Hilfe, ich habe ein Kuckuckskind – Kuckucksmutter sucht Rat und Unterstützung


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© Foto: T. Rolf – Dänemark

Seit Kurzem begleite ich hier im Blog das Outing einer Mutter von vier Kindern gegenüber ihrem Ehemann. Sie kann und will mit ihrem schlechten Gewissen nicht mehr leben, denn ihr Jüngster (3 J.) ist wohl nicht von ihrem Mann. Schon seit einiger Zeit fragt sie sich, was denn wohl das Beste für ihr (Kuckucks-) Kind und ihre Ehe wäre. Deshalb bittet sie darum an euren Erfahrungen teilhaben zu dürfen und am besten Ratschläge zu erhalten, die ihr helfen, ihren Entschluss so gut wie möglich in die Tat umzusetzen, ohne alles noch schlimmer zu machen. In der Hoffnung, dass ihr mit eurem Feedback weiterhelfen könnt, stelle ich ihren Fall, der wohl exemplarisch für viele ähnlich gelagerte Fälle steht und ihre Fragen hier vor:

„Ich habe eure Seite gefunden und hoffe ein wenig Hilfe zu bekommen. Ich bin verheiratet und Mutter von 4 Kindern. Sie sind zwischen drei und siebzehn Jahren alt. Der Kleine, um den es geht, ist nicht von meinem Mann, sondern stammt aus einer außerehelichen Beziehung, die seit 2 Jahren beendet ist. Ich bin ungeplant schwanger  geworden und als die Schwangerschaft festgestellt wurde, war ich bereits in der 15. Woche. Mein Mann hat zu dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Schwangerschaft geglaubt, das Kind sei von ihm und glaubt es immer noch (so wie alle).

Die Schwangerschaft war die Hölle und das Kind wäre beinahe im Bauch gestorben, weil meine Plazenta unbemerkt zum Schluss nicht mehr richtig arbeitete. Dennoch hat sich alles zum Guten gewendet und dem Kleinen geht es jetzt ausgesprochen gut und er ist für uns alle ein wahrer Sonnenschein.

Nur ich kann mit diesem Geheimnis nicht mehr leben. Ich bin auf der Suche nach Ratschlägen und Erfahrungsberichten, wie ich die Wahrheit ans Licht bringen könnte, und wie man damit danach leben kann. Dazu muss ich sagen, dass Schamgefühle mich nicht loslassen, obwohl ich weiß, dass ich für mein Verhalten Verantwortung übernehmen muss.

Präzisieren möchte ich auch noch, dass es mein größter Wunsch ist, dass meine Familie mit der Tatsache fertig wird und dass wir uns danach nicht trennen. Was den leiblichen Vater angeht, er zeigt kein Interesse an seinem Kind und ist dagegen die Wahrheit auszusprechen. Wir haben keinerlei Kontakt mehr. Er hat selbst 2 Kinder und jetzt einen Stiefsohn, wohnt in der selben Stadt wie wir. Von daher eine Frage noch: „lohnt“ sich der Aufwand, riskiere ich da nicht zu viel? Der Kleine hat seinen Vater (meinen Mann), wie wird er mit der Nachricht fertig, auch unter dem Aspekt, dass sein leiblicher Vater ihn wohl ablehnen wird?“

Mir ist auch klar geworden, dass ich das meinem Mann als erstes sagen muss. Doch wie es machen? Mein Mann hat, wie mir scheint, überhaupt keine Zweifel. Der Kleine sieht seinen Geschwistern ziemlich ähnlich. Nur in seinen Fähigkeiten differenziert er sich ein wenig. Ich habe keinen Test gemacht, aber ich weiß es einfach, ich bin mir eigentlich auch ohne Test sicher.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Es ist so, als ob ich vor einem Berg stehen würde, und von vornherein weiß, dass ich es nicht schaffen werde.

Andererseits habe ich irgendwie keine Kraft mehr, ich kann diese Maske nicht mehr tragen. Nicht vor meiner Familie aber auch nicht vor unseren Bekannten.

Mein Kleiner ist gestern 3 Jahre alt geworden – so ein Event ist dann besonders schwierig.

Das Furchtbare ist, dass sich der Schaden, den ich meinem Kind – wenn auch unbeabsichtigt – zugefügt habe, für mich wie eine Behinderung für meinen Sohn anfühlt. Das Wort ist glaube ich nicht übertrieben. Es tut mir sehr weh.

Was meine Affäre angeht, war ich immer der Meinung, solange mein Mann es nicht weiß, ist es ok. Es ist mein Leben. Nun ist anderes Leben da, da kann das nicht mehr gelten.“

Ein paar Tage später dann der Knall:

„Es gibt Neuigkeiten. Ich habe es meinem Mann endlich erzählt.

Momentan ist die Lage sehr schlimm. Mein Mann ist wirklich aus allen Wolken gefallen und kämpft vor allem mit Eifersuchtsgefühlen. Was ihm zu schaffen macht ist vor allem der massve Vertrauensbruch. Es ist so schlimm, dass ich es sogar momentan bereue, ihm die Wahrheit gesagt zu haben. Wie wir diese Krise überstehen werden, ist wirklich noch fraglich.

Wir können uns mit der Problematik, dass der Kleine höchstwahrscheinlich aus der Affäre stammt, momentan noch gar nicht so richtig befassen. Doch eines ist klar: Mein Mann möchte Gewissheit haben. Es wird der nächste Schock sein.“

Wiederum ein paar Tage später schildert sie die Situation nun wie folgt:

„Die Lage hat sich etwas beruhigt und es besteht jetzt Hoffnung, dass wir es schaffen, zusammen weiter zu machen. Für meinen Mann ist es weiterhin sehr schwer, aber ich kann sehen, wie es ihm zunehmend besser geht. Ich kann sogar positive Seiten auch für unsere Ehe jetzt finden, was vor ein paar Tagen noch unvorstellbar war. Ich hatte nämlich davor das Gefühl, dass das Geheimnis uns immer mehr voneinander entfernte.

Wir haben jetzt einen Vaterschaftstest bestellt. Mein Mann hat mir signalisiert, dass er unseren Sohn nicht verlieren möchte und wie seinen eigenen Sohn betrachtet und aufziehen möchte. Zur Zeit ist er eigentlich dagegen, dass wir es unserem Kind und unseren anderen Kindern sagen. Deinem Rat folgend würden wir es erst wenn er 6 Jahre ca. ist, von daher haben wir noch Zeit. Trotzdem möchten wir jetzt die Meinung von anderen Betroffenen hören.

– verändert sich die Beziehung Vater / Kind, nachdem das Kind es weiß ?

– wie können wir verhindern, dass das Kind das Tabu um ihn spürt ?

– wem es ansonsten sagen (nur nahe Verwandte, nahe Bekannte?)

– wie verändert sich die Ansicht der Anderen gegenüber unsere Familie? (wir wohnen in einer kleinen Stadt)

Ansonsten schließen wir nicht aus, eventuell gerichtlich zu gehen, wegen Unterhaltskosten usw. Wie lässt sich es mit der Tatsache vereinbaren, dass der Kontakt zu dem leiblichen Vater nicht gewünscht wird, genauso wie wir davon ausgehen, dass dieser kein Interesse am Kind hat? Stellt dies einen Widerspruch dar? Ist das Einklagen wegen Unterhaltskosten nur in Zusammenghang mit einer Vaterschaftsanfechtung möglich? Empfiehlt sich in unserem Fall eine solche Vaterschaftsanfechtung oder eher nicht? Wir haben uns bisher kaum mit rechtlichen Fragen befasst.

Über eure Meinungen, Erfahrungen und Ratschläge wären wir wirklich sehr dankbar.“

 

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Über Marcus Spicker

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50 Antworten zu Hilfe, ich habe ein Kuckuckskind – Kuckucksmutter sucht Rat und Unterstützung

  1. Rosa schreibt:

    Ich bin hier grade völlig fertig… Zittere…
    Vielleicht antwortet mir ja auch keiner – davor habe ich Angst. Denn ich fühle mich allein. Ich vermute, schwanger zu sein aus einer kurzen Affäre. Testen kann ich noch nicht. Aber nach dem wir Sex hatten und ich auf dem Heimweg war, spürte ich meinen Eisprung. Er wurde anscheinend spontan und verschoben ausgelöst. Mein Mann und ich sind seit 7 Jahren zusammen und waren lange in Kinderwunschbehandlung. Es hat nie geklappt. Im Februar hatte ich meine letzte OP (Endometriose) und nun seit 2 Monaten nochmal die Pille abgesetzt… meine Mens kommt eigentlich seit der Ovarstichelung recht regelmäßig… sie hätte gestern kommen sollen… jetzt ist sie nicht da und ich habe so angst… ich kann doch nicht mit einer lüge leben… aber ein kind wünschen wir uns schon lange…

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Hallo Rosa,
      herzlich willkommen im Kblog. Es freut mich, dass Du hier nach Hilfe suchst. Deine Angst ist nachvollziehbar und es ist gut, dass Du mit der Wahrheit leben möchtest, statt mit einer Lebenslüge. Bitte nehme mit mir via Email Kontakt auf. kuckucksvater@hotmail.com.
      Natürlich kannst Du auch hier auf meine Fragen antworten.
      Wie ist Deine Beziehung zu Deinem Mann? Und wie ist die zu Deiner Affäre? Will er mehr von Dir? Hat Dein Mann ein Spermiogramm erstellen lassen?

    • Wolfgang Wenger schreibt:

      Man kann natürlich pränatal testen, aber das könnte teuer sein. Erkundige dich mal. Ist „die Affäre“ der Vater, dann bleibt dir nichts, als den Fehltritt zu beichten, was ich hoffe, Ein Kind abzutreiben löst zwar erstmal das Problem, aber… naja, mußt du selbst wissen. Eigentlich könntest du auch Glück haben, denn ein Kind habt ihr euch ja gewünscht und bei einer Adoption wäre keiner von euch ein leibliches Elternteil. Aber Seitensprung ist Seitensprung und den verzeiht der Partner oder eben nicht. Das ist allein seine Angelegenheit und ich könnte für beide Reaktionen Verständnis aufbringen.

  2. ernestine schreibt:

    Hallo,

    Auch ich möchte mich hier äussern, ich bekomme in etwa einer Woche so etwas ähnliches wie ein Kuckuckskind. Mein Ehemann weiss, dass es nicht sein leibliches Kind ist (er ist sterilisiert seit über 10 Jahren) und freut sich mittlerweile auch auf das Baby. Nur leider ist zwischenzeitlich die Affäre nie beendet worden. Auch der Erzeuger freute sich angeblich, konnte sich aber nie zwischen seiner bestehenden Familie und uns entscheiden. Er hoffte irgendwie die ganze zeit, es möge sich von Zauberhand eine Lösung finden, mit der alle happy werden, die niemandem schmerzen zufügt. Das ist natürlich Utopie in dieser Situation.

    Unabhängig von der Liebesbeziehung zwischen den Erwachsenen: was ist das beste für das Kind? Ich plane die Anfechtung der Vaterschaft, damit der leibliche Vater in der Geburtsurkunde steht. Damit das Kind die Möglichkeit hat, später seinen Erzeuger kennenzulernen und nicht mit einer Lüge aufwächst. Ich zweifle aber, ob das die richtige Entscheidung ist, da ich ja nicht weiss, ob sich der Erzeuger seiner Verantwortung stellt. Bisher hat er zwar eingewilligt, in der Geburtsurkunde zu stehen, aber ob er sich kümmern will wischt er immer mit: „ich habe keine Ahnung, wie das funktionieren soll“ vom Tisch. Ist es vlt für das Kind doch besser, wenn es nur den Ehemann kennt und als Vater wahrnimmt und man erst mit 16 oder später mal drüber spricht?
    Aber belastet so eine Lüge nicht eine Kindheit Kindheit?

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Hallo Ernestine,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und dass Du Dich der Identitätsfrage stellst. Damit möglichst viele von Deiner Frage notiz nehmen, werde ich diese als eigenständigen Artikel online stellen. Meine Bitte an alle, die Ernestine einen Rat geben möchten: Bitte gebt ihn in den Kommentaren unterhalb folgenden Artikels ab: „Kuckucksmutter Ernestine fragt nach Rat

    • Petra Scholz schreibt:

      Hallo ernestine,

      ich verstehe Eure Sorgen, finde Deine mögliche Entscheidung,- den leiblichen Vater in der Geburtsurkunde erscheinen zu lassen,- aber richtig.
      Dein Kind wir Deinen Ehemann- insoweit er die Vaterrolle einnimmt und das Verhältnis dementsprechend harmonisch ist,- sicherlich als seinen Vater anerkennen, denn er hat es geprägt und Einfluss auf es genommen, etc.

