Urteil – Posthume Vaterschaftsanfechtung ohne Vaterschaftstest – Amtsgericht Hannover


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Die Skyline von Frankfurt am Main – © Foto: Roland Meineke under GNU FDL 1.2

Posthume Vaterschaftsanfechtung – Exhuminierung – Vaterschaftstest – Stadt Frankfurt am Main – Amtsgericht Hannover – Richterin Dagmar Frost – Az: 631 F 366/14 Nicht schlecht erstaunt dürfte ein Mann gewesen sein, als er durch die Stadt Frankfurt am Main aufgefordert wurde, für seine Tochter

der Stadt die Begräbniskosten in Höhe von 1.228,- Euro zu erstatten. Denn von deren Existenz wusste er bis dato noch nichts.

Die verstorbene Frau war innerhalb seiner Ehe geboren, doch zu diesem Zeitpunkt lebte er bereits getrennt von seiner Frau, die ebenfalls bereits verstorben ist. Dass er das Kind gezeugt haben konnte, war ausgeschlossen. Er hatte das Glück, dass er als Seemann sehr gut seine Abwesenheit um den Zeugungszeitraum nachweisen konnte. Das Gericht unter Richterin Dagmar Frost stellte fest, dass seine Vaterschaft durch seine Dokumentationen in seinem Seemannsbuch hinreichend ausgeschlossen ist und gab der Vaterschaftsanfechtung statt. So blieben ihm und dem Steuerzahler wenigstens die Exhumierung der Kuckuckstochter, der Vaterschaftstest und die damit verbundenen Mehrkosten erspart. (Quelle: Pressemitteilung Amtsgericht Hannover)

Doch was geschieht, wenn jemand keinen lückenlosen Nachweis erbringen kann und die Leiche verbrannt wurde? Nur die wenigsten werden über ein Seemannsbuch oder vergleichbares verfügen. Diese Scheinväter werden dann zu zahlen haben, denn Scheinväter sind bis zum Nachweis ihrer Unschuld schuldig. Ein weiterer Grund, der für einen verbindlichen Vaterschaftstest ab Geburt spricht.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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6 Antworten zu Urteil – Posthume Vaterschaftsanfechtung ohne Vaterschaftstest – Amtsgericht Hannover

  1. Sammy schreibt:

    Hallo Matze,

    ich kann Dein Argument mit dem Generalverdacht einerseits verstehen.

    Andererseits schockiert mich die hohe Anzahl von Kuckuckskindern. (Kannst du an anderer Stelle nachlesen)

    Wie viel Leid die Kuckuckskinder, Väter ( Schein und leibliche), aber auch die Mütter erleiden siehst Du hier im Forum.

    Also zumindest leicht Betroffener habe ich erkannt wie viele Leidenswege durch einen konsequenten Vaterschaftstest bei Geburt ( Kann im Rahmen der U1 problemlos mit durchgeführt werden) vermieden werden könnten.

    Es gibt andere Dinge, wie die Vorratsdatenspeicherung, wo in viel stärkerem Masse ein Generalverdacht erfolgt. Ich glaube allen Vätern gäbe es von Anfang an Sicherheit, den Müttern die ehrlich mit Mann und Kind umgehend tut es nicht weh und die, die den Betrug versuchen wollen, werden abgeschreckt, denn das Unterschieben ist dann nicht mehr möglich.

    Du wirst hier im Forum lesen, dass ich inzwischen ein Befürworter des verbindlichen Vaterschaftstestes bin. Ebenso plädiere ich für eine Neufassung des BGB, denn ich sehe es nicht ein, dass ich als Ehemann einfach zum Vater abgestempelt werde, obwohl ich meine Zeugungsunfähigkeit nachweisen kann. Der Staat macht es sich einfach und stellt den Mann unter den Generalverdacht der Zeugung, ohne Chance der Widerrede. Ich musste nun als nachweisbarer Scheinvater dennoch einen Vaterschaftstest durchführen lassen und muss nun einen Antrag beim Familiengericht stellen. Alles vermeidbar bei Durchführung eines verbindlichen Testes bei Geburt.

    VG Sammy

  2. Andrea schreibt:

    Matze wenn Du aufs Amt gehst um einen Ausweis zu beantragen reicht auch nicht einfach Deine Aussage zu sein wer Du bist, da brauchst Du auch Unterlagen. Deswegen hat sich auch noch keiner generalverdaechtigt gefühlt.

  3. Matze schreibt:

    „Ein weiterer Grund, der für einen verbindlichen Vaterschaftstest ab Geburt spricht.“

    Hallo, wo kommen wir da denn hin. Das ist doch ein Pauschalverdächtigung alle Mütter. Da könnte man ja genauso gut alle männlichen Studenten als Einführungsveranstaltungen zu Anti-Vergewaltigungskursen schicken… ah nee, das wird ja in den USA schon gemacht.

    • Sammy schreibt:

      Hallo Matze,

      das Argument der Pauschalverdächtigung kann ich nachvollziehen. Allerdings schockiert mich die Zahl der Kuckuckskinder:
      https://kuckucksvater.wordpress.com/2011/02/28/wieviele-kuckuckskinder-werden-jahrlich-in-deutschland-geboren/

      Wenn Du dir dann anschaust und verdeutlichst wie viel Leid bei diesen Kindern, den Vätern ( Schein und leiblich), auch bei den Müttern, entsteht, dann keimt schon die Frage, was kann man dagegen tun.

      Es gibt auch andere Punkte wo die Menschheit unter Pauschalverdacht gestellt wir, angefangen von der Vorratsdatenspeicherung etc.

      Im Falle der Geburt könnte aber durch einen einfachen Test von Anfang an Klarheit über die Identität jedes neuen Erdenbürgers geschaffen werden. Der Aufwand wäre gering aber effizient, denn viel dauerhaftes Leid würde vielen Menschen erspart bleiben.

      Als zumindest geringfügig Leidtragender bin ich inzwischen ein Befürworter des Abstammungstestes bei Geburt.

      Genauso sehe ich eine Überarbeitung des BGB für zwingend erforderlich, denn ich bin nicht damit einverstanden, dass ich als Ehemann automatisch als Vater eingetragen werde, selbst wen ich nachweisen kann, dass ich zeugungsunfähig bin.

      Hoffentlich über 90% der Tests wären unnötig, aber der andere Anteil würde zu Klarheit und Wahrheit führen. Für mich als Mann wäre es eine Beruhigung und denke viele Frauen hätten damit auch kein Problem, nur die, die in ihrer Ehe und Partnerschaft schon betrügerisch und verlogen mit ihrem Partner umgehen. Die würden es sich dann aber hoffentlich auch rechtzeitig überlegen ihrem Partner vor Geburt reinen Wein einzuschenken.

      VG Sammy

    • Norbert Potthoff schreibt:

      Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn der Staat es duldet, dass eine Frau einen Personenstandsfälschung begeht, ihrem Kind einen falschen Namen gibt, ohne dass der Staat dagegen einschreitet.

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