Kuckuckskind in „Hochzeitsreise nach Barcelona“ – Kreuzfahrt ins Glück – ZDF


Farbauffoto von einem Passagierschiff

MS Deutschland – © Foto: Gulp

Kreuzfahrt ins Glück – Hochzeitsreise nach Barcelona – Achtung! Spoiler! In der Episode „Hochzeitsreise nach Barcelona“ aus der ZDF-Spielfilm-Serie „Kreuzfahrt ins Glück“, dreht es sich um das schwerwiegende Vergehen einer Kuckucksmutter.

Marieluise Sterzinger begleitet ihre Tochter Cora und ihren Schwiegersohn Carlos auf ihrer Hochzeitsreise nach Barcelona, wo sie Jordi, den Vater des Bräutigams, treffen werden.

Marieluise konnte es nie lange mit einem Mann aushalten. Sogar mit dem Schiffsarzt Dr. Wolf Sander hatte sie vor vielen Jahren ein Techtelmechtel. Er führt deshalb Cora, als Ersatz für den Brautvater zum Altar.  Cora und Dr. Sander haben sich 15 Jahre nicht gesehen. „Ich habe immer gehofft du bist mein Papa“, beichtet Cora dem Schiffsarzt, während sie zusammen auf dem Schiff frühstücken. „Du hast es immerhin 14 Monate mit Mama ausgehalten. So lange hat es noch kein Mann geschafft.“

An Bord erzählt Carlos seiner Schwiegermutter von seinem Vater. Mit Schrecken erkennt Marieluise sofort, dass es ihr ehemaliger Geliebter war, mit dem sie vor über zwanzig Jahren eine leidenschaftliche Affäre hatte. Nachdem sie erfahren hat, dass Jordi der Vater von Carlos ist, bricht sie bewusstlos zusammen. Nachdem sie wieder zu sich kommt, liegt sie auf der Liege in Dr. Sanders Praxis. Der Arzt beugt sich besorgt über sie und erzählt ihr, dass sie einfach umgekippt sei. Aufgeregt beginnt Marieluise daraufhin ihrem Exfreund zu beichten: „Ich hatte vor langer Zeit, noch vor Coras Geburt einmal etwas mit Carlos Vater. Jordi war Austauschstudent und ich habe auf dem Oktoberfest gekellnert. Dort haben wir uns kennen gelernt und waren einige Zeit zusammen. Einen Monat später war ich schwanger. Allerdings hatte ich keine Ahnung, wer Coras Vater war, weil ich zur Zeit der Zeugung mit mehreren Männern intim war.“ Als Dr. Sander sie fassungslos anstarrt, versucht sie sich zu rechtfertigen: „Mein Gott, ich war jung und brauchte das Geld von Jordi. Ich wollte das Kind und hatte keinen Job. Jordi war so grundanständig und katholisch. Ich wusste auch das seine Eltern ziemlich wohlhabend waren und dann habe ich ihm einen Brief geschrieben, dass er Vater wird. Er hat bezahlt. Bis heute!“ Etwas weinerlicher jammert sie weiter: „Und jetzt holt er uns in Barcelona ab. Wenn der erfährt, dass sein Sohn seine angebliche Tochter geheiratet hat …“

Entsetzt versucht Dr. Sander sie zu belehren: „Na, das musst du aufklären, das die Beiden keine Geschwister sind.“

„Bist du verrückt?“, wehrt sich Marieluise energisch. „Wenn Cora erfährt, dass ich ihren zukünftigen Schwiegervater ausgenommen habe wie ’ne Weihnachtsgans. Weißt du, die ist doch so ehrlich, die redet nie wieder ein Wort mit mir.“ „Ja und was willst du jetzt machen?“, fragt der Schiffsarzt sichtlich geschockt. Allerdings erntet er nur ratloses Schweigen.

