Sie möchte das Kind zur Adoption freigeben – Teil 6 – von Sammy Anders


Erlebnisbericht / Leserbrief - Titelbild

Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Adoptionsfreigabe – Mutter-Kind-Bindung – postnatale Depression – Verantwortung – Leugnung / Erlebnisbericht – Kuckuckskind

Die Zeit bis zu den Ergebnissen der Vaterschaftstest wollte nur langsam verstreichen. Derweil ging es zu Hause mal besser mal schlechter.
An einem Morgen spürte ich beim Verabschieden, dass meine Frau den Tränen nahe war und setzte mich zu ihr, um zu sprechen.

Es fällt ihr sehr schwer, zu ihrem neugeborenen Sohn eine Beziehung aufzubauen. Auch erinnert er sie immer wieder an die Zeugung im Rahmen des Seitensprunges. Das ist verständlich, aber letztendlich eine Angelegenheit ihrer Gefühle, denen sie sich stellen und sie selbst bewältigen muss.

Bitter war dann plötzlich ihre Überlegung, das Kind doch zur Adoption freizugeben. Diese Idee hat nichts mit der Beständigkeit zu tun, die sie von mir im Mai forderte und widersprach der klaren Abstimmung, dass es kein Zurück gibt, wenn sie sich für die Geburt ihres Kindes in unsere Familie entschieden hatte. Ich habe ihr vorsichtig klar gemacht, dass ich zwar für ihre Gefühlslage Verständnis habe, aber in keinster Weise für die Variante „unseren“ Sohn zur Adoption freizugeben.
Ich fragte sie auch, ob sie sich klar wäre, was das für unsere Kinder bedeuten würde. Wie wolle sie das plötzliche „Verschwinden“ des Kindes erklären.  Auch habe ich ihr klar gemacht, dass sie es alleine, ohne mich, als noch rechtlicher Vater nicht durchführen könnte.

Es wurde mir – auch im Gespräch mit meiner Therapeutin – klar, dass sie am Rande einer postnatalen Depression steht, zumindest aufgrund Schlafmangel, Kinderbetreuung und hormoneller Umstellung mit der akuten Situation überfordert ist. Meine Therapeutin gab mir Adressen von Anlaufstellen, die ich meiner Frau gegeben habe, mit der Äußerung, dass es um den Erhalt unserer Familie und das Wohlergehen unserer Kinder geht. Sie fühlt sich hin und her gerissen und war der Meinung ein Problem weniger zu haben, wenn das Kind weg wäre.
Einerseits war mir ihre Denkweise als Mutter unverständlich, andererseits die Situation, überfordert und hilflos zu sein hingegen schon. Klar, dass man dann jeden Rettungsanker in Erwägung zieht.

Nachdem ich ihr mehrfach klar gemacht hatte, dass dies aus meiner Sicht nur eine kurzfristige Lösung wäre, aber auf lange Sicht der falsche Weg, kam die Mitteilung, dass das Kind abschließend bei uns bleibt und sie professionelle Unterstützung in Erwägung zieht. Gleichzeitig eine sms, dass sie micht liebt.

Meine Ungeduld führte zur Nachfrage beim Labor. Es wurde mitgeteilt, dass es noch dauere, da die 2. Probe untersucht würde. Klar, wenn die erste Probe ergibt, dass die Vaterschaft ausgeschlossen ist, wird die 2. zur Bestätigung und Kontrolle herangezogen. Betraf dies nun nur die eine, oder beide Tests ? Wieder unsichere Momente. Gedanken über die Situation, falls das 4. Kind auch nicht von mir wäre, konnte ich verdrängen, da ich mir ja meiner Vaterschaft sicher war.

In einem weiteren Gerpäch kam von meiner Frau wiederholt klar die Aussage: „Nein, der leibliche Vater wird nichts erfahren, basta!“. Meine Hinweise, dass er und das Kind auch Rechte haben, hat sie von sich geschoben. Wir hatten nochmal über die Person gesprochen. Ich erwähnte einen Namen, der schon mal fiel und hatte aufgrund ihres Verhaltens den Eindruck, dass ich ins schwarze getroffen hatte. Ich müsste davon ausgehen, dass es auch weitere Personen ausser dem Mann gäbe. Aber meine Aussage, also  verheiratet und Kinder, wurde von ihr nicht verneint. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass ich mich komisch fühle, es mich auch verletzt, dass andere Personen, insbesondere der Akteur geschützt werden und ich in meiner Familie alles abbekomme.
Das verneinte sie, es ginge ihr nicht um dessen Schutz, sondern sie wolle keine Diskussionen über das Kind mit einem weiteren Mann neben mir. Dann aber auch die Formulierung, dass dieser Mann mir Haus hoch unterlegen wäre, ich ihn mit Sicherheit verbal an die Wand fahren würde.

