Keine Vaterschaftsanfechtung bei künstlicher Befruchtung mit Samenspende


Luftaufnahme

Luftaufnahme vom Oberlandesgericht Oldenburg (altes & neues Gebäude) – Foto: bin im Garten by cc3.0

Vaterschaftsanfechtung – Samenspende – Fremdsamenspende – privat – künstliche Befruchtung / Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg – Aktenzeichen: 11 UF 179/13 – vom 30.06.2014 – Der gesetzliche Vater eines durch Samenspende entstandenen Kindes wollte die Vaterschaft anfechten. Begründet hatte er die Anfechtung damit, dass die künstliche privat durchgeführte Befruchtung durch seine Ehefrau ohne seine Zustimmung durchgeführt habe. Während des Prozesses stellte sich heraus, dass er doch der künstlichen Befruchtung mit dem Samen eines Spenders zugestimmt hatte. Erst während der Schwangerschaft seiner Frau wurde ihm klar, welche Bedeutung die biologische Vaterschaft für ihn hat.

Wir vom Kuckucksvaterblog heißen das Urteil gut. Doch das Problem selbst befindet sich an ganz anderen Stellen. Diese sind:

  • Der §1592 BGB, in der automatisch der Mann zum Vater des Kindes gestempelt wird, der zu dessen Geburt mit dessen Mutter verheiratet ist. Es kann nicht sein, dass weiterhin die Vaterschaft so geregelt wird, als gäbe es keinen Vaterschaftstest.
  • Die Schwarze Adoption ist weiterhin durch die Vaterschaftsanerkennung möglich, sofern die Kindsmutter zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet und damit einverstanden ist. Der leibliche Vater ist faktisch rechtlos gestellt.
  • Die private und auch die offizielle Samenspende ist ungenügend geregelt. Das Recht des Kindes auf die Kenntnis der eigenen biologischen Abstammung wird ignoriert. Obwohl Deutschland sich zur Sicherung der UN-Kinderrechte verpflichtet hat, verstößt die Bundesregierung weiterhin gegen geltende Menschenrechte.

Zur Erinnerung: Die UN-Kinderrechtskonvention ist seit Donnerstag, den 15. Juli 2010 uneingeschränkt in Deutschland gültig. Auch wenn bis heute davon nichts zu spüren ist.

Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich ihre überfälligen Hausaufgaben zu machen, indem sie die das BGB  ENDLICH an die UN-Kinderrechtskonvention anpaßt. Nur so werden die Probleme an den Wurzeln behandelt statt um die Auswüchse herumzueiern.

(Quellen: Juris.de)

Weitere Informationen ebenfalls auf haufe.de, Jurablogs.com und rechtslupe.de

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Analyse von Yelka Schmidt

Verstößt Deutschland gegen die UN-Kinderrechte?

Leseempfehlungen:

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Keine Vaterschaftsanfechtung bei künstlicher Befruchtung mit Samenspende

  1. Petra Scholz schreibt:

    Jener Forderung stimme ich ebenso zu, denn hier wird über die Köpfe jener entschieden, die sich am Wenigsten,- bzw. überhaupt nicht wehren können,- die daraus hervorgegangenen Kinder.

    Es ist unverständlich, wie jemand zum Vater eines Kindes benannt wird, nur weil er zum Zeitpunkt der Geburt mit der Kindesmutter verheiratet ist, denn Vater ist nicht der Ehemann, zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes, sondern derjenige, welcher das Kind mit der Kindesmutter gezeugt hat.

    Hier wird gesetzlich eine Lüge geschützt, letztlich zum Leid und Nachteil jener betroffenen Kinder, welche oftmals traumatisiert sind, weil sie trotz Verheimlichung durch ihre Eltern spüren, das etwas nicht stimmt und folglich als geistesgestört oder Fantasten deklariert werden, wenn sie der Frage auf den Grund gehen, weil sie sich ohnehin meist fremd und allein fühlen und ihnen trotz ihres Rechtes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und Information auf ihre Herkunft, letztlich gesetzlich geschützt, ihrer eigenen Identität beraubt werden, was nicht selten psychische Folgen im Leben hervorruft und ihnen letztlich das Recht vorenthalten wird.

    Es kann nicht sein, dass unsere Freiheit dazu führt, dass jeder, hinter den Fassaden über den Vater eines Kindes bestimmt werden kann, nur um letztlich zum Nachteil jener Kinder eine Lebenslüge zu decken, dessen Unrecht hier eindeutig gesetzlich geschützt ist.

    Leider haben dieses Gesetz jene Menschen verfasst, wie zugestimmt, die nicht wissen, wie es ist, unter jener Situation aufzuwachsen und leben zu müssen, frei nach dem Motto: „Hauptsache das Kind hat einen Vater und das Problem ist geregelt“.

    Die Realität sieht letztlich ganz anders aus, zumal gerade, was die sogenannte, schwarze Adoption betrifft, dieser viele Ehemänner mitunter gegen ihren Willen zugestimmt haben, um nach außen hin die Fassade zu wahren, aber ihren ehelichen Frust an ihren doch ungewollten Kindern ausgelassen und sie spüren lassen haben, mit dem Wissen dass sie nicht ihre leiblichen Kinder sind, nicht selten gedeckt durch letztlich beide Ehepartner, die so versuchten, ihre Ehe nach außen hin zu wahren, die letztlich nur auf dem Papier existierte.

    Gründe dafür gibt es viele, gerade was die Generation jener Eltern betrifft, die den Krieg mit erlebten, aus denen einige Schein,- und Zwangsehen hervorgegangen sind und das Fremdgehen ein Tabu war, unter denen die Geburtsjahrgänge um 1945 bis 1970 besonders zu leiden hatten.

    Aus meiner Betrachtung als Betroffene, wurde somit das einst begangene Unrecht jener Eltern, zum Recht erklärt, zum Nachteil der betroffenen Kinder, die so,- gesetzlich gebilligt,- ihrer Identität beraubt werden konnten, insgeheim ungeliebt waren und für das Versagen, samt dem daraus resultierten Frust der Eltern verantwortlich gemacht,- belogen, wie betrogen wurden, damit allein fertig werden mussten, denen selbst mitunter lebenslang ihre wahre Identität durch ihre Eltern vorenthalten wird, um so weiterhin die Fassade zu wahren.

    Derartige Scheinheiligkeiten prägen letztlich auch eine ganze Gesellschaft, weil dessen Folgen sich quasi „wie ein roter Faden durch die Generationen ziehen“ und längerfristige Auswirkungen bis in alle Bereiche haben können.

    Das Recht der Kinder ist somit nicht gewährleistet, die letztlich einen weiteren Schlag ins Gesicht bekommen, gerade wenn das Kind,- meist unbeholfen, wie alleingelassen,- am Ende zu klagen bereit ist, weil Eltern weiterhin schweigen und bestreiten, die die bestehende Gesetzeslage ausnutzen, die Klage des Kindes mit anwaltlicher Hilfe abzuweisen, weil sie beispielsweise verjährt ist und somit ihr einst begangenem Unrecht, erneut zum „Recht“ erklärt- und das Recht des Kindes ausgeschaltet und ignoriert wird, dem eine falsche Identität aufgezwungen wurde, in welcher sich viele nicht wiederfinden können, mit längerfristigen und psychischen Folgen.

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