Ich habe mich entschieden – von Tim Berger


Erlebnisbericht

Ich möchte den Vaterschaftstest, damit ich wieder vertrauen kann.

Erlebnisbericht – Kuckuckskind – Wahrheit – Entscheidung

Hallo Max,

Nachdem nun ein wenig Zeit vergangen ist, wollte ich gerne den aktuellen Stand meiner Geschichte erzählen.
Es ist jetzt fast zwei Wochen her, dass ich erfahren habe, dass mein fünfjähriger Sohn nicht von mir ist (s. Verlauf).
Ich habe ein paar Tage massiv getrauert, viel gelesen, viel gesprochen, vor allem mit meiner Frau.

Wir haben bewusst viel unternommen. Haben Ausflüge gemacht, haben uns einladen lassen usw.

Wie nach fast jedem Schicksalsschlag kommt dann irgendwann auch wieder ein Licht am Horizont. Insbesondere die Kommentare unter

meinen vorherigen Geschichten hier im Blog haben mir sehr geholfen. Ich kann jetzt bereits viel rationeller auf die Tatsache eingehen. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an alle! Zum jetzigen Zeitpunkt sind 52 Kommentare unter meinem Text, die ich alle sehr aufmerksam zu Kenntnis genommen habe.

Bisher habe ich folgende Dinge für mich entschieden:

  • Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle, egal was kommt und war.
  • Ich bleibe mit meiner Frau, stand jetzt, verheiratet, weil ich noch, oder wieder, das nötige Vertrauen habe. Das rührt auf unsere Gespräche, ihr demütiges Verhalten, ihre Offenheit nach dem negativen Test, zurück. Ich weiß, dass man das als Außenstehender wahrscheinlich schwer nachvollziehen kann.
  • Ich merke keine Veränderungen in den Gefühlen zu meinem Sohn. Das hätte ich am Tag nachdem ich das Testergebnis erhalten habe nicht gedacht. Er ist weiterhin mein geliebter Sohn.
  • Ich bin mir sicher, dass ich es ihm so früh wie möglich sagen werde. Ich habe viele Geschichten von Kuckucks-Kindern in den vergangenen Tagen gelesen.
  • Für mich ist der Eindruck entstanden, dass wenn man es zu spät mitteilt, extreme Schäden im Verhältnis von Eltern und Kind entstehen. Ich denke, dass es das Beste ist, ihn mit der Wahrheit aufwachsen zu lassen und über die Jahre seine Fragen zu beantworten, wenn sie mit zunehmendem Alter auftauchen.
    Wie und wann genau wir das angehen, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich denke wir werden uns dafür Hilfe holen.
  • Ich habe im Moment absolut kein Interesse die Vaterschaft anzufechten. Ich weiß, dass das hier für Diskussionen sorgt. Es ist komisch, aber auch wenn es um sehr viel Geld und Verantwortung geht, interessiert mich das irgendwie gar nicht im Moment. Ich bin bereit ihn aufzuziehen, wenn er es möchte. Da wir weiterhin eine Familie bleiben wollen, könnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren den Anderen jetzt dermaßen abzukassieren. Hier habe ich aber noch fast zwei Jahre Zeit.
  • Zum Schluss bleibt noch der Umgang mit dem leiblichen Vater. Hier habe ich noch keine Lösung für uns gefunden. Da er mir ja namentlich bekannt ist, habe ich mir über verschiedene Wege ein Bild von seiner aktuellen Lebenssituation gemacht. Frisch verheiratet, schöner Job, schöne Hobbys. Ich denke nicht, dass er sich freuen wird, die Wahrheit zu erfahren. Aber das kann ich nur spekulieren.

Grundsätzlich brauchen wir aus rechtlicher Sicht ja gar nichts machen. Wir sind verheiratet, ich bin der rechtliche Vater.
Fakt ist auch, dass er schon mal selbst auf die Idee hätte kommen können. Er könnte uns erreichen, hätte bei meiner Frau mal nachfragen können oder was auch immer.