  • Geht es mir darum einen anderen Mann an die Wand zu fahren, eine andere Familie zu zerstören? – Nein.
  • Habe ich den Stein ins Rollen gebracht, der irgendwann – je später, je größer die Lawine – auf die andere Familie zurollen wird? – Nein.
  • Stehe ich in der Verantwortung verspätet einem anderen Mann klar zu machen dass er ein Kind gezeugt hat? – Nein.
  • Stehe ich in der Verantwortung dem Kind klar zu machen, dass ich nicht sein leiblicher Vater bin? – Diese Frage quält mich, denn ich würde sie gerne mit nein beantworten und die Verantwortung bei meiner Frau lassen, aber ich weiss es ja und habe damit die Möglichkeit, die Wahrheit herzustellen.

    Es gibt Momente, wo ich das Gefühl habe, dem leiblichen Vater etwas weg zu nehmen, ihm etwas vorzuenthalten. Wie würde er mit dem Kind umgehen? Nehme ich dem Kind die Liebe des leiblichen Vaters, derzeit nehme ich ihm die Idendität, bzw. fälsche sie. Wir nehmen ihm die tatsächliche Verwandschaft, seine Großeltern.
    Alles Gedanken, die meine Frau nicht interessieren, die sie zumindest nach außen kalt lassen.

    Euer Sammy

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Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Fortsetzung: Vaterschaftstest, es dauert eine gefühlte Ewigkeit – Teil 7

Für die, die erst jetzt die Serie von Sammy kennen gelernt haben, hier der erste Teil: Inzwischen bin ich stationär eingewiesen – von Sammy Anders – Teil 1

Alle Teile im Überblick.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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20 Antworten zu Sie möchte das Kind zur Adoption freigeben – Teil 6 – von Sammy Anders

  1. Claudia schreibt:

    Lieber Sammy
    lange bin ich nun wieder „stiller“ Mitleser dieses Blocks geworden. Nun lese ich heute den nächsten Teil deiner/eurer Geschichte. Alles kommt mir so bekannt vor, was du schilderst. Es ist als würde ich einen Teil meiner Geschichte bzw. der Geschichte meiner Familie in deiner wiederholen.
    Lieber Sammy du bist so ein starker Mensch. Den Weg den du eingeschlagen hast, ist für dich und deine Familie der richtige. Auch wenn es vielleicht auf dem ersten Blick der schwerere zu sein scheint, ist es auf langesicht gesehen der richtige.
    Ich bin froh zu lesen, das deine Frau endlich bereit ist, therapeutische Hilfe in anspruch zu nehmen. Meine familie und ich sind seit über zwei Jahren in einer Familientherapie und es hilft uns ungemein. Ich lege deiner Frau ans Herz, sich um eine Familienhebamme zu bemühen. Sie kann bis zum ersten Geburtstags eures Sohnes zu euch kommen und ihr helfen. Ich habe das auch in anspruch genommen als mein jüngster Sohn zur Welt gekommen war.
    Ich wünsche mir so sehr für dich und deine Kinder ( auch deinen neugeborenen Sohn ) das ihr so stark bleibt und gemeinsam den Weg geht. Deiner Frau wünsche ich das sie ihren Sohn annimmt und genauso liebt wie eure anderen Kinder. Ich kann sie schon irgendwie verstehen, auch ich hatte oft „blöde“ Gedanken. Och Mensch ich möchte dir und deiner Familie soviel sagen, euch helfen. Mir fehlen nur gerade wieder die Worte ( Max, du kennst das ja ;-))
    Liebe Grüße Claudia

    • Sammy schreibt:

      Hallo Claudia,

      danke für Deine Antwort.
      Habe gerade nochmal im anderen Teil über Euch gelesen. Ja, es gibt Ähnlichkeiten, allerdings hast Du in einer Trennung gelebt und Dein Mann wurde somit nicht betrogen.
      Wie ist es bei Euch mit dem leiblichen Vater ? Verstehe ich es richtig, dass er nichts weiß, aber alle anderen Mitglieder in Eurer Familie ?

