Zwillings-Genom: Der kleine Unterschied – Spiegel Online berichtet nun auch – Papa?


Alles rund um den Vaterschaftstest

Papa? – Wenn die Vaterschaft nicht sicher ist, dann …

Eineiige Zwillinge – DNA-Vaterschaftstest – Eurofins Genomics – Spiegel Online – Nina Weber – Wir berichteten bereits einige Tage zuvor über die neue Methode, mit der man selbst eineiige Zwillinge genetisch voneinander unterschieden bekommen. Derweil ich noch auf Antwort von Eurofins warte, ist es zwischenzeitig der Journalistin Nina Weber vom Spiegel gelungen, mehr Informationen zusammenzutragen.

Ihr Artikel ist sehr interessant und gibt auch ein wenig über den Stein des Anstoßes, warum dieses Verfahren überhaupt entwickelt wurde, her.

Besonders interessant sind diese Aussagen:

  • „Der Anstoß für das Gedankenexperiment war ein damals in Deutschland anhängiger Vaterschaftsprozess, bei dem der mutmaßliche Vater einen eineiigen Zwilling hatte“, sagt Krawczak.

vermutlich ist damit folgender Prozess gemeint: „Keine Abgabepflicht einer Spermaprobe bei eineiigen Zwillingen – Deutschland“

  • In mindestens 83 Prozent der Fälle müsste sich demnach mindestens eine Mutation finden, die einer der Zwillinge und seine Nachkommen tragen – der andere Zwilling jedoch nicht.

Demnach müssten sich in 17 Prozent der Versuche sich kein Unterschied im genetischen Code der eineiigen Zwillinge finden lassen. Folge: Nicht für jeden Vaterschaftstest wird sich feststellen lassen, wer von den Zwillingen der Vater bzw. lediglich der Zwillingsonkel ist.

  • Die seltenen Unterschiede im Zwillingserbgut beruhen auf Mutationen, die in einer entscheidenden Phase entstehen: Nämlich wenn beide Zwillinge im Mutterleib gerade beginnen, sich getrennt zu entwickeln – zu diesem Zeitpunkt bestehen beide Embryonen zusammen meist erst aus 16 bis 150 Zellen. Genetischen Veränderungen, die dort ihren Ursprung haben, können dann im Gewebe sowie in den Keimzellen eines Zwillings vorzufinden sein – und damit auch vererbt werden -, während der andere sie nicht besitzt.

Das ist eine recht kurze Spanne, in der sich die Mutationen entwickeln können, doch ausreichend, dass im Überwiegenden Anteil der Zwillinge auch Mutationen feststellbar sind.

  • Eurofins sequenzierte das komplette Erbgut beider Zwillinge sowie des Kindes. Die Forscher entdeckten dabei fünf sogenannte Punktmutationen, die bei Kind und Vater vorlagen, aber nicht beim Onkel (oder bei der Mutter). Diese waren größtenteils nicht nur in den Spermaproben, sondern auch im Schleimhautabstrich des Vaters zu finden.

In den Spermaproben und Schleimhautabstrichen gibt es also Unterschiede festzustellen. Werden also Zwillinge dann in Zukunft doch Spermaproben abgeben müssen und dazu neue Urteile gesprochen werden, die dem voran verlinkten widersprechen? Wir dürfen gespannt sein.

  • Nach Angaben von Eurofins Genomics hat der wissenschaftliche Teil der Arbeit etwa sechs Wochen in Anspruch genommen, wobei etwa drei Wochen davon auf die Sequenzierung der Genome entfielen. … Rohdaten … Sie hätten mit circa 3,8 Terabyte an Daten gearbeitet. Die Kosten des Experiments lagen im fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Weiterhin unbeantwortet bleiben folgende Fragen:

  • Wird ein solcher Zwillingsvaterschaftstest (2 x Putativvater, Mutter, Kind) auch auf dem Markt einen fünf- bis sechsstelligen Betrag kosten werden. Also für welchen Preis genau?
  • In welchen Ländern gibt es von Eurofins die Labore, die diesen Test durchführen können? Z.B. in der Schweiz ist der Export von DNA-Proben verboten.
  • Wo kann man den Test machen lassen? – Geht das am eigenen Wohnort?
  • Wird man ebenfalls ca. 6 Wochen lang auf das Ergebnis warten müssen?

Den ganzen Artikel findet man auf Spiegel Online.

Auch 2o Minuten berichtete – wenn auch weniger ausführlich.

Das Abstract in Englisch über den Versuch – veröffentlicht im FSI – findet man online unter dem Titel „Finding the needle in the haystack: Differentiating “identical” twins in paternity testing and forensics by ultra-deep next generation sequencing

Das Abstract in Englisch, über das Gedankenspiel der genetischen Unterscheidungsmöglichkeit von eineiigen Zwillingen, findet man hier.

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Thementitel Vaterschaftstest

Vaterschaftstest

Alle Artikel über Blutgruppenvererbung und über den Vaterschaftstest findest Du auf der Unterseite „Vaterschaftstest

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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