Ich hoffe auf diesem Wege ein paar Tipps und Erfahrungen zu bekommen, was wir dem leiblichen Vater mitteilen sollen. Wann wir es machen sollten und wie wir’s machen sollten. Ich habe natürlich selbst überhaupt keine Lust mich mit diesem Mann, mit dem mich ja damals meine Frau betrogen hat, auseinander zusetzen. Aber wenn ich es meinem Sohn zu liebe muss, ok.

Sollte mein Sohn sich über kurz oder lang ein Treffen mit dem Mann wünschen, werde ich dem nach Beratung nicht entgegen stehen.
Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mir einbilde, bisher „einen guten Job“ gemacht zu haben und den Kleinen zumindest nicht wegen meiner Art Vater zu sein, verlieren werde. Ganz im Gegenteil.

Wie oben schon erwähnt: Das Wohl des Kindes soll über allem stehen!

Ich freue mich auf Eure Meinungen.
Viele Grüße,
„Tim Berger“

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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19 Antworten zu Ich habe mich entschieden – von Tim Berger

  1. Stefan schreibt:

    Also ich kann habe großen Respekt vor deiner Entscheidung ! Man steckt nie drin und in einer gemeinsam aufgebauten Existenz und einer Familie hängt viel dran! Nur es gibt immer einen Ausweg und ich kann mir nicht vorstellen,dass eine Beziehung langfristig überlebt und wenn es irgendwann daran scheitert ist es auch für die Kinder meist noch viel schlimmer als wenn man gleich die Reißleine zieht, wovon einem oftmals auch nur die Macht der Gewohnheit abhält ! Man muss nicht alles gemeinsam tragen und eine solche Lüge ist unverzeihlich!!

    • Tim schreibt:

      Hallo Stefan und auch hallo an alle anderen,
      danke für Deine Meinung. Es ist ja jetzt schon ein paar Wochen her und ich verstehe was Du meinst. Ich mache mir auch Gedanken, ob meine Entscheidungen nachhaltig sind bzw. sein können. Stand jetzt stehe ich noch zu allem. Es gibt zwar immer wieder Phasen, wo ich denke: Doch nicht, ich schmeiß alles hin, aber es ist dann auch wieder gut, wenn wir dann gemeinsame Unternehmungen, schöne Abende etc. zusammen haben.

      Was mich wirklich fast dazu getrieben hätte, die Vaterschaft anzufechten, war das Verhalten des leiblichen Vaters. Ich habe ihn angerufen und ihn informiert. Das einzige wo vor er jetzt Angst hat, ist das er zahlen muss. Ich wollte mich alleine mit ihm treffen um mal über die Zukunft zu reden. Davor drückt er sich nun aber. Er hat zwei Termine abgesagt und hofft wohl, das es mit der Zeit in Vergessenheit gerät, oder er hat sich beraten lassen und zählt bereits die Monate, bis die Anfechtung nicht mehr möglich ist, keine Ahnung…. Fakt ist: ihn interessiert der Kleine nicht, ihn interessiert nicht wie ich mich fühle, ihn interessiert meine Frau nicht.

      Das macht mich schon wütend. Ich wäre durchaus bereit, eine Einigung einzugehen, die es allen Beteiligten, insbesondere dem Lütten, ermöglichen würde ein Leben weiterzuführen wie bisher. D.h. z.b. auch das ich weiterhin für den Kleinen aufkomme und er vielleicht ein Sparbuch einrichtet, oder was auch immer. Im Gegenzug könnte ich dann einen offenen Umgang mit der Situation gegenüber dem Kleinen anbieten (später), ohne das er sofort Probleme in seiner Ehe bzw. finanziell hat und ohne das er sein Ansehen bei „unserem“ Sohn verliert.

