auch gut gehen und hilfreich sein.
      Bei mir ging das leider voll nach hinten los.

      • Anita schreibt:

        Das toent wie ihr hast das Gespraech mit dem gesetztlichen Vater und Stiefmutter gefuehrt habt? Wie haben sie reagiert? In deinem Bericht lese ich dass ihr eigentlich ein gutes Verhaeltnis mit der Stiefmutter habt…

        • Andrea schreibt:

          Ich ein gutes Verhältnis mit meiner Ex Stiefmutter ?! Nein !!!
          Aber ich habe ein gutes Verhältnis mit meiner Mutter und meinem biologischen Vater.
          Meine Exstiefmutter sollte eigentlich auch meinen sozialen Vater auffangen, hat aber im Eigeninteresse dafür gesorgt, dass alles den Bach herunter gegangen ist.
          Und das ziemlich nachhaltig.

          • Andrea schreibt:

            P.s. genauer moechte ich darauf nicht mehr eingehen, sonst bekomme ich wieder Tobsuchtsanfaelle 🙂 und das ist für meine Nerven nicht gut.

    • Sammy schreibt:

      Hallo Anita,
      Deine Antwort ist nicht eindeutig, schließlich hat Christine 2 Väter, einen leiblichen und einen rechtlichen/sozialen.
      Welchen von beiden meinst du ?

      Du meinst wohl den rechtlichen und seine Frau, also nicht die Mutter, sondern die Stiefmutter. Um das bewerten zu können, hat Christine mir zu wenig über diese Frau geschrieben.

      Was spräche gegen eine grosse Runde, beide Väter, Mutter und jetzige Ehefrau des rechtlichen?

      VG Sammy

      • Max Kuckucksvater schreibt:

        ein Gespräch zwischen leiblichen Vater und Scheinvater hat ein großes Eskalationspotential.
        Viola, normalerweise sind Klärungsgespräche von der Kuckucksmutter mit dem Scheinvater zu führen, doch der Punkt wird – wie bei den meisten – als nicht möglich unter den Tisch fallen. Nun seit ausgerechnet ihr beiden Geschwister mit der Information ausgestattet, wobei es doch von den Eltern in Richtung der Kinder (gleichgültig, ob inzwischen erwachsen oder nicht) kommuniziert und somit auch verantwortet werden müßte. Durch diesen Twist habt ihr beiden nun einen Vorsprung im Verdauen der ganzen Geschichte gegenüber Eures Scheinvaters. Eine für ihn unbekannte dritte Person hinzuzunehmen, ist ungünstig. Günstiger hingegen, je klarer ihr selber in Euren Gefühlen seid. Je klarer, desto offener werdet Ihr für die Gefühle anderer sein. Die Signale von Angst, Scham, Wut, die Euer sozialer Vater senden wird, werdet ihr dann besser empfangen und auch interpretieren können, weil ihr dann weniger mit Euren eigenen Emotionen überschüttet werdet.

        Einige Scheinväter sind damit überfordert, brechen den Kontakt ab, obwohl das Kuckuckskind ihm zur Seite stand und weiterhin zu ihm Papa sagt und ihn als solchen empfindet (siehe die Geschichte von Yelka Schmidt). Da spielen eine Menge Verletzungen mit hinein, die er da verarbeiten muss, ohne andere dabei zu verletzen. Dass verlangt eine Menge sozialer Kompetenz. Nicht nur von ihm, sondern auch von allen anderen Beteiligten.

        • Norbert Potthoff schreibt:

          Nüchtern betrachtet steckt in jeder denkbaren Gesprächskonstellaton Zündstoff und Konfliktpotetial.
          Niemand weiss, wie viel soziale Kompetenz im hier vorliegenden Fall tatsächlich vorhanden oder wie schnell sie von wem zu erwerben ist.
          Der Verweis auf einen anderen Einzelfall mag hilfreich sein, aber auch nicht zwingend den Schlüssel für diesen Falll liefern.

          Erfahrungsgemäß sind es die Kuckuckskinder, die das größte Defizit in der zeitlichen Aufarbeitung haben, denn sie sind die Letzen, die erfahren, was Andere bereits seit Jahrzehnten wissen.
          Deshalb sollten sie nichts überstürzen, sondern sich erst einmal kompetenten Rat von Dritten suchen.

          • Max Kuckucksvater schreibt:

            „Erfahrungsgemäß sind es die Kuckuckskinder, die das größte Defizit in der zeitlichen Aufarbeitung haben, denn sie sind die Letzen, die erfahren, was Andere bereits seit Jahrzehnten wissen.“

            Das ist eher ein Glaubenssatz, denn ein Fakt. Kuckuckskinder, als auch Scheinväter, berichten mir von beiden Varianten. Die eine, dass das Kuckuckskind es als erstes wußte und die andere, wo der Scheinvater als erstes davon erfuhr. Außer der Kuckucksmutter wußten nur die wenigsten es „seit Jahrzehnten“. Die Variante, die Du als allgemeingültig bezeichnest trifft auf Deine Frau und auch andere Fälle zu, aber nicht auf die meisten und schon gar nicht auf alle Kuckuckskind- und Scheinvaterschicksale. Die Vielseitigkeit der verschiedenen Kuckuckskindgeschichten auf nur eine Möglichkeit zu begrenzen ist schlichtweg falsch und leicht widerlegbar.

