Scherben fegen – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 16


Foto von Yelka

Meine Geschichte ist hier zu Ende.

Mitte Januar geht Alles auf einmal ganz schnell. Papa ruft an: „Es gibt Ende Januar einen Gerichtstermin. Ohne Zeugen.“ Ich bin nervös. Was hat das zu bedeuten? Das Ende? Ich will gar nicht darüber nachdenken. Am Tag der Verhandlung ist mein Terminkalender voll. Ich schaue zwischen zwei Gesprächen auf mein Handy: 2 verpasste Anrufe. Papa. Irgendwann dann Luft. Ich rufe zurück. Mein Papa begrüßt mich mit den Worten: „Yelkalein, schlechte Nachrichten.“ Mir wird heiß, schwindelig, oh nein… Papa weiter: „Es gab einen Richterwechsel. Eine Mittfünfzigerin, dicker Ordner unterm Arm, Haare auf den Zähnen. Sie merkte sofort an, dass es heute eine Entscheidung geben wird. Sie folgt den Darstellungen unserer Seite, da die Gegenseite zu keiner Zeit glaubhaft machen konnte, dass an deren Aussagen irgendetwas dran sei. Dann hat sie Deinen Erzeuger verwarnt. Der konnte sich nämlich nicht zurückhalten. Dann sagte die Richterin, dass es bereits vor diesem Verfahren ein Angebot gab. Sie erwarte von beiden Parteien nun eine schnelle Einigung, der Flur stünde zur Besprechung zur Verfügung. Wir sind raus, beide Anwälte haben gesprochen Summe xxx wurde vereinbart. 2 Raten bis Ende des Jahres. Wir wieder rein. Die Richterin hat Alles festgehalten. Das wars. Also gute Nachrichten!“

Ich kann es nicht glauben. Es ist wirklich das Ende!!!

Was dann kommt muss ich nun für mich bewerten und einordnen…“Das Geld habe ich bereits verplant. Ich erstatte Dir Deine Auslagen. Ich habe Dich lang genug finanziell unterstützt. Egal ob unsere Freundschaft oder was auch immer dadurch zu Bruch geht.“

Insbesondere der letzte Satz reißt mir ein weiteres Mal den Boden unter den Füßen weg. Egal…Freundschaft…was auch immer…Bruch… Ich beginne nun die Scherben aufzufegen. Ich bin mir jedoch sehr im Klaren darüber, dass ICH diejenige war, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Klarheit in diese Familiengeschichte gebracht hat.

Das macht mich stark, das prägt mich, das macht mich aus.

Ich bleibe ein Kuckuckskind…meine Geschichte ist hier jedoch zu Ende. Ich kann nicht zum Ausdruck bringen wie sehr mich die vielen Begegnungen, Gespräche, Kommentare, warmen Worte hier im Blog oder in diversen Foren bewegt, gestützt, gestärkt und begleitet haben. Ich möchte mich bei Euch Allen auf das Herzlichste dafür bedanken. Ich stehe Euch weiterhin zur Seite.

Yelka

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Kuckuckskind Yelka Schmidt erzählt von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Klärung der Vaterschaft und den Folgen

Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt

Hier geht es zum vorangegangenen Teil 15 „Die Familie feiert – Anatomie der Kuckucksgeschichte von Yelka Schmidt – Teil 15

Eine Auflistung aller Teile dieser Serie findest Du hier.

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Über Yelka Schmidt

Geboren im Mai 1981, seit März 2011 weiß ich, dass ich ein Kuckuckskind bin. Ich will kein Tabu sein. Ich lebe. Ich lache. Ich liebe. Ich spreche. Über mich. Über Dich? Miteinander? Das würde mich freuen. Ich schreibe. Meistens drauf los. Das befreit mich. Das hilft mir Aktuelles oder Vergangenes zu begreifen und vielleicht auch zu verarbeiten.
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