Nicht besoffen? Dann bist Du wahrscheinlich Vater!


Vater mit Baby

Vatertag bedeutet für mich: Zeit mit meinen Kindern

Vatertag – Zum Vatertag, da ist der Mann mit seinen Kumpels und dem Bollerwagen in den Gassen unterwegs, so zumindest das verbreitete Bild. Doch der Eindruck trügt. Wen man dort sternhagelbesoffen in den Straßen sichtet, der ist zumeist unter 28 und vor allem kinderlos.

Doch wo sind all die Väter hin? Anstatt sich komareif zu saufen, sind die Väter – jedenfalls in meinem erweiterten Bekanntenkreis – allesamt an einem Ort anzutreffen: Im Kreise ihrer Familie. Manche von ihnen nutzen das lange Wochenende um mit ihren Kindern z.B. eine Kanutour oder andere abenteuerliche Unternehmungen zu machen. Fahrradtouren sind schon fast die Regel, sofern das Wetter mitmacht. Väter haben eine ganz für sie eigene Aufgabe gegenüber dem Nachwuchs. Für gewöhnlich zeigen sie den Kindern die weite Welt. Machen Dinge, die in den Kids den Mut für Abenteuer und das Interesse am Unbekannten wecken. Mancher Mutter kann da schon mal vor Angst das Blut in den Adern gefrieren.

Vater und Mutter, beide haben ganz wichtige Aufgaben, die je nach geschlechtsspezifischen Präferenzen aufgeteilt sind – zusammen erst ergibt es ein Ganzes, das unsere Kinder bestmöglich auf deren Leben vorbereitet. Von uns schauen sie die Dinge ab – auch die, die wir so ganz und gar nicht mögen. Um so wichtiger ist es an diesen Stellen, unsere eigenen Schwächen wahrzunehmen und sich ihnen zu stellen. Auf diese Weise wachsen wir über uns selbst hinaus und zeigen, dass die meisten Grenzen von uns selbst gesteckt werden und überwindbar sind. so können Kinder Flügel bekommen.

Teilt heute auf Facebook & Twitter mit, was ihr mit Euren Kindern zum Vatertag macht, was ihr geschenkt bekommen habt – hoffentlich kein Alkohol 😉 . Nur dadurch, dass die Gesellschaft mitbekommt, dass es uns fürsorgliche Väter gibt, kann sich etwas ändern.

Die Wichtigkeit der leiblichen Elternschaft gerät in der Epoche der Samenspenden, Eispenden, Leihmütter und Sukzessivadoption immer mehr aus dem Blickwinkel, bis hin zur Leugnung. Der Buchautor von ‚Vaterlos‘ – Dr. Matthias Stiehler – formulierte in seinem Vortrag „Die biologische Grundlage von Elternschaft und ihre Bedeutung für die Familie“ wie folgt:

„Die Bedeutung der Biologie besteht also – und das ist die entscheidende Aussage – nicht allein darin, dass Gene vererbt werden, die die körperliche und in gewisser Weise auch die seelische Entwicklung eines Menschen beeinflussen. Es ist das biologisch fundierte Geschehen von Zeugung, Schwangerschaft und Geburt, das in seiner Beziehungsdynamik auf das Kind wirkt.“

Väter sind also alles andere als überflüssig, als Nivea zum Muttertag und später zu Weihnachten mit dessen Werbespot proklamierte. Mit dem vaterlosen Spot(t) trieben sie es dann so weit, dass viele Väter – vor allem entsorgte – aufstanden und einen kleinen Shitstorm auslösten. Daraus formten sich verschiedene Proteste auf Twitter, Facebook mit dem Hashtag #Niveade, Blogartikeln und in Form einer Onlinepetition, die sich direkt an Nivea wendete. Es kam sogar zu einem Treffen zwischen Marco Trübel, dem Initiator der Unterschriftensammlung, Michael Strassburg, Ralph Steinfeldt von der „Initiative Hamburger Väter und Mütter für ihre Kinder“ und Ingo Tanger, Marketing Direktor Deutschland der Beiersdorf AG. Herr Tanger gelobte einen Kurswechsel und kündigte einen Nivea-Werbespot zum Vatertag an, der die Rolle der Väter wertschätzen würde. Dem ist nun so geschehen und ich mag den Spot. Denn dort darf sogar die Mutter, die bisher nur alleinerziehend war, anwesend sein.

Zum Abschluss eine Bitte, die mir sehr am Herzen liegt: Denkt bitte an die Väter, die jetzt gerade heute nicht das Glück haben, ihre Kinder sehen zu dürfen. Manche unter ihnen gehören sogar zu denen, die gänzlich entsorgt wurden. Ladet diese entsorgten Väter aus Eurem Freundeskreis zu Euch zum Mittagessen ein und sprecht ihnen Mut zu, weiterhin für sich und ihre Kinder zu kämpfen.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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6 Antworten zu Nicht besoffen? Dann bist Du wahrscheinlich Vater!

  1. Pingback: Kinderglück = Papaglück = Vatertag | emannzer

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  5. emannzer schreibt:

    Einen schönen Beitrag hast du da geschrieben, Max. Auch dein letzter Absatz sollte unterstützt werden, finde ich. Aktuell ist ja einiges in Bewegung, das Meinungsbild über Väter betreffend. U.a. hat die „Welt“ ja gestern schon einen Beitrag zum heutigen Vatertag geschrieben, welcher nichts mit Bollerwagen und Schnaps zu tun hat.

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