            Die Darstellung, dass Kuckuckskinder die Letzten seien, die von der Kuckuckskindschaft erfahren ist ein Schlag in die Gesichter der Scheinväter (wie z.B. Josef Groll), die als letztes von ihrer Scheinvaterschaft erfuhren und der Scheinväter, die nachdem sie die Wahrheit erfuhren sich nicht zum Mittäter machen ließen und dafür sorgten, dass ihre Kuckuckskinder die Wahrheit erfahren.

      • Christine Mangold schreibt:

        Hallo Sammy und Anita,

        es spräche dagegen das meine Mutter 1. durch den Selbstmord meines Bruder psysisch so angeschlagen ist, das sie noch nicht mal mit mir und meiner Schwester über diese Vaterschaftssache reden kann. – Nur im Beisein ihrer Therapeutin.
        2. Meine Mutter und mein sozialer Vater seit der Scheidung nicht mehr miteinader reden.

        Mein leichlicher Vater hatte von Anfang an angeboten, das er mit zum Gespräch kommt und diese Sache klärt. —- Meine Schwester und ich halten das für das „Erstgespräch“ nicht so gut. Sicherlich wird es irgendwann zu einem gemeinsamen Treffen kommen. Aber nicht als Anfang.

        Ich treffe mich heute mit meiner „Stiefmutter“ – also die Frau meines sozialen Vaters. Sie weiß das ich mit ihr über etwas reden möchte, jedoch noch nicht über was.

        Meine Schwester und ich haben beschlossen es erstmal ihr zu sagen, damit sie schon mal „vorgewarnt“ ist was da demnächst ins Haus steht. Ich hoffe Sie kann meinen Vater dann etwas besser abfangen und ist schon etwas vorbereitet für das was da über uns hereingebrochen ist.

        Ob dieses der richtige Weg ist weiß ich nicht. Es ist aber der Weg den wir nun gewählt und eingeschlagen haben. —- Ich hoffe wir können dann baldmöglichst die Sache meinem Vater (Sozialen) erzählen, je näher der Tag rückt um so schlimmer drückt es.

        LG Christine

        • Sammy schreibt:

          Hallo Christine,

          Respekt vor Deinem aufgekommenen Mut. Es ist Deine Entscheidung und Du muss mit den Konsequenzen leben. Ich für mich hätte mir eine neutrale Beratung bei einem Therapeuten o.ä. geholt, um den Weg zu klären. Es klingt aber plausibel, sie zunächst zu informieren. Allerdings nimmst Du eine unbeteiligte Person mit in Euer noch Geheimnis, wieder am sozialen Vater vorbei. Es sollte danach nicht mehr allzu lange dauern und ich würde ihm es so erklären, dass du aufgrund deiner Unsicherheit zu erst mit der Stiefmutter gesprochen hast.

          Es ist sehr traurig, dass Menschen, die sich einmal geliebt und Kinder gezeugt haben, nach einer Scheidung nicht mehr miteinander sprechen. Steht mir das auch bevor ???

          Ich drücke Dir die Daumen, dass das Erstgespräch mit der Stiefmutter einen positiven Verlauf nimmt und Du mit ihr eine Weg findest, um es Deinem sozialen Vater behutsam beizubringen.

          Vg Sammy

  3. Christine Mangold schreibt:

    Hallo Norbert,

    und wie meinst Du das genau? Ich fühle mich momentan wie wenn ich auf einem Schlauch stehe und die Kraft zu denken fehlt. Wie sollen wir vorgehen? Wir möchten es einfach nur noch „erledigt“haben. Verstehst Du was ich meine?

    Wir wären auch froh gewesen Sie wären monogam gewesen, glaube mir. Uns hat auch fast der Schlag getroffen, nee eigentlich hat er uns getroffen.

    Liebe Grüße Christine

  4. toll schreibt:

    es ist wirklich eindeutig der „Vater“ Schuld, der alte Hippie.

    • Norbert Potthoff schreibt:

      Für die Kinder der Blumenkinder ist das aber alles nicht so lustig. Ich habe noch Freunde aus der Zeit, die lieber nicht klären möchten, welches Kind zu welchem Vater gehört. Die haben sich irgendwie stillschweigend arrangiert.
      Aber für die Kinder ist es inzwischen ein Problem, denn nach dem Motto „Wir haben uns ja alle so lieb, Gene, Erbanlagen, familiäre Wurzeln, das ist doch die Welt der Spießer, die wir überwunden haben“ wollen sie nicht leben. Sie haben ein Recht auf ihre authentische Identität.
      Nicht zu vergessen, was aus dieser bindungslosen Zeit dann noch so alles entstanden ist. Vom „Mein Körper gehört mir“ bis zum heutigen Genderwahn. Das Ziel, die Ursprungsfamilie und ihre Bedeutung zu einem bedeutungslosen Nebenaspekt der Natur zu machen, alle Kinder per se in die Obhut eines übergeordneten Erziehungsstaates überführen zu wollen, ist eine Perspektive, die nicht nur mir Unbehagen bereitet.

