Urteil in Italien: Bei künstlicher Befruchtung vertauschte Kuckuckskinder müssen bei rechtlichen Eltern bleiben


Panne bei künstlicher Befruchtung

Panne bei künstlicher Befruchtung

Rom – Kuckuckskinder – künstliche Befruchtung Auch in Italien sorgt die geltende Gesetzeslage einmal mehr dafür, Familiendramen noch weiter zu verschlimmern und Neugeborene ihrer Identität zu berauben.

In einem aktuellen Urteil entschied eine Familienrichterin in Rom, dass ein am vergangenen Wochenende geborenes Zwillingspaar, dessen Embryonen bei einer künstlichen Befruchtung der falschen Mutter eingesetzt wurden, nicht bei seinen eigentlichen

leiblichen Eltern aufwachsen darf. Nachdem die Verwechslung im dritten Schwangerschaftsmonat bei einem Gentest aufgeflogen war, hatte sich das Paar geweigert, die Kinder den klagenden Eltern zu überlassen, deren eigene Behandlung offenbar fehlgeschlagen war.

Diese zogen deshalb vor Gericht, das am Freitag sein Urteil fällte. Demnach gehörten die Kinder gemäß italienischem Recht „zu der Mutter, die sie geboren hat“. Als Vater gilt – wie in Deutschland auch – der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter der Kinder verheiratet ist. Einziger kleinerer Unterschied: In Italien muss diese zudem in der Geburtsurkunde erklären, dass die Kinder in der Ehe geboren worden sind.

Dem leiblichen Eltern wurde lediglich ein Recht auf Entschädigung durch die Klinik zugesprochen.

Das ganze Drama hier und hier.

Die dazugehörige Vorgeschichte findet sich im Artikel „Fruchtbarkeitsklinik vertauscht Embryonen – Italien

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Über Marcus Spicker

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Eine Antwort zu Urteil in Italien: Bei künstlicher Befruchtung vertauschte Kuckuckskinder müssen bei rechtlichen Eltern bleiben

  1. Norbert Potthoff schreibt:

    Das ist ja noch heftiger als bei einem Kuckuckskind. Die Frau hat zwei völlig fremde Kinder ausgetragen. Und dann soll bereits nach wenigen Tagen eine solche Affinität zwischen den Kindern und ihr entstanden sein, dass es unzumutbar ist, die Kinder den richtigen Eltern zu geben?
    Tolldreister geht es ja wohl nicht.

    Aber man muss auch einmal solchen Paaren sagen, wie gewissenlos sie sich auf Experimentalbefruchtung einlassen. Das Scheitern haben sie auch mitzuverantworten.

    Tragisch ist es aber vor allem für die Kinder, die da heranwachsen und wohl für den Rest ihres Lebens Probleme mit ihrer eigenen Identität haben werden. Da möchte ich Dinge schreiben, die eigentlich nicht zum Sprachgebrauch eines gebildeten Menschen gehören. Deshalb schreibe ich nur:
    Schämt euch, ihr Erwachsenen, von den betroffenen Eltern bis hin zur Familienrichterin und den Gesetzesmachern.

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