      So wie er sich jetzt verhält, steht er meiner Meinung nach, moralisch ziemlich blöd da. Ich werde diese Vorgänge genau dokumentieren und vor allem dem Kleinen vorlegen, wenn der Tag kommt, an dem wir es ihm sagen, bzw. wenn er mir dazu fragen stellt.

      Zum Thema meine Frau: Ich merke hier immer wieder, dass die Mehrheit der Leute davon ausgeht, dass sie gelogen hat. Ich bin wirklich anderer Meinung. Ich habe dazu wirklich viel aufgearbeitet, gecheckt, nachvollzogen und sage aus voller Überzeugung: Nein sie hat es nicht gewusst! Das kann ich aus vielen Kleinigkeiten nachvollziehen, z.b. Aussagen bevor es raus kam, gecheckte Nachrichtenverläufe, ihr Verhalten jetzt. Ich bin wirklich sicher!!!

      Das ist einer der Hauptgründe, warum es mit uns weitergeht. Vielleicht war sie doof, naiv, oder was auch immer. Aber sie ist bis zum Vaterschaftstest davon ausgegangen, das ich der Vater bin. Das Thema ist für mich wirklich nicht mehr relevant, weil ich sie kenne seitdem sie 16 ist und weiß das sie gewisse Aussagen in verschiedenen Situationen nicht gemacht hätte, so berechnend oder abgebrüht war sie nie und das kann sie auch gar nicht. In solchen Sachen ist sie eher einfach gestrickt.

      Viele Grüße, Tim

  2. Karsten Jung schreibt:

    Hallo Sammy,
    ich möchte Dir keine Ratschläge für die Entscheidung geben – Du hast Dich ganz offensichtlich schon entschieden. Nur eines bitte ich Dich zu korrigieren, der Mann, welcher mit Deiner Frau geschlafen und das Kind gezeugt hat, ist der VATER des Kindes. Und in Eurer Absprache macht Ihr ihn zum ERZEUGER. Das ist die klassische Konstellation eines Kindesraubes. Der Vater hat bisher keine Chance seine Sicht Euch mitzuteilen – da hat sich Deine Frau mit Dir gegen ihn VERBÜNDET. Das halte ich für das eigentliche Problem.

  3. kelef schreibt:

    aus eigener erfahrung kann ich nur raten, dem kind die wahrheit zu sagen. und auch dem erzeuger. shit happens, das alles ist jahre her und, wie es sich so liest, auch vergeben. vergessen ist es wohl nie.

    aber das leben geht weiter, und niemand weiss was die zukunft bringt. wünsche nach geschwistern, nach nachfahren, nach eigenen söhnen; krankheiten, unfälle, die medizin entwickelt sich weiter; manchmal gibt es auch das gefühl, dass da was nicht so ist wie es sein sollte.

    meine tochter hat ihren vater erst kennengelernt, als sie 12 jahre alt war – bei einem „zufälligen“ treffen wusste sie nach fünf minuten, dass ER es war. es ist eine lange geschichte, die nichts zur sache tat und tut, und ausser ihr wussten alle massgeblichen personen die wahrheit. sie hat bis zu diesem zeitpunkt zwar gewusst, dass sie einen vater hat, aber der „war beruflich einfach so weit weg und dauernd unterwegs und hatte woanders auch eine eigene familie“. damit war sie lange zufrieden, bis sie dann begann nachzufragen wie er denn sei, und wie er aussehe, und so weiter.

    wir haben dann nach reiflicher überlegung und unter einbeziehung fachlichen rates beschlossen, wir initiieren einfach dieses „zufällige“ treffen – wir sind alle keine einfachen menschen, es war nicht vorherzusehen was passiert. das alles ist jetzt über ein vierteljahrhundert her, und noch immer sind meine tochter und ihr erzeuger ein herz und eine seele – er sagt immer, von seinen drei kindern (die anderen beiden sind jünger und entstammen einer ehe, die lange nach der geburt meiner tochter geschlossen wurde) sei sie die einzige, die ihn versteht, ihm parole bieten kann, und die ihm „aus dem herz geschnitten“ ist. gibt’s was schöneres? die wunschtochter aus seiner ehe redet kaum mit ihm, und die beiden können nichts miteinander anfangen, weil sie einfach zu verschieden sind. der sohn aus dieser ehe, dessen frau und meine tochter und ich sind gut befreundet.