      Aber zum Thema des Beitrags:
      Mich ärgert am Meisten, dass die Hauptlast der Aufklärung an den Kuckuckskindern hängen bleibt. Etliche Psychologen raten dann auch, den ganzen Fall zu begraben, da es nur neuen Ärger bringt, wenn man nach seinen Wurzeln fragt. Für die Zukunft nützen würde es auch nicht, statt einer Lebensverbesserung würden alle dabei in neues Elend stürzen.
      Christine steckt ja jetzt bereits voller Angst und Schuldgefühle, obwohl sie und ihre Schwester gar keine Schuld an der Misere haben.
      Ich hasse es, wenn der Wunsch nach Aufklärung zum Verbrechen an bestehenden Verhältnissen umdefiniert wird.
      Das ist im Kleinen wie im Großen so zu sehen.

      • Mara schreibt:

        Es ist wirklich deprimierend, wenn man erleben muss, wie die eigenen Kinder zu Spießern mutieren, denen „Abstammung“ auf einmal wichtiger ist als gelebte Liebe und Bindung.
        Wozu muss man das denn unbedingt wissen? Ich kanns verstehen, wenn man sich unglücklich fühlt in der Familie, dann ist da ein Bedürfnis nach Abgrenzung, Aber wenn nicht: wozu dann all dieses Leid anrichten? Wer „alles so lassen will, wie es ist“, soll es doch auch einfach so lassen!

        • Norbert Potthoff schreibt:

          Einspruch.
          Gelebte Liebe und Bindung stehen weder im Widerspruch, noch in Konkurrenz mit der Suche nach Abstammung und familiären Wurzeln. Im günstgen Fall sind beide Aspekte gleichberechtigt zu betrachten.
          Mit Spießertum hat die Suche nach der Wahrheit rein gar nichts zu tun.
          Es geht eher um den gegenseitigen Respekt, dass man sich wahrhaftig gegenübersteht.

          Kein Vater, keine Mutter hat das Recht, dem Kind seine eigene Lebensphilosophie, oder gar Ideologie, überzustülpen.

          Was ich sonst dazu noch zu sagen hätte, darüber schlaf ich lieber erst einmal. 😉

        • Christine Mangold schreibt:

          Liebe Mara,
          warum Spießer??? Mir ist meine Abstammung nicht wichtiger als die Bindung zu meinem sozialen Vater. Im Gegenteil, mein Vater ist mir sehr wichtig, sonst würde ich mir ja nicht solche Gedanken machen wie ich es ihm am schonensten beibringe, Wenn er mir nicht wichtig wäre hätte ich es ihm ja gleich „um die Ohren gehauen“.

          Meine Bindung ist sogar so stark ,das ich damit einfach nicht weiterleben kann. Wir haben es jetzt über ein halbes Jahr versucht geheimzuhalten und sind am Anfang davon ausgegangen es ihm nie zu sagen, aber weißt Du liebe Mara, wenn man jemanden wirklich liebt, dann lebt man mit ihm nicht in einer Lüge. Denn Lüge und Liebe vertragen sich nicht.

          Trotzdem danke ich dir für deine Ansicht.

          Liebe Grüße
          Christine

          • Mara schreibt:

            Was ist denn so wahnsinnig wichtig an der genetischen Abstammung?
            Es gab immer schon Kinder, die durch OneNightStands gezeugt wurden und durch Kenntnis ihres biologischen Erzeugerns nicht etwa eine Bereicherung erfahren oder erfahren hätten, sondern nur das Wissen, von einem attraktiven Arschloch in einer lust-orientierten Nacht abzustammen.
            Ist das echt so wissenswert?

            • Andrea schreibt:

              Seine Eltern und damit seine Wurzeln kann man sich bekanntlich nicht aussuchen.
              Und die Abstammung ist für Kind und Vater wichtig. Selbst Adoptivkinder wollen in der Regel wissen, woher sie kommen und wenn das aus dem groessten und ungebildeten Armenviertel dieser Welt sein sollte oder auch wenn der Vater ein krimineller Mörder sein sollte. Ich wurde es wissen wollen. Ganz davon abgesehen, dass es aus gesundheitlichen Aspekten wichtig ist seine Abstammung zu kennen und nicht nur aus psychologischen.
              Die Abstammung ist kein Wunschkonzert in die Muetter mal eben so mit dem Korrekturpinsel hinein malen können. Und wer bitte denkt an die armen Vaeter, die vielleicht später nicht mehr dazu kommen eigenen Nachwuchs zu haben, die so viel in ein Kind investiert haben, an Zeit, Liebe, Tränen und Schmerz und das alles auf Grund einer Luege, die irgendein bequemer Vollidiot ja ach so gut gemeint hat…

            • Sammy schreibt:

              Hallo Maren,

              Deine Einstellung finde ich unzivilisiert. Wir sind doch nicht bei den Affen, wer schonungslos und unverhütet rummvögelt, (sorry) muss sich auch um die Konsequenzen kümmern.
              Für mich hat jeder Mensch ein Recht auf seine Idendität und damit auf Klärung seiner Abstammung und Herkunft.
              Schön ist es, wenn ein solch gezeugtes Kind statt dem leiblichen einen sozialen Vater bekommt, der ihm Geborgenheit und Liebe schenkt. Aber dennoch ist es wichtig, dass das Kind frühzeitig wie wo es dran ist.