Das war also der Grund, warum Marieluise plötzlich ohnmächtig geworden ist, nachdem sie erfuhr, wer Carlos Vater ist. Vor Schreck und Angst, weil sie schlagartig von ihrer Vergangenheit so gnadenlos eingeholt wurde und jetzt wahrscheinlich ihre Lebenslüge auffliegt, hat es ihr offenbar den Boden unter den Füßen weggezogen. Coras Mutter hat also auf hinterlistige Weise Jordi ein Kind untergeschoben. Skrupellos und eigennützig dachte sie dabei nur an ihren Vorteil.

Feige versucht jetzt die Kuckucksmutter ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, während sie ihrer Tochter noch am selben Abend in der Schiffskabine mitteilt, dass sie Barcelona verlassen müsse. Gewissenlos lügt sie Cora ins Gesicht, indem sie behauptet, dass sie eine Lesung für ihr Kochbuch über Blutgruppenernährung, dass erst vor kurzem veröffentlicht wurde, in München hätte. Natürlich reagiert ihre Tochter entsetzt und sauer. Verständnislos schreit sie: „Mama, ich will dass du Carlos Vater kennen lernst. Ich will endlich eine Familie und dass ihr euch versteht. Ich hatte nämlich nie eine.“

Ihre Mutter lässt sich überreden und bleibt.

In Barcelona angekommen, versucht Marieluise ein erstes Zusammentreffen mit Jordi zu verhindern, um von ihm nicht erkannt zu werden. Sie täuscht ein Unwohlsein vor.

Eine typische Reaktion bei solchen Frauen, die gewissenlos so ein Verbrechen begehen. Jetzt wäre Marieluise doch am liebsten abgehauen, um ja nicht für ihren Fehler gerade stehen zu müssen. Alles verdrängen und totschweigen, dass ist üblicherweise die Devise von Kuckucksmüttern. Die Mutter passt ihre Tochter kurz darauf heimlich in einem Restaurant, in dem ein gemeinsames Essen geplant ist, ab und flüstert ihr aufgeregt ins Ohr: „Cora, du wolltest doch immer wissen, wer dein Vater ist.“
„Willst du mir das jetzt erzählen? Hier?, fragt Cora erstaunt.
„Also ich wollte nur sagen, wer es nicht ist“, stottert Marieluise verlegen.
Irritiert antwortet Cora: “ Und wieso sollte mich das jetzt interessieren?“
„Weil ich hatte einmal eine Affäre …“, stammelt ihre Mutter. Weiter kommt sie nicht, weil genau in diesem Augenblick Coras Schwiegervater die Beiden entdeckt.
Marieluise  erstarrt und wird bleich vor Angst, weil sie glaubt, dass jeden Moment die Bombe hochgehen wird. Jordi wird sie bestimmt sofort als die Person, mit der er ein Verhältnis hatte und für das gemeinsame Kind er seit 20 Jahren regelmäßig Alimente bezahlt, identifizieren. Da er jedoch aus Eitelkeit seine Brille nicht trägt, erkennt er die Frau, die ihm ein Kind untergeschoben hat, nicht.
„Entschuldigung, dass ich dich so anstarre, aber an irgendjemand erinnerst du mich“, bemerkt Jordi kurze Zeit später zu Marieluise, während alle vier im Restaurant sitzen und jeder in einer Speisekarte stöbert. So beiläufig wie nur möglich, versucht Coras Mutter zu antworten: „Oh, ich habe so ein Allerweltsgesicht“.
„An jemand bestimmten?“ möchte sein Sohn neugierig wissen.
Einige Zeit später sucht Marieluise eine Kirche auf und beginnt zu beten. Sie bittet darum, dass ihr Geheimnis nicht auffliegt, weil ihre Tochter doch, so wie es jetzt ist, so glücklich ist.

Auch das Verhalten zeigt wieder sehr deutlich, wie eigennützig und egoistisch diese Frau denkt und handelt. Wie kann sie Jordi nur in dem Glauben lassen, dass Cora seine leibliche Tochter ist?