    es ist, wie es ist. wenn menschen miteinander „können“, dann ist das etwas ganz wunderbares. das hat aber nichts damit zu tun, ob man gleichen blutes ist oder nicht.

    ich denke, man darf einem kind die möglichkeit nicht nehmen, die eigenen wurzeln kennenzulernen – aber niemand weiss, was über die jahre dabei herauskommt.

    es gibt eine unzahl saublöder zufälle, und dann kommt die wahrheit zum ungünstigsten zeitpunkt ans licht – denn wenn mehr als eine person die wahrheit kennt, dann ist das fast unvermeidlich. passiert das zu einem zeitpunkt, zu dem das seelenleben einer der betroffenen personen aus welchen gründen auch immer angeschlagen ist, kann das zu fürchterlichen dingen führen.

    und was ist, wenn die blutgruppen nicht passen, wenn das kind irgendwann einmal in der schule die mendelschen gesetze kennenlernt, was ist bei einer krankheit, einem unfall, wenn vielleicht eine blut- oder organspende notwendig wäre um ein leben zu retten – wessen leben auch immer? könnte jemand von uns damit leben, dass ein anderer leiden oder sterben musste weil wir nicht die wahrheit gesagt haben?

    ich hab schon eine reihe von jahrzehnten auf dem buckel. die wissenschaft entwickelt sich weiter in einem tempo, das niemand von uns kontrollieren kann – ob das nun zu unserem heil oder unheil so ist, kann niemand von uns sagen.

    die wahrheit, so sagt meine erfahrung, kommt irgendwann immer ans licht. kinder müssen das vertrauen haben dass man ihnen die wahrheit sagt, dass man sie nicht im unklaren lässt, dass man sie liebt und akzeptiert als die person, die sie sind. nur das gibt kindern sicherheit und geborgenheit. und deshalb sollte man kindern in so einem fall immer die wahrheit sagen.

    und letztlich: was kann einem kind mehr liebe zeigen als die feststellung: ich weiss, dass ich nicht dein leiblicher vater bin, aber ich hab‘ dich so lieb wie du bist, und ich behandle dich wie mein eigenes kind, nicht weil ich muss, sondern weil ich will.

    und das gilt nicht nur für diesen einen fall, das gilt eigentlich immer und für alle. wir sollten kinder als die personen akzeptieren und lieben, die sie sind. aber wir sollten ihnen auch die möglichkeit geben, ihre vorfahren kennenzulernen nach massgabe der möglichkeiten, die geschichte der familien, die entwicklung über die generationen hinweg. hat ein kind „mehrere“ väter, hat es eben mehrere geschichten. das kann durchaus eine bereicherung sein, wenn man es dem kind richtig beibringt.

    und da es uns gelungen ist, das zu tun – da können es doch sicher einige andere auch, oder?

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Kelef, es sind einige Sätze dabei, die sind mit Gold nicht aufzuwiegen. Manche davon habe ich so oder zumindest in ähnlicher Form auch anderswo gelesen, doch sie kommen bisher noch viel zu selten vor. Danke! Es freut mich, dass Du zu denen gehörst, die sagen:

      „ich denke, man darf einem kind die möglichkeit nicht nehmen, die eigenen wurzeln kennenzulernen …)

      „es gibt eine unzahl saublöder zufälle, und dann kommt die wahrheit zum ungünstigsten zeitpunkt ans licht – denn wenn mehr als eine person die wahrheit kennt, dann ist das fast unvermeidlich. passiert das zu einem zeitpunkt, zu dem das seelenleben einer der betroffenen personen aus welchen gründen auch immer angeschlagen ist, kann das zu fürchterlichen dingen führen.“