              Bist Du ein Kuckuckskind oder eine Kuckucksmutter ?

              VG Sammy

            • Christine Mangold schreibt:

              Hallo Mara,

              mich würde wirklich interessieren (wie Sammy auch) ob DU ein K-Kind bist oder eine K-Mutter.

              Wenn Du nämlich ein K-Kind wärest, würdest Du das obenstehende so nicht schreiben. Ein K-Kind fühlt das etwas nicht stimmt, es sucht nach Antworten auf Fragen die noch gar nicht gestellt wurden, es sucht sich selbst und seine Identität.

              Ich habe schon immer das Gefühl gehabt (lange bevor ich überhaupt wusste das ich ein K-Kind bin) das irgendetwas mit mir nicht stimmt. Ich habe immer gesucht nach jemanden der ich nicht war und war immer unzufrieden mit mir selbst.

              Deine Aussage „Es gab immer schon Kinder, die durch OneNightStands gezeugt wurden und durch Kenntnis ihres biologischen Erzeugerns nicht etwa eine Bereicherung erfahren oder erfahren hätten, sondern nur das Wissen, von einem attraktiven Arschloch in einer lust-orientierten Nacht abzustammen.“ ist krass. Es ist schlimm genug für die Kinder zu erfahren das sie nur ein „Versehen“ sind, es ihnen aber so um die Ohren zu klatschen …..

              Da kann ich ja wohl zum Glück sagen, das ich nicht aus einem One-Night-Stand von einem A…..loch abstamme.

              Und nochmal expliziet für Dich: JA es ist wichtig zu wissen woher man kommt und wer man ist.. Diese Frage stellen schon Kleinkinder.

              Nur K-Müttern ist es wichtig das diese Frage niemals aufkommt —- und wenn Sie aufkommt, leugnen Sie und schweigen es tot, oder lassen es andere für sich richten. In meinen Augen sind sie einfach nur feige in jeder Beziehung.

              LG Christine

    • Sammy schreibt:

      Hallo toll,

      Das ist sehr einseitig. Es gab hier 4 erwachsene Menschen, die mit ihrer Sexualität offen umgegangen sind, aber die Konsequenzen ausser acht gelassen haben. Zuletzt hätte der leibliche Vater für Klarheit sorgen können, in dem Moment als er die Ähnlichkeit zwischen Sohn und Halbschwester erkannt hatte.

      Meine Einstellung ist anders, vielleicht bin ich da konservativ. Rummvögeln und danach alles einfach laufen lassen ist für mich ein no go.

      VG Sammy

  5. Sammy schreibt:

    Hallo Christine,

    es wird nie der richtige Zeitpunkt sein und es besteht aus meiner Sicht kein Grund zur Eile. Das wichtigste ist zunächst, dass ihr Euch für die Wahrheit entschieden habt.
    Im nächsten Schritt würde ich mir professionellen Rat und Beistand holen.

    Für mich kann ich mur sagen, ich hätte es mir gerne anders gewünscht, die Wahrheit zu erfahren,
    nicht bei 140 auf der Autobahn durch die Freisprechanlage…..
    Ich hätte es gerne früher erfahren, gerne im Beisein eines stützenden Menschen, oder der ehemaligen Therapeutin von mir / uns.

    Holt Euch Rat, es gibt verschiedene Anlaufstellen, oder Menschen, die Euch auf dieses Gespräch vorbereiten können. Ihr und Eurer Vater hattet schon mal einen brutalen Einschnitt, es muss nicht wieder so kommen.

    Ich glaube nicht, dass Euer Vater euch verstoßen wird, es ist so viel aufgebaut über die Jahre, wo doch Gene gar keine Rolle mehr spielen. Eine Bindung die sogar die Trennung von der leiblichen Mutter überstanden hat. Ich bin mir sicher und wünsche Euch, dass er trotz allem Euer Vater bleibt und weiterhin so zu Euch steht wie bisher.
    Ihr seit den Weg schon so weit gegangen, ihr schafft das letzte Stück auch noch und wenn die Wahrheit erst mal draußen ist, geht alles leichter.

    VG Sammy

    • Christine Mangold schreibt:

      Hallo Sammy,

      vielen Dank für deine Antwort.

      Ja ich hoffe auch, das wenn die Wahrheit mal raus ist es leichter wird. Genauso kann das ganze aber auch nach hinten losgehen. Es ist einfach grausam und unfair. Ich wünsche das niemanden und ich möchte alle K-Mütter aufrufen von Anfang an mit allen Betroffenen ehrlich zu sein. Ihr vermeidet dadurch viel Schmerz.

