Richter Alexander Hold & das Kuckuckskind – SAT.1 – Scripted Reality


Screenshot

Screenshot von der Webseite von SAT.1 GOLD – auf der man sich die Folgen von „Richter Alexander Hold“ auch online anschauen kann.

Scripted Reality – Richter Alexander Hold – Sat1 – TV – In der pseudo-dokumentarischen Gerichtsshow Richter Alexander Hold (SAT.1) wurde am 11.06.2014 ein Kuckuckskind-Fall gesendet. Offensichtlich ist es aber schon eine ältere Sendung, da darin Gesetzesänderungen als in der Zukunft liegend beschrieben werden, die leider schon traurige Realität sind. Die Folge ist inzwischen nicht mehr online verfügbar. – Achtung Spoiler!

Die 18 jährige Marie Lindner soll angeblich nicht die leibliche Tochter von Ludwig Lindner sein. Tante Agathe die Schwester von Maries Vater, die im selben Haus wohnt, hätte dies herausgefunden, nachdem sie heimlich einen Vaterschaftstest durchführen ließ, um das Familiengeheimnis zu lüften. Sie wollte dadurch ihrem Bruder beweisen, dass seine Frau Birgit ihm ein Kuckuckskind untergejubelt hat.

Marie Lindners Verlobter Stefan Thiele muss sich nun als Angeklagter vor dem Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die Tante seiner Verlobten für drei Tage im Keller eingesperrt zu haben. Angeblich um zu verhindern, dass Tante Agathe seiner Verlobten etwas über den Ausgang  des DNA Testes mitteilen könne. Stefan Thiele wird unterstellt aus einer böswilligen Absicht heraus gehandelt zu haben, um zu verschleiern dass die Wahrheit ans Licht kommt und seiner Verlobten -und somit auch ihm-  das beträchtliche Erbe ihres Vaters entgehen könnte.

Ihm wird die Absicht unterstellt mit seiner angeblichen Tat verhindern zu wollen, dass Maria als Kuckuckskind von ihrem Vater enterbt werden würde.

Tante Agathe, die Klägerin, erzählt im weiteren Verlauf der Verhandlung, dass sie sich zwar nicht hundertprozentig sicher sei, von Stefan Thiele die Kellertreppe hinuntergestoßen worden zu sein. Sie sei jedoch überzeugt, dass  jemand von den Hausbewohnern sie mundtot machen wollte. Auch Zigarettenrauch will ihr beim Täter aufgefallen sein und Stefan sei angeblich der einzige Raucher in diesem Haus.

Außerdem sei sie durch zwei Wasserflaschen, die der Täter mitsamt einer Packung Toastbrot durch die Kellerluke hinter ihr her geworfen habe, verletzt worden.  Weiterhin berichtet sie, dass sie heimlich einen erneuten Vaterschaftstest in Auftrag gegeben und durchführen ließ, nachdem der erste verschwunden war.

Daraufhin erklärte Richter Alexander Hold, dass so ein heimlicher Test vor Gericht keinerlei Beweiswert hätte, und dass dies in Zukunft auch verboten würde. Denn der Bundestag hätte das sogenannte Gendiagnostik-Gesetz verabschiedet. Wenn der Bundesrat zustimmt, würden solche heimlichen genetischen Untersuchungen die ohne Einwilligung der betreffenden Person durchgeführt werden, als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro bestraft.

Tante Agathe rechtfertigte ihr Verhalten mit dem schlechten Gesundheitszustand ihres Bruders.  Er sollte noch rechtzeitig die Wahrheit über seine angeblich untergeschobene Tochter erfahren.

Stefan Thiele allerdings, unterstellt ihr finanzielle Absichten. Sie hätte nur auf das beträchtliche Vermögen geschaut und darauf hingearbeitet, es als Alleinerbin zu kassieren. Womit ihre Nichte Maria sowie ihre Schwägerin Birgit leer ausgegangen wären.

Agathe gibt vor dem Richter zu, dass sie, bevor sie das Testergebnis ihrem Bruder mitteilen konnte, der im Krankenhaus auf der Intensivstation lag, ihre Schwägerin laut als Lügnerin und Betrügerin beschimpft zu haben. Angeblich hätte Stefan Thiele den Streit mitgehört und dadurch erfahren, dass seine Verlobte ein Kuckuckskind sei. Kurz danach wurde sie dann durch die Bodenluke gestoßen und eingesperrt.

Der Richter war verwundert,  dass sie in den drei Tagen von ihrer Familie, die ja alle im selben Haus wohnen, nicht vermisst wurde.