      „die wahrheit, so sagt meine erfahrung, kommt irgendwann immer ans licht. kinder müssen das vertrauen haben dass man ihnen die wahrheit sagt, dass man sie nicht im unklaren lässt, dass man sie liebt und akzeptiert als die person, die sie sind. nur das gibt kindern sicherheit und geborgenheit. und deshalb sollte man kindern in so einem fall immer die wahrheit sagen.“

      „was kann einem kind mehr liebe zeigen als die feststellung: ich weiss, dass ich nicht dein leiblicher vater bin, aber ich hab’ dich so lieb wie du bist, und ich behandle dich wie mein eigenes kind, nicht weil ich muss, sondern weil ich will.“

      „und das gilt nicht nur für diesen einen fall, das gilt eigentlich immer und für alle. wir sollten kinder als die personen akzeptieren und lieben, die sie sind.“

    • Andrea schreibt:

      Hallo Kelef,

      das spricht mir auch aus dem Herzen, so wie Du es geschrieben hast.
      Vor allem das hätte ich mir auch persönlich gewünscht:

      “was kann einem kind mehr liebe zeigen als die feststellung: ich weiss, dass ich nicht dein leiblicher vater bin, aber ich hab’ dich so lieb wie du bist, und ich behandle dich wie mein eigenes kind, nicht weil ich muss, sondern weil ich will.”

      LG

  4. Fatherleft schreibt:

    Hi Tim,
    schön, dass du DEINEN Weg gefunden hast.
    Ich glaube das ist manchmal nicht so einfach, wenn so vielfältige meist sicherlich gut gemeinte Ratschläge auf einen ein prasseln. Es gibt leider für nichts EINE richtige Zeit und EINEN richtigen Lösungsansatz.
    Auch den letzten Punkt, das „Problem“ mit dem biologischen Vater wirst du sicherlich für dich und „deinen“ Kleinen entsprechend lösen solange mit einer offenen Wahrnehmung für die Befindlichkeiten des kleinen bei der Sache bleibst.
    Viele Grüße
    Lutz

  5. Tim schreibt:

    Hallo Sammy,
    ich hatte jetzt das erste Mal Zeit, mir deine Geschichte mit allen Verlinkungen durchzulesen. Es gibt wirklich einige Parallelen in unseren Erfahrungen.

    Ich wünsche dir wirklich alles Gute und hoffe das es für euch alle gut ausgeht.

    Es gibt hier im Blog so viele tolle Ratschläge, dass ich dem eigentlich gar nichts hinzufügen kann.
    Ich habe es für mich so gemacht, dass ich mir alle Meinungen wirklich genau angeschaut habe und diese mit meinen Verhältnissen zuhause abgeglichen habe. Versuche das vielleicht auch für dich.

    Solltest du einfach mal Lust haben zu sprechen, kann Max dir in diesem Fall gerne meine Handy-Nummer geben. Natürlich sollten grundsätzliche Sachen eher hier diskutiert werden, aber wenn du einfach mal Lust hast mit einem „Leidensgenossen“ zu reden, melde dich gerne!

    VG, Tim

    • Sammy schreibt:

      Hallo Tim,

      Danke für Deine Antwort und Dein Angebot , auf das ich zurück kommen werde.
      Ja, es gibt hier gute Ratschläge, wobei jeder in seiner Situation die richtige Entscheidung treffen muss. Ich sitze gerade mit meinen 2 Grossen am Lagerfeuer. Nach einem guten Gespräch mit meiner Frau bin ich heute noch sicherer den richtigen Weg zu gehen. Ich habe gelernt keine Sicherheiten zu suchen, die es im Leben nicht geben kann. Der Tag heute zählt und jeder Tag hat es verdient der beste zu werden.