      Liebe Grüße Christine

  6. Yelka Schmidt schreibt:

    Hallo…ich hatte in etwas das gleiche Problem. Ich hatte den Verdacht und wollte den Test mit meinem Papa (meinem heutigen, sozialen Vater) machen. Ich lud ihn zu einem langen Spaziergang ein und irgendwann erzählte ich es ihm, ganz ruhig. Ich sagte auch, dass sich zwischen ihm und mir nichts ändern wird, egal was der Test ergeben würde. Er war zwar geschockt aber meinte dann das Gleiche: so lange sich zwischen uns nichts ändert, würde er es mir zuliebe tun. Natürlich hat sich in all der Zeit sehr viel verändert…aber für diese, erste Zeit, war diese gegenseitige Absprache sehr wichtig für uns beide. Ich glaube, dass wir K-Kinder einen sehr ausgeprägten Ehrlichkeits- und Gerechtigkeitssinn besitzen, denn wir wurden mit mindestens 1 Lüge groß und irgendwas in uns sagt uns, dass wir das nicht zulassen dürfen. Gehe diesen Weg, er ist so wichtig für Deine/Eure Zukunft und bedenke: soziale Prägung ist stärker als genetische Übereinstimmung. Euer Herz spricht eine Sprache. Ich denke an Euch. LG, Yelka

    • Christine Mangold schreibt:

      Liebe Yelka,

      ich bewundere Dich für deinen Mut und das Du so offen zu deinem Vater warst. Ich finde es toll, das Ihr den Schritt/Test zusammen gemacht habt.

      Das haben wir nicht.

      Wir waren damals mit der Tatsache so überfordert, das wir den Test mit dem in Frage kommenden biologischen Vater ausgeführt haben — in der Hoffung es würde alles nicht stimmen und wir können wir gewohnt weiterleben und die Sache begraben. Was dann das Testergebnis brachte, hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir hätten NIE damit gerechnet das wir K-Kinder sind. (Vor allem das wir beide welche sind, eine OK,vielleicht, aber beide? NIE)

      In Angesicht dessen, das er schon einen Sohn verloren hat und wir unseren Bruder, waren wir etwas vorsichtiger und wollten seine Gefühle schonen. Wie bereits gesagt hätten wir nie gedacht das die ganze Geschichte stimmt.

      Ich hoffe unsere Geschichte geht wie bei dir mit einem Happy End aus.

      Liebe Grüße
      Christine

  7. Andrea schreibt:

    Du und Deine Schwester seid ihr Zwillinge aus einem Fehltritt oder Schwestern aus 2 Fehltritten Eurer Mutter ? Ich frage nur deswegen, weil ich es aus Männer Sicht schlimmer fände, wenn es 2 Fehltritte mit dem gleichen Mann waren, denn so etwas passiert ja nicht 2 Mal hintereinander zufaellig … sondern wuerde dann eher für eine längerfristige außereheliche Beziehung sprechen.
    Und beim Pärchentausch in der Blumenzeit kannte man ja nun auch schon Verhütungsmethoden 🙂 Naja wie sagt man so etwas am besten, einfach so schnell wie möglich geradeaus die ungeschminkte Wahrheit, wenn die Mutter sich weigert das selbst aufzuklären.
    Ansonsten betrügt man seinen sozialen Vater ja irgendwie zusammen mit der Mutter.
    Einen schonungslosen Aufklaerungsweg gibt es meiner Meinung nach für so etwas leider nicht.

    • Andrea schreibt:

      Upps verschrieben, ich meinte natürlich einen schonenden Aufklaerungsweg gibt es nicht

    • Norbert Potthoff schreibt:

      Liebe Andrea,
      du schreibst:

      „Ansonsten betrügt man seinen sozialen Vater ja irgendwie zusammen mit der Mutter.“

      Wie emphatielos ist das denn?

      Das Kuckuckskind ist niemals ein Betrüger, sondern immer die Betrogene.

      • Andrea schreibt:

        Also das kannst Du ja dann mal meinem sozialen Vater erklären dessen erste Frage es war wie lange ich das schon wusste und die Frage war nicht mit netten Unterton und oh Wunder dafür hatte und habe ich sogar Verständnis.
        Nur zu Deiner Information, jemandem so eine wichtige Wahrheit bewusst vorzuenthalten ist für mich das selbe wie lügen. Für Dich sieht das Thema Luege ja anscheinend leider sehr extraordinaer aus wie ich bisher feststellen musste. Und für alle die glauben so etwas mitzuteilen hatte Zeit, nein hat es nicht, denn die Kuckucksmuetter finden auch oft immer das hat Zeit auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, der dann irgendwie meist nie kommt… Und wie so etwas ausgeht, davon können wir hier ein Lied singen.

        • Andrea schreibt:

          Im Nachhinein betrachtet haette ich es anders machen sollen.
          Also keinen Test hinter seinem Rücken mit meinem biologischen Vater und meiner Mutter und dann ein paar Tage nachdenken und es ihm sagen, sondern direkt zu ihm hingehen und sagen, Du laut einer genetischen Erkrankung ist es ausgeschlossen dass Du mein Vater bist, komm lasse uns zusammen meine Mutter zur Rede stellen und einen Test machen. Ich haette ihn von Anfang an mit einbeziehen sollen. Aber damals habe ich leider nicht über so etwas nachgedacht. So hat er sich dann doppelt hintergangen gefühlt 😦 denke ich.