      Von Deiner sogenannte „Lösung B“, dem Kind nichts zu sagen,- würde ich abraten, denn Kinder haben einen Spürsinn auch dann, wenn ihm eine solche Wahrheit strikt vorenthalten wird.
      Dies hat sich nicht nur bei mir,- sondern bei vielen weiteren Kuckuckskindern derart verhalten, von denen die meisten berichteten, dass sie spürten das etwas nicht stimmt.
      Oft hat dies für betroffene Kinder gravierende Folgen, ebenso, wie das Vertrauen kaputtgeht.

      Das Kind hat derartige Feinfühler, es spürt vieles am Verhalten der Eltern, an dessen gesamten, familären Klima und wird sich ohne eine Antwort zu bekommen, in sich selbst zurückziehen, dessen Spätfolgen vielseitig sein können.

      Demnach lege ich Dir ans Herz, es dem Kind nicht vorzuenthalten und sobald es aufnahmefähig ist, sagt es ihm bitte. Es wird es Euch danken.

      Ich habe eine solche Lüge durchlebt und weiß wie grausam sich es anfühlt.

      Alles Gute.

  3. Stefan schreibt:

    Nachdem ein solcher Fall in meinem Freundeskreis aufgetreten ist ,wollte ich mich jetzt einfach mal davon überzeugen , was in solchen Frauen vorhgeht ! Ich dachte nämlich entgegen der Meinung vieler ,dass Kuckucksmütter ganz normaler Frauen sind die halt mal einen Fehler gemacht haben und jetzt total verzweifelt sind. Auch war meine Meinung,dass es sich in der Regel um einmalige Seitensprünge oder kurze Affären weil man halt aufgeregt ist. Bei einer längeren Affäre ist man nicht mehr aufgeregt und passt dann schon auf. Soweit war meine Meinung ! Ich finde sowas in jedem Fall unverzeihlich,da es einfach eine elementare Täuschung an mehreren Personen darstellt nur damit man für die eigene Sauerei nicht geradestehen muss. Ich finde es in gewisser Weise verständlich ,da manchmal sehr viel dranhängt,aber auch eine Trennung ist nicht das Ende der Welt! Außerdem lässt mich die Tatsache dass manche Frauen häufig nach einer Scheidung ,die aus welchen Gründen auch immer stattfindet mit der Sprache rausrücken zeigt dass es Ihnen bei der Lüge viel mehr um sich als um das Kind(die Kinder und den Mann 8 beide Männer ging)die Frauen hier haben alle gebeichtet ,was ich sehr löblich aber auch selbstverständlich finde. Den rest ,den ich allerdings hier gelesen habe fand ich unglaublich. diese Frauen hintergehen Ihren Mann über Jahre hinweg , sagen solche Dinge wie beispielsweise die Fragestellerin ,die nun doch kein Kuckuckskind hat,es ist mein Leben und kommen im Anschluss mit irgendwelchen belanglosen Verwöhnaktionen wie Kleider ,essen. Ich weiss ,dass solche dinge passieren können und man manchmal in so einen Strudel gerät ,der einen irgendwie packt ! Man kann in dieser Zeit nicht klar denken. Aber dieser Strudel dauert nicht so wie Maria es beschreibt 4 Jahre! uns vor allem sind Dinge wie wenn der Mann zwischendurch nachfragt zeichen wo man aufwachen müsste. wenn nichtmal eine Schwangerschaft einen wachrüttelt dann möchte man nicht wachgerüttelt werden, weil es einem ja guttut! und auch sorry ich muss mich wiederholen Kommentare wie “ es ist mein Leben“ zeigen doch die Einstellung die hinter so einem Verhalten steckt. Da frag ich mich warum man heiratet. Ich glaub die antwort liegt ganz einfach darin man will halt beides ohne Rücksicht auf den anderen ! Das ergebnis ist dass Männer sich wie hier umbringen , im Schlaf weinen etc.. Und auch die Reaktion der Männer hier kann ich nicht nachvollziehen! Ich kann verstehen ,dass man ein Familiengefüge aufrechterhalten möchte ,aber es gibt auch Auswege ! Man sollte soviel Selbstachtung und Respekt vor sich haben ,dass man sowas nicht mit sich machen lässt!1 es gibt auch nach dem zusammenbrechen des Familiengefüges noch Möglichkeiten. Andere schffen das auch und man muss sich nicht kaputtmachen lassen! Dieser Männer haben besseres verdient.! Und wie gesagt finde ich es übermenschlich sich hier wie Maria in Ihrem Beitrag geschrieben hat wie ein “ Kavalier “ zu verhalten ! Ich finde das waschlappig. jeder normal epolte Mensch rastet hier aus. Das kann nicht gesund sein! Ich hoffe auch dass der Mann der Fragestellerin das mit dem meine Affäre ist mein Leben nie liest. Oder vielleicht wäre es gerade ganz gut! Ich kann mir auch schlecht vorstellen ,dass solche Beziehungen halten. irgendwann gehts kaputt und es tut allen richtig weh! Das Verhalten der Männer kann ich auchnicht mit Liebe erklären. Es ist denke ich eher emotionale Abhängigkeit, Angst die Kinder zu verlieren ( was ja nicht sein muss), schutz des Familiengefüges. ich kann mir kaum vorstellen ,dass sie bei der Frau bleiben würden ,wenn da nicht noch andere Kinder mit drinstecken würden und es sich nur um eine Zweierbeziehung und halt um das Kuckuckskind handeln würde. Diese Männer haben besseres verdient. was mir auch nicht gefällt ist der wertschätzende Ton der Frauen hier untereinander ! In diesem Fall sind sie nämlich die Täterinnen und haben groes Unrecht getan! Trotzdem allen Beteiligten alles Gute!

    • Frauenversteher schreibt:

      Der Grund, warum die meisten Frauen heiraten, ist ein ganz einfacher: Es geht um die finanzielle Versorgung. Frauen sind in dieser Hisicht eiskalt berechnend. Eben Prostituierte. Wenn sie dann den Versorger und damit auch im Scheidungsfalle die lebenslange Unterhaltszahlung sichergestellt haben, wollen sie noch ein paar nette sexuelle Abenteuer erleben. Sie suchen sich also die ehrenamtlichen Lustknaben, von denen sie sich sexuell verwöhnen lassen können; sie wollen also den Arbeitssklaven und außerdem einige Sexsklaven. Das ist die weibliche Karriere, und viele Männer sind immer noch so dumm und gehirmgewaschen, dass sie diese eiskalten weiblichen Heiratsschwindlerinnen nicht durchschauen, sondern auf deren Tricks, Lügen und falsche Versprechungen hereinfallen. Der Mythos von der angeblichen so guten Frau und dem vermeintlich so bösen Mann macht diese weiblichen Betrügereien sehr einfach, und garantiert, dass diese eiskalten Betrügerinnen dann auch noch den Mann beschuldigen und guten Gewissens abzocken können. So einfach ist das.
      Lieber Ludger, bitte denke daran. diesen Beitrag wegzuzensieren, denn er kommt der Realität zu nahe und zerstört damit das verlogene Frauenbild: 🙂

      • Max Kuckucksvater schreibt:

        Der Mythos von der angeblichen so guten Frau und dem vermeintlich so bösen Mann …

        Da baust Du gleich lieber den Gegenmythos von der bösen Frau und dem ausgebeutetem Mann auf? Das macht genausowenig Sinn.

        • Frauenversteher schreibt:

          Das ist leider kein Mythos sondern die Realität, wie jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, leicht feststellen kann: Frauen sind nicht einfach nur böse, sondern hinterlistig, manipulativ, betrügerisch, eiskalt berechnend und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Das ist das Wesen der Frau, und je nach Umständen und Gelegenheiten kommt es mehr oder weniger zur Entfaltung. Der Mann wird von Frauen nur als Nutzobjekt wahrgenommen, ob der Mann das nun realisiert oder nicht hängt ab von seinen geistigen Fähigkeiten.

    • Petra Scholz schreibt:

      Hallo Stefan,

      in Bezug auf Deinen Kommentar und Sichtweise stimme ich Dir zu.
      Du hast letztlich alles gut auf den Punkt gebracht, dass man es besser nicht erklären könnte.

      In jenen Situationen der Geheimhaltung bin ich ebenso sicher, dass es nicht um den Schutz des Kindes, wie mitunter geäußert wird sondern um die eigene Fassade geht, und/-oder auch,- weil jene Mütter die „Familie“ oder der Partner wichtig ist. Alles andere, wie die Aussage: „Ich möchte es meinem Kind ersparen, das möglicherweise selbst darunter leiden wird, etc.“, sind Schutzbehauptungen.

      Auch handelt es sich es nicht um das eigene Leben, wie manche äußern, die daher meinen, es sei einzig und allein ihre Entscheidung und gehe niemanden etwas an.
      Die Leidtragenden sind die Kinder, die bewusst belogen werden, sich überhaupt nicht wehren können, die Spätfolgen- und letztlich den größten Anteil zu tragen haben.
      Leider machen sich dies diejenigen Mütter zu einfach und nehmen diesen Aspekt scheinbar kaum wahr.

      Vielen Dank. (y)

  4. Kuckuck schreibt:

    Hallo zusammen und ganz besonders hallo an die „Kuckucksmutter“

    Zufällig bin ich über deinen Beitag gestolpert, denn ich bin in einer Ähnlichen Situatiion. Gerne würde ich dir meine Geschichte erzählen. Ich möchte sie nur nicht gerade öffentlich erzählen. falls du magst, würde ich mich über einen Kontakt zu dir sehr freuen.

    Dennoch würde ich dir dringends zu einer Paartherapie und auch zu einer Familientherapie raten. Und wie die meisten Kommentare zeigen, Kinder merken alles. Auch seine Geschwister. Ich finde es sehr wichtig ehrlich zu sein und der Famile reinen Wein einzuschenken. Und damit allen Kinder die Chance zu geben, dies zu verarbeiten und das ihr als Familie zusammen Wege findet, ein weiteres gemeinsames Leben zu führen, stärker als jemals zuvor, denn ihr habt keine Geheimnisse voreinander sondern starkes Vertrauen

    • Stefan schreibt:

      Hallo und an die Kuckucksmutter,
      durch einen ziehmlich heftigen Vorfall im Freundeskreis habe ich mich näher mit der Thematik auseinandergesetzt. Ich finde deine Einstellung während der Affäre gegenüber deinem Ehemann zwar offengestanden eine Sauerei ,von wegen es ist dein Leben schließlich seid ihr ja verheiratet und er hat vertraut. Auch wie man so lange lügen kann . Aber trotzdem hast du im entscheidenden Moment Größe gezeigt und dass ist dir hoch anzurechnen. Es sollte zwar selbstverständlich sein,ist es aber bei weitem nicht.Wie sich jetzt herausstellt ist dein Mann ja auch der tatsächliche Vater. Ich denke auch dass du vielleicht auch deine Lektion gelernt hast. Ich wünsche euch allen zusammen von Herzen alles Gute und jetzt könnt ihr ohne Zweifel von vorne anfangen.

    • Stefan schreibt:

      Hallo Kuckuck! Ich wünsch dir alles Gute! Vielleicht kann man manches kitten,aber dass das Vertrauen stärker sein soll als jemals zuvor kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber vielleicht lieg ich da ja falsch !

  5. Pingback: Mein Mann ist doch der Vater! – Kuckucksmutter sucht Rat und Unterstützung – Teil 2 | kuckucksvater

  6. angels0506 schreibt:

    Hallo,

    vielen Dank für die letzten Beiträge.

    Anna dein Kommentar hat mich sehr betroffen gemacht und mir leider gezeigt bis wie weit so eine Geschichte gehen kann. Alles alles Liebe und Gute dir und deinem Kind; dass ihr es so gut es geht schafft, mit diesem Schicksal zu leben.

    Ja ich verspreche dir, dass ich besser auf meinen Mann aufpassen werde. Er hat wie dein Mann Essstörungen und Stimmungschwankungen, auch Schlafstörungen. Da er meine Affäre kennt, ist es besonders schwierig für ihn, er ist extrem eifersüchtig. Das verstehe ich wohl aber für mich ist die Sache abgeschlossen, ich empfinde nicht mal mehr Wut oder Haß auf ihn, er ist mir so gut wie gleichgültig geworden.

    Manchmal denke ich, ich habe alles kaputt gemacht und es wird uns nie gelingen, die Teile wieder einander zu kleben. Ich hoffe, mit Zeit und viel Aufmerksamkeit es dennoch hinzubekommen.

