Freund-Feind-Schema – wenn es an Integrität mangelt


Marcus Spicker in einem Offenen Brief an die Senatorin Jana Schiedek

Offener Brief  – © Foto: Miguel Ugalde

Im Blog „Alles Evolution“ schrieb EvoChris (Christian Schmidt) den Artikel „Wenn du Kritik an meiner Meinung äußerst, dann gehörst du zur Gegenseite„, der mich zu diesem hier inspirierte.

Immer wieder treffe ich in den Debatten ein Freund/Feind-Denken an. Besonders dann, wenn Humanisten, Kinderrechtler, Männerrechtler und Feministinnen aufeinanderstoßen – aber durchaus auch innerhalb der jeweiligen Gruppen.

Vor einiger Zeit durfte auch ich an einem bekannten linken Männerrechtler beobachten, was das Einteilen in Gut und Böse (in seinem Fall links und rechts) für Auwirkungen hat. Nur weil ihn jemand in Frage stellte, rastete er geradezu aus und diffamierte denjenigen dabei als rechtsradikalen, dialogunfähigen Spinner.
Da ich als Vermittler zwischen den beiden fungierte, brach er zum Dank den Kontakt zu mir ab und teilte mir im Monolog mit, dass ich nun auch auf seiner Block-Liste sei. Dialogfähig, fair und adult sollen also nur die anderen sein.

Es gibt auch noch weitere Beispiele, wie z.B. dass bestimmte Vereine und Blogs keine Links zu bestimmten Webseiten / Blogs setzen. Nicht, weil die themenfremd oder deren Meinung zu konträr zu deren sei. Nein, die Ablehnung findet nur statt, weil dort auf jemanden verlinkt wird, der irgendjemanden nicht in den Kram passt.
Dafür gibt es zwei Motivationen: Der eine denkt im Freund/Feind-Schema und der andere hat Angst davor, aus seinem Kreis von Leuten ausgeschlossen zu werden.
Man schaue sich nur die Liste derer an, die sich im Umfeld vom Bundesforum Männer (BufoMä – einige nennen es auch Bundesforum Männlein) ansiedeln. Einige wenige von denen waren, bevor sie sich diesem Schweigeforum anschlossen, mit klaren Forderungen und Positionen zu vernehmen. Doch nun sind auch diese auffallend still und wenn nicht, dann allenfalls schwammig. Vermutlich kam zum Gruppendruck irgendwann die Angst davor, die schönen üppigen Fördermittel wieder entzogen zu bekommen dazu. Leider, denn einst wertvolle Einrichtungen werden auf diese Weise obsolet.

Um am Kernthema zu bleiben werde ich an dieser Stelle nicht weiter auf das BufoMä eingehen und emfpfehle dazu den Artikel „Vom donnernden Schweigen aufrechter Männer“ von Lucas Schoppe auf man-tau.

Folgenden Satz, habe ich so oder so ähnlich schon zu hören bekommen:

“Du redest mit der/dem/denen, dann rede ich nicht mit Dir.”

Und dies ungeachtet der Tatsache, dass man sich offenkundig von bestimmten Meinungen und Forderungen distanziert oder gar dagegen ausgesprochen hat. Es reicht dann schon alleinig aus, dass man mit X oder Y im Dialog ist.

Diesen Leuten, Organisationen und Vereinen fehlt etwas, was für die, die etwas zum Positiven verändern wollen unabdingbar ist: Integrität.

Tabus und somit Mauern aufzubauen ist kontraproduktiv. Das, was wir brauchen, sind Brücken und offene Türen und deshalb wünsche ich mir mehr Leute, die ein liberales Miteinander pflegen. Gerne hart in der Sache, aber sanft im Umgang.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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3 Antworten zu Freund-Feind-Schema – wenn es an Integrität mangelt

  1. maennerstreik schreibt:

    Gut beobachtet. Vor allem, wenn dann die eine Seite der anderen das vorwirft, was sie selbst betreibt oder gar noch damit begonnen hatte. Ich habe den Verdacht, dass gewisse Gestalten eine Art Gleichschaltung vorantreiben wollen, was Inhalte und Stil betrifft, was ich für kontraproduktiv halte. Wir befinden uns derzeit noch immer in einem Geschlechterkampf und da braucht es verschiedene Kämpfer und Strategien. Wer sich einfach nur mir adrettem Seitenscheitel und in gebügelter Uniform ohne Schutzschild und Waffe aufs Kampffeld stellt, der wird schnell wirkungslos und niedergemetzelt. Mancher vermeintliche Männerrechtler sollte man Sunzi lesen und verstehen, dafür etwas weniger sein narzisstisches Ego streicheln.

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