      Zum Thema rechtlicher Vater kommt noch etwas im 7. Teil, in Kürze.

      VG
      Sammy

      • Claudia schreibt:

        Hallo Sammy,
        ja das stimmt mein Mann und ich waren getrennt, als ich schwanger wurde von einem anderen Mann. Mein Mann und ich sind wieder zusammen gekommen, da war ich so im vierten Monat.
        Der Kindsvater weiß bescheid nicht nur meine Familie bzw. die Familie meines Mannes. Die Situation ist sehr sehr schwierig. Ich habe am anfang versucht, ihn irgendwie mit in unsere Familie zunehmen bzw. ihn und seine Eltern willkommen zu heißen. Aber es war sehr schwierig. Es hat mich und vor allem die anderen drei Jungs psychisch zu sehr belastet.
        Zur Zeit besteht gar kein Kontakt. Mein Sohn wächst in dem Wissen auf, das es da noch jemanden gibt. Irgendwann wird er seinen biologischen Vater kennenlernen wollen und dann werde ich den Kontakt suchen.
        Wie gesagt es ist eine sehr schwierige und psychisch eine sehr belastene Situation. Ich weiß nicht ob meine Entscheidung die richtige war. Wie mein Sohn es sehen wird, wenn er älter wird.
        Ich habe die Entscheidung getroffen, die in meinen Augen für meine Familie und mich die richtige ist.
        Liebe Grüße Claudia

        • Sammy schreibt:

          Hallo Claudia,

          wenn Du nochmal vor der Entscheidung stehen würdest, Mitteilung an den leiblichen Vater, ja oder nein. Du hattest Dich für die Wahrheit entschieden und bist damit heute nicht wirklich zufrieden.
          Wie alt ist Dein Sohn jetzt ?

          VG Sammy

          • Claudia schreibt:

            Hallo Sammy,
            nach einer schlaflosen Nacht komme ich endlich dazu, dir zurück zuschreiben. Als ich deine Antwort zum ersten mal las, war mein allererster spontaner Gedanke: ,,Nein! Ich würde es nicht mehr erzählen!“. Aber jetzt habe ich längere Zeit darüber nachgedacht und ich würde mich immer wieder dazu entscheiden. Aber ich würde doch einige Sachen anders machen.
            Trotzdem ist nicht die Zeit dauernd über die Vergangenheit zubrüten. Es ist Zeit nach vorne zublicken.
            Mein Sohn erlebt dieses Jahr sowohl sein erstes Weihnachten wie auch seinen ersten Geburtstag. Du siehst also es ist auch bei uns noch recht „frisch“.
            Lieber Sammy, ich habe natürlich auch deine anderen Kommentare gelesen. Und ich finde du kannst den kleinen als deinen / unseren Sohn bezeichnen.
            Du hast den kleinen Menschen in dieser Welt willkommen geheißen. Du gibst ihm einen Platz in deiner Familie, du gibst ihm deine Liebe, deine Geborgenheit und Wärme. Ist all dies nicht das, was ein Vater tut?
            Liebe Grüße Claudia

            • Sammy schreibt:

              Hallo Claudia,

              ja, all das ist das was ein Vater auch tun würde und ein großer Teil dessen, was einen Vater ausmacht. Ja, ich bin Vater und es war meine freiwillige Entscheidung Vater von 3 Kindern zu sein. Dann kamen 2 weitere, aber auch hier war es jedes Mal meine freie Entscheidung, zwar verspätet, aber immer vor der Geburt zu sagen, ja ich werde Vater.

              Die eine Situation ist geklärt. Ich bin vollständiger Vater, hier wollte nur ein therapiebedürftiger Dritter mir meine Rolle als Vater abnehmen und meine Frau hat es dummerweise zugelassen, weil sie zu ihm Gefühle hatt(e).

              Nun bin ich Vater (ich schreibe das bewusst) des 5. Kindes. Ja ich war nicht nur dabei als er auf die Welt kam und es ist ein Kind das Geborgenheit sucht und bei mir auch bekommt. Auch hier bin ich Vater. Qua Amt durch ein vollkommen überholtes BGB, das einfach vorschreibt der Ehemann ist Vater. Gewollt als sozialer Vater, weil ich nach reiflicher Überlegung zum Entschluss kam, dass dies für das Kind, meine Frau, 4 weitere Kinder und damit auch für mich der beste Weg ist.

