HIV-Test in der Schwangerschaft – AIDS & Co. – von Dr. Matthias Stiehler


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Dr. Matthias Stiehler – Buchautor von ‚Väterlos‘ und ‚Der Männerversteher‘ – Foto: privat

Manche sexuell übertragbare Infektionen werden auch bei Schwangerschafts-vorsorgeuntersuchungen getestet. So gehört seit Ende der 90-er Jahre ein Chlamydientest zum Standard. Syphilis wird in jedem Fall mit getestet. Eine unerkannte Syphilis kann beim Kind zu Behinderungen führen, eine Chlamydieninfektion zu einer Frühgeburt.

Ein HIV-Test (sog. „AIDS-Test“) sollte in aller Regel während einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung angeboten werden. Er kann von der Mutter jedoch auch abgelehnt werden.

Allerdings spricht vieles dafür, den Test zu machen. Denn, wenn eine HIV-Infektion bei der Mutter festgestellt wird, dann kann diese medikamentös so eingestellt werden, dass eine Infektion auf das Kind zu fast 100 Prozent ausgeschlossen werden kann. Dazu muss man wissen, dass eine Infektion während der Schwangerschaft nur in sehr seltenen Fällen im Frühstadium erfolgt. Zumeist geschieht eine Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt (perinatal). Wenn es also gelingt, die Viruslast der Mutter sehr stark zu minimieren, besteht während der Geburt