Ist auch das zweitjüngste Kind ein Kuckuckskind? – von Sammy Anders


Erlebnisbericht / Leserbrief - Titelbild

Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Zweifel – Vaterschaftstest – Labor – Jugendamt / Erlebnisbericht – Kuckuckskind

Wir waren im Labor, zu viert!

Ich hatte mich ja beim Standesamt und Jugendamt erkundigt. Der freundliche Mitarbeiter vom Jugendamt hatte mir erläutert, dass ich den Vaterschaftstest auch auf dem Jugendamt durchführen lassen kann.

Während meines Klinikaufenthaltes gab es zwei Vorfälle, wobei mich der erste richtig umgehauen hatte. Ich hatte mir angewöhnt mit meinen Kindern zu skypen. Was je nach Alter auch sehr gut klappte. Als ich den Jüngsten dran hatte und ich ihm gute Nacht sagen wollte (meine Frau hielt ihm das Tablet hin) schaute er weg uns sagte: „Nein, ich will zu

Papa Kalle*!“. Ich war erstaunt und sagte nochmal: „Hier ist Dein Papa, ich möchte dir gute Nacht sagen.“ Er erneut: „Ich will zu Papa Kalle, Papa Kalle!“ Das hat mich so durcheinandergebracht, dass ich einen Weinkrampf bekam und hyperventlilierte. Ich wurde mit Beruhigunsgmittel runter gefahren und hatte danach ein gutes Gespräch mit der diensthabenden Ärztin.
Papa Kalle ist ein enger Vertrauter meiner Frau, mit dem sie vor 5 Jahren eine Liäson hatte, angeblich „nur freundschaftlich“. „Wir verstehen uns sehr gut.“ In einer sms an ihn fiel allerdings das Wort Liebe.
Wir hatten nach der Geburt unseres Sohnen schon einmal über meine Verunsicherung der Zeugung gesprochen, allerdings hatte mir meine Frau klar gesagt, ich bräuchte mir keine Gedanken machen und könne jederzeit einen Vaterschaftstest machen.
Zwei Wochen später wiederholte sich das Ganze, nur dass meine Tochter das Tablet hielt und sie unserem Sohn erklärte: „Nein schau das ist unser Papa, der wichtigste Mann in unserem Leben.“

Ich habe dann meine Frau angesprochen, ob sie denn auch im Beisein von Kalle gehört hätte, dass unser Sohn zu ihm Papa sagt. Antwort: „Die letzen Monate nicht mehr.“ Ich war mehr als erstaunt, denn unser Sohn ist 4 und fragte sie, wie ich damit umgehen solle und ob ihr eigentlich klar ist, wie ich mich dabei fühle. Ich solle das nicht überbewerten.
Als ich Kalle darauf angesprochen habe, kam die Antwort, ich wäre ja selbst schuld, dass ich meiner Vaterschaft nicht gerecht würde und sich mein Sohn eine Ersatz suchen musste. Tolle Antwort.
Mein Therapeut stellte mir, nachdem ich die Situation dargestellt hatte eine Frage, die mich zunächst wieder tief traf: „Sind sie sich sicher, dass das Kind von ihnen ist?“ Eigentlich ja, aber das Verhalten meiner Frau und von Kalle brachten mich wieder durcheinander.
Als ich von der Klinik nach Hause kam, erfolgt noch mal eine unschöne Situation: Ich gehe ins Kinderzimmer, der Kleine schaut mich an und sagt zu mir: „Hallo Papa Kalle!“ Ich stand darüber, nahm ihn auf den Arm und sagt nur: „Schön, dass ich Dich wieder im Arm habe, aber ich bin Sammy und Dein Papa.“

Ihr könnt verstehen, dass ich die Gesamtsituation für nicht normal halte?

Nachdem meine Frau unser Kind erneut mit zu Kalle nehmen wollte, habe ich klargestellt, dass ich das nicht mehr in dieser Häufigkeit möchte. Das hat sie akzeptiert, aber nicht gerade bereitwillig. Auf meine Frage warum Kalle denn so an unserem Sohn hängt, bekam ich die Antwort, dass er bereits von Anfang an den Verlust seines 4. Kindes – das erst gar nicht zur Welt kommen durfte – an unserem Sohn abgearbeitet hätte.
Ich kann da heute nur den Kopf schütteln. Es kann doch nicht sein, dass mein Sohn zur Abarbeitung der Probleme eines anderen Mannes herhalten muss und ich dadurch in der emotionalen Ausübung meiner Vaterschaft eingegrenzt werde.

Zunächst möchte ich nun schwarz auf weiss die Bestätigung meiner Vaterschaft. Meine Frau hatte sich damit einverstanden erklärt. Somit sind es nun zwei Vaterschaftstests – dem vom Neugeborenen und dem vom nun Zweitjüngsten.