              Aber ich bin dieses mal nachgewiesen (siehe Morgen) nicht der genetische Vater.

              Also von meinem Handeln bin ich Vater und nenne mich auch so. Rechtlich bin ich es, aber das werde ich ändern. Genetisch bin ich es nicht.

              Und dieser eine Punkt macht mir zu schaffen, denn damit weiß ich, es gibt einen tatsächlichen Vater. In meiner Heimatstadt läuft er rum und weiß nichts davon, wie erfolgreich er war.
              Mein bester Freund wollte mehr als ein Kind haben. Nach 3 Jahren mit allem was dazu gehört, haben er und seine Frau aufgegeben und sind dennoch glücklich, denn sie haben einen tollen Sohn. Meine Frau geht einmal fremd und erreicht das worauf andere sehnsüchtig warten. Und ich stehe da und werde das was auch andere sehnsüchtig wollen. Es war schwer meinem Freund das zu sagen, aber ich habe es getan.

              Weißt Du was ich mir wünsche:
              Dass Du und meine Frau miteinander sprechen, denn Du bist ein Jahr weiter als sie und hast das erste Jahr geschafft, was meine Frau und ich noch vor uns haben.
              Vor allem würde mich interessieren, was Du anders machen würdest.
              Eins hast du ja klar mitgeteilt, den leiblichen Vater würdest Du wieder informieren und genau das lehnt meine Frau ab.

              LG Sammy

  2. Andrea schreibt:

    Hallo Sammy,
    ich kann Deine Frau auf der einen Seite verstehen, stelle Dir vor Du bist z.B. mit dem Ehemann Deiner besten Freundin fremdgegangen oder Ähnliches, Du verlierst bei Aufklärung solcher Dinge ja je nachdem alles, Deine beste Freundin, Deinen engsten Vertrauten, eventuell Deinen weiteren Freundeskreis, evntuell Deinen Ehemann und den Respekt Deiner Kinder, Deiner Eltern ect.
    Ich weiß ja nicht mit wem sie jetzt fremdgegangen ist, aber da kann je nachdem was da gewesen ist ein ganzer Rattenschwanz dran hängen und man kann leicht alles verlieren was man vorher gehabt hat. Natürlich hat man dann Angst die Hosen runter zu lassen, aber wenn man es erst mal gemacht hat, ist der ganze Druck weg und es kann nach und nach alles wieder besser und entspannter werden und später ist man froh, wenn man sich der Problematik gestellt hat und alles aufgeräumt und vorbei ist. Erst dann kann es einen echten glücklichen Neuanfang geben.
    Und es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen, heute ist heute und gestern ist gestern.
    Wir leben nicht in der Vergangenheit !
    Solche Fehler fremdgehen und Kinder von der Affäre bekommen passieren vielen Menschen, es ist nicht schön, aber es gibt Schlimmeres. Wichtig ist nur wie man mit seinen Fehlern umgeht, sie zu machen dagegen ist menschlich und muß kein Weltuntergang werden.
    Deine Frau dagegen ist dabei einen daraus zu machen.
    Ich wuerde ihr das so wie ich das jetzt geschrieben habe sagen und dass Du darauf bestehst, dass sie Dir den Namen jetzt nennt oder Du Dich anderenfalls auf Zeit trennst bis sie mit der Sprache rausrückt oder halt alle Leute anrufst und ihnen das erzählst und sie fragst ob sie eine Ahnung haben, wer der Papa sein koennte inklusive ihrer besten Freundin während sie daneben sitzt , außerdem wuerde ich ihr gleich noch eine Zeitungsanzeige mit Suchtext androhen, wenn sie nicht mit der Sprache rausrückt. Und den Mann den du im Verdacht hast darauf persönlich ansprechen.
    Ohne Konsequenzen zu so einem Verhalten gibt das nämlich nichts, weil sie anscheinend denkt, dass Du eh alles mit Dir machen lässt, weil Du Angst hast sie und die Kinder zu verlieren.
    Wenn Du die weniger radikale Lösung willst, kannst Du Dir für ein Gespräch auch Hilfe suchen wie z.B. bei einem Mediator, Psycholgen ect.
    Du kannst davon ausgehen das alle möglichen Erpressungen kommen können, wie Selbstmord, Kind zur Adoption freigeben, Trennung ect. um Dich von Deinem Auskunftswunsch abzuhalten, also rechne damit und lasse Dich nicht mehr unterbuttern.

