Welche juristischen Folgen hat ein privater Vaterschaftstest? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler


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Privater Vaterschaftstest –  Folgen – Konsequenzen / Deutschland – Der Gesetzgeber hat mit dem § 1598a BGB die Möglichkeit geschaffen, Gewissheit über die genetische Abstammung zu erhalten. Wenn dann das Ergebnis eines so genannten privaten und legalen Vaterschaftstests vorliegt, ändert sich in rechtlicher Hinsicht zunächst einmal nichts:

Was bleibt denn beim Alten?

  • Hat das Kind keinen gesetzlichen Vater, so ist es auch nacheinem positiven privaten Vaterschaftstest weiterhin vaterlos.
  • Gibt es einen gesetzlichen Vater, dann bleibt der es vorerst auch und das Kind bleibt sein gesetzliches Kind.

Was ändert sich nach dem privaten Vaterschaftstest?

Durch den Vaterschaftsnachweis ergibt sich je nach Fall die Möglichkeit …

  • … zur Vaterschaftsanfechtung unter Beachtung der Zweijahresfrist
  • … der gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung des vermeintlichen (putativen) leiblichen Vaters, sofern keine gesetzliche Vaterschaft (mehr) besteht
  • … Anspruch auf Umgangsrecht
  • … Anspruch auf gemeinsames Sorgerecht
  • … auf Unterhaltsforderungen gegen den leiblichen Vater seitens des Kindes
  • … zur Schadensersatzklage seitens des Scheinvater
  • … zur Klage gegen die Kuckucksmutter wegen Personenstandsfälschung und Betruges
  • … zur Klage durch den Scheinvater auf Herabsetzung oder gänzlichen Aussetzung des Ehegattenunterhaltes
  • … Beanspruchung von Erbansprüchen.

Durch den Vaterschaftsausschluss hingegen ergibt sich je nach Ausgangssituation, die Möglichkeit zur Klage gegen die Kuckucksmutter auf die Namensnennung aller Männer, mit denen sie im juristischen Zeugungszeitraum Geschlechtsverkehr hatte.

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Co-Autor im Kuckucksvaterblog

Roland Hoheisel-Gruler – Rechtsanwalt für Familienrecht – http://anwaltsblog.wordpress.com – Foto: privat

Roland Hoheisel-Gruler ist Fachanwalt für Familienrecht und Mediator. Seine Kanzlei befindet sich in Sigmaringen in Baden-Württemberg.

Er ist regelmäßiger Referent bei Themenabenden mit familienrechtlichen Fragestellungen und betreibt den Blog elfstricheins und ist Co-Autor im Kuckucksvaterblog. Auch zu finden über seine Fanseite auf Facebook.

Für telefonische Rechtsauskünfte steht er unter der Nummer 0900-1876 0000 21 zur Verfügung. (EUR 1,99 aus dem deutschen Festnetz, abweichende Mobilfunktarife sind möglich) Mehr Infos hier.

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Über Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt // Mediator // Dipl. Forstwirt (univ.)
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6 Antworten zu Welche juristischen Folgen hat ein privater Vaterschaftstest? – Recht & Gesetz – von Roland Hoheisel-Gruler

  1. Tina Ammer schreibt:

    Herr Anwalt,
    welche Bedingungen müssen denn erfüllt werden, um die Kuckucksmutter aufzufordern, den Namen ihres Liebhabers, von dem sie das Kind empfangen hat, preiszugeben?
    Diese Möglichkeit finde ich spannend, aber wie lässt sich das real umsetzen?

    • Guten Tag,
      Die Voraussetzungen sind dann gegeben, wenn der rechtliche Vater oder der Vater, dessen Vaterschaft durch Anfechtung beseitigt wurde, ein berechtigtes Interesse an der Nennung hat. Dies könnte beispielsweise darin liegen, Unterhaltsregressansprüche zu verfolgen. Hinsichtlich der Umsetzung möchte ich darauf verweisen, dass hierzu ein eigener Artikel in diesem blog geplant ist.

    • Darüber können wir uns gerne dann telefonisch unterhalten 🙂 Das würde den Rahmen dessen sprengen, was wir hier öffentlich diskutieren können. Wegen weiterer allgemeiner Einzelheiten wird es einen extra Beitrag geben.

  2. Tina Ammer schreibt:

    Oh ja, da tut sich eine interessante Möglichkeit auf. 😉

  3. Pingback: Vateschaftstest – und dann? | elfstricheins

  4. Norbert Potthoff schreibt:

    „Durch den Vaterschaftsausschluss hingegen ergibt sich je nach Ausgangssituation, die Möglichkeit zur Klage gegen die Kuckucksmutter auf die Namensnennung aller Männer, mit denen sie im juristischen Zeugungszeitraum Geschlechtsverkehr hatte.“

    Na, das ist ja ein sehr interessanter Aspekt. 😉

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