Vielleicht gibt es ein Leben danach – von Sandra Busca – Was ich Dir schon immer sagen wollte


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Vielleicht gibt es ein Leben danach – von Sandra Busca

Kuckuckskind – Brief an meine Mutter – Kuckucksmutter – Tod

Liebe Mutsch,
heute wäre dein 78. Geburtstag. Vor acht Jahren hast du dich vom irdischen Leben verabschiedet.
Deinen 70. zu feiern, war dein großes Ziel, trotz schwerer Krankheit. Das hast du erreicht und wir haben in kleiner Runde ausgelassen gefeiert. Drei Monate später hast du die Augen für immer geschlossen und viele Geheimnisse mitgenommen.

Wenige Stunden davor war ich noch bei dir im Krankenhaus; und obwohl dir bewusst war, dass dir bzw. uns nicht mehr viel Zeit bleibt, hast du wie immer geschwiegen. Auf meine Fragen zu meinem biologischen Vater hast du immer gereizt reagiert. Es sei deine Sache und es ginge mich nichts an! Aber das ist ein Trugschluss. Meine Herkunft geht mich sehr wohl etwas an.
In vielen Gesprächen mit deinen Geschwistern und Menschen aus deiner Vergangenheit habe ich viel über dich erfahren, mehr als du uns jemals erzählt hast. Ich kann viele deiner Reaktionen und dein Tun und Handeln nachvollziehen, doch warum hast du immer ein so großes Geheimnis darum gemacht?
Ich kann das nicht verstehen. Hattest du davor Angst, dass ich dich verurteile? Oder gibt es ein großes Familiengeheimnis, über das sich jahrzehntelanges Schweigen legen muss?
Viele Fragen und keine Antworten. All das bedrückt mich schon.
Inzwischen habe ich selbst erwachsene Kinder und die Beziehung ist sehr eng. Darüber bin ich sehr glücklich und auch stolz.

So hätte es auch zwischen uns sein können.

Ob ich jemals das Geheimnis lösen werde? Die Chancen sind sehr gering.

Trotz allem, weiterhin alles Gute auf deiner Reise. Und wer weiß, vielleicht gibt es ein Leben danach und wir sehen uns wieder, dann hoffe ich, dass du dieses Geheimnis für mich aufdeckst.

*Sandra Busca ist ein Pseudonym

Mehr von Sandra Busca in ihrer Artikelserie:Tagebuch im Wochenrhythmus

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Was ich Dir schon immer sagen wollte! Briefe aus der Kuckuckswelt – die neue Serie im Kblog – Füller&Brief-Foto: Norbert Potthoff

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Vielleicht gibt es ein Leben danach – von Sandra Busca – Was ich Dir schon immer sagen wollte

  1. Petra Scholz schreibt:

    Dass Mütter ihren Kindern die eigene Identität vorenthalten, ihnen einen Vater vorgaukeln, dabei so tun, als sei alles in Ordnung und ein solches Geheimnis in den Tod mitnehmen, ist für meine Begriffe unverzeihlich, ebenso, wie es dafür keinen Grund gibt. Es ist obendrein egoistisch.
    Wenn diese Menschen ihren Kindern Ehrlichkeit preisen, ist dies dreist und hat keinerlei Wert.

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