      Seit heute weiß ich , dass der Erzeuger auch eine Familie hat. Natürlich haben er und meine Frau vollkommen verantwortungslos gehandelt. Das gibt mir aber nicht das Recht, auch noch eine andere Familie zu belasten. Das muss meine Frau mit sich klären und irgendwann mit ihm. Ich sehe mich in der Verantwortung für meine leiblichen Kinder das beste zu tun. Das ist Vater und Mutter zu haben, ein geregeltes soziales Umfeld. Ausserdem soll das werdende Kind bei seiner Mutter sein. Das Ergebnis ist seine Aufnahme im unserer Familie. Ich rede schon heute mit ihm, so wie ich es bei jeder Schwangerschaft getan habe.

      Irgendwann werde ich zur Wahrheit stehen, aber nicht heute und nicht morgen. Hierzu gibt es Ratschläge und ich bin mir sicher, dass ich meine Frau von der Notwendigkeit einer Familienberatung überzeugen kann.

      Bei einem bin ich mir sicher und das hat meine Frau schriftlich. Nochmal lasse ich mich nicht hintergehen. Dann folgen Konsequenzen. Ich habe auch den Mut allein erziehender Vater zu werden.

      So viel für heute, es wird nicht der letzte Kontakt sein!

      VG Sammy

      • Andrea schreibt:

        Du schreibst:
        Seit heute weiß ich , dass der Erzeuger auch eine Familie hat. Natürlich haben er und meine Frau vollkommen verantwortungslos gehandelt. Das gibt mir aber nicht das Recht, auch noch eine andere Familie zu belasten.

        Meine Meinung dazu ist spätestens dann, wenn ich fremdgehe und die Frau eines anderen beschlafe habe ich bereits meine Familie belastet und sollte gefälligst dazu stehen auch mit den Konsequenzen.

        Ich sehe es so, dass so nur weiter eine Scheinwelt aufrecht erhalten wird. Aber das muß ja jeder selber mit seinem Gewissen vereinbaren.

        Meine Mutter hat das alles auch nur im Sinne der Familie und aus Angst vor den Konsequenzen getan.

        Ich kann seitdem keine solchen `Verzögerungstaktiken` mehr leiden.

        Mein Mann sagt in Deinem Fall würde er seiner Frau sagen, dass sie das umgehend zu klären hat und ansonsten er das anderenfalls umgehend klärt.

        Ein weiterer Grund warum ich meinem Mann so liebe, denn mit ihm wird es so etwas niemals geben.

        • Katrin schreibt:

          Passend Andrea! Genau so, Scheinwelt, er macht sich selbst was vor!

          • Sammy schreibt:

            Hallo,

            das wichtigste war doch zunächst, dass meine Frau zu ihrer Verantwortung und ihrem Kind gestanden hat, sprich sie ist nicht den einfachen Weg der Entsorgung mittels Abtreibung gegangen. Diese rechtlich zulässige und täglich vollzogene Tötung ist mir absolut zuwider. Das rechne ich ihr positiv an, wobei ich nichts anderes erwartet hätte, schließlich kenne ich sie seit fast 20 Jahren.

            Im 2. Schritt habe ich sie davon abgebracht, das Kind zur Adoption freizugeben. Damit bleibt das Kind bei seiner leiblichen Mutter, statt gänzlich ohne leibliche Eltern zu sein. Stattdessen bei Adoptiveltern, die die tatsächliche Abstammung ev. gar nie aufgeklärt hätten.

            „und letztlich: was kann einem kind mehr liebe zeigen als die feststellung: ich weiss, dass ich nicht dein leiblicher vater bin, aber ich hab’ dich so lieb wie du bist, und ich behandle dich wie mein eigenes kind, nicht weil ich muss, sondern weil ich will.“

            Ich habe mir sehr wohl überlegt was das heißt und bin mir dessen Tragweite bewusst, denn ein zurück gibt es nicht, da sind sich meine Frau und ich einig.

