Eltern stimmen dem Vaterschaftstest nicht zu – was tun? – gutefrage.net


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Das Kind möchte einen Abstammungstest, doch die Eltern verweigern sich – leider keine Seltenheit – Screenshot gutefrage.net

Auf gutefrage.net sucht Chrissi – ein vermutliches Kuckuckskind (Zweifelskind) – um Rat.

„Hallo ihr lieben 🙂

Ich habe schon seit einigen Jahrne diverse gesundheitliche Probleme (Herz, Lunge etc) Vor kurzem habe ich festgestellt, dass ein Kinderarzt bei mir bereits im Alter von 2 Jahren Anzeichen von Herzrhythmusstörungen und Athemnot unter Belastung festgestellt hat. Den ärztlichen Rat, das zu beobachten und regelmäßig untersuchen zu lassen, hat meine Mutter damals

ignoriert. Auch als ich als Kind angefangen hatte über diverse Beschwerden zu klagen hat sie nicht reagiert. Für mich war das absolut unverständlich. Auch jeztzt als das alles akut wurde hat sie kein Interesse dafür gezeigt. Im Gegenteil ich habe mich da bisher alleine durchgekämpft. …“

Das Kuckuckskinder von der eigenen Mutter abgelehnt werden scheint keine Seltenheit zu sein. Das würde auch das Desinteresse der Mutter an der Genesung des Kindes erklären.

„… Nun wurde bei mir eine Erbkrankheit festgestellt die unter meinen Eltern und Großeltern auch mindestens einmal vorkommen muss sonst hätte ich es nicht in dieser Ausprägung. Meine Familie hat sich daher auch entsprechend untersuchen lassen und das Ergebnis meiner Mutter war seltsamerweise bereits nach 2 Tagen da (meines hatte über eine Woche gedauert) und war positiv. Durch Zufall habe ich gestern bei meinem Arzt erfahren, dass ja meine ganze Familie negativ getestet wurde und das eigetnlich unmöglich ist. …“

Gerade durch Erbkrankheiten und Blutgruppen werden Abstammungs-Unstimmigkeiten bekannt. Das führt dann unweigerlich zu den Fragen: „Wer sind meine Eltern? Wer ist mein Vater? Wer bin ich?“ Vllt. machte auch gerade deswegen Chrissis Mutter so einen großen Bogen um die Erkrankungsbehandlung. Und nun reagiert die Mutter mit einer neuen Lüge – es hatte ja bereits schon einmal funktioniert. Gewohnheit?

„… Meine verdutzte Nachfrage nach meiner Mutter hat er mit einem verunsicherten Schweigen quittiert (die beiden kennen sich auch recht gut). Ich hatte das Gefühl er wusste nicht was er sagen soll, da er ja eigentlich aufgrund der Schweigepflicht schon zu viel gesagt hatte. …“

Ups, verplappert? Schweigepflicht – obwohl direkter Zusammenhang der Untersuchungen besteht?

„… Dazu kommt jetzt aber noch die Tatsache dass ich als kleines Kind schon immer das Gefühl hatte „nicht dazu zu gehören“ Ich bin in jeder Beziehung das absolute Gegenteil meiner Geschwister und meiner Familie. …“

Welches Kuckuckskind kennt nicht das Gefühl, irgendwie „nicht dazu zu gehören“? Klingt ganz nach der Geschichte eines Kuckucks- oder Adoptionskindes

„… Ich habe mit meinen Eltern nun darüber gesprochen und habe eine eher wütende Reaktion bekommen (Ob ich überhaupt weiß was ich ihnen da unterstelle) …“

Wo Angst ist, da geht man gerne in den Gegenangriff über. Vorwürfe, Beschämung – die üblichen Techniken, um den anderen mundtot zu machen oder wenigstens auf einen Nebenkriegsschauplatz zu kommen. Auch das bekommen Kuckuckskinder häufig zu hören, wenn sie ihre Unsicherheit über die eigene Abstammung kundtun.

„… Und auf meine Bitte einen Vaterschaftstest zu machen (es kann theoretisch auch im Krankenhaus zu einer Verwechslung gekommen sein) haben sie dermaßen wütend reagiert und klar gestellt dass sie dem niemals zustimmen werden. Was soll ich jetzt tun? …“

Das sieht Chrissi richtig, wenn die Eltern nichts zu verbergen hätten, würden sie selber eher die Besorgnis mit dem Kind teilen, dem Abstammungstest zustimmen und auch die Verwechslung im Krankenhaus als Option sehen. Wie man aus dem Teil 12 von „Kind der Schande“ es kennt, kann das aber auch als weitere faule Ausrede verwendet werden. Wobei diese Lüge dann auch extrem kurze Beine hätte. Denn wer einmal zweifelt, der wird dieses Gefühl in der Regel erst dann los, wenn zweifelsfreie Beweise geliefert werden.