Es stellte sich nun heraus, dass Tante Agathe eigentlich beabsichtigt hatte ein paar Tage wegzufahren und erst am Morgen des Tatgeschehens ihrem Lebensgefährten Herbert mitgeteilt hatte, dass sie sich kurzfristig entschlossen hätte, doch zuhause zu bleiben. Zwangsläufig fiel der Verdacht dadurch auch auf ihn, weil er angeblich seit Jahren unter der Fuchtel von Agathe Lindner zu leiden hätte.

Mutter Birgit Lindner wurde in den Zeugenstand gebeten.

Auch sie hatte ein Motiv für die Tat.

Wenn Agathe im Keller verhungert wäre, hätte niemand etwas von dem Vaterschaftstest erfahren. Sie bestritt, dass sie ihrem Mann untreu gewesen wäre und beschuldigte ihre Schwägerin den Test absichtlich gefälscht zu haben.

Tante Agathe wiederum unterstellte ihrem Lebensgefährten Herbert Schuhmann eine Affäre mit Birgit Lindner und behauptete, er wäre der leibliche Vater von Maria.

Herbert Schuhmann wurde verhört.

Er belastete den Angeklagten mit der Aussage, dass er ihn mit zwei Wasserflaschen und einem Toastbrot gesehen hätte. Es stellte sich im Verlauf heraus, dass Herbert Schuhmann heimlich wieder zu rauchen angefangen hatte. Was bedeutete, dass auch er als Täter in Frage kommen könnte.

Das angebliche Kuckuckskind Maria Lindner wurde aufgerufen.

Sie war es, die ihre Tante im Keller entdeckt und befreit hatte. Maria wurde sofort von Tante Agathe mit der angeblichen Tatsache konfrontiert, ein Kuckuckskind zu sein. Die 18 jährige beschrieb wie sie sich fühlte.  Belogen und betrogen. Auch ihr Vater wäre anfänglich geschockt gewesen, hätte sich aber mit ihr geeinigt, dass sich an ihrem Verhältnis zueinander nicht ändern würde.

Nachdem Maria Lindner bedauert nun nicht zu wissen wer ihr leiblicher Vater sei, knallt Tante Agathe Lindner ihr schonungslos ihre persönliche Vermutung über den richtigen Vater an den Kopf.

Daraufhin offenbart Marias Mutter Birgit Lindner, dass sie nach jahrelang unerfüllten Kinderwunsch ohne Wissen ihres Mannes einen Test durchführen ließ bei dem sich herausstellte, dass er zeugungsunfähig ist.

Maria wäre mit Hilfe des Spermas einer Samenbank gezeugt worden.

Ausgang der Verhandlung:

Stefan gesteht die Tat.

Er wollte seine Verlobte beschützen. Wollte sie davor bewahren, dass sie ihre bevorstehenden Prüfungen vermasselt, wenn sie erfahren hätte, dass sie ein Kuckuckskind ist.

Er bekam eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er eine Geldbuße von 2000 Euro an humedica ev. zahlen. Dieser Betrag käme Kindern zugute, die  -wird ihnen nicht geholfen-  quasi ihre ganze Kindheit in solchen Kellerbehausungen und unter solchen Bedingungen zubringen müssen.

Fazit: Das ganze Dilemma wäre durch einen Vaterschaftstest ab Geburt zu vermeiden gewesen. So wären Kindesunterschiebung und die Schwarze Adoption gänzlich ausgeschlossen und die Identität des Kindes sichergestellt. Wie man auch in dieser konstruierten Geschichte sieht, gibt es reichlich Motive, als Kindsmutter nicht mit offenen Karten zu spielen. Das Kuckuckskind Maria hatte ein Recht darauf zu wissen, dass sie nicht mit ihrem leiblichen Vater aufwächst. Auch dem Scheinvater Ludwig hätte so einiges Leid erspart bleiben und ihm die Möglichkeit gegeben werden können, eigene Kinder in die Welt zu setzen.

 

 

 

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Über Liane R. Anderson

Bin ich mit 44 Jahren noch einmal Tochter geworden? Ich wurde im Oktober 1967 geboren, bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Mein gesetzlicher Vater war Alkoholiker und sehr gewalttätig. Schon früh übernahm ich die Verantwortung für meine Mutter und meinen Bruder und organisierte mit nur 13 Jahren, unsere Flucht aus dieser Hölle. Mit viel Ehrgeiz und Kampfgeist erschaffte ich mir ein schöneres Leben. Bis ein einziger Satz mir den Boden unter den Füßen wegriss und meine komplette Identität in Frage stellte.
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