Während einer Sightseeing Tour lässt sich Jordi gemeinsam mit seiner Schwiegertochter von einem Touristen, der sich zufällig in der Nähe aufhält, fotografieren. „Man sieht sofort, dass sie Vater und Tochter sind“, sagt der hilfsbereite Fremde nachdem er das Foto geschossen hatte. Man sieht Marieluise, die gerade in diesem Moment dazu kommt, deutlich an, dass sie zutiefst erschrocken ist. Schnell schnappt sie ihr Handy, wählt die Nummer vom Schiffsarzt, ihrem Exfreund und flüsterte aufgeregt hinein: „Wolf, wenn du das jetzt abhörst, dann rufe mich sofort an, mir kommt ein fürchterlicher Verdacht.“

Ist Jordi vielleicht doch der leibliche Vater von Cora?

Einige Zeit später meldet sich der Schiffsarzt und erklärt der aufgewühlten Mutter: „Ja, eine endgültige Gewissheit gibt dir nur ein DNA-Test.“ „Und was braucht man dazu?“, will Marieluise aufgeregt wissen.  „Speichelprobe, Hautschuppen oder ein Haar“, zählt der Schiffsarzt auf. „Ein Haar? Gut ich melde mich wieder, danke Wolf“, antwortet sie entschlossen, legt auf und versucht die anderen einzuholen. Unverzüglich schleicht sich Marieluise daraufhin an ihre Tochter heran und reißt ihr rücksichtslos ein Haar heraus. „Aua“, schreit Cora erschrocken. „Ein graues Haar“, lügt ihre Mutter ihr eiskalt ins Gesicht. Ohne zu zögern stiehlt sie sich gleich darauf auch ein Haar von Jordi, das sie auf seiner Jacke entdeckt. Beide Haarproben wickelt sie in ein Papiertaschentuch und übergibt sie kurz darauf dem Hochzeitsplaner, mit der Bitte um einen Vaterschaftstest.

Kurze Zeit später überbringt der Hochzeitsplaner Marieluise das Testerergebnis. Der Vaterschaftstest ist positiv. Jordi ist tatsächlich Coras leiblicher Vater.

Bei einem gemeinsamen Abendessen, als das junge Brautpaar sowie der Brautvater und auch die Brautmutter gemütlich am Tisch sitzen, schenkt Carlos seinem Vater eines von den Kochbüchern, dass Marieluise geschrieben hatte. Geschockt erstarrt Coras Mutter fast zur Salzsäule, während Jordi aufmerksam das Buch studiert. Plötzlich erkennt Jordi seine ehemalige Geliebte und schaut sie fassungslos an. „Ich bin auf meinem Zimmer“, stammelt Marieluise und steht auf. Jordi hält sie am Arm fest und flüstert: „Wir müssen reden.“ „Nicht vor den Kindern“, war ihre knappe Antwort bevor sie geht.

Später sieht man die beiden an der Strandpromenade entlang laufen. „Du hast die ganze Zeit gewusst, dass Cora meine Tochter ist“, wirft Jordi ihr verärgert vor. „Nicht die ganze Zeit“, versucht sich Marieluise kleinlaut heraus zu reden. „Spätestens nachdem du mich wieder gesehen hast“, bemerkt Jordi erbost. „Du hast mich ja auch nicht gleich erkannt. Das ist ja auch egal jetzt“, winkt Marieluise ab und probiert damit, ihren schlimmen Betrug herunter zu spielen. „Das ist nicht egal! Du hättest etwas sagen müssen“, entrüstet sich Jordi. „Es ist alles kompliziert“, stammelt sie nach einer Entschuldigung suchend. „Mein Sohn hat unsere Tochter geheiratet. Sie sind Geschwister. Was ist daran kompliziert?“, kontert er ironisch. „Halbgeschwister“, versucht Coras Mutter die Sache erneut auf schwachsinnige Weise abzuschwächen. „Das macht es auch nicht besser“, bemerkt der Vater wütend. „Das ist Inzest!“

