Ich werde die rechtliche Vaterschaft aberkennen lassen und zur Wahrheit stehen – von Sammy Anders


Erlebnisbericht / Leserbrief - Titelbild

Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Vaterschaftsanfechtung – Vaterschaftstest – sozialer Vater / Erlebnisbericht – Kuckuckskind

Hallo, Sammy ist wieder online….

Ich hatte ja geschrieben, dass mich die Angelegenheit sehr belastet hat und ich dadurch in Behandlung musste. Nun bin ich wieder auf Arbeit und habe mich körperlich sehr gut erholt.

Die Problemstellung zu Hause ist unverändert, eher etwas verschärft, da meine Frau während meiner Abwesenheit den ein oder anderen Bock geschossen hat.

Grundsätzlich verbleibe ich bei meiner Entscheidung, das Kind in unserer Familie aufzunehmen.

Nach intensiver Beratung hat sich aber ein Punkt geändert: Ich bin weiterhin bereit,

für das Kind als sozialer Vater da zu sein, da ja sein leiblicher nichts weiß von seinem Glück. Da ich nach 2 Jahren nichts mehr ändern könnte, werde ich direkt nach Eintrag im Stammbuch die rechtliche Vaterschaft aberkennen lassen und zur Wahrheit stehen.
Damit ist von Anfang an formal geregelt, dass ich nicht der Erzeuger bin. Natürlich habe ich damit auch keine Rechte, dessen bin ich mir bewusst.

Unser deutsches Recht ist hier sehr suspekt. Meine Frau kann ohne eine Unterschrift meinerseits das Kind im Stammbuch eintragen lassen. Da wir verheiratet sind werde ich automatisch eingetragen. Die Auskunft meiner Frau, dass ich nicht der Vater bin, ebenso der vorliegende attestierte Nachweis meiner Zeugungsunfähigkeit reichen nicht aus, um meine Vaterschaft austragen zu lassen. Ich werde gezwungen, aktiv zu handeln, einen Vaterschaftstest durchführen zu lassen und beim Familiengericht einen Antrag auf Aberkennung der Vaterschaft zu stellen.

Es gibt damit hier in Deutschland einen weiteren Fürsprecher für automatische Vaterschaftstest nach jeder Geburt! Dann würde in vielen Familien von Anfang an Wahrheit herrschen und jeder wüsste wo er dran ist. BGB und StGB (Personenidentitätsfälschung) sollten entsprechend geändert und angepasst werden.

Zu Hause steht die Geburt an und ich bin vorbereitet auf den Moment das Kind, das überhaupt nichts für den Akt seiner Zeugung kann, in den Arm zu nehmen.

Ich habe weiterhin therapeutische Unterstützung und hoffe, dass sich zwischen meiner Frau und mir nach der Geburt die Paarbeziehung weiter entwickelt. Mir ist bewusst, dass ich hier viel Geduld brauche, habe aber auch die Kraft, meine Gefühle zu äußern und mich nicht ausnutzen zu lassen.

VG Sammy

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Das kommende Kind ist nicht von mir – Leserbriefe von Sammy Anders

Fortsetzung: Das Kind ist da … – Teil 4

Für die, die erst jetzt die Serie von Sammy kennen gelernt haben, hier der erste Teil: Inzwischen bin ich stationär eingewiesen – von Sammy Anders – Teil 1

Alle Teile im Überblick.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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4 Antworten zu Ich werde die rechtliche Vaterschaft aberkennen lassen und zur Wahrheit stehen – von Sammy Anders

  1. Claudia schreibt:

    Lieber Sammy
    ich bin schon länger Leserin dieses Blocks und habe auch deine Geschichte aufmerksam verfolgt. Ich freue mich sehr das es dir wieder besser geht und du weiterhin therapeutische Hilfe in anspruch nimmst.
    Nun warum melde ich mich jetzt erst. Ich muss dazu sagen, das meine Familie und ich in einer sehr ähnlichen Situation sind. Auch ich habe ein Kind von einem anderen Mann, gezeugt während einer Trennung von meinem Mann.
    Ich möchte dich bitten deine Entscheidung gut zu überdenken. Du hast nicht umsonst 2 Jahre Zeit die Vaterschaft anzufechten.
    Deine Frau und du ihr habt noch vier gemeinsame Kinder. Wissen eure Kinder schon bescheid? Weiß der Kindsvater schon bescheid? Wie steht er dazu? Wenn er bescheid weiß, ist er bereit die Vaterschaft anzuerkennen, mit all seinen Rechten und Pflichten? Wenn ja ist dir bewusst, das er dann auch das gemeinsame Sorgerecht mit deiner Frau beantragen kann und auch sehr wahrscheinlich bekommt? Somit könnte er euch rein theoretisch überall „reinquatschen“ bzw ihr wärt auf ihn und sein „wohlwollen“ angewiesen. Falls deiner Frau was passiert, was ist dann mit dem Kind? Das Kind wächst bei dir auf, du übernimmst die aktive Vaterrolle. Das Kind wächst mit vier Geschwistern auf. Sollte ihr etwas passieren, hätte der Kindsvater das Recht das Kind zu sich zu holen egal wie die Bindung zwischen den beiden aussieht. Wie wird es wohl dem Kind und seinen Geschwistern gehen?
    Ich weiß das ist ziemlich weit her geholt aber ich bin der Meinung, das du das bei deiner Entscheidung mit bedenken solltest.
    Es ist ja nicht so das es nur dieses Kind gibt. Es hängen noch mehrere Kinder mit dran. Weißt du jeder kann Vater werden, aber nur jemand ganz besonderes ist ein Papa.