    Die Tatsache, dass unser Sohn aus der Beziehung höchstwahrscheinlich entstanden ist, ist eine zusätzliche Belastung. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass wir es jemals schaffen werden, einigermaßen sachlich an die Sache heranzugehen – zum Wohl unseres Kindes, zumal noch eine dritte Person im Spiel ist (der leibliche Vater).

    Martina dein Beitrag ist für mich interessant, da du keinen Kontakt zu deinem leiblichen Vater hast und du der Meinung bist, du hättest die Wahrheit besser nicht erfahren wollen. Das hat mich natürlich sehr nachdenklich gemacht. Wie gesagt bin ich mir sicher, dass der leibliche Vater den Kontakt ablehnen wird, nachdem ich ihn jetzt richtig kenne. Dennoch denke ich immer noch, dass die Wahrheit über seine Herkunft zu kennen für unser Kind besser ist, als mit einer Lüge zu leben. Wie gesagt hoffe ich sehr, dass wir alles einigermaßen hinbekommen, dass unser Kind davon wenig geschadet davon kommt.

    • Anna Maria schreibt:

      Hallo,
      also wenn ich mit meinem Beiträgen Deiner Beziehung gut getan habe, dann würde es mich doch sehr, sehr freuen.
      Ich hatte nach dem Tod meines Mannes eine schlimme Zeit; und ich kann dieses Gefühl der Scherben, die nicht zu kleben sind, sehr nachvollziehen. Wenn ich Dir irgendwie weiterhelfen kann, musst Du dich nochmal melden. Glaubst Du denn dein Mann ist suizidgefährdet???? Es gibt immer einige Hinweise (die ich damals auch verkannt hatte, die aber gerne nennen kann).
      Außerdem hatte ich doch den Eindruck, dass Du geschrieben hast, dass es zwischen Euch jetzt wieder besser gehen würde?
      Weiterhin alles Gute
      Anna

    • Stefan schreibt:

      Hallo Angels! Ich wünsche dir, deiner Familie und vor allem deinem Mann alles Gute! und alle Achtung vor deinem Mann. Ich wollte in so einer Situation nicht ,dass gerade diese meine Frau auf mich aufpasst.

  7. Anna Maria Blaguertson schreibt:

    Hallo Kuckucksmutter,
    vieles ist hier schon gesagt worden und ich habe lange überlegt, ob ich noch etwas dazuschreiben soll, weil mir das auch weh tut und eigentlich nichts mit deinen Fragen zu tun hat.
    Meine Situation war ähnlich Deiner, und auch ich kann Dir nur einen Rat geben: wenn Dir wirklich was an Deinem Mann liegt, dann pass gut auf ihn auf. Trotz Paartherapie und Einzeltherapie hatte mein Mann große Stimmungsschwankunken und litt wohl sehr an Depressionen. Nach außen hin wirkte er übrigens so gut wie normal, aber seine unbekümmerte und freundliche Art war einfach weg. Resultat: jetzt bin ich Witwe. Ich erspar Dir die Details, aber lustig ist es nicht. Vor allem, der Grund zu sein, wiegt schwer.
    Ich wünsche Dir, dass Du es besser mit Deinem Mann und Deinem Kleinen hinbekommst.
    Anna

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Hallo Anna,

      vielen Dank für Deinen Kommentar im Kuckucksvaterblog. Depression und
      Suizid sind beides Tabuthemen. Danke, dass Du sie somit ein wenig in die
      Öffentlichkeit gestellt hast.

      Deine Geschichte macht mich betroffen und ich spreche Euch mein Beileid
      aus. Wirklich passende Worte finde ich dazu leider nicht. Wie auch. Ich
      hoffe, dass es Dir und Deinem Kind den Umständen entsprechend gut geht.
      Bekommt ihr professionelle Hilfe?

      • Anna Maria schreibt:

        Ja, wir bekommen professionelle Hilfe beziehungsweise haben bekommen.
        Für mich persönlich war diese meine Affäre schon längst abgeschlossen und ich dachte auch, dass meine Mann es verarbeitet hätte. Wie gesagt, zu Anfang nach meinem Geständnis war es natürlich schlimm und er hatte Gefühlsschwankungen, Essstörungen, Schlafstörungen usw. Aber mit Therapie ging dann alles schon besser. Ich hatte auch nie gedacht, dass es ihm soviel ausmacht, vielleicht hatte ich auch gehofft, dass er es irgendwie akzeptiert, da er immer sehr kulant und nachsichtig war. Und dann war er von einem Tag auf den nächsten eben nicht mehr da und muss es schon lange geplant haben, den er hatte alle LV usw bereit gelegt.
        Nicht mal einen Abschiedsbrief hatte er geschrieben.
        Auch wenn ich das zum wiederholten Mal schreibe: liebe Kuckucksmutter, wenn ihr das wirklich zusammen hinbekommen wollt, dass ist das eine große Leistung, aber bis dahin musst Du sehr, sehr aufmerkam sein. Ich wünsche Euch wirklich alles Gute. Anna

        • Stefan schreibt:

          Liebe Anna! Das tut mir alles sehr leid. Natürlich machst du dir Vorwürfe und auch zu Recht. Und selbst wenn jetzt vermutlich viel Hass von Freunden ,Familie und vielleicht auch deiner Tochter auf dich einprasselt, ist es doch jedem seine Entscheidung sein Leben zu beenden und schlimme Erfahrungen macht jeder. er hätte sich nicht so entscheiden müssen. Und so furchtbar und fern dir das momentan alles erscheinen mag, solltest du nicht dein restliches leben mit einem Bauch voll Schuldgefühle rumlaufen. Fehler macht jeder und die meisten können sich glücklich schätzen ,dass Sie nicht derartige Auswirkungen haben. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

  8. Martina G. schreibt:

    Hallo Rat suchende Mutter
    Ich habe lange überlegt ob ich auf deinen Post antworte. Ich selber bin ein Kuckuckskind und hatte durch Dich nun die Möglichkeit einige Beweggründe meiner Mutter aus Deiner Sichtweise zusehen. Ich habe von meinem Kuckucksdasein mit 14 Jahren erfahre, auf eine unschöne Weise, fast so nebenher. Damals habe ich das ganze Ausmaß noch nicht erahnen können, aber ich war erst einmal geschockt. Eine Großtante hatte es als Spitze, die hat sie gerne mal geschmissen, losgelassen und wollte wohl eher meiner Mutter damit eins auswischen, was ihr zukünftig auch gelungen war. Ich habe das Thema zu Hause angesprochen und wurde darüber in Kenntnis gesetzt, daß mein Vater ein anderer als der meiner Brüder sei. Anfangs dachte ich, daß der zweite Ehemann meiner Mutter mein leiblicher Vater ist, was sich im Nachhinein als falsch herausstellte. Ich muss dazu schreiben, daß meine Mutter fünf Mal verheiratet war, davon zweimal mit demselben Mann.
    Ein paar Jahre hatte ich mich mit dem Gedanken abgefunden, daß der zweite Ehemann meiner Mutter mein Vater ist. Nach meiner Heirat fing ich an nach Verwandtschaft väterlicherseits zu suchen, obwohl mir erzählt wurde, dass diese und auch mein angeblich leiblicher Vater zum damaligen Zeitpunkt von mir nichts wissen wollten. Ich habe trotzdem weiter geforscht und habe erste Ungereimtheiten festgestellt. Meiner Mutter blieb irgendwann nichts weiter übrig als mir zu offenbaren, dass auch dieser Mann nicht mein leiblicher Vater, sonder der eigentliche Kuckucksvater ist. Nun habe ich erst recht angefangen nachzubohren, in der Verwandtschaft meiner Mutter und auch im näheren Bekanntenkreis. Erst da stellte sich heraus, dass mein wirklicher, also mein leiblicher Vater ein ganz anderer und zu damaligen DDR-Zeiten eine für mich unerreichbare Person war/ ist (er lebte damals schon in der BRD). Inzwischen habe ich so viele Behörden und Archive kontaktiert und bin dabei auf ein Lügengebäude gestoßen. Ich habe etliche Belege und Urkunden erhalten, welche weder mit meinem urkundlich vermerkten Geburtsnamen noch mit meinem Geburtsdatum in Zusammenhang gebracht werden konnten. Sogar meine Taufurkunde war eine Fälschung. Ich könnte jetzt noch lange so weiter schreiben, aber ich bin mit meinen Nachforschungen noch nicht am Ende. Erschwert kommt hinzu, dass meine Mutter 2012 verstorben ist.
    Leider sind wir im Streit auseinandergegangen, weil ich durch meine Existens ihr, wie sie mir später einmal sagte, Leben versaut habe. Das tat weh und sitzt auch heute noch tief. Ich weiß nicht, was damals vorgefallen ist, ob sie in einer außerehelichen Liebesbeziehung war, ob sie gezwungen wurde oder oder oder. Jedes Gespräch mit ihr endete in einer Katastrophe, bis ich mich dazu entschlossen hatte den Kontakt zu ihr abzubrechen. Heute bereue ich diesen Schritt, denn ich habe sie trotz alledem sehr geliebt, auch wenn sie mir gegenüber immer etwas verkühlt war. Ich habe nie Gewalt erfahren und war auch sonst ordentlich versorgt.
    Liebe Ratsuchende….Ich finde Deinen Schritt nicht unbedingt mutig, ich empfinde ihn eher als Hilfeschrei aus einer scheinbar ausweglosen Situation. ABER, nun kommt´s: ich hätte mir gewünscht, nie davon erfahren zu haben. Es klingt merkwürdig, ich weiß. Aber letztendlich hat diese ganze Sache meine Familie zerstritten, weil niemand mir wirklich etwas darüber sagen wollte und alle weiterhin geschwiegen haben bzw. mir aus dem Weg gegangen sind.
    Ich weiß heute wer mein Vater ist, seinen Namen darf ich nicht öffentlich bekannt geben, ich will es auch hier nicht tun, er ist nicht unbekannt. Ich bin inzwischen 54 Jahre alt und habe mich inzwischen mit allem abgefunden, auch damit, daß mein Vater den Kontakt zu mir nicht wünscht. Er hat und hatte damals schon eine Familie und Kinder. Sie können nichts dafür, daß er damals ein uneheliches Kind gezeugt hat, aus welcher Situation heraus auch immer.
    Ich brauche ihn nicht (mehr). Mein Kuckucksvater wollte den Kontakt zu mir später auch nicht, leider ist er sehr früh verstorben, ansonsten hätte ich gerne das Gespräch mit ihm gesucht.
    Ich weiß nicht was ich Dir geraten hätte. Meine Mutter hatte es dem Kuckucksvater nicht gebeichtet, er erfuhr es durch ihre beste Freundin. Die Ehe wurde geschieden, ob nun wegen mir kann ich nicht nachvollziehen. Ob eine Beichte ihre Beziehung letztendlich aufrecht erhalten hätte, ich weiß es nicht. Das kommt in so einem Fall auf die Stärke des Ehemannes und auf den Grad der Liebe zu seiner Frau an. Niemand kann sich wirklich in eine betroffene Person hineinversetzen, weil jeder für sich anders empfindet.
    Ich kann mich jetzt irgendwie in die Lage meiner Mutter hineinversetzen, kann mir in etwa vorstellen, welche Gedanken sie damals hatte, das schlechte Gewissen und die Zweifel, ob sie es mir später erzählen solle oder nicht. Letztendlich habe ich beide oder drei Personen verloren: meine Mutter, den scheinbaren Vater und meinen leiblichen Vater. Ich wurde meiner Identität beraubt und niemand hat mir wirklich geholfen diese wiederzufinden, nicht mal die eigene Verwandtschaft. Leider kann ich meinen Kindern nie sagen, ob sie bestimmte körperliche Merkmale, Ähnlichkeiten, Neigungen und Talente von Großvaters Seite (also auch von dessen Verwandtschaft)her haben. Schade. Wie gesagt, ich weiß wer er ist, aber nicht wie er ist. Ich durchforste weiterhin alle Quellen, um wenigstens meinen Kindern irgendwann einmal etwas über ihren Opa und evtl. Übereinstimmungen berichten zu können.
    Ich wünsche dir viel GLÜCK…..Glück hast Du sowieso schon, Deinen Mann, denn er steht trotz allem noch zu dir.
    Martina

  9. Kara schreibt:

    Ich habe erst vor knapp einem Jahr erfahren, dass mein Vater nicht mein leiblicher Vater ist . Und um es noch ein bisschen verrückter zu machen, natürlich nicht von meinen Eltern, sondern von dem unehelichen Sohn meines Ziehvaters. Die ganze Geschichte ist genauso kompliziert, wie einfach. Meine Eltern haben viel in den 1970er mit einem befreundeten Pärchen unternommen. Geliebt haben sie (meine Eltern) sich nach eigener Aussage eigentlich nie wirklich, geheiratet wohl nur, weil die Familie es damals wohl von beiden erwartete.