Wieder versucht Marieluise die Situation zu mildern und erwidert: „Das haben die beiden doch gar nicht gewusst.“ Empört antwortet er: „Das ändert aber auch nichts. Die beiden leben in Sünde. Mag sein, dass dir das nichts ausmacht, aber mir schon.“ Entrüstet wehrt sie sich: „Das macht mir wohl was aus. Und du kommst jetzt mal runter von deinem heiligen Stuhl. Denn das drohende Fegefeuer hat dich damals auch nicht davon abgehalten, deine Frau zu betrügen.“

„Ja, mit fatalen Folgen. Wir machen uns alle strafbar. Du musst es ihnen sagen“, schleudert er ihr aufgeregt ins Gesicht. „Wenn du es nicht tust, ich tue es“, ruft er ihr noch nach, als sie ihn einfach stehen lässt und wortlos davon läuft.

Beim nächsten gemeinsamen Essen beginnt Jordi mit den verliebten Frischvermählten vorsichtig über die dramatischen Veränderungen zu sprechen. „Wir äh … wir müssen mit euch reden.“ „Was ist denn?“, möchte sein Sohn Carlos wissen. Besorgt wendet sich Cora an ihre Mutter: „Dann ist doch was mit dir. Mama bist du krank?“  Marieluise bekommt nur ein verlegendes: „Nein … aber …“, über ihre Lippen. Dabei rutscht sie unruhig auf ihrem Stuhl herum.

„Aber was?“, fragt Carlos sofort. Sein Vater zögert und man merkt sichtlich, wie schwer es ihm fällt, seinen Kindern die Wahrheit zu überbringen. „Es geht um euch. Das heißt also ihr Beide, ihr seit eigentlich … äh …“.

„Ihr macht es aber ganz schön spannend“, fällt ihm seine Schwiegertochter ungeduldig ins Wort.

Hilfesuchend  schaut Jordi zu Marieluise. Coras Mama atmet tief ein und aus und sucht verzweifelt, die richtigen Worte zu finden. Den Blick auf ihre Tochter gerichtet, beginnt sie zu sprechen: „Du wolltest doch immer wissen, wer dein Vater ist.“ Cora starrt sie mit aufgerissenen Augen erwartungsvoll an. Ein paar mal macht ihre Mutter eine deutende Bewegung mit dem Kopf in Richtung Coras Schwiegervater. Nach kurzem Zögern stammelt sie: „Es ist Jordi.“

„Mama! Damit macht man keinen Scherz“, schreit ihre Tochter aufgebracht.
Jordi wendet sich ernst zu Cora: „Es ist wahr. Ich bin dein Vater.“ „Dann sind wir Geschwister“, stammelt Carlos aufgebracht. „Seit wann wisst ihr das?“.
„Also ich weiß es erst seit heute morgen“, entgegnet ihm sein Vater wahrheitsgemäß. „Seit heute morgen“, lügt Marieluise kleinlaut hinzu.
Sofort springt ihre Tochter auf und läuft davon. Carlos eilt ihr nach. Als er sie eingeholt hat, sagt er: „Ich glaube, dass ist alles nur ein Albtraum. Wir wachen morgen auf und alles ist wieder gut.“ Erschüttert antwortet seine junge Frau: „Ist es aber leider nicht.“ Carlos entgegnet aufgewühlt: „Man könnte mir genauso gut das Herz rausreißen. Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch“, erwidert sie, „Aber wir dürfen das nicht.“ „Wir wussten es doch nicht“, versucht Carlos verzweifelt die Situation zu retten.  Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass sie dennoch zusammenbleiben können. „Jetzt wissen wir es aber“, bemerkt Cora verbittert und enttäuscht. „Es ist so ungerecht. Warum?“, flüstert er tief verletzt. Traurig legt sie ihren Kopf auf seine Schulter. Dann beginnen beide zu weinen.  Kurz darauf läuft Cora wortlos davon.