Also erneut der Anruf beim Jugendamt zur Durchführung der zwei Vaterschaftstests. Als ich den Ablauf erfragte, kam der Hinweis, dass wir auch direkt ins Labor gehen können. Meiner Frau war es egal, mir nicht. Ich entschied mich für den Weg ins Labor. Das war gut so, denn es war diskret und zurückhaltend.
Für mich war der Termin unangenehm und peinlich. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich in meinem Leben in die Situation komme, einen geschweige denn sogar zwei Vaterschaftstests als Betroffener durchführen lassen zu müssen. Etwas Sarkasmus muss sein: Es gab Mengenrabatt, da die Proben der Erwachsenen auch für das 2. Kind verwendet werden können, kostet der zweite Test nur 99,- €.
So bekomme ich nun Mitte nächster Woche zwei gerichtsverwertbare Abstammungsgutachten. Ich gehe immer noch davon aus, dass der eine Test positiv ist und der andere vom Neugeborenen negativ. Etwas anderes wäre für mich der Hammer und eine Situation, mit der ich mich derzeit nicht beschäftigen möchte.

Erst mal abwarten und weiterhin davon ausgehen, dass es so kommt, wie ich denke und mir meine Frau auch gesagt hat.

VG Sammy

Demnächst: Die Ergebnisse, der Weg zur Vaterschaftsanfechtung

*Kalle ist ein Pseudonym zum Schutz der Realperson

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Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Fortsetzung: Sie möchte das Kind zur Adoption freigeben – Teil 6

Für die, die erst jetzt die Serie von Sammy kennen gelernt haben, hier der erste Teil: Inzwischen bin ich stationär eingewiesen – von Sammy Anders – Teil 1

Alle Teile im Überblick.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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8 Antworten zu Ist auch das zweitjüngste Kind ein Kuckuckskind? – von Sammy Anders

  1. Andrea schreibt:

    Hallo Sammy, Du siehst das vollkommen richtig.
    Zum Thema erst gestern hat die MmK gesagt, dass sie mit niemandem mehr darüber reden moechte#€%&grr%€**++*&%6!()%€¡¡¡¡¡!!!!!!
    Weisst Du, da frage ich mich wie soll man eine Beziehung fuehren und jemandem vergeben und wieder vertrauen können, wenn man eigentlich nichts genaues weiss, das geht doch gar nicht.
    BL…. K…. die mit ihren Ausreden nicht zu ihrer verzapften K….. steht.
    Du kehrst hier alle Scherben zusammen und Madame befürchtet jemand wie Du koennte wenn er es wuesste eine andere Familie zerstören. Ist ja lächerlich , Du hast Dich bisher wie Mutter Theresa in persona verhalten.
    Nein das Thema Familie zerstoeren hat Madame mit getroestetem fremdem Ehemann schon selbst erledigt und befindet sich mit ihrem Schweigen immer noch dabei und sieht es nicht ein.
    Sorry
    Das macht mich soooooooo unglaublich wütend !!!!
    Druecke alle Daumen für das Testergebnis, egal was drin steht bitte nicht unterkriegen lassen.
    Alles Liebe
    Andrea

    • Sammy schreibt:

      Hallo Andrea,

      Danke für die nette Umschreibung meiner Person bzw. deren Verhalten…

      Nein ich lasse mich nicht unterkriegen !!!

      Die Ergebnisse sind da:
      Einmal Ja ( 99,9999%), einmal praktisch ausgeschlossen…
      Also wie erwartet, dennoch eine Beruhigung. Es ist bitter, dass es soweit kommen musste. Leider ist es meiner MmK und bestimmt auch Kalle nicht bewusst, dass es ihr Verhalten war, dass 3 meiner Therapeuten dazu brachte mich zu fragen, ob ich mir bei meinem Kind sicher bin ob es von mir ist. Jetzt können mich alle gerne fragen und ich kann sagen, ja ich habe es schwarz auf weiß, es ist mein Kind, auch wenn andere es zugelassen haben, dass es zu einem anderen Mann mit fast 4 Jahren Papa gesagt hat.
      Das formuliere ich noch schöner und schicke es wieder Max….

      LG Sammy

      PS: BL und K ist mir klar, aber das 2. K….. ??

      • Andrea schreibt:

        Gerne und Gratulation zum Ergebnis. Das 2.k unfein ausgedrueckt für eine grosse Hinterlassenschaft auf dem stillen Örtchen.