    Bei diesem befreundeten Pärchen war es wohl ähnlich und offenbar haben sich dann alle über Kreuz verliebt/angezogen gefühlt. Das Ergebnis davon war ein jahrelanger Partnertausch, der darin gipfelte, dass mein Ziehvater und die Frau meines biologischen Vaters einen Unfall hatten – meinen Stiefbruder. Das Kind haben sie behalten, es wuchs aber bei der Familie meines biologischen Vaters auf.

    Nachdem mein Ziehvater nun ein Kind hatte, das zwar nicht bei uns wohnte und das auch offiziell nicht anerkannt wurde, sondern nur innerhalb der Vierer-Gemeinschaft, wollte meine Mutter auch eins. Ob das auch wirklich der Wunsch meines biologischen Vaters war, weiß ich nicht. Der erste Versuch wurde unternommen und herauskam mein großer Bruder, der aber ein halbes Jahr später am plötzlichen Kindstod gestorben ist, was meine Mutter nie ganz verwunden hat. Also musste ein zweiter Versuch her: ich.

    Man hätte die ganze Situation eigentlich ganz einfach lösen können: saubere Scheidung, richtiger Vater zu richtigem Kind und eventuell wären alle glücklich geworden. Aber es kam natürlich anders: Zwei weitere Kinder wurden geboren – dieses Mal aber in der ehelichen Konstellation. Ich habe einen Halbbruder, mit dem ich aufgewachsen bin, aber auch eine Halbschwester von deren Existenz ich bis letztes Jahr nichts wusste.

    Mein Vater hat seinen Sohn mittlerweile offiziell anerkannt, was mich betrifft, so darf in der Familie nicht darüber gesprochen werden, denn die größte Angst meiner Mutter ist, dass sie ihr Gesicht verliert. Meine besten Freunde wissen Bescheid, was hilfreich ist, den Druck innerhalb unserer verdammt unglücklichen Familie aber nicht herausnimmt.

    Mein Halbbruder und ich versuchen nach und nach ein Verhältnis zu unseren Halbgeschwistern aufzubauen, was mit allerdings nicht so einfach ist, denn natürlich ist es nach über 30 Jahren Geheimnistuerei fast unmöglich, dass wir zu so etwas wie Geschwistern werden. Das macht mich wütend, man hat uns etwas weggenommen, was eigentlich uns gehört hätte. Ich mag meine Schwester sehr, wir sind und in vielen Dingen unglaublich ähnlich. Angefangen vom Job bis hin zur Art, wie wir schreiben und reden – wir hätten tolle Schwestern werden können.

    Es ist und war alles immer unglaublich schwierig in unserer Familie, in der niemand so richtig glücklich war. Von Depressionen bis hin zu Medikamenten-Mißbrauch und zu viel Alkohol – ich habe mit meiner Mutter alles mitgemacht und tue das immer noch. (Z.B. auch ihre Selbstmorddrohung mir gegenüber, wenn es rauskommen sollte, dass nicht nur mein Vater ein uneheliches Kind hat)

    Irgendwann kommen Geheimnisse immer heraus, so gut man auch versucht sie zu bewahren. Bei unserer Konstellation, war mein Stiefbruder der erste, der damit konfrontiert wurde aus einem gescheiterten Erpressungsversuch heraus, und danach das Geheimnis noch Jahre lang von uns (meinem Halbbruder und mir) vertuschen musste, bis er es wohl nicht mehr ertragen konnte. Mich hat das ganze in ein unheimliches Loch geworfen, zumal ich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen war. Ich wusste eigentlich gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin und mein Mann und ich sind im letzten Jahr durch viele Höhen und Tiefen gegangen – wir hätten es fast nicht geschafft. Alle meine mühsam gefundenen Erklärungen, warum bei uns zu Hause alles so war, wie es war, entsprachen nicht der Wahrheit. Nichts war mehr so, wie ich es mir zurecht gelegt hatte. Ich wusste nicht mehr wer ich bin und was ich will.

    Mein Ziehvater war und ist ein guter Vater, vielleicht auch deswegen, weil er von Anfang an Bescheid wusste. Er hat nie einen Unterschied zwischen mir und meinem Halbbruder gemacht. Wenn er überfordert mit der Situation seines Lebens und seiner war, dann uns beiden gegenüber. Und wenn es hart auf hart war, konnte ich mich auf ihn verlassen und kann das immer noch.

    Ich persönlich denke, uns wäre ALLEN eine Menge erspart geblieben, wenn früh die Wahrheit gesagt worden wäre. Ich denke, wenn ein Kind mit einem Familienbild aufwächst, das vielleicht nicht der Norm entspricht, aber es fühlt, dass es geliebt wird und man nicht allzu großes Aufsehen darum macht, sondern es einfach damit aufwachsen lässt, dann wird diese Situation zur Normalität für das Kind. Es ist eben so wie es ist. Geheimnisse tuen nur weh und machen viel kaputt – bei einem selbst aber auch beim Kind, dass merkt, das etwas falsch ist, und sich furchtbar hart anstrengt, damit alle glücklich sind, es aber nie ganz schafft. Ich wollte mich immer nur so verhalten, dass es keinen Ärger gibt. Ich habe aufgepasst, was ich sage und wie ich mich benehme, habe Ungerechtigkeiten einfach hingenommen und schaffe es heute oft noch nicht, für mich einzutreten. Das Prinzip alles ist gut, wenn Du tust, was allen gefällt, kann man nicht so leicht abschütteln. Ich will immer gemocht werden, was natürlich rational gesehen völliger Quatsch ist – man kann eben nicht von jedem gemocht werden. Trotzdem machen mich Meinungsverschiedenheiten oder Ablehnung völlig fertig – zumindest an schlechten Tagen.

    Identität ist wichtig und man kann sie eh nicht ändern – es ist so, wie es ist. Wichtig ist nur, wie man damit umgeht und die Wahrheit so früh wie möglich zu erfahren ist meiner Meinung nach – und ich schätze da spreche ich für meine Halb- und Stiefgeschwister mit – der einzig richtige Schritt. Vielleicht hat es dann die Chance, emotional normal aufzuwachsen.

  10. Maria schreibt:

    Hallo,
    also ich habe so ziemlich das Gleiche erlebt wie Du und kann Dir gut nachempfinden. Ich hatte 3,5 Jahre eine Affäre, bis ich dann schwanger wurde. Und anstatt dies als Anlass zu nehmen, die Affäre zu beenden, habe ich auch nach der Geburt noch weiter gemacht. Insgesamt also ca. 4 Jahre.
    Warum kann ich mit dir fühlen: auch bei mir hat sich der wahre Charakter meiner Affäre erst später gezeigt, vielleicht war ich auch zu blind, um es sehen zu wollen. Er macht sich nichts aus dem Kind, überhaupt nichts.
    Schlimmer ist noch eigentlich, dass ich eigentlich überhaupt keinen richtigen Grund hatte fremdzugehen. Mein Mann war nett und ein sehr liebevoller Vater, wir hatten schon zwei Kinder, ein Haus, eben alles was man sich wünschen kann. Und doch bin ich dem Charme dieses Mannes erlegen. Und statt nach dem ersten Mal einen Schlussstrich zu ziehen, hat mich gerade diese Heimlichkeit und das neue Begehren gereizt. Ich kann nicht mal sagen, dass der Sex besser war, und trotzdem habe ich immer weiter gemacht, als wäre ich süchtig. Weiß nicht, ob das bei dir so ähnlich war. Und mein Mann hat natürlich nichts gemerkt, weil er mir vertraut hat. Zwar gab es eine Phase, in der er misstrauisch war, aber ich hatte ihm immer versichert, das da nichts war und für ihn war dies Bestätigung genug, er glaubte mir ja.
    Und als ich ihm dann alles gebeichtet hatte, ist mir erst klar geworden, was ich gemacht hatte. Ich habe im Prinzip so ziemlich alles aufs Spiel gesetzt mit meiner blöden Affäre. Und wie weh ich meinem Mann getan habe, kann ich gar nicht ausdrücken. Und unglaublicherweise hat er sich trotzdem mir gegenüber trotzdem fast immer wie ein Kavalier (mir fällt kein anderes Wort ein)benommen, hat mich nie beschimpft oder sogar geschlagen. Wochenlang habe ich gehört, wie er im Schlaf geweint hat. Ich wusste nicht, wie ich das je wieder gutmachen konnte, aber nach und nach wurde es dann doch wieder besser, wo ich den Tipps der anderen hier nur zustimmen kann. Kleidung, Essen, Streicheleinheiten, mach was er mag und verlang keine Gegenleistung, denn er soll ja dir verzeihen und kann dafür auch gar nichts bekommen im Gegenzug. Mein Mann hat mir nach einer gewissen Zeit gesagt, dass er dies sehr registriert hatte und auch sehr geschätzt hatte und ihm das sehr geholfen hatte. Und jetzt mache ich das schon automatisch und freue mich, wenn er sich darüber freut.
    Also: tu was du kannst für ihn und das wird schon., aber es braucht Zeit. Und da stimme ich mit Mark überein, es gab immer wieder Phasen, wo es ihm richtig schlecht ging, auch wenn er es nicht gesagt hat. Wir haben auch eine Paartherapie gemacht, aber ehrlich gesagt, hat dies nichts gebracht, deswegen denke ich, wenn ihr euch wirklich noch liebt, dann kriegt ihr das auch ohne hin.
    So jetzt habe ich doch viel mehr erzählt als ich eigentlich wollte, und dabei wollte ich doch vor allem dies sagen: wir haben uns damals für eine schwarze Adoption entschieden, und ich glaube es war gut so. Bis heute wissen es nicht mal die Geschwister. Und ich denke, wir haben unseren Kleinen überhaupt nicht anders behandelt, obwohl ich zuerst auch skeptisch war. wir hatten uns ein Zeitfenster von ca. 2 Jahren vorgegeben (wegen der Anfechtung) und wollten uns dann eventuell anders entscheiden. Jetzt sind wir auf dem Standpunkt (auch weil der richtige Vater ja nichts von ihm wissen will), dass für das Familiengefüge das Beste ist, dies erst zu sagen, wenn er alt genug ist, zur Zeit sein 20. Geburtstag, haben uns aber auch vorgenommen, dies eventuell früher zu machen, falls es Umstände gibt, die dafür sprechen es früher zu sagen. Und ihm Moment bin ich damit sehr zufrieden.
    Ich hoffe, dass Dir das irgendwie weitergeholfen hat.
    Und für mich (wie wahrscheinlich auch für Dich) kann ich nur sagen: gut, dass ich so einen lieben Mann habe, denn so konnte ich diese Last zu zweit stemmen. Tja, wie sagt man: aus schaden wird man klug.

    • angels0506 schreibt:

      Hallo Maria,

      ja ich glaubte erst nicht richtig zu lesen als ich heute morgen deinen Kommentar las. Ich hätte den Anfang ziemlich genauso schreiben können! Unsere Geschichten sind verblüffend ähnlich! Danke für deinen Kommentar, ich dachte ich wäre wirklich ganz allein mit meiner Geschichte! Danke für deine Tipps und dein Mutmachen. Zu lesen dass ihr das geschafft habt…

      Nur wie gesagt mit meinem Mann ist es noch früh, sich Gedanken zu machen wegen unseres Sohnes. Aber mein Ziel (und ich denke von meinem Mann auch) ist es schon, dem Kind die Wahrheit zu sagen und wahrscheinlich sogar die offizielle Richtigstellung seiner Identität. Bis dahin wird es ein schwieriger und langwieriger Weg sein, aber ich hoffe wir ziehen es durch.