    Kurz zu uns: Mein Mann ist weiterhin rechtlicher Vater. Mein Sohn wird mit dem wissen aufwachsen, das er biologisch gesehen einen anderen (fällt mir schwer ihn so zu nennen) Vater hat. Unsere gemeinsamen Söhne wissen auch bescheid. Wir als Familie sind seit über 2 Jahren in therapeutischer Behandlung und es ist noch kein Ende in Sicht. Es gibt gute aber auch einige schlechte Tage wobei die Guten mittlerweile überwiegen.

    Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenkliche gute.

    • Sammy schreibt:

      Hallo Claudia,
      Danke für Deinen Kommentar !

      Die Situation ist nicht einfach, zu Deinen Fragen:
      Unsere Kinder ( 4 bis 11) wissen nichts von der Situation, sie sollen auch nichts erfahren. Der Erzeuger weiss ebenso nichts von seinem Erfolg. Meine Frau verweigert mir weiterhin den Namen und hat ihn nicht informiert. Er soll nichts erfahren, meine Frau will keinen Kontakt und das was du schreibst, auch nicht, dass er sich einmischt. Ob das richtig ist oder nicht ist eine andere Frage. Wie er auf die Mitteilung der leiblichen Vaterschaft reagieren würde weiß ich natürlich nicht. Ich habe nur grobe Vorstellungen wer es sein könnte und wenn ich meine Frau richtig verstanden habe hat er auch Familie.
      Über die gemeinsame Dummheit nicht verhütet zu haben, möchte ich nicht mehr sprechen.

      Mit geht es um meine leiblichen Kinder und das 5. Kind, das überhaupt nichts für diese Situation kann. Mein Ziel ist der Erhalt des Familienverbandes unter einem Dach.

      Die Folgen der Aberkennung der Vaterschaft sind mir sehr wohl bewusst. Du hast vollkommen recht, dass ich nichts überstürzen muss. 2 Jahre ab dem Tag der Geburt, die vor kurzem stattfand. Mehr dazu separat.
      Wenn meiner Frau etwas passiert, bekomme ich angeblich die Kontaktdaten des Erzeugers. Ich bin mir heute sicher, dass ich ihn informieren würde, alleine deshalb weil das Kind ein Recht auf Identität und seine Abstammung hat. Was dann passieren wird weiß ich heute nicht.

      Ich war noch nie in dieser Situation, ich kenne niemanden der in solch einer Situation steckt und ich wünsche sie niemandem.

      Ich habe den Eindruck, dass Du zu Deinem Ehemann zurückgefunden hast und ihr auch eine Paarbeziehung führt, wo Offenheit und Gemeinsamkeit eine wichtige Rolle spielen. Das sehe ich derzeit bei meiner Frau nicht.

      Einerseits möchte ich wie geschrieben zur Wahrheit stehen und wenn sich meine Frau von mir trennt nicht auf Ewigkeit als rechtlicher Vater da stehen. Meine Frau weiß das und hatte ähnliche Gedanken.

      Meiner ersten Therapeutin, die meine Frau auch kennt, kann ich mich von der Vision einer Paarbeziehung zu meiner Frau verabschieden.

      Das ist der weitere Grund, warum ich nun Klarheit und Wahrheit haben möchte.

      Danke für Dein Ohr und viele Grüße

      Sammy

  2. Joachim Seise schreibt:

    Sammy,
    du hast meinen vollsten Respekt.
    Bedenke immer dass es ein Kind ist und den Schutz der Erwachsenen braucht.
    Eines noch, es gibt die 2 Jahres-Regel. Achte auf die Frist. Sind 2 Jahre vergangen, denn ist die Anfechtung einer Vaterschaft durch dich nicht mehr möglich.
    Die Frist beginnt ab „Kenntnissnahme“

    Ich wünsche Euch alles Gute, Gesundheit und ein schönes Familienleben.

    Grüße aus Soest Joachim

  3. Norbert Potthoff schreibt:

    Sammy,
    wie schön, dass es dir wieder besser geht und ich wünsche dir, dem Kind und der Paarbeziehung die denkbar beste Entwicklung

    Chappeau für deine Entscheidung. Schade, dass es so kompliziert ablaufen muss.

    LG
    Norbert

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