  2. Andrea schreibt:

    hallo Sammy, habe ich das richtig verstanden, Du hast jetzt die rechtliche Vaterschaft für das jüngste Kind und lässt diese aberkennen ?Aber dann muss Deine Frau doch danach eh eine Angabe machen, wer der leibliche Vater des Kindes ist oder nicht? Irgendwer muss doch dann als Vater eingetragen werden. Wie soll das denn funktionieren, der Vater ist ihr ja nicht unbekannt, da kann sie doch nicht im Ernst noch weiter schweigen oder geht das ? Also Deine Frau ist der Hammer, ich habe da echt keine Worte mehr dafür.

    • Sammy schreibt:

      Hallo Andrea,
      aufgrund der Ehe bin ich beim jüngsten kind quasi zwangsweise als rechtlicher Vater eingetragen worden. Bereits im Informationsschreiben des Standesamtes wurde das so dargestellt. Ehemann =Vater , so ist das Deutsche Recht. Das Kind braucht einen Vater, damit der Staat nicht zahlen muss. Ob’s der leibliche ist, oder nicht, ist dem Staat egal. Ich musste nun selbst aktiv werden, um die Situation zu klären.

      So wie ich es verstehe, muss meine Frau keinen Vater angeben. Erst wenn sie von staatlicher Seite finanzielle Unterstützung verlangt gehen die Fragen wohl los.
      In der Geburtsurkunde steht dann kein Vater.

      Im Rahmen der Vaterschaftsanfechtung kann ich den Antrag auf Benennung DRS leiblichen Vaters stellen. Nach neuestem BGH Urteil kann es bis zur Beugehaft gehen, das möchte ich mal lesen, ob es jemals soweit kommt.

      Die Mutter meiner Kinder ist das sehr festgefahren und hat hier ihre eigene, fast trotzige Meinung

      VG Sammy

      • Andrea schreibt:

        Hallo Sammy, danke Dir für die Aufklärung. Wirst Du denn den Antrag auf Benennung des leiblichen Vaters stellen ?
        Also je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, umso unmöglicher finde ich die rechtliche Situation der Männer in solchen Faellen. Der Gesetzgeber muesste diese Ungerechtigkeiten dringend beseitigen, aber leider liegt das ja nicht in dessen Interesse, weil ja auf jeden Fall ein Dummer zum Zahlen generiert werden soll.
        Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Kraft, hoffe, dass das andere Kind von Dir ist und dass Du wenigstens irgendwann von der trotzigen Dame annähernd etwas an Liebe und Respekt zurueckbekommst von dem was Du ihr jetzt gegeben hast.
        Sie soll sich doch bitte mal vorstellen, wie sie umgekehrt in der gleichen Situation reagiert haette… Ich vermute im umgekehrten Fall haetten wir Dich als filettiertes Huhn vom Mond in Einzelteilen wieder abkratzen können….. Ich denke Du weisst was ich damit sagen will, ein bisschen weniger Nettigkeit in Bezug auf die noch immer mangelnde Ehrlichkeit wäre mehr als angemessen.

        • Sammy schreibt:

          Hallo Andrea,

          Danke für Deine Wünsche !
          Das Ergebnis der Tests ist bei der Post, müsste eigentlich schon bei mir angekommen sein…. Na dann hoffentlich heute Abend.

          Ja, die Gesetzeslage müsste geändert werden, aber was kümmert’s die Deutsche Eiche, wenn ein Wildschwein sich dran schuppt….

          Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich im Antrag an das Familiengericht formuliere. Erst gestern hat die MmK wieder gesagt, dass sie mit niemandem mehr darüber reden möchte. Meinen Hinweis, dass sie mindestens mit 2 Personen noch darüber reden müsste hat sie einfach stehen lassen, auch nicht hinterfragt wen ich damit meine: Das Kind und den leiblichen Vater. Der ist doch eigentlich ne arme Socke… Das ganze lief wohl zwischen 2 Menschen, die sich in ihrer Ehe unwohl fühl(t)en. Beim gegenseitigen Trösten dann zu weit zu gehen und ein Kind zu zeugen ist natürlich die Krönung, aber da gibt’s nur eins, dazu stehen und für das Kind das beste daraus machen.

          Je länger meine Frau wartet um es dem leiblichen Vater zu sagen, desto schlimmer wird das doch, auf gar keine Fall einfacher. Wenn ich mir das vorstelle irgendwann bekäme ich die Nachricht Vater eines 10 Jährigen zu sein…. Da würde ich richtig sauer sein, dass mir 10 Jahre mit meinem Kind genommen wurden. Aber so denkt ja nicht jeder.

          Ich halte Euch auf dem laufenden, zunächst die Ergebnisse….

          LG Sammy

  3. Pingback: Matthias’ Woche – Links der KW 38 | NICHT-Feminist

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