      Alles Gute Euch 5

    • Stefan schreibt:

      Hallo Maria ,ich muss sagen ,dass ist der so ziehmlich heftigste aber auch schonungslos offenste Beitrag hier. Mein Eindruck von dir war zuerst egoistisch und eiskalt. Eine Frau ,die alles hat kann den hals nicht voll kriegen. Du hast deinen Mann ,der dir bedingungslos vertraut hat vier Jahre lang eiskalt betrogen. as mit der sucht kann ich nachvollziehen,aber doch nicht 4 Jahre lang. Dein Mann hat nachgefragt und du hast sein Vertrauen kaltschnäuzig ausgenutzt und ihm ins Gesicht gelogen. Wenn jemanden dann nichtmal die Schwangerschaft dazubringt endlich aufzuwachen ,der will es vielleicht auch nicht.Und bevor du über den wahren Charakter deiner Affäre schreibst,solltest du vielleicht lieber deinen hinterfragen. Für mich klingt das so,als hättest du deinen Mann verlassen wollen. Irgendwie passt das ins gängige Klischee. Auf der einen seite mit dem treudoofen ehemann ein sicheres leben und der „bad guy“ für gewisse Abenteuer. Und was deinen Mann betrifft!! unglaublich trifft seine Reaktion am Besten.!Er hat dir ohne mit der Wimper zu zucken verziehen ,dich nie angeschriehen und im Schlaf geweint.mir kommt das irgendwie übermenschlich vor und hat mit Kavalier nichts zu tun.Eine Ehe ist dazu da sich zu vertrauen und gemeinsam eine Last stemmen bedeuted für mich in schlimmen Situationen wie z.b. Krankheit und wirtschaftlichen Problemen zusammenzustehen. Nicht einer verhält sich total egomanisch und der andere bügelt es dann aus.Irgendwie scheint mir da eine sehr große emotionale Abhängigkeit zu bestehen
      Es ist ja auch häufig so ,dass beispielsweise misshandelte Ehefrauen bei Ihren Männern bleiben. Das hast du zwar nicht,aber schlimmer kann man einen Menschen nicht demütigen. Und dann kommst du mit so im Vergleich lächerlichen Striecheleinheiten wie kochen und Kleidung. sehr großzügig von dir keine Gegenleistung dafür zu verlangen ,denn schließlich soll ja er verzeihen.Ich finde sein verhalten wie gesagt übermenschlich ,den wer verzeiht sovielen Jahre der gnadenlosen Demütigung und des Vertrauensbruchs plus Kindsfolge. Sowas passiert immer den netten Männern und nicht den Typen wie deiner Affäre. Umgekehrt genauso. Es ist schon sehr fragwürdig ,warum sehr häufig nette Männer so furchtbare Frauen abkriegen. Er hat jemand besseres verdient .Nun gut ,du scheinst es ja aber auch eingesehen zu haben ,hast gebeichtet und die Verantwortung. übernommen. Ich wünsche euch und der ganzen Familie die Kraft diese schwierige Aufgabe gemeinsam zu schultern was du eigentlich gar nicht verdient hast.

    • stefan schreibt:

      “ Gut dass du so einen lieben Mann hast“ Wohl eher so einen lieben Trottel. Nachdem der andere sich nicht mehr interessiert hat.Klar ist das für dich gut. Für ihn wohl weniger. Er hätte besseres verdient. Also diese Geschiechte ist derartig unglaublich! Sowohl von dir und der Art wie du schreibst wie auch von seiner Reaktion her!

      • Frauenversteher schreibt:

        Was hat der Mann für eine Wahl, ich meine den „gutmütigen Trottel“? Wenn er nicht alles schluckt und hinnimmt, dann endet es mindestens in Scheidung, die Frau bekommt das Sorgerecht für die Kinder sowie das Haus, er ist der zahlende Idiot und darf seine Kinder nur noch sehen, wenn Frau das erlaubt, und er hat selbstverständlich aus seinem Haus auszuziehen. Wenn er zornig wird, endet er möglicherweise im Knast.
        Die Frauen wissen ganz genau, dass sie dem Mann nach Lust und Laune jedes Leid zufügen können und der Mann keinerlei Rechte hat, sondern nur Pflichten. So ist die westliche Gesellschaft strukturiert. Deshalb zeugen intelligente Männer grundsätzlich keine Kinder mehr und nur noch die Dummen und Leichtfertigen vermehren sich. Heiraten ist bei jungen Männern, die noch etwas Verstand übrig behalten haben, ebenso out.
        Ich erlebe es in Deutschland besonders in staatlichen Institutionen oder Staatsbetrieben immer wieder, wie dort irgendwelche machtgeilen Quotentussies herumsitzen, die von nichts eine Ahnung haben, die bevorzugt Männer schikanieren, die für nichts verantwortlich gemacht werden, nur absurde Kommandos erteilen und offenbar meinen, die Muschi qualifiziere sie automatisch zur Herrscherin über das Universum.
        Das ist von den Machthabern so gewollt: Der Feminismus wurde unter anderem von den Rockefellers forciert und von der CIA finanziert, und basiert auf der offenkundig zutreffenden Analyse, dass Frauen ihrem Wesen gemäß absolut rücksichtslos, machtgeil, kontrollsüchtig, grausam, hinterhältig, verantwortungslos und gewissenlos und damit die geeigneten Personen in staatlichen Positionen sind, wenn es darum geht, den Willen der „Elite“ durchzupeitschen.
        Intelligente, verantwortungsbewusste und gewissenhafte Männer sind das Letzte, was die „Elite“ gebrauchen kann, denn diese Männer würden sich gegen deren verbrecherische Pläne richten, sind aber durch die de facto Weiberherrschaft inzwischen weitgehend neutralisiert worden. Über die Pläne der Rockefellers hinsichtlich Feminismus gibt es auch ein aufschlussreiches Video von Allen Russeo.

  11. angels0506 schreibt:

    Hallo,

    ich wollte mich für Eure Kommentare bedanken! Auch für die, die auf Facebook geschrieben wurden. Das gibt mir Mut und stärkt mich in meinem Entschluss, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Danke auch für Eure Ratschläge und Berichte über Eure Erfahrungen.

    Es geht mir auch etwas besser, selbst wenn mir bewusst ist, dass nur ein Teil bisher geschafft wurde. Meinem Mann geht es auch besser und in unserer Ehe geht es langsam bergauf. Die Ausführungen von Mark kann ich bestätigen es gibt Höhen und Tiefen und man darf nichts überstürzen. Wir wollen es ohne Paartherapie versuchen…

    Mein Mann hat mit unserem Kind letzten Freitag den Vaterschaftstest beim Kinderarzt machen lassen. Jetzt warten wir mit Spannung auf das Ergebnis. Es schwarz auf weiß zu haben wird erstmal wieder schwer sein aber wir werden dann Gewissheit haben.

    Wir haben noch eine Frage zur Vaterschaftsanfechtung/feststellung. Kann es sein, dass sie keinen Erfolg haben, aus welchem Grund auch immer? Wenn ja wie würden unsere Chancen stehen?

    Ich danke auch Max für seine Ausführungen insb. zu der Vaterschaftsanfechtung mir ist einiges klarer geworden. Es ist noch früh aber diese 2-jährige Frist ist sehr knapp. Wir tendieren dazu, diese durchführen zu wollen und auch dann die Vaterschaftsfeststellung. Nicht aus Rache, sondern für unseren Sohn. Dabei wollen wir nicht den leiblichen Vater zwingen, Kontakt zu unserem Sohn zu haben (@Matthias). Im Gegenteil, ich denke momentan, nachdem ich sein wahres Gesicht kennengelernt habe, dass ein Kontakt für meinen Sohn nicht unbedingt das Beste für ihn wäre.

    Außerdem wollte ich noch zum leiblichen Vater hinzufügen, dass er sich seitdem von seiner Frau getrennt hat und in einer neuen Partnerschaft lebt (daher der Stiefsohn). Von daher würden wir keine Familie zerstören (@Ralf). Die Ausführungen von Petra und Julia waren auch sehr aufschlussreich und bewegend danke dafür und alles Gute euch.

    Bisher haben wir es noch keinem gesagt ich weiß nicht ob es klar war. Ich denke mal wir werden es außer dem Kind und den übrigen Kindern nur sehr wenige sagen und es wird sich sowieso rumsprechen (davor habe ich keine Angst, mein Mann dagegen schon – @aranxo).

    Ein besonderer Dank auch an Marcus der mich hervorragend in meinem Outing begleitet hat! Danke für diese Seite und bravo für eure Arbeit!

    Ich werde euch das Ergebnis mitteilen… Bis dahin alles Gute Euch

  12. Mark schreibt:

    Hallo, also als erstes muss ich auch sagen Hut ab davor, dass Du Dich geoutet hast, dies ist natürlich immer schwierig.
    Die Situation ähnelt sehr dem, was mir passiert ist und deswegen kann ich dir folgende Ratschläge geben: 1.) Nichts überstürzen! 2.) Pass äußerst gut auf deinen Mann auf! Auch wenn er den Anschein macht, dass er alles einigermaßen überwunden hat, dann hat er sicher Phasen, in dem es ihm trotzdem ganz schlecht geht.
    Und je länger Du deine Affäre gehabt hast, desto schlimmer ist das für ihn, denn er scheint Dir ja gnadenlos vertraut zu haben.
    Dies musst Du dir eben jetzt mit viel Zuneigung (Lieblingsessen,-kleidung, whatever, dir fällt da sicher etwas ein ;-)) ganz langsam zurück erarbeiten. Da er aber mit dir zusammenbleiben will und euren Sohn zusammen erziehen will, muss man vor ihm natürlich auch den Hut ziehen: er scheint dich ja wirklich zu lieben. Also bitte: lass ihn keine Dummheiten machen, welcher Art auch immer. Ich will da nicht den Teufel an die Wand malen, aber betrogenen Ehemänner sind in zwei Kategorien Spitzenreiter: potentielle Mörder und potentielle Selbstmörder. (nein, dies ist nicht übertrieben)
    Zu den Fragen, die du gestellt hast:
    Unterhalt wirst Du nur einklagen können, wenn die Vaterschaft nachgewiesen worden ist. Denn scheinbar gibt es ja auch noch die Möglichkeit, dass der jetzige Vater der richtige ist? Oder habe ich das falsch verstanden? Vielleicht denkst Du auch, dass Du als Strafe schwanger geworden bist und sieht es zu schwarz?. Das Ergebnis müsst ihr also abwarten.
    Ob sich in dem Verhältnis mit dem Kind etwas ändert, hängt sehr von deinem Mann ab, ob der es wirklich schafft, ihn wie sein eigenes und nicht anders zu betrachten und zu behandeln. Und wie sehr du ihn dabei unterstützt. So wie du die Situation beschreibst ist es aber ja schon auf dem richtigen Weg.
    Wem es noch sagen: auch da würde ich erst mal niemandem etwas sagen. Es hilft keinem, wenn ihr noch jemanden einweiht, so integer der auch sein mag. Und da ihr in einer kleinen Stadt wohnt, ist dein Ruf dann auch ganz schnell geschädigt, ganz zu schweigen von dem Getuschel über euren Sohn… Und damit wäre natürlich auch noch ein Stein in eurer Beziehung wegzuräumen, da glaube ich im Moment nicht, dass ihr das gebrauchen könnt.

    Ich hoffe, ich konnte irgendwie weiterhelfen, und noch etwas:
    bei mir hat der Vaterschaftstest dann ergeben, dass es kein Kuckuckskind war…

    Viel Glück für dich und deinen Mann

  13. Matthias Stiehler schreibt:

    Ich denke, dass die Frau erst einmal einen richtigen Weg gegangen ist. Zwar rate ich manchmal denen, die fremd gegangen sind (hab ich ja oft in der AIDS-Beratung), dass sie das nicht unbedingt ihrem Partner sagen. Aber gleichzeitig arbeite ich mit ihnen auch daran, was die Konsequenzen dieses Ereignisses sind. Fremdgehen kann durchaus ein Zeichen sein, dass in der Partnerschaft etwas nichts stimmte. Daher gilt es, die Verantwortung für die Beziehung nun besser zu übernehmen.
    Mit dem Kind ändert sich die Situation noch einmal deutlich. Die Frau schrieb es auch. Jetzt ist ein Mensch beteiligt, der nichts für die Situation kann, der aber genau in dieser Situation aufwächst. Ob sich dem Kind jemals das Geheimnis lüftet, in dem es aufwächst, ist nicht gesagt. Aber dieses Geheimnis sein Leben zentral beeinflussen. Es hat daher auf jeden Fall ein Recht, es zu erfahren. Wann der richtige Zeitpunkt ist, lässt sich vielleicht nur schwer sagen. Aber ich würde raten, nicht zu lang zu warten.
    Bei den rechtlichen Punkten bin ich eher skeptisch. Soll wirklich Unterhalt eingeklagt werden? Es geht m.E. nicht darum, den leiblichen Vater auf Teufel komm raus in die Familie zu integrieren, wenn er das nicht will. Das kann dann schnell einen Geschmack von Rache haben. Davon unberührt bleibt natürlich der Vaterschaftstest. Hier geht es um die Wahrheit des Kindes und es ist ja auch noch nichts ganz raus, ob das Gefühl der Mutter wirklich stimmt.
    Ich würde der Mutter in jedem Fall zu einer Paarberatung raten. Es geht darum, dass das Paar ihren Konflikt umfassend bearbeitet und daraus eine bessere Partnerschaft entwickelt. Die Gefahr könnte ohne eine solche Arbeit darin bestehen, dass – vielleicht aus Trennungsängsten – manche Probleme unter den Tisch gekehrt werden, aber im Untergrund weiterschwelen. Oft ist bei solch einem Konflikt die Hilfe eines erfahrenen und professionellen Gegenübers notwendig. Es geht ja auch darum, sich ehrlich gegenüber zu treten und nicht irgendwelche Scheingefechte auszutragen (wenn etwa der Ehemann gegen den Geliebten kämpft). Solche eine Beratung könnte auch helfen, Klarheit dem Kind gegenüber zu gewinnen.