          • Max Kuckucksvater schreibt:

            Andrea, ich stimme Dir zu, dass es besser gewesen wäre, gleich von Anfang an mit ihm gemeinsam den Weg zu gehen. Das hätte sicher das Band zwischen Euch beiden gestärkt und nicht den Begeschmack, des des Hintergangenwerden hinterlassen. Und ja, wer weiß denn schon, wie man da am besten reagieren sollte, da Kuckuckskinder in der öffentlichen Wahrnehmung nur exotische Einzelfälle sind. So wird man gleich auf mehreren Ebenen mit der Situation überfallen.

            • Andrea schreibt:

              Naja das stimmt, man wird schon ziemlich mit der Situation ueberfallen, man hoert ploetzlich dass man ueber kurz oder lang so gut wie blind wird und dass der Vater nicht der Vater ist, trotzdem aergert es mich, dass ich es nicht besser gemacht habe.
              Was mich retroperspektive auch noch richtig aergert ist, dass die Verursacherin der ganzen Situation sich weigerte das meinem sozialen Vater selbst beizubringen und dass ich das dann an ihrer Stelle machen musste, obwohl ich sie mehrmals ausdruecklich dazu aufgefordert hatte. In meinen Augen ist so etwas wieder die totale Weigerung Verantwortung fuer sein Tun zu uebernehmen und das auf andere abzuschieben. Kennt eigentlich jemand eine Kuckucksmutter, die das dann selbst aufgeklärt hat ?

          • Christine Mangold schreibt:

            Liebe Andrea,

            ja Du hast Recht, wir hätten vielleicht den Test mit ihm machen sollen. Im Nachhinein sehe ich das auch so, aber da wir ja den in Frage kommenden Erzeuger kannten und Kontakt aufgenommen hatten, war dieser Weg in diesem Moment für uns der Richtige.

            Wir wollten unseren Vater schonen. Er hat bereits seinen Sohn durch Selbstmord verloren — und glaub mir die Szenen die sich an diesem und an den folgenden Tagen und Jahren abgespielt haben,vergesse ich nie, selbst mein Mann sagte mir er wird die Schreie meines Vaters nie vergessen ——- Die Behauptung wir wären nicht seine leiblichen Kinder konnten und wollten wir nicht glauben. Wir dachten es ist ein Scherz oder Irrtum. Warum ihn dann mit etwas belasten was vielleicht gar nicht ist?

            Und um auf deine Frage einzugehen, NEIN wir sind keine Zwillinge. Wir haben einen größeren Altersunterschied.

            Liebe Grüße
            Christine

            • Sammy schreibt:

              Hallo Andrea,

              ich hoffe und wünsche mir, dass ich eine Kuckucksmutter kenne, die das ganze selbst aufklären wird. Wie Du weisst ist die Frage zunächst wann……

              VG Sammy

      • Max Kuckucksvater schreibt:

        Norbert, den Vorwurf der Emphatielosigkeit halte ich für verfehlt.

        Jeder, der in der Kuckuckskindthematik zum Mitwisser wird und sich entscheidet auch Geheimnishüter zu sein, der hat sich für den Verrat an denen entschieden, vor denen das Geheimnis gehütet wird. Wenn das Kuckuckskind herausfindet / erfährt, dass es nicht das leibliche Kind des gesetzlichen Vater ist und dieses Wissen vor dem Scheinvater geheim hält, geht mit der Kuckucksmutter ein Bündnis gegen den Scheinvater ein. Das ist Betrug am sozialen Vater. Ja, so kann dann auch das Kuckuckskind zum Betrüger werden.

        Umgekehrt begeht auch jeder Scheinvater am Kuckuckskind Betrug, der dieses für sich behält und so zum Geheimnisträger wird und mit der Kuckucksmutter ein Bündnis eingeht. So wird der Scheinvater zum Betrüger.

        • Andrea schreibt:

          Ich habe dann auch noch eine Frage an die Schein- bzw. sozialen Vaeter hier.
          Ich habe lange versucht zu verleugnen, dass es etwas in der Beziehung zwischen Vater und Kind aendert, wenn man weiss, man ist doch nicht biologisch miteinander verwandt.
          Ich habe mir auch immer gesagt, eigentlich sollte das doch nicht so wichtig sein wie die soziale Bindung. Aber ich habe das Gefühl es aendert eben doch etwas, wenn die Sache nicht mehr so frisch aufgeklärt ist und sich alles mal beruhigt und gesetzt hat.
          Aber zurück zu meiner Frage, die ich diesbezüglich stellen wollte, was hat sich bei Euch in der emotionalen Beziehung zu Euren Scheinkindern dadurch geändert, ganz ehrlich bitte…

  8. Peter Teuschel schreibt:

    Ich glaube, dass Sie 90% des Weges schon gegangen sind, eben indem Sie sich entschlossen haben, Ihrem Vater die Wahrheit zu sagen. Dass Sie ihn nicht hintergehen wollen, scheint mir absolut nachvollziehbar und schlüssig. Diese Heimlichkeiten können jede Beziehung vergiften.
    Ich denke, ich würde den Großteil des Gespräches darauf verwenden, ihm zu sagen, wie wichtig Ihnen der weitere Kontakt ist und wie wenig Ihre Liebe von Verwandtschaftsgraden abhängt.
    Im Vordergrund steht jetzt erkennbar die Angst, welche Reaktion diese Eröffnung bei Ihrem Vater auslöst. Es ist von außen natürlich unmöglich einzuschätzen, wie diese Reaktion ausfallen wird, diese Verantwortung bleibt auf Ihren Schultern und auch die Entscheidung, unter welchen Umständen das Gespräch geführt wird.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vater, dass er erkennt, dass die Wahrheit ein Geschenk ist, auch wenn Sie weh tut.