    • Andrea schreibt:

      p.s.
      Ich wuerde ihr noch sagen, Schatz ich will einen echten Neuanfang ohne Lügen und Geheimnisse, eben weil ich Euch liebe und mir das Wohl aller Beteiligten wichtig ist
      und bevor das nicht wirklich geklärt ist, wird es auch Dir nicht gut gehen, mir nicht und dem Kind auch nicht.
      Was du jetzt für eine Lösung hältst ist keine, Du kannst nicht vor dem Problem weglaufen und ich möchte Dir dabei helfen das wieder hinzukriegen, zusammen schaffen wir das.
      Ich werde nicht zuschauen, wie es Dir und mir schlechter geht. Manche Dinge sind erst einmal unangenehm und tun weh, aber sie sind heilsam und notwendig.
      Ich werde keinen anderen Weg akzeptieren, denn es ist nicht nur Dein Leben betroffen , sondern auch meines und das meiner Kinder, daher ist das auch nicht mehr Deine Entscheidung alleine.

      • Andrea schreibt:

        Und jetzt zum letzten Punkt, den ich noch zu der Geschichte sagen möchte:
        Wäre dieses Kind nicht gewesen, wäre dann jemals wirklich darüber gesprochen worden ?
        Ich meine über das Fremdgehen und was wirklich in der Beziehung schief läuft ?
        Dieses Kind kann man als Trennung sehen aber man kann es auch als eine unglaubliche Chance sehen, die einen wieder verbindet.
        Ehrlich zu sein, Stellung zu beziehen, wieder füreinander da zu sein, sich zusammen allen Herausforderungen zu stellen und vielleicht irgendwann wieder enger miteinander verbunden zu sein als jemals zuvor.
        Wer ein fremdes Kind annehmen kann, der liebt seine Frau wirklich und wenn das dann kein Kind der Liebe ist, dann weiß ich es auch nicht…
        Es ist nur die Frage von welchem Blickwinkel aus man es betrachtet…
        So mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen,
        Alles erdenklich Gute Euch allen !

        • Claudia schreibt:

          Liebe Andrea,
          danke für diese wunderschönen Worte, die mich sehr berührt haben:

          Wer ein fremdes Kind annehmen kann, der liebt seine Frau wirklich und wenn das dann kein Kind der Liebe ist, dann weiß ich es auch nicht…

          Liebe Grüße Claudia

    • Sammy schreibt:

      Hallo Andrea,

      Nein, ich lasse nicht alles mit mir machen, das weiß sie und das hat si auch zu spüren bekommen. Sie weiß, dass ich nicht ausziehe und die älteren Kinder bei mir bleiben würden.

      Sie wird etwas zugänglicher zum Thema Information des leiblichen. Es scheint ihr klar zu werden, dass es unausweichlich ist irgendwann ihn zu informieren. Sie spricht nun schon von nur einem Jahr abwarten…. Es waren auch schon mal 10 Jahre.

      Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich die rechtliche Vaterschaft aberkennen lassen möchte, ob ich zeitgleich den Auskunftsanspruch zum leiblichen Vater Stelle weiß ich noch nicht.

      Bist Du ein Kuckuckskind ? Wenn ja, wann hast DU es erfahren ?

      Ich hoffe, dass es mir noch länger gelingt stark zu bleiben. Ohne meine Schwester, den Aufenthalt in der Klinik und meine Therapeutin hätte ich schon kapituliert. Ich hoffe, dass es mir gelingt meine Bedürfnisse weiterhin meiner Familie unter zu ordnen.

      VG Sammy

      • Andrea schreibt:

        Hallo Sammy, ja ich bin ein Kuckuckskind. Ich habe es selbst herausgefunden in den 30ern. Ja von 10 Jahren auf 1 Jahr mit der Auskunft warten halte ich nicht fuer einen enormen Fortschritt oder irgendeine Art von Respekt oder Durchsetzungsfähigkeit.
        Ich habe genau 5 Minuten gebraucht um den Namen herauszubekommen, aber ich bin auch keine Mutter Theresa 😉 Na gut manchmal aber nicht durchgängig lol

        • Sammy schreibt:

          Hallo Andrea,

          das ist glaube ich der aller blödeste Weg es zu erfahren. Und genau das möchte ich „unserem“ Sohn vermeiden. (Kann ich überhaupt unser Sohn schreiben ??)

