Strafverfahren gegen Kuckucksmutter wegen Erschleichung von Alimentezahlungen durch gewerbsmäßigen schweren Betrug – Österreich


Justitia - Gerechtigkeitsbrunnen - © Roland Zumbuehl

Österreichisches Gericht wird das Strafverfahren gegen die Kuckucksmutter nicht gegen eine Geldbuße einstellen, da es sich um einen gewerbsmäßigen Betrug handelt.

Kuckuckskind / Kuckucksmutter – Strafverfahren – Alimente – Betrug / Vorarlberg – Feldkirch – Österreich – Seff Dünser berichtet im Vol.at darüber, dass ein Strafverfahren gegen eine Kuckucksmutter wegen gewerbsmäßigen (Alimente-) Betrugs vorliegt.

Der Scheinvater hatte von September 2005 bis November 2008 15.000 Euro Alimente für seine 1986 geborene Tochter gezahlt. Doch nun stellte er Strafanzeige wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges. Begründet wird dies mit ihrer Unterlassung der Mitteilung, dass er eben nicht der leibliche Vater seines gesetzlichen Kindes sei und sie sich somit Alimenteleistungen nach der Scheidung erschlichen hat. Das Strafmaß liegt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Den Antrag des Strafverteidigers der Kuckucksmutter, das Verfahren aufgrund der bereits erfolgten Rückzahlung des erschlichenen Unterhaltes gegen ein Bußgeld einzustellen, hat das Landesgericht Feldkirch abgelehnt. Für einen gewerbsmäßigen schweren Betrug kommt keine milde Strafe in Betracht, so Richter Peter Mück.

Wir dürfen gespannt sein, ob es zu einer Verurteilung kommt und welches Strafmaß dann verhängt werden wird. Doch vorher wird erst ein psychologisches Gutachten von der Kuckucksmutter erstellt, da diese behauptet von ihrem Ex-Mann geschlagen worden zu sein und er ihr mit Mord gedroht habe. Davon sei sie traumatisiert gewesen und habe sich deswegen nicht getraut, auf die Unterhaltszahlungen zu verzichten.

Es ist das erste Mal, dass wir im Kuckucksvaterblog von einem Strafverfahren wegen Betruges gegen eine Kuckucksmutter erfahren. In Österreich scheint dies nun auch praktisch möglich zu sein. Erstmalig wird dadurch anerkannt, dass das Motiv der Erschleichung von Alimentezahlungen ein kriminelles ist und somit einen schweren Betrug darstellt, der nach dem Strafgesetzbuch zu ahnden ist.
In Deutschland ist dies hingegen nur theoretisch möglich. Und das auch nur dann, wenn man zum Zeitpunkt der Geburt des Kuckuckskindes nicht mit der Kuckucksmutter verheiratet war. Doch da die Unterlassung in Deutschland keine Straftat in diesem Bereich darstellt, wird man der Kuckucksmutter nachweisen müssen, dass sie den Betrug absichtlich herbeiführte. Dadurch genießen Kuckucksmütter praktisch Immunität. Auch in Bezug auf die Personenstandsfälschung scheint keinen zu interessieren, was bei der Kindesunterschiebung eigentlich stattfindet. Siehe Artikel: „Personenstandsfälschung – ein Delikt, das keinen interessiert?

Doch eine Formulierung im Bericht von Herrn Dünser irritierte mich ein wenig: „… Die unbescholtene Hausfrau …“. Zuerst musste ich ihn ein zweites Mal lesen, da ich dachte, mich verlesen zu haben, um im Anschluss dann herzhaft zu lachen.
Unbescholten bedeutet, dass jemand aufgrund eines untadelhaften Verhaltens einen guten Ruf habe. Sinnverwandte Worte sind: anständig, ehrenhaft, ehrlich, einwandfrei, loyal, ordentlich, rechtschaffen, redlich. Wenn der Satz „Die ansonsten unbescholtene Hausfrau …“ gelautet hätte, würde es nicht so im Widerspruch zur Kindesunterschiebung stehen. Auch dass die Schlagzeile sich auf die Unterhaltshöhe von 15.000 Euro bezieht und nicht wie bei uns das Strafverfahren und den Betrug, ist in diesem Zusammenhang noch befremdlicher. Dennoch, wenigstens hat einer darüber berichtet und dafür danken wir Herrn Dünser und vol.at. Bisher sind sie die einzigen, die ich gefunden habe, die überhaupt darüber Bericht erstattet haben.

Quelle: vol.at

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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2 Antworten zu Strafverfahren gegen Kuckucksmutter wegen Erschleichung von Alimentezahlungen durch gewerbsmäßigen schweren Betrug – Österreich

  1. HansG schreibt:

    Nicht mehr ganz frisch aber trotzdem interessant.

    Davon sei sie traumatisiert gewesen und habe sich deswegen nicht getraut, auf die Unterhaltszahlungen zu verzichten.

    Meine Ex hat mir ja einige dummdreiste Lügen und Geschichten aufgetischt. Aber hier fehlen mir schlicht die Worte…

  2. Pingback: Scheinvater schuldet trotz erwiesener Nichtvaterschaft Detroit 30.000 Dollar Kindesunterhalt – USA | kuckucksvater

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