Meine Frau war untreu und ich will jetzt den Vaterschaftstest – von Tim Berger


Erlebnisbericht

Ich möchte den Vaterschaftstest, damit ich wieder vertrauen kann.

Erlebnisbericht – Frau untreu – Vaterschaftstest – Tim Berger

Hi Max,

du hattest mich darum gebeten, meine Geschichte zusammen zu fassen, um anderen in ähnlichen Situationen zu helfen.

Ich möchte einen Vaterschaftstest machen lassen, weil ich wissen will, was Sache ist, um meiner Frau nach einem sexuellen Kontakt mit jemand anderem, wieder 100%ig zu vertrauen.

Ich habe nicht viel Erfahrung mit dem Schreiben von Texten im Internet, deshalb hoffe ich auf einen einigermaßen lesbaren Bericht.

Meine Frau und ich sind schon relativ lange zusammen. Sie war 16 und ich 20, als wir zusammen kamen. Heute sind wir

28 und 32. Sexuell hatte sie vor mir keine großen Erfahrungen.
Wir haben Jahre lang so zusammen gelebt, als unser Sohn geboren wurde, der heute vier ist. Mittlerweile sind wir verheiratet.
Wir haben bisher eigentlich eine schöne Zeit zusammen gehabt, viele Höhen, auch Tiefen.
Grundsätzlich geht’s uns verhältnismäßig gut, wir haben beide kein Abitur, haben uns über unsere Jobs aber ein schönes Leben aufgebaut, indem Geld und Schulden keine Rolle mehr spielen. D.h. aber auch keine Reichtümer da sind. Es plätschert halt alles so dahin.
Jetzt konnte ich nach einer Diskonacht, nach der sie erst Sonntag-Mittag zurück kam, belegen, dass sie bei jemand anderem war.
Grundsätzlich ist das jetzt gar nicht so das Problem für mich, dass das nach Jahren mal passieren kann. Ich bin überzeugt das die Freiheiten die wir uns Gegenseitig einräumen auch ein Geheimnis unserer jahrelangen Beziehung sind und waren. Dies schloss aber nicht das Tolerieren von Sex mit anderen ein, sondern eher das Flirten, Tanzen usw.
Es war mir aber klar, das man auch mit Ersterem mal rechnen musste. Sie ist sehr anziehend für Männer, habe ich festgestellt.

Sie ist sich absolut sicher, dass sie mich behalten möchte.
In der Aufarbeitung des Ganzen, haben wir vereinbart, dass ich das verzeihen könnte, wenn Sie mir alles, wirklich alles, erzählt.
Also redeten wir und redeten. Im Laufe der Gespräche stellten sich über den gesamten Verlauf unserer Beziehung drei andere Männer raus, mit denen was war.
Einer fiel leider die Zeit, wo unser Sohn gezeugt wurde.
Nun war für mich sofort klar, ich will einen Vaterschaftstest, auch wenn sie Fakten auf den Tisch legte, die für meine Vaterschaft sprechen. Das waren zum Beispiel Dinge wie noch folgende Regelblutung nach dem letzten sexuellen Kontakt mit dem anderen usw.
Das reicht mir aber alles nicht mehr um das Kopfkino zu beseitigen, ich will nicht die Annahme das ich der Vater bin, sondern den Beweis.

Ich bestellte sofort per Express einen Vaterschaftstest. Dabei geht es mir gar nicht um irgendwelche rechtlichen Dinge, sondern erst mal nur um mich und in ein paar Jahren auch um meinen Sohn, wenn das für ihn interessant wird.
Der Test ist gestern gekommen und wir machen den schnellstmöglich.

Grundsätzlich muss ich feststellen, dass das anscheinend gar nicht selbstverständlich ist. Es gibt wohl viele Männer, die das entweder gar nicht durchgesetzt bekommen, oder aus anderen Gründen nicht machen können.
Das wundert mich sehr, ich habe mich damit aber vorher auch noch nie befasst, da ich nicht davon ausging, dass es mich mal betrifft.
Würde sie den Test jetzt ablehnen, würde ich mich definitiv trennen. Es wäre mir auch egal, was da alles dran hängt dann. Das wäre für mich ein Schuldeingeständnis und keine weitere Basis für unsere Zukunft.
Mich hat das jetzt vier Wochen massiv beschäftigt und belastet und ich komme auch erst wieder zur Ruhe, wenn ich das Testergebnis habe. Wahrscheinlich ist da aber auch jeder anders.
Für mich steht als Abschluss meiner Geschichte fest: Eine betrogene Nacht kann ich verzeihen, bei der Frage um die Vaterschaft gibt’s für mich nur eines, ich muss für mich Klarheit haben. Meine Frau versteht das (anscheinend).
Es tauchte aus meiner Familie nun auch die Frage auf, was ich denn machen will, wenn der Test negativ ist. Darauf kann und möchte ich jetzt hier noch nicht eingehen.
Ich denke ich werde auch dann MEINEN kleinen Liebling nicht anders behandeln (können).
Vielleicht würde es für die Beziehung zu ihr problematisch für mich werden.
Meine Frau ist aber derart gelassen, dass ich im Moment von einem positiven Test ausgehe.

Advertisements

Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
Dieser Beitrag wurde unter Geschichten, Kuckuckskind, Vaterschaftstest abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Meine Frau war untreu und ich will jetzt den Vaterschaftstest – von Tim Berger

  1. Pingback: Ich habe mich entschieden – von Tim Berger | kuckucksvater

  2. Pingback: Das Vaterschaftstestergebnis ist da … – von Tim Berger | kuckucksvater

Was ist Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s