  14. Petra Scholz schreibt:

    Ergänzung, auf Anfrage des @Max Kuckucksvater.

    Mein, bereits niedergelassener Post – auf Facebook, im Bezug auf dieses Thema, wie folgt:

    Ich meine, ich hätte mir sicherlich Kontakt mit meinem leiblichen Vater gewünscht, hätte meine Mutter mir diesen nicht vorenthalten.

    Schließlich war ich nicht in der Lage, mich mit meinem gesetzlichen Vater zu identifizieren, noch konnte ich ihm gegenüber einen realen Bezug aufbauen, was gefühlsmäßig wohl auf Gegenseitigkeit beruhte, gleich ob er, zusammen meiner Mutter bis kurz vor seinem Ableben, am 09.10.2013 in seiner gerichtlichen Stellungnahme im Großen und Ganzen hervorkehren ließ, dass das Familienverhältnis ganz normal verlaufen sei und es Kontakt gegeben hat, der von meiner Seite aus letztlich abgebrochen wurde, gefolgt von erklärenden Halbwahrheiten, Lügen und Bloßstellungen im Bezug auf mich, um letztlich vom Eigentlichen abzulenken.

    Laut meiner Empfindungen war ich das notwendige Übel und wurde für beide zum Sündenbock. Obwohl sie sich einerseits weder einig waren, noch eine gemeinsame Basis hatten und die Familienkonstellation einer Art Funktionswesen glich,- wie ich sie empfand,- und sich meine Mutter seit meiner Geburt, ihm gegenüber total verweigerte, was er offenbar notgedrungen hinnahm, waren sich anderseits beide einig, mich klein zu halten, zu demütigen, etc., wie mir gemeinsam meine Herkunft zu verheimlichen und stritten bis zu seinem Ableben vehement ab, dass es Affären mit Arbeitskollegen bei der damaligen SDAG-Wismut,- wo auch er als Ingenieur tätig war und sie in einer Zweigstelle als Sekretärin,- gab und ich aus einer solchen entstanden bin.

    Ich muss immer auch damit rechnen, möglicherweise ohne Liebe gezeugt worden zu sein und ich,- Gesetz dem Fall,- somit für meinen leiblichen Vater nicht relevant war, weil ihm möglicherweise sein „Vergnügen“ wichtig war, das er offenbar,- nach Aussagen vom Arbeitskollegen und Hausbewohner meines gesetzlichen Vaters,- mit wohlmöglich mindestens einem seiner weiteren Kollegen bei meiner Mutter,- die damals schon verheiratet war, aus dessen Ehe sie bereits mein vier Jahre älterer (Halb)Bruder hervorging,- dennoch einfordern konnte.

    Das ändert jedoch nichts daran, dass ich mich als Kind trotzdem nach dieser Vaterfigur teils bewusst, wie unbewusst gesehnt habe. Dieser macht einen ja selbst ein Stück aus, zumal mir trotz meines gesetzlichen Vaters, dieser fehlte und ich stattdessen oft,- was nicht untertrieben ist,- einen Tyrannen unterlegen war, welchen ich anstatt des falsch verstandenen Respekts, der nicht vorhanden war, stets fürchtete und eine Bedrohung für mich war.

    Ich glaube ohnehin, dass sich jedes Kind,- auch wenn es äußert, seinen Vater nicht zu brauchen,- nach ihrem/einem Vater sehnt, ebenso, wie Kinder trotz Gewalterfahrung versucht ist, auf Liebe und Anerkennung um ihres Willen zu hoffen und letztlich,- wenn sie nicht erwidert wird,- nach ihr zu buhlen.

    Letzteres ist der Grund, weshalb viele solcher Kinder lebenslang schweigen und stattdessen bewusst, wie unbewusst ihre Eltern schützen und weiter verdrängen und sich somit insgeheim ihr Leben schönreden/schönglauben, wie ich es selbst einst versucht war und mehrere Versuche brauchte, um den Kontakt endgültig abzubrechen, um doch besser atmen zu können und mich nicht weiter selbst zu belügen.

    Die Sehnsucht nach meiner Herkunft, zwecks Aufklärung/Gewissheit, hat mich auch im Laufe des Lebens weiter eingeholt und ist nie gänzlich erloschen. Mitschwingend, ein kleiner Rest Hoffnung, vielleicht doch von der väterlichen Seite gemocht (gewesen) zu sein, etc.

    Doch bleibt das Gefühl, der unwahren/gefälschten Identität, des Nicht richtig,- wie des Hin und Her Gestoßen Seins. Folglich nirgendwo, richtig zugehörig- und ein Stück fremd/überflüssig/lästig, allenfalls notgedrungen geduldet zu sein, was man nicht mal so einfach los wird, zumal es mich eigentlich ohnehin gar nicht gegeben hätte.

  15. Petra Scholz schreibt:

    @Kuckucksmutter: Vorab, bin ich der Meinung, dass es Dir Deine Entscheidung hoch anzurechnen ist, Dich zur Wahrheit entschieden zu haben.
    Aus eigener Erfahrung habe ich erlebt, wie es ist, wenn Eltern (Kuckucksmutter und gesetzlicher Scheinvater) sich gegenteilig verhalten und das Geheimnis letztendlich gemeinsam vor dem Kind und dem Umfeld wahren.

    Aus meiner Sicht kann ich sagen: Es entwickelt sich längerfristig zum Drama mit Folgen, welches letzten Endes ins absolute Caos einerseits,- anderseits zu Verwirrungen, Selbstzweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen für das Kind führt, das bereits im frühem Alter bemerkt, dass etwas nicht richtig ist, sich falsch/unecht anfühlt, dessen Zweifel sich bei vielen Betroffenen, wie auch bei mir letztlich bestätigen.

    Dagegen hilft die größte Geheimhaltung nichts, sie macht es im Endeffekt nur noch schlimmer hegt zunehmend Vertrauensbruch, zumal ein Kind ein sehr aufmerksamer Beobachter ist sich von der Ausstrahlung seiner Eltern leiten lässt und ihm letztlich nicht verborgen bleibt, dass sich Defizite und Ängste widerspiegeln. Daraus können Kinder schließen, dass sie der Grund dafür sind und beginnen an sich selbst zu zweifeln, ebenso Ängste zu entwickeln, sodass Schuldgefühle nicht mehr weit sind, sodass innerliche(r) Rückzug/Isolation die Folge sein kann, weil das Kind selbst spürt, dass die Basis einen Knacks hat und ihm etwas vorenthalten wird und letztlich dazu neigt, sich ebenso zu verhalten und Geheimnisse zu wahren, weil es kein Vertrauen hat, denn Du, bzw. Ihr, spiegelt dies in Eurem Jungen wider.

    Ich habe diese Situation selbst erlebt und wunderte mich, wie viele Gemeinsamkeiten und Parallelen es bei weiteren Betroffenen gab, dessen Strukturen sich verfestigten und im Grunde so ähneln.

    Meine Eltern machten meine wahre Herkunft zum ABSOLUTEM Tabu, um letztlich nach Außen hin den Schein zu wahren. Das hatte zur Folge, dass letztlich ich selbst zum Tabu wurde, quasi mit dramatischen Folgen.

    Unausgesprochene Dinge, schlechtes Gewissen, eine künstlich aufrecht erhaltene Ehe, wie absolutes Schweigen, um den Schein zu wahren hinterließ Spannungen zwischen meinen Eltern, die wiederholt hochkamen, unter welchen ich zu leiden hatte und zum Sündenbock wurde. Das hatte zur Folge, dass ich nie eine Familie erlebte und weder Kontakt zu meiner Mutter, noch zu meinen beiden Geschwistern habe.
    Das Tabu hat sich ausgewirkt, dass letztlich alle redeten, aber keiner wirklich etwas sagte und man spüren konnte, dass es letztlich nicht erwünscht war, etwas zu sagen, stattdessen wurde „Heile Welt“ gespielt, welcher ich nicht mehr standhalten konnte, weil ich mich dabei selbst vergewaltigte und entwertete, weil ich selbst das lernte, was mir vorgelebt wurde: Verdrängung mit Folgen.

    Glaub mir, Du wirst Deine Entscheidung, letztlich reinen Tisch gemacht zu haben, später nicht bereuen und erkennen, dass es richtig war, Dich für die Wahrheit entschieden zu haben und Du kannst Deinem Mann und Deinem Kind in die Augen sehen und Dich letztlich auch verstehen, bzw. akzeptieren werden.

    Deine Voraussetzungen im Bezug auf Deinen Mann sind glücklicherweise auch gut, der „seinen Jungen“, als sein Kind sieht, für es als leiblicher Vater da sein möchte, woraus ich bereits schließe, dass ihm nicht nur an „seinem Kind“,- sondern ihm an Euch viel gelegen ist, nicht nur den Jungen,- sondern Euch lieb hat.

    Selbstverständlich ist dies für ihn erst einmal ein Vertrauensbruch und ein „Hammer“, welchen er erst einmal „verdauen“ muss, aber Deiner Erklärung nach, zu urteilen, liegt ihm etwas an Euch und er wird sich arrangieren können und Dir Deinen Seitensprung verzeihen.

    Möglicherweise wird sogar Eure Bindung gestärkt, da Euch dadurch ein Weg zu einer Aufarbeitung erschlossen wurde. Eine Eheberatung oder eine Paar/Familientherapie könnte dabei hilfreich sein.
    Auch Euer Sohn wird letztlich mit der Wahrheit besser zurechtkommen, als mit dem möglichen Gegenteil, welches alles nur schlimmer machen würde.
    Kinder, so meine ich, sind vorerst ungezwungener als Erwachsene und sind daher leichter in der Lage, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Sie gehen oft viel unbefangener mit Dingen um, folglich stellen sie entsprechend ihrer Natur auch Fragen, aus denen sich letztlich auch,- wird man ihnen gerecht,- dementsprechend ihre spätere Fähigkeit im Umgang mit Menschen allgemein und spätere Konfliktlösung, etc. ableiten und entwickeln, usw.

    Um nicht allzu weit auszuholen: Ich schließe mich auch @Julia Koch und @Stefan an, welche bereits weiter ausführlich geantwortet haben.

    @Max Kuckucksvater fragte mich an, ob ich diesbezüglich meinen bereits hinterlassenen Post in Facebook hier nochmals poste, damit auch Du einen weiteren,- wenn auch nur kurzen Einblick aus der Sicht eines Kuckuckskindes bekommst.
    Folglich also, werde ich seiner Anfrage entsprechen, aber diesen Post aus Übersichtsgründen, hier im Anschluss nochmals gesondert hinterlassen.

    Vielen Dank für Deine Offenheit, wie für die Möglichkeit, uns eine Sichtweise einmal aus der Perspektive, einer betroffenen Kuckucksmutter dargestellt zu haben.

    Alles Gute Euch (y)

    • Kaspar Hauser schreibt:

      Du sprichst mir aus der Seele.
      Wenn man seinem Kind so die Identität klaut, kann man es besser gleich umbringen.
      Ich habe die (halbe) Wahrheit erst mit 31 erfahren.
      Die ganze sonstige „Familie“ wußte Bescheid.
      Das ist auf jeden Fall der falsche Weg.

      • Max Kuckucksvater schreibt:

        Hallo Kaspar Hauser,
        wie hast Du die (halbe) Wahrheit erfahren? Gerne möchte ich per E-Mail oder Facebook mit Dir Kontakt. Bitte sende mir dazu eine Mail an kuckucksvater@hotmail.com.

      • Petra Scholz schreibt:

        Wenn dies nicht unter Strafe stehen würde, wäre ich wohl auch nicht mehr am Leben, mal abgesehen davon, dass meine „Eltern“ sich ohnehin einen Dreck um mich scherten und ich „das fünfte Rad am Wagen“ war, folglich, weil es mich hätte eigentlich gar nicht geben sollen.
        Der Frust meiner Mutter, wie meines Scheinvaters, der wissentlich für mich aufkommen musste, hat mich dies besonders und in allen Fassetten spüren lassen, psychisch, wie physisch.