„… Es ist für mich schon sehr wichtig zu wissen wer meine biologischen Eltern sind. Gerade weil es um Erbkrankheiten geht. …“

Diese Gründe haben auch wir in der Serie „Ein Tag – ein Grund“ für den Vaterschaftstest ab Geburt angeführt.

Könnte ich heimlich einen Vaterschaftstest machen lassen Oder mir eventuell bei einer Familienberatung Hilfe holen? Könnte man das in meinem Fall vielleicht sogar erzwingen? Wie bekomme ich Antworten auf meine 1000 Fragen? Kennt sich hier vielleicht jemand aus?

Ich danke euch schonmal für eure Hilfe,

Chrissi

Wer Chrissi einen Rat geben möchte, der möge es bitte gerne auf gutefrage.net tun.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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3 Antworten zu Eltern stimmen dem Vaterschaftstest nicht zu – was tun? – gutefrage.net

  1. Fabian schreibt:

    Erstmal zu Penny 😉

  2. Kuckuckstochter schreibt:

    „Ich spreche aus Erfahrung, denn wer solche Eltern hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr.“
    Du sprichtst mir mal wieder aus der Seele, passt alles! Aber das bezieht sich nicht nur (in meinem Fall) auf die Eltern.
    lch schreibe noch ergänzend: Wer solche „Halbgeschwister/Halbschwägerin“ hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr!

  3. Petra Scholz schreibt:

    Es scheint immer wieder die gleiche Art zu sein, dass Eltern,- sobald sie merken, dass ihre Lebenslüge zu bröckeln beginnt, weil sie etwas zu verbergen haben, jeglicher Konfrontation aus dem Weg zu gehen, anfangen, regelrechte, dreckige Wäsche zu waschen und versuchen, das betreffende Kind mundtot zu machen.

    Sie gehen über Leichen und wie dieser Fall zeigt, ist ihnen die Wahrung ihrer Lüge selbst dann noch wichtiger, wie die Gesundheit ihres Kindes.

    Das letztliche, Verwerfliche dabei ist noch, dass der Staat diese Lüge oft noch schützt, weil die Gerichte einen Test auf Verdacht hin, ablehnen, als hätten Betroffene nichts anderes zu tun, mal schnell einen Test aus langer Weile zu erwirken.

    Durch diese Sichtweise fühlen sich jene Eltern in ihrer Lüge noch bestätigt und fühlen sich im Recht, zu Ungunsten der Kuckuckskinder, die anderseits das Recht auf Information ihrer Abstammung haben. Was für eine Heuchelei per Gesetz, was meiner Meinung dringend auf den Prüfstand- und reformiert gehört.

    Insoweit es weder Nachweise gibt, die Eltern schweigen und somit einem solchen Test nicht zustimmen, hat es letztlich der Betroffene schwer, einen Prozess zu gewinnen.

    Dennoch zeigt ein solches Verhalten doch geradezu, dass Eltern, welche derart reagieren, zu Einhundert Prozent etwas zu verbergen haben. Demnach wäre also auch die Begründung, dass es sich um einen Test auf Verdacht hin handeln würde, nicht haltbar.

    Dass Kuckuckskinder fast alle irgendwann das Gefühl haben, sich fremd zu fühlen und nicht zur Familie zu gehören, scheint also nichts Neues. Oftmals kommt dann kein richtiger Bezug zwischen Familie und den restlichen Geschwistern zustande, ganz einfach weil bereits die Basis fehlt und die Eltern durch eine solche Lüge,- welche sich immer auf ihr Verhalten und Ausstrahlung auswirkt und somit auf die ganze Familie auswirkt,- insgeheim für ein solches Klima sorgen.

    Die nicht wissenden Familienmitglieder, wie die Geschwister stellen sich dann meist auch auf die Seite der Eltern, die sie insgeheim ebenso mit belogen haben und letztendlich an die Theorie einer solchen Lüge nicht glauben, ohne meist wissen zu wollen, dass sie weiterhin belogen werden.. Stattdessen wird meist lieber „um des Friedens Willen“ klein bei gegeben, nach dem Motto. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“, sodass die Betroffenen im Abseits stehen, die oft als Lügner und gestört gelten.

    Ich kann Dir, Chrissi, nur alles Gute wünschen. Möglicherweise hast Du vielleicht sogar durch Deine nachgewiesene Krankheit,- die es ja in keinster Weise ein weiteres Mal in der Familie gibt, aber doch geben müsste,- Aussichten auf eine positive Anfechtung Deiner Vaterschaft.

    Ich spreche aus Erfahrung, denn wer solche Eltern hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr.

    Alles Gute.

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