An der Strandpromenade trifft sie auf ihre Mutter, die mit gesenktem Kopf auf einer Bank sitzt. Vorwurfsvoll schimpft Cora: „Du weißt es schon die ganze Zeit! Oder?“ Marieluise versucht daraufhin ihre Tochter zu umarmen. „Lass mich in Ruhe“, herrscht sie ihre Mutter wütend an. „Deswegen hast du die ganze Zeit den Zirkus veranstaltet, seit wir hier sind. Warum hast du es nicht gleich gesagt?“

Marieluise sucht stotternd nach Worten: „Glaub mir Cora, bis heute morgen hatte ich wirklich keine Ahnung, dass Jordi dein Vater ist. Er hat zwar immer brav die Alimente bezahlt …“ „Du hast Geld von ihm bekommen?“, fällt ihr Cora entsetzt ins Wort. Für einen Augenblick sucht Marieluise nach einer Ausrede. Dann stammelt sie verlegen: „Naja, ich dachte, er hat ja irgendwie auch nicht umsonst gezahlt. Ich war mir damals nicht sicher, wer dein Vater ist. Ja, und wir brauchten zu jener Zeit dringend das Geld, Kleines.“
„Dann hast du Jordi all die Jahre angelogen“, schreit Cora verbittert und rennt verzweifelt davon.

Spät in der Nacht läuft sie unglücklich im Hotelgarten umher. Dabei wird sie von Jordi entdeckt, der sich nachdenklich auf eine Liege zurückgezogen hat. „Hallo Cora, kannst du auch nicht schlafen? Setzt dich doch. Wie geht es dir?“
„Beschissen ist noch untertrieben“, antwortet sie den Tränen nahe. „Was ist mit Carlos?“
„Er ist geschockt, so wie wir alle und möchte jetzt ein bisschen alleine sein“, erwidert ihr Vater leise und spricht zärtlich weiter: „Weißt du, dass klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch oder egoistisch, aber ich wäre froh, wenn aus der ganzen Sache noch irgend etwas Gutes dabei heraus kommen würde.“ „Was Gutes?“, fragt Cora verbittert. Vorsichtig sagt Jordi: „Wir sind doch trotz allem eine Familie. Oder willst du nichts mehr mit mir zu tun haben?“ Mit tränenerstickter Stimme antwortet sie: „Ich weiß es nicht. Es ist alles noch sehr frisch. Früher hat es mich natürlich brennend interessiert, wer mein Vater ist“
„Und jetzt nicht mehr?“, will Jordi verzweifelt wissen. „Doch schon, aber als Schwiegervater warst du mir wirklich lieber.“ Daraufhin streichelt er ihr zärtlich über ihre Wange.

Am nächsten Tag reist Carlos ab. Er lässt sich mit dem Taxi zum Bahnhof bringen, um mit dem Zug nach Hause zu fahren. Etwas später sieht man Cora mit ihrer Mutter am Tisch sitzen. Jordi kommt gerade mit seinem gefüllten Teller vom Büffet zurück und setzt sich dazu: „Ich habe dein Buch gelesen. Es war sehr interessant, was du da über die Ernährung bei den einzelnen Blutgruppen geschrieben hast“, bemerkt er anerkennend. „Ich darf also laut den Recherchen in deinem Ratgeber fast alles Essen außer Kohl und Kartoffeln.“ Entsetzt reißt Marieluise ihre Augen auf: „Du darfst alles essen? Hast du Blutgruppe 0.“ „Ja“, antwortet Jordi.