    • Christine Mangold schreibt:

      Lieber Peter Teuschel,

      vielen Dank für Ihre Worte.

      Nein die Reaktion unseres Vaters kann uns niemand voraussagen.

      Ich hoffe auf ein „gemeinsames Zusammenweiterleben“ und wenn ich mir noch mehr hoffen darf : „ein durch Vertrauen und Ehrlichkeit gestärktes gemeinsames Zusammenleben“.

      Liebe Grüße
      Christine

  9. Marcus Spicker schreibt:

    Liebe ‚Christine‘, nach dem was im P.S. steht, könnte ich mir gut vorstellen, dass deinen Papa deine „Neuigkeit“ gar nicht so aus heiterem Himmel treffen wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich die Frage damals bereits selber schon einmal gestellt und dann entweder verdrängt oder der Familie zuliebe für sich verneint hat. Auch gut möglich, dass er es immer schon wusste und es euch zuliebe durchgezogen hat. Unsere Erfahrungen mit dem Blog zeigen, dass es auch solche Väter gibt. Und irgendwie hat er ja Verantwortung übernommen und tut es weiter mit seinem Enkelkind. Ich wünsche euch alles Gute für das ‚Gespräch‘ und wie gesagt: Es wird nicht so dramatisch werden wie ihr befürchtet. Aber es muss raus! Hältst du uns auf dem Laufenden?! Ich hoffe, ich liege mit meiner Einschätzung nicht daneben…

    • Christine Mangold schreibt:

      Lieber Marcus Spicker,

      wäre es „nur“ ich, die ein K-Kind ist, wäre es vielleicht nur „normal schlimm“ und so wie Du es Dir vorstellen kannst, nämlich das er es vielleicht irgendwann mal vermutet hat.

      Da ist aber noch meine Schwester, mit einigem an Jahresabstand, und ich glaube diese Tatsache ist es was so schwer wiegt und das ganze zum „Super-GAU“ werden läßt.

      Er wurde 2x hintergangen und hat somit keine eigenen leiblichen Kinder mehr.

      Ich hoffe das das Gespräch uns allen Erleichterung bringt (wenn vermutlich auch nicht gleich) und JA ich halte Euch auf dem laufenden wie sich alles entwickelt.

      Liebe Grüße
      Christine

      • Sammy schreibt:

        Hallo Christine,

        ich wäre vorsichtig mit dem Vorwurf.
        Zunächst handelte es sich ja wohl um wissentlichen Partnertausch und nicht darum, dass Deine Mutter Deinen Vater unwissentlich hintergangen hat.
        So wie ich es gelernt habe sollte Sex Spass machen, die ureigene Aufgabe dessen ist aber nun mal die Fortpflanzung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Euer Vater sich damals, als Deine Mutter schwanger wurde, sich keine Gedanken gemacht hat, ob er der Vater ist, oder ein anderer.

        Was sagt denn der leibliche Vater dazu, er muss doch wissen, ob Dein sozialer Vater es weiß oder nicht.

        VG Sammy

        • Christine Mangold schreibt:

          Hallo Sammy,

          mein leiblicher Vater meinte mein sozialer Vater würde es nicht wissen. — Auch meine Mutter war ja damals als wir Sie zur Rede gestellt haben, komplett von den Socken.

          So ganz sind meine Schwester und ich noch nicht dahinter gekommen, woher die Vermutung entstanden ist das ich ein K-Kind bin. (Meine Schwester war ja dann die große Überraschung das sie auch ein K-Kind ist). Wir haben wiedersprüchliche Aussagen von meiner Mutter, meinem leiblichen Vater und der EX meines leiblichen Vaters, die das ganze ans Licht und zur Sprache gebracht hat. (Ich merke ich muss doch mal bald meine ganze Geschichte einstellen.)

          Die Vermutung kam vor Jahren auf (damals war ich ca. 7 Jahre alt) als ich mit meinem leiblichen Vater, seiner Ehefrau (jetzt EX) und deren Sohn (ein Jahr älter als ich – ja ich habe nun einen Halbbruder und eine Halbschwester dazubekommen) im Sommerurlaub war. Sie waren ja mit meinen Eltern beste Freunde und wir waren jedes Wochenende zusammen unterwegs. — Naja auf jedenfall gibt es ein Foto von meinem leiblichen Vater, meinem Halbbruder und mir wo wir zusammen auf einer Bank sitzen. Als sie das Foto damals vom entwickeln abgeholt haben und es betrachteten sind Sie (L-Vater und EX) stutzig geworden. Es musste wohl sehr hohe Ähnlichkeit bestanden haben auf dem Bild. Die beiden haben aber geschwiegen. Damals war die Ehe meiner Eltern noch intakt und mein leiblicher Vater wollte den Frieden nicht stören. — Die Freundschaft ging ein paar Jahre danach kaputt, warum auch immer.