        Du schreibst, dass auch Du erst mit 31 Jahren, die halbe Wahrheit über Deine Herkunft erfahren hast. Daraus schließe ich, dass wohlmöglich auch Dir noch immer nicht die Wahrheit gesagt hat.
        Dass die Familie Bescheid weiß und einen selbst die Herkunft verheimlicht, macht einem als deutlich, dass man für die Eltern in Wahrheit weder relevant,- noch etwas wert ist, ebenso, wie es ein Vertrauensbruch ist, denn man bekommt die wahre Herkunft vorenthalten, was einer Vergewaltigung/Demütigung gleichkommt, man ist sozusagen geduldet oder wie manche auch lapidar sagen: „Das war ein Unfall“. Schrecklich finde ich es, wenn so über eigene Kinder gesprochen wird, denn Unfälle als solche gibt es nicht. Stattdessen sollten Mütter in derartigen Situationen den Fokus auf sich richten und zu ihren Seitensprüngen stehen, anstatt diesen insgeheim, wie unbewusst auf ihr Kind abzuwälzen. Empathie gleich Null, fällt mir dazu nur ein.

        Die bleibt ja nun auch der Weg zum Gericht, um Deine Vaterschaft anfechten zu lassen, was ich auch getan habe.
        Da mein gesetzlicher Vater vor Kurzem verstorben ist, werden jetzt gerichtlich meine Geschwister einbezogen. (Zwillingsschwester und 4 Jahre älterer Brüder.) Letzterer ist vermutlich noch der leibliche Sohn beider Elternteile, also nehme ich an, dass dies auf einen Geschwistertest hinausläuft, da das Gericht der Auffassung ist, dass sie meinen Bruder am Ehesten brauchen.

        Ich kann Dir nur raten, den Gang zum Gericht anzugehen. Du weißt ja selbst, wie man sich fühlt und wie wichtig für einen die Identität ist, da brauche ich Dir nichts erzählen.

        Abschließend wünsche ich Dir alles Gute für Deinen möglichen Weg.

  16. Julia Koch schreibt:

    Liebe ratsuchende Kuckucksmutter,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde es sehr mutig von dir, dass du dich – zu einem so frühen Zeitpunkt (das meine ich ehrlich) – deinem Mann offenbart hast. Herzlichen Glückwunsch – auch das meine ich ehrlich, denn ihr habt nun alle Chancen der Welt, eine gute, offene, stabile Basis für das Kind, für alle vier Kinder, und für euch zu schaffen.
    Freiheit, Wahrheit, Identität, Mut, Verantwortung, Liebe… das sind jetzt die Themen, die eure Familie von prägen. Und auch das Eingeständnis, dass alles „menschliche“ auch schwierige Themen umfasst: Lügen, Schwäche, Ängste, Zweifel – Handlungen und ihre Konsequenzen (Fehler?). Nicht die Augen davor zu machen. Auseinandersetzung auch und gerade mit schwierigen Themen. Die Erkenntnis, dass das alles zum Leben dazu gehört und auch alles sein darf. Das ist ein gutes Umfeld um heranzuwachsen. Vielleicht nicht so heil. Vielleicht nichts so romantisch. Vielleicht nicht so (vermeintlich) normal. Aber wirklich. Und wahr. Und das ist schon eine ganze Menge.

    Liebe Kuckucksmutter, ich bin ein Kuckuckskind, deren Mutter leider nicht so mutig war wie du. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und gerade dabei, die Klärung für mich, sowie zwangsläufig für alle Beteiligten herbei zu führen. Ein schwerer Gang, kann ich dir sagen. Mit Ängsten und Schuldgefühlen, Scham – alles meine Gefühle. Verrückt. Und ich muss, ich will jetzt Verantwortung übernehmen, die eigentlich nicht meine ist. Ängste vor Verlust, Zurückweisung, Verletzungen durchstehen, die nicht meine sein sollten. Ich wurde vor knapp 10 Jahren von meiner Mutter in das Geheimnis „eingeweiht“ mit der Auflage, es meinem Bruder und Vater nicht zu sagen. Ich habe die „Info“ aufgenommen und sofort verdrängt. Too much. Jetzt darf es sein. Jetzt muss es raus. (Vermutlich werde ich meine Geschichte und Gedanken auch demnächst hier veröffentlichen. Jetzt geht es aber um dich. Nur damit du weißt aus welcher Perspektive ich spreche.)

    Zu den Anstrengungen, die du und ihr in den letzten Tagen durchlebt habt und die noch auf euch zukommen, kann ich nur sagen: Sie sind ein Bruchteil dessen, was das Verbergen der Tatsache als emotionaler Rattenschwanz für alle Beteiligten nach sich gezogen hätte. Ich kann jetzt gar nicht mehr dazu sagen. Max gibt eigentlich schon sehr gute Ratschläge.

    Ich glaube, die Wahrheit ist ein guter Leitfaden für alles. So „romantisch“ oder „totalitär“ hätte ich bezüglich der Wahrheit früher nicht gedacht. „Die Wahrheit kann nicht falsch sein.“ Jaja..blabla…habe ich gedacht. Aber …puuuhhh…das ist so.

    Du hast die Befürchtung angesprochen, dass dein Sohn ein „Tabu“ empfinden könnte. Das wird er nicht, solange ihr es nicht zu einem Tabu macht. Kinder denken nicht so kompliziert wie wir Erwachsenen. Vielmehr, sie machen die Dinge nicht so kompliziert wie wir, mit unserer vermeintlichen Weltkenntnis, dem angeblichen Wissen, von dem was man tut und dem was man nicht tut. Moral. Wertung. Für ein Kind ist was ist. Ich bin keine Pädagogin oder Psychologin, daher möchte ich hier keinen Rat aussprechen.

    Nur mein Wunsch und meine Bitte an dich, an euch: Kreiert kein Drama! Nicht da, wo keines ist. Versucht so offen wie möglich (zunächst natürlich innerfamiliär aber auch in Bezug auf den leiblichen Vater) mit dem was ist umzugehen. Wenn der leibliche Vater keinen Kontakt will, könnt ihr das nicht erzwingen. Dann ist das so. Da kann man sich evtl. auch professionellen Rat einholen, wie man das deinem Kind erklärt, damit es sich nicht zurückgewiesen fühlt. Dass es den leiblichen Vater gibt, verheimlicht bitte nicht. Ihr müsst ja jetzt nichts übers Knie brechen, nehmt euch Zeit, in euch rein zuhören, wie sich euer Leben anfühlen soll, wie er sein soll, euer Umgang mit der Wahrheit, mit dem Respekt vor eurem Kind als eigene Persönlichkeit.
    Ich wünsche euch alles Gute.

  17. Stefan schreibt:

    Ein mutiger und sehr betroffen machender Beitrag. Gut ist, das die Mutter offen von sich aus mit ihrem Mann gesprochen hat. So etwas ist schlimm, aber man kann es schaffen, gemeinsam einen Weg zu finden. Paarberatung halte ich auch für absolut empfehlenswert um eine sachliche Gesprächsebene zu finden und zu behalten. Der Ehemann braucht Zeit, all das zu verarbeiten und seine Gefühle (für seine Frau ud für das Kind) zu sortieren. Er kann es schaffen, wenn er fühlt, dass seine Frau jetzt zu ihm steht und seine Gefühle respektiert – sicherlich wird es lange brauchen, aber das gehört in diesen Fällen dazu.

    Auch ein Vaterschaftstest ist natürlich unabdingbar, um wirklich Gewissheit zu haben. Ansonsten ist es rechtlich halt so, wie verschiedentlich auf dieser Site beschrieben. EIne offizielle Vaterschaftsfeststellung und ggf. Anfechtung erfolgt durch Gericht. Das kostet viel Kraft und ist emotional sehr belastend. Aber es kann sich lohnen, die Verhältnisse zu klären. Man muss dann einen Weg finden, mit der neuen Situation umzugehen. Was will der biologische Vater? Am besten für die Fammilie wäre natürlich, er würde Abstand halten, bis das Kind alt genug ist, selbst Kontakt aufzunehmen, wenn es dafür bereit ist.

    Auch finanziell ist es natürlich eine bedeutende Entscheidung. Die Unterhaltsforderungen summieren sich über die Jahre auch einen hohen fünfstelligen Betrag, auf den das Kind und auch der Ehemann letztlich einen Anspruch haben. Ich denke, letztlich muss der Ehemann entscheiden, ob er diesen Anspruch durchsetzen will. Er hat jedes Recht dazu. UNd der biologische Vater hat schlicht zu seiner Verantwortung zu stehen. Dies ist nun mal der Preis, der mit Affären verbunden ist. Er ist auch in diese Ehe eingebrochen und hat für diese Folge finanziell einzustehen (meine Meinung). Auch wenn damit verbunden ist, dass er ggf. aufgrund der kruden deutschen Gesetzeslage der Ehemann seine Vaterschaft und damit seine „Rechte“ am Kind verliert. Wenn aber die MUtter die alleinige Sorge erhält dürfte das im Allteag keinen großen Unterschied machen.

    Der Ehemann hat 2 Jahre Zeit, sich dies alles in Ruhe und mit Beratung zu überlegen.Man kann dem Paar nur wünschen, dass sie einen gemeinsamen Weg finden und die Verletzungen irgendwann gemeinsam heilen können – auch für das Kind wäre dies das Beste.

    • Stefan schreibt:

      Ergänzung:
      Zu den Fragen der Mutter:
      Erzählen würde ich es dem Kind und den übrigen Geschwistern erst, wenn es älter ist. Da würde ich mich beraten lassen. Es hängt ja auch von der weiteren Entscheidung über einen Unterhaltsprozess ab. Ansonsten würde ich auch dann nur die innerste Familie einweihen, d.h. Großeltern und ggf. engste Freunde. Alle anderen geht es doch letztlich nichts an, sie können es beiläufig erfahren, wenn sich alle mit dem neuen Wissen arrangiert haben.

      Ob das Kind ein Tabu um sich spührt hängt wesentlich davon ab, ob der Ehemann das Kind unbefangen annehmen kann. Da kann man nur versuchen, ihm jede Unterstützung – durch die Mutter, die ihm das Gefühl der aufrichtigen Reue und LIebe vermittet und ggf. durch psychologische Unterstützung.

  18. Hans Alef schreibt:

    Jetzt diese „Mutter“ auch noch auf Opfer. Nicht zu fassen

  19. Max Kuckucksvater schreibt:

    Ich habe ein paar Frageformulierungen an die vier Kuckucksgruppen:

    @Kuckuckskinder – was ratet Ihr der Kuckucksmutter, was wäre Euch wichtig gewesen, wenn Eure Mutter die Wahrheit preisgegeben hätte, als Ihr noch Kleinkinder ward? Hättet Ihr Euch gewünscht mit dem leiblichen Vater Umgang zu haben?

    @Scheinväter – Was ratet Ihr der Kuckucksmutter zum Umgang mit dem Scheinvater, damit die Beziehung die Offenbarung überstehen kann?

    @leibliche Väter von Kuckuckskindern – Könnt Ihr die Haltung vom leiblichen Vater des Kindes nachvollziehen? Seht Ihr andere Aspekte in der Geschichte? Würdet Ihr Kontakt zu Eurem Kind wünschen?

    @Kuckucksmütter – Habt Ihr auch von selber die Wahrheit benannt? Was würdet Ihr nun an ihrer Stelle machen? Wie waren die Reaktionen von den Scheinvätern und von Euren Kuckuckskindern?

  20. Ralf schreibt:

    Frau ist verheiratet, hintergeht ihren Ehemann, lässt sich dabei schwängern, jubelt das Kind dem eigenen Ehemann unter – drückt jetzt auf die Tränendrüse wie leid ihr das alles tut – hat aber gleichzeitig keine Hemmungen damit, den leiblichen Vater auf Unterhalt zu verklagen obwohl der selber Kinder hat die er versorgen muss. Mit dieser Frau habe ich keinerlei Mitleid! Der einzige der hier zu bedauern ist, ist der Ehemann dieser Frau. Er ist der Verlierer in diesen Spiel. Ich kann diesem Ehemann nur raten, dringend ein Vaterschaftstest zu machen, damit er wenigstens bezüglich dieses Kindes etwas in der Hand hat, falls es mal zur Trennung kommt.

    Allein schon der Gedanke, vom leiblichen Vater Unterhalt verlangen zu wollen, zeigt mir, wie abgezockt diese Frau ist. Das sie damit eine andere Familie zerstören kann, scheint der Dame völlig egal zu sein.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Hallo Ralf,
      die Kritik zur Unterhaltzahlung und dem negativen Einfluss auf dessen Familie, ist diskutierwürdig.