Aufgeregt spricht Marieluise weiter: „Dein Sohn hat Blutgruppe AB.“ „Kann sein, keine Ahnung“, winkt Jordi desinteressiert ab.
„Aber weißt du nicht, was das bedeutet? Mit dieser Blutgruppe da kann er unmöglich dein Sohn sein“, erklärt ihm Marieluise daraufhin aufgeregt.
Für einen Augenblick starrt er sie verunsichert an. Abwehrend antwortet er: „Aber natürlich ist Carlos mein Sohn.“ „Nein das kann genetisch überhaupt nicht sein. Also mit Blutgruppen, da kenn ich mich aus“, widerspricht ihm Marieluise energisch. „Deine Frau hat dir offenbar Hörner aufgesetzt. Tut mir leid.“

Mit einem Male herrscht Totenstille. Jordi wird leichenblass. „Aber dann sind Carlos und ich …“, stottert Cora. „Keine Geschwister“, beendet ihre Mama den Satz. „Ja, worauf warten wir noch. Kommt!“, ruft sie aus. Dann springen alle drei auf und versuchen, Carlos noch am Bahnhof zu erwischen.
Zum Glück kann Cora ihn noch rechtzeitig einholen. Überglücklich ruft sie: „Carlos, bitte nicht einsteigen. Wir sind keine Geschwister. Jordi ist nicht dein Vater.“ Carlos ist logischerweise sehr geschockt, fällt aber trotzdem erleichtert seiner geliebten Cora um den Hals.

Glücklich sieht man die beiden Verliebten kurze Zeit später zusammen sitzen. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Jordi nicht mein Vater ist. Jetzt geht es mir so, wie es dir immer ergangen ist. Ich weiß nicht, wer mein Erzeuger ist“, flüstert Carlos, während er liebevoll den Arm um Cora legt und ihr dabei in die Augen schaut.

Somit hatte also auch Carlos Mutter, ihren Sohn heimlich dem falschen Vater untergeschoben.

Solange es keine Gesetzesänderung gibt, solange werden skrupellose Mütter weiterhin dieses Verbrechen an ihren Kindern, an den Vätern und den Scheinvätern begehen. Solange sich kaum jemand dagegen wehrt und der Staat diesem Thema auch künftig wenig Beachtung schenkt, solange wird den Kuckuckskindern ihre Identität geraubt werden.

Dieses Geschichtskonstrukt wurde bereits im Jahr 1943 im Song „Shame and skandal in the family“ besungen. Videos & mehr Infos dazu im Artikel: „Die Schande unserer Familie – Lied über Kuckuckskind – Musikvideo und Songgeschichte

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Hochzeitsreise nach Barcelona – Länge: 90 min. Familienfilm, Deutschland, 2014 – Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ORF

Regie: Hans-Jürgen Tögel – Buch: Martin Wilke, Jochen S. Franken

Kamera: Holger Greiß – Musik: Hans Günter Wagener

Darsteller:

  • Stefan Herbst – Marcus Grüsser
  • Andrea Herbst – Jessica Boehrs
  • Kapitän Victor Burger – Sascha Hehn
  • Beatrice – Heide Keller
  • Dr. Sander – Nick Wilder
  • Marieluise Sterzinger – Saskia Vester
  • Jordi Sanchez-Garcia – Christian Kohlund
  • Cora Sterzinger – Nike Martens
  • Carlos Sanchez-Cano – Ricardo Angelini
  • Julia Schwarz – Nina Bott
  • Kai Schwarz – Tobias Licht
  • Galerist – Michael Zittel
  • – u.a.
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Über Liane R. Anderson

Bin ich mit 44 Jahren noch einmal Tochter geworden? Ich wurde im Oktober 1967 geboren, bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Mein gesetzlicher Vater war Alkoholiker und sehr gewalttätig. Schon früh übernahm ich die Verantwortung für meine Mutter und meinen Bruder und organisierte mit nur 13 Jahren, unsere Flucht aus dieser Hölle. Mit viel Ehrgeiz und Kampfgeist erschaffte ich mir ein schöneres Leben. Bis ein einziger Satz mir den Boden unter den Füßen wegriss und meine komplette Identität in Frage stellte.
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