          Wie bist DU dann mit denen umgegangen, die Dich Jahre lang belogen haben ?
          Wusste es Dein leiblicher Vater ? Und wie ging er damit um ?

          Na ja, ich sehe da schon einen Fortschritt, du kennst ja meine Frau nicht.

          Respekt, meiner Frau gegenüber mir.
          Durchsetzungsvermögen, von mir bei meiner Frau.
          OK, in Deinen Augen bin ich also ein Fussföhner, der es nicht schafft seiner Frau den Marsch zu blasen….
          Weißt Du, ich gehe den Mittelweg mit dem Ziel des geringsten Schadens auf allen Seiten, werde aber über Deine Formulierungen nachdenken.

          Übrigens bin ich mir ja ziemlich sicher, den Namen zu wissen, es dauerte auch nicht sehr lange, dazu musste ich nur einzelne Bemerkungen meiner Frau zusammenziehen und dann kurz den Namen raussuchen.

          VG Samy

          • Andrea schreibt:

            Hi Sammy,
            wenn Du für den kleinen Mann wie Deinen Sohn fühlst und sein sozialer Papa sein möchtest dann nenne ihn doch auch Sohn. Wenn Du das nicht möchtest oder Dir noch nicht sicher bist, dann nenne ihn einfach bei seinem Namen.
            Ja ich bin in der Tat fast mein ganzes Leben belogen worden allerdings von meiner Mutter. Wann das nun mein sozialer Vater wirklich geahnt oder gewusst hat weiss ich nicht genau. Aber spätestens nach dem sie ihre jahrelange Parallelbeziehung gebeichtet hatte, hätte er eigentlich wissen müssen, das dieser Mann auch als Papa in Frage kam.
            Mein sozialer Vater hat mich aus seinem Leben gestrichen, so geht er damit um.
            Ich habe das vor kurzem letztendlich akzeptiert. Ich sehe ihn immer noch als meinen sozialen Vater, also so als hätte ich 2 Papas gefühlstechnisch. Und meine Mutter liebe ich nach wie vor, sie hat sich sehr zum Positiven geändert und wir kommen jetzt gut miteinander klar und mit meinem biologischen Vater habe ich auch ein gutes Verhältnis bekommen.
            Bei ein paar Dingen die in der Vergangenheit gelaufen sind gehen wir also meine Mutter und ich nach wie vor kontrovers aber das ist mit der Weile in Ordnung für mich, sie ist eben wie sie ist und ich liebe sie trotzdem… 😉
            Zum anderen Thema, ich könnte auch sagen, Du kennst meine Mutter nicht lol.
            Nein, streichen wir den Satz, was ich damit sagen will ist, ich habe ein Leben lang erlebt wozu lügen und schweigen führen kann und wie sehr es das Leben aller beteiligten Menschen vergiften und ihnen schaden kann, nicht nur was meine Abstammungsgeschichte angeht. Von daher bin ich absolut allergisch auf diese Dinge und würde so ein Verhalten nie wieder akzeptieren und mit allen Mitteln bekämpfen und wenn ich dafür den Mount Everest abtragen müsste…
            Zum Thema Mamas und die Beziehung zu ihren Kindern, es gibt viele Frauen, die erst einmal keinen Bezug zu ihrem Nachwuchs aufbauen können, das hat nichts damit zu tun eine schlechte Mama zu sein, manchmal braucht so etwas Zeit.
            Vor allem nach Kaiserschnitten, anderen seelischen Belastungen ect. kann so etwas passieren. Ich habe das bei einer Freundin von mir erlebt. Es gibt zu dem Thema ganze Selbsthilfegruppen und Foren.
            Es ist falsch diese Frauen unter Druck zu setzen. Es hilft Ihnen Arbeit mit dem Baby abzunehmen und ihnen zwanglos alle Zeit zu geben die sie brauchen.
            Die Beziehung kommt später von ganz alleine und es ist wirklich keine schlimme
            oder unnormale Sache, es ist wichtig dass man das den Frauen vermittelt.
            Ok jetzt zu der Fussföhner Geschichte, so unfreundlich habe ich es jetzt nicht ausgedrückt, aber ja ich denke, dass Du ein toller Mensch bist, aber eben zu lieb für diese Welt.
            Übrigens Du schriebst Du kannst es nicht fühlen dass Deine Frau Dich liebt, wenn sie Dir das schreibt, sag ihr das und sag ihr dass Du mehr Liebe und Nähe möchtest.
            Schnapp sie Dir doch einfach….
            Ihr müsst ganz viel ganz ehrlich miteinander reden und etwas dafür tun beide, dann wird das auch wieder.
            Wenn die Motivation von beiden Seiten aus allerdings nicht da ist, dann wird das auch nichts mehr, nur den Kindern zu liebe hat so etwas noch nie funktioniert.