          Ich habe, nach dem ich von seiner EX den Vorwurf im Sommer gesagt bekommen habe, mit ihm Kontakt aufgenommen. Er war sofort zu einem Gespräch bereit und auch zum Test. Er meinte damals, er hätte gewusst das eines Tages der Tag kommt an dem ich in der Tür bei ihm stehe. Er hätte sich von sich aus niemals gemeldet um mein Leben nicht zu zerstören. — Nun ist er aber sehr sehr froh und glücklich. Er wollte das ganze sofort zusammen mit uns und meinem sozialen Vater klären. — Das wollten wir (meine Schwester und ich ) nicht. Er ist immer noch bereit mit zum Gespräch zu kommen und stärkt uns den Rücken. Er steht voll und ganz zu uns.

          In dieser Hinsicht haben wir wenigstens „Glück“ gehabt.

          Wegen der Verhütung: tja mein sozialer Vater und die damalige Ehefrau meines leiblichen Vaters hatten verhütet. Meine Mutter nicht, denn sie wollte ja ein Kind mit meinem Vater haben. Allerdings gab es auch zu diesem Zeitpunkt Kondome, ich weiß. Keine Ahnung warum Sie diese nicht genutzt hat.

          Uns fehlen noch ganz ganz viele Antworten auf unsere Frage warum, weshalb, wieso. Vorallem was wirklich damals passiert ist und wie das alles entstand. Ob wir darauf jemals ehrliche Antworten bekommen wissen wir nicht. Noch wiederspricht sich alles.

          Liebe Grüße Christine

          • Sammy schreibt:

            Hallo Christine,

            Verstehe ich das richtig, deine Mutter wollte mit dem Freund ihres Ehemannes ein Kind, hat es darauf angelegt und dann wissentlich beide Männer belogen?

            Manchmal könnte ich in den Wald und schreien….Inzwischen wurde mir gesagt, dass meine Frau auch bewusst von einem anderen Mann schwanger wurde. Nur mit dem kleinen Vorteil für mich, dass sie mir das Ergebnis nicht unterschieben konnte.

            Es erschreckt mich und macht mich unfassbar traurig, dass es Menschen gibt, die solche Lügen zulassen und Jahrzehnte lang damit leben. Aber Deine Mutter scheint ja ein Problem mit ihrem Leben zu haben.

            Noch eine andere Frage, man sagt ja in meinem nächsten leben werde ich Jurist….

            Habt ihr Euch auch Gedanken über die rechtliche Komponente gemacht? Wollt ihr auch hier Wahrheit, mit allen Konsequenzen. Wie lange haben Du und Deine Schwester die Vermutung Kuckuckskinder zu sein und wie lange schon die Klarheit?

            Und wieder ein Fall, der für den Vaterschaftstest bei Geburt spricht….

            VGSammy

            • Christine Mangold schreibt:

              Hallo Sally,

              uns wurde die Vermutung im Sommer 2013 mitgeteilt. Sicher -anhand des Tests- Wissen wir es seit März diesen Jahres.

              Über irgendwas rechtliches haben wir uns keine Gedanken gemacht. Was meinst Du hier genau?

              Und ja auch mir ist zum schreien zumute. Am liebsten würde ich meine Mutter schütteln bis sie mit der ganzen Wahrheit rausrückt.

              LG Christine

            • Christine Mangold schreibt:

              Vielleicht habe ich es nicht genau geschriebenen. Sie wollte ein Kind mit ihrem Ehemann -also meinem sozialen Vater.

            • Sammy schreibt:

              Hallo Christine,
              Dann habe ich es falsch verstanden. Dennoch kann eine Frau ihren Kinderwunsch nicht einfach umsetzend. Mit meinem Ehemann klappts nicht, dann halt mit einem anderen. Und dann alles verheimlichen und kinder und Väter im unklaren lassen.

              Ja, solche Mütter gehören geschüttelt, die Antwort von dir habe ich meiner Frau geschickt. Sie ist da leider noch immer schmerzfrei. Anscheinend braucht sie doch die Schocktherapie…..dazu kannst du in meiner Geschichte einiges lesen.

              Mit der rechtlichen Frage meinte ich die formale Richtigstellung der Kindschafts- und vaterschaftsverhältnisse. Auch dazu kannst du an anderer Stelle hier im forum mehr lesen.

              VG Sammy

  10. Norbert Potthoff schreibt:

    Oh je, was für eine Geschichte. Bin selbst 68er, aber beim Sex war ich sehr konservativ. Immer schön monogam in jeder Beziehung.

    Aber zum Thema. Ich denke, ohne einen unabhängigen Mediator ist das RTisiko zu groß. Die Geschichte ist brisant, hoch emotional aufgeladen, bei allen Beteiligten. Da würde ich das Enthüllungsgespräch sehr sorgfältig vorbereiten.

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