            Unter Abwägung der Belange aller Beteiligten ist das weiterhin für mich der richtige Weg, den ich im Interesse des Ungeborenen, meiner weiteren 4 Kinder, deren Mutter und letztendlich mir als Vater und Papa gehen werde. Zugegebener Maßen spielt der Erzeuger für mich hier die geringste Rolle. Das verbleibt in der Verantwortung meiner Frau, das Treffen mit dem Erzeuger wird ich ihr nicht ersparen, aber erst zu gegebener zeit.

            VG
            Sammy

            • Andrea schreibt:

              Hallo lieber Sammy,

              das hört sich prima an und bitte tu Dir wirklich den Gefallen und räume Papa und Kind so bald wie möglich die Gelegenheit ein sich kennenlernen zu dürfen.
              Spiele auf allen Seiten mit ganz offenen Karten.
              Ansonsten glaube mir darfst Du Dir irgendwann später das anhören was ich Fatherleft gesagt habe. Und darauf kann man verzichten oder ? Und ich denke wenn das ein wütender Teenager statt einer 32 Jahre alten Frau wie ich es Dir sagt, dann wird das noch weniger ein Zuckerschlecken werden.

        • Fatherleft schreibt:

          Hi Andrea,
          Schon mal drüber nachgedacht, dass er die Familie vielleicht noch nicht hatte, als er die Affäre hatte? Vielleicht hat er nur die letzten 5 Jahre, in denen er keine Bindung hatte, dazu genutzt eine Familie aufzubauen.
          Naja, ich vermute dir ist es ob seine Familie vielleicht daran zerbricht, weil da plötzlich noch ein anderes Kind ist, für dass er aufkommen soll. Ist doch egal ob ein weiteres Scheidungskind groß wird, solange der Wahrheit genüge getan wird. Wie es seinem anderen Kind dabei geht, und ob es dann in einer kaputten Familie aufwächst.
          Ich weiß immer noch noch nicht wie man auf die Idee kommen kann das die „reale“ Welt fürs Kind in jedem fall besser ist als die „Scheinwelt“. Und das hat nichts damit zu tun, dass das Kind kein recht auf seine Wurzeln hat. Aber manchmal sind Lösungen nicht so einfach pauschal zu finden.

          • Andrea schreibt:

            Hallo natürlich habe ich daran gedacht, aber ich würde als Ehefrau wissen wollen, ob mein Mann noch uneheliche Kinder hat, weil ich es so sehen würde, dass ich ein Recht habe das als Ehefrau zu erfahren. Im Übrigen haben Kind und Papa auch ein Recht von ihrer gegenseitigen Existenz zu erfahren und sich kennenzulernen wenn sie das jeweils möchten. Sich jetzt über das Zerbrechen irgendwelcher Familienkonstellationen oder Befindlichkeiten Gedanken zu machen ist es ein bisschen zu spät, denn das Kind existiert nun einmal.
            Aber man kann sich Gedanken machen wie man die Aufklärung des Ganzen bestmöglich unter Zuhilfenahme aller Möglichkeiten, die dabei Unterstützung anbieten können gestaltet.
            Ich kann diese Doppelmoral nicht leiden, ihr denkt, was ihr da vorschlagt ist besser für die Kinder, mal schön weiterlügen aber Euch dann über die Frauen aufregen die Euch angelogen haben, das habe ich gerne.
            Ist mal wieder der Weg des vermeintlich geringsten Widerstandes und man kann sich einreden, dass man ein Gutmensch ist. Man sagt nicht umsonst, die schlimmsten Dinge geschehen aus guten Absichten heraus ja ja…
            Und wir Kuckuckskinder für die man doch sowieso immer nur das Beste will, erst die Mama, dann der Papa dürfen leiden, weil keiner es für nötig hält die Hosen herunter zu lassen. Ich verweise noch mal auf den Satz und meinen Beitrag zu der Radikalfeministin:
            Frauen schweigen weil… dann muß ich mich hier nicht noch mal wiederholen.