            LG
            Andrea

            • Andrea schreibt:

              p.s.
              Zu meiner Art mit Dingen umzugehen, mein sozialer Vater sagte mal Andrea ist gnadenlos… Ich sehe es anders, wenn ich diplomatisch ewig lange brauche um eine Sache die mir wirklich wichtig ist zu klären, muß ich mich zu lange hinten anstellen und verbiegen und komme nicht mehr dazu zu leben.
              Und dafür ist mir das Leben zu kurz. Ich weiß was ich will und was ich nicht will, entweder man liebt mich so wie ich bin oder man lässt es.
              Natürlich gibt es es auch Fälle in denen ich Kompromisse eingehe, aber nur wenn ich mit ihnen einverstanden bin und wirklich damit leben kann, sonst nicht.

            • Sammy schreibt:

              Hallo Andrea,

              Danke für Deine umfassende Antwort, die mich allerdings so berührt, dass ich umso mehr über meine Situation und die unseres Sohnes(!) nachdenke.
              Das Verhalten Deines sozialen Vaters tut mir sehr leid und ich hoffe, dass sich da nochmals was ändert. Wie viele Jahre hat er DIch geliebt und nur weil die Gene etwas anderes sagen bist du es nicht mehr ? Sehr traurig.
              Aber schön, dass Du Dich trotz allem besser mit Deiner Mutter verstehst.

              Das alles passt in meine Gedanken, die Du morgen lesen wirst.

              Ja, ich war und bin oft zu lieb für diese Welt. Ja, ich traue mich nicht meiner Frau klar zu machen, dass es keinen anderen Weg gibt als Wahrheit. Aber ich arbeite daran, auch meine Therapeuten hatten das Problem erkannt. – anhänglicher Lebenstypus, Beziehungsabhängigkeit….

              Es ist ein stetes Abwägen zwischen Druck und Ruhe bewahren, mit dem Ziel meine Frau nicht zu überfordern und dennoch auf Spur zu bringen.

              LG Sammy

            • Sammy schreibt:

              Hallo Andrea,

              ich hab’s versucht, aber vielleicht auch wieder unglücklich angestellt…

              Die Antwort auf meine Hinweise, dass ich die Gefühle nicht spüre und mir die Nähe fehlt:

              Wenn’s dir zu wenig ist, dann such dir ne andere…..

              Mach’s Gut !

              LG Sammy

    • Sammy schreibt:

      Hallo Andrea,

      nein, ich habe keine Angst meine Kinder zu verlieren, denn über kurz oder lang würden sie alle zu mir wollen. Ich habe auch keine Angst meine Frau zu verlieren, es ist umgekehrt, sie hat mich bereits verloren, nur scheint ihr das derzeit nichts auszumachen. Mir per sms zu schreiben „..und ich liebe Dich.“ Ist das eine, Danach leben, so dass der Partner es auch spürt das andere. Aber wer sich selbst nicht liebt kann auch keine Liebe geben, das weiß ich, deshalb habe ich auch noch Geduld.

      VG Sammy

      • Andrea schreibt:

        Wenns Dir zu wenig ist dann suche Dir eine andere hat sie darauf gesagt ? Ja klare Ansage. Gute Idee uebrigens…

        • Sammy schreibt:

          Ja, das war ihre Antwort….

          Deine Antwort entspricht kurz und knapp dem was mir auch Kasper Hauser in Langform geschrieben hat….

          Ich muss ihm insofern zustimmen, dass es meine Entscheidung bleibt, ob ich so weitermache, oder den Schnitt suche. Wovor habe ich Angst ? Vor dem Schaden für meine Kinder, aber darüber habe ich schon mit einer Therapeutin gesprochen.

          LG Sammy

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