      Unangebracht finde ich die Vorwürfe, dass die Kuckucksmutter hier auf die Tränendrüse drücken und nach Mitleid suchen würde. Sie sucht nach Rat und Meinungen. So z.B. auch Deine Meinung zur Alimenteforderung. Ich finde es mutig und bemerkenswert, dass sie bereit ist, sich selber zu Hinterfragen und sich Gegenmeinungen auszusetzen.

      Meinst Du, Kuckucksmutter und Scheinvater sollten einen Deckel drauf machen und dem Kind nicht sagen, wer der Vater ist und den Umgang zwischen leiblichen Vater und Kind nicht fördern bzw. sogar unterbinden?

      • Ralf schreibt:

        Hallo Max,
        nee, natürlich sollten sie dem Kind die Wahrheit sagen, wenn es alt genug ist das zu verstehen. Auch die älteren Kinder sollten eingeweiht werden.
        Ich kann nur sagen wie ich reagieren würde wenn das eine Frau mit mir gemacht hätte:
        1. Das man fremdgeht kann jeden passieren. Von daher würde ich meiner Frau das verzeihen wenn sie es ehrlich bereut und mir glaubhaft macht, dass sie auf jeden Fall mit mir weiterhin zusammen bleiben möchte.
        2. Das Kind würde ich als mein eigenes ansehen und hätte es genauso lieb wie meine eigene Kinder.
        3. Ich würde das Gespräch mit dem leiblichen Vater suchen (ohne das seine Ehefrau davon erfährt, falls diese von der Geschichte noch keine Kenntnis hat) , und ihm versichern das, wenn er Kontakt zu seinem Kind wünscht, wir dann gemeinsam Möglichkeiten dazu finden würden. Allein schon wegen dem Kind was ja auch ein Recht darauf hat, seinen leiblichen Vater kennenzulernen.
        Sollte der leibliche Vater das blockieren, würde ich ihn in Ruhe lassen.
        4. Auf Unterhaltsforderungen würde ich verzichten, alleine schon aus dem Grunde um die andere Familie nicht zu schaden.
        5. Ich würde meine Frau, als Wiedergutmachung, dazu verpflichten mir 1 Jahr lang jeden Sonntag mein Lieblingsessen zu kochen, wenn sie das durchhält, weis ich das sie mich liebt.
        Gruß, Ralf

        • Max Kuckucksvater schreibt:

          @Ralf
          Punkt 5 ist mein absoluter Favorit!

          Punkt 1. Das es jedem passieren kann, hört sich so passiv an. Ich glaube vielmehr, dass es eine Charaktereigenschaft ist, ob jemand die Entscheidung trifft, fremdzugehen oder eben nicht. Doch eines ist es auf alle Fälle – eine häufig auftretende menschliche Eigenschaft (Schwäche?).

          Punkt 2. Da erzähle ich einmal von mir . Ich liebte meinen Jungen auch nach der negativen Vaterschaftsfeststellung. Gerne wäre ich auch weiterhin für ihn als Vaterfigur bereit gestanden. Doch das war nicht von der Kuckucksmutter gewollt. Darum streiten wollte ich auch nicht mehr, denn ich bin nicht der Vater. Eine Vaterschaftsanfechtung war für mich auch sofort klar. Ich wollte kein Kind adoptieren. Ich sehe auch nicht den Grund, warum ein Eintrag in der Geburtsurkunde meine Rolle als väterliche Figur beeinträchtigen sollte. Mein Junge ist auch weiterhin willkommen, ohne dass ich die Tatsachen auf dem Papier verdrehen muss. Die Schwarze Adoption ist für mich kein akzeptabler Weg. Dazu kommt auch, dass die Beziehung nicht einseitig in der Zukunft definiert werden wird. Was wird das Kind entscheiden, wenn es 18 oder älter ist? Wird es weiterhin dieselben „Vater-Kind-Gefühle“ haben oder nicht? Wenn nicht, kann dieses Verhältnis emotional jederzeit aufgekündigt werden, doch die finanziellen Verpflichtungen bleiben. Das ist eine Gefahr, von der ich jedem Scheinvater abraten kann, sie einzugehen. Denn wenn er der gesetzliche Vater bleibt, hat er nach zwei Jahren keinerlei Entscheidungsmöglichkeiten mehr. Eine reine zwischenmenschlich definierte Beziehung ist da die bessere Wahl. Sie ist so lange, was sie ist, wie sie ist.

          Punkt 3. Die Vaterschaftsfeststellung würde sich so fast schon von alleine ergeben. Auch bei meinem Jungen habe ich gleich die Vaterschaftsfeststellung beantragt. Wenn die private Kontaktaufnahme zur Aussprache möglich ist, kann ich die auch nur empfehlen. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass er das Fass in der Familie selber etwas behutsamer aufmachen kann. Für den eventuell später entstehenden Umgang zwischen Vater und Kind wäre so freie Bahn gemacht. Ihn nicht offiziell als Vater feststellen zu lassen, würde nur fördern, dass mein Junge weiterhin ein Geheimnis wäre. Er hat besseres verdient.

          4. Unterhaltsforderungen fürs Kind sind echt kritisch. Kritisch nicht im ursprünglichen Sinne, sondern in Wahl der Höhe und für welche Zwecke. Da legen die Gerichte sich derzeit einiges so zurecht, wie ich es nicht für gut heißen kann. Aber das sind Details, die an anderer Stelle zu erörtern sind.

          Nun noch etwas: Wenn das Kind erwachsen ist und sich aufgrund der gefühlten Vater-Kind-Beziehung eine Adoption durch mich wünscht, dann würde ich dem zustimmen. Ich werde auch weiterhin mir Gedanken machen, was in solchen Situationen empfehlenswert und auch machbar sein wird. Es gibt sehr viele ethische Aspekte, die hier mit hineinspielen.

  21. aranxo schreibt:

    Das ist eine ganz schwierige Geschichte. Zunächst mal finde ich es sehr gut, dass Du es geschafft hast, es Deinem Mann zu erzählen. Das schafft ja auch Vertrauen, vor allem wenn er spürt, dass Du es in einer gewissen Weise bereust. Es schafft auch Gelegenheit, darüber zu sprechen, was Du in Deiner Ehe vermisst hast, was der Grund für den Seitensprung war, und darüber kann es sogar zu einer Vertiefung Eurer Beziehung kommen.

    Ganz besonders toll finde ich es von ihm, dass er weiter zu Dir halten und die Situation mittragen will. Du solltest es ihm da erst mal möglichst leicht machen. Aus Männersicht kann ich nur sagen, es ist schon schlimm genug, hintergangen worden zu sein, aber noch um einiges schlimmer ist es, zu wissen, das das ganze Umfeld es weiß und womöglich hinter dem eigenen Rücken darüber tratscht. Als zweites solltest Du den Kontakt zum anderen Mann abbrechen oder, wenn das nicht geht, so gering wie irgend möglich halten, schon alleine um das Vertrauen Deines Mannes wieder aufzubauen. Das hast Du ja offensichtlich.

    Jemand anderen einzuweihen ist immer ein Risiko. Das hat ja keine Eile, es kann nicht zurückgenommen werden und kann viel Druck von außen bedeuten. Da müsst Ihr Euch beide einig und sehr sicher sein, dass Ihr es offenbaren wollt. Wenn Ihr nicht wollt, dass es nach außen dringt, solltet Ihr es auch nicht Euren Kindern erzählen, denn die können sich gerne mal verplappern, und vor allem belastet Ihr sie nur mit dem Druck, ein Geheimnis bewahren zu müssen.

    Allerdings würde ich mir schon vornehmen, es dem betroffenen Kind irgendwann zu erzählen, wenn es alt genug dafür ist, selbst zu entscheiden, ob es das Geheimnis bewahren will oder damit offener umgehen will. Es hat ein Recht darauf, das zu wissen. Und zwar natürlich vor seinen Geschwistern.

    Mit den rechtlichen Dingen kenne ich mich nicht so aus. Unterhalt vom anderen Mann einklagen, finde ich persönlich zum jetzigen Zeitpunkt etwas unfair, und könnte natürlich auch Staub aufwirbeln, d.h. Du musst damit rechnen, dass es bekannt wird. Du könntest aber Deinem Mann anbieten, dass Du für den Fall, dass ihr Euch doch irgendwann trennen würdet, schon mal auf Unterhalt von ihm verzichtest und ab dann von dem anderen Mann einforderst. Dazu könnte man jetzt schon einen Vaterschaftstest machen und dieses Ergebnis mit Deinem Versprechen notariell hinterlegen. Das wäre sicher ein zusätzlicher Vertrauensschritt für ihn.

    Macht Ihr eine Paartherapie? Ich würde auf jeden Fall dazu anraten. Der Therapeut hat im Gegensatz zur Verwandschaft nichts damit zu tun, ist genauso wie der Notar zu Schweigen verpflichtet und hat professionelleren Zugang zum Thema als Verwandte und Bekannte.

    Ich muss zugeben, ich bin gar nicht direkt betroffen, aber immerhin weiß ich, wie schwer es ist, eine Partnerschaft nach einem Hintergehen wieder zu kitten, auch ohne Kuckuckskind. Außerdem habe ich eine Freundin, die Kuckuckskind ist und mir einiges über ihr Fühlen darüber erzählt hat. Von daher ist das nur aus meiner allgemeinen Lebenserfahrung heraus gesprochen und nur meine persönliche Meinung.

    Ich wünsche Euch jedenfalls alles Gute und dass Ihr zusammen die Kurve kriegt. 🙂

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      @aranxo
      Vielen Deiner Punkte stimme ich zu.

      Eine Paartherapie ist durchaus ratsam, ganz besonders auch deswegen, damit die Beiden nicht Gefahr laufen sich in einer Verhaltensspirale totzulaufen.

      Bei dem Rechtlichen wird es heikel, da es die Zweijahresfrist zur Vaterschaftsanfechtung gibt. Ist die erst einmal abgelaufen, dann wird er für immer der Scheinvater bleiben – lediglich das Kuckuckskind kann dann mit dem Erreichen der Volljährigkeit die Vaterschaft noch anfechten.

      Dann gibt es noch die Frage, ob ein Kind das Recht auf seine eigene Identität hat. Ich sage ja. Zur Identität des Kindes gehört auch die Abstammung, also dessen leiblicher Vater. Es ist für Kinder sehr wichtig, sich selber mit diesem Abgleichen zu können.

      Was hier vorliegt, ist ein Problem zwischen Erwachsenen. Ist es da nicht angebracht, dass eben diese Erwachsenen die Konsequenzen tragen? Solange das Kind nicht seine eigene Identität vollständig kennen darf, darf es nicht sein, was es ist – es selbst. Damit würde das Kind die Konsequenzen für das Handeln seiner Mutter, sozialen Vaters und des leiblichen Vaters tragen müssen. Und das nur, damit zwischen diesen drei Parteien es nicht zu Konflikten kommt.

      Kennt Deine Freundin den Kuckucksvaterblog und wenn ja, was ist Ihre Meinung darüber?

      @ratsuchende Kuckucksmutter
      desto früher Ihr alle mit der Situation offen umgeht, desto besser. Es ist bestimmt sinnvoll, dafür sich über einige Punkte klar zu werden. Das bedarf eines Zeitplanes und einer Paartherapie.
      Ein Vaterschaftstest verschafft Gewissheit – und nur der ist in der Lage eine Vaterschaft zu bestätigen. Alles andere ist Spekulation und läßt Zweifel zurück – und seien sie noch so klein. Der Vaterschaftsausschluss hingegen ist da einfacher.
      Was würde dagegen sprechen, dass bei einem negativem Vaterschaftstest die Vaterschaft von Deinem Mann angefochten wird? Was spricht dagegen, dass das Kind den Umgang mit dem leiblichen Vater hat? Die Alimente für das Kind würde er dann auch gleich jetzt monatliche zu zahlen haben, statt erst in 15 Jahren mit dem Gesamtbetrag konfrontiert zu werden. Was spricht dagegen, dass der Scheinvater ein liebevoller Stiefvater ist? Bedarf es da wirklich, eine neue Lebenslüge aufzubauen?
      Der Weg, den Ihr jetzt gemeinsam beschreitet, wird einiges an sozialen Kompetenzen und Verantwortung abverlangen. Es ist eine Herausforderung und dass Du den Schritt getan hast, Deinem Mann reinen Wein einzuschenken ist bemerkenswert, meine Hochachtung dafür.

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