            • Fatherleft schreibt:

              Aufreden über Frauen die euch angelogen haben? Ich denke da muss jeder sehen wie er damit umgeht. Tim hat da seinen Weg gefunden, indem er es auch teilweise als das Ergebnis seines Verhaltens gesehen hat, dass seine Frau sich bei jemand anderem geholt hat, was er ihr in der Zeit nicht gegeben hat…
              Wie gesagt, ich frage mich immer noch wie man auf die Idee kommen kann, dass Ehrlichkeit sofort und um jeden Preis irgendjemandem weiterhilft. Und Mama und Papa wissen in diesem Fall was Sache ist und es ist ihre Entscheidung wie sie damit umgehen. Und solange der kleine Mann glücklich und geborgen ist, wird es sich erst mal keine Gedanken darüber machen wer der biologische Vater ist. Und der biologische Vater wollte sich wohl auch keine Gedanken darüber machen, sonst hätte er ja vielleicht mal GF-Datum plus 9 Monate kalkuliert und darüber nachgedacht, dass es sein Kind sein könnte.

            • Andrea schreibt:

              Also was ich auch nicht verstehen kann ist, wenn mir etwas in meiner Beziehung fehlt,
              was mir wichtig ist, dann kann ich meinen Partner darauf ansprechen, damit dieser Zustand geändert werden kann. Es kann nämlich nur sprechenden Menschen geholfen werrden. Weigert er sich oder klappt das dann nicht und das was mir fehlt ist eine Grundvoraussetzung für eine Beziehung für mich, dann trenne ich mich und
              kann mich dann anschließend anderweitig vergnügen ohne jemanden zu betrügen.
              Und wenn sich mein Partner dann auch noch entschuldigt, wenn ich ihn betrüge,
              weil er meine Bedürfnisse nicht gut genug erfüllt hat, würde ich zwar denken, dass er ein verdammt großes Herz hat, aber das wäre dann definitiv der falsche Mann für mich.
              Nur meine ganz persönliche Meinung dazu.
              Natürlich sind am Scheitern einer Beziehung meistens beide Partner schuld, aber das
              Fremdgehen würde ich doch etwas differenzierter betrachten.

            • Fatherleft schreibt:

              Naja, da ist wohl jeder etwas anderes gestrickt. Einige Leute schmeissen eine gemeinsam aufgebaute Existenz nicht weg, nur weil der andere (aus welchen gründen auch immer) gerade keinen Kopf für Sex frei hat. Und dann hilft auch reden nichts, das bist du nämlich ganz schnell in einer Watzlawik-Schleife, nach dem Motto „Sei mal spontan“ oder „Nie bringst du mir freiwillig Blumen mit“. Es gibt Themen, die kann man begraben wenn man darüber redet. Insofern… Wie gesagt, das muß jeder in seiner prioritätenliste festlegen, was für ihn eine Beziehung ausmacht. Klar wenn ich nur mit jemandem zusammen bin weil der Sex großartig ist, dann wäre es ein Grund Schluss zu machen (weshalb Beziehungen die nur darauf aufbauen meist nicht so lange halten), aber normalerweise entsteht nach den 6 Monaten, in denen der Biologischen Belohnungsreflex dich dazu gebracht haben soll, dein Erbgut weiterzugeben, etwas anderes, was man nicht unbedingt rein wegen der sexuellen Bedürfnisse über Bord schmeißt. Ich weiß, da bin ich altmodisch.

  6. sammy schreibt:

    Hallo Tim,

    Ich freue mich sehr für Dich und zolle dir größten Respekt für Deine Entscheidungen, die ich als ähnlich Betroffener vollkommen nachvollziehen kann !

    Letztendlich haben wir nun genau die gleichen Fragen vor uns, wann und wie.

    Ich bin jetzt erst mal in RSHA und habe damit täglich professionelle Hilfe und hoffe danach noch mehr Kraft für die anstehenden Aufgaben zu haben. Mein rechtlicher Sohn kommt Mitte September zur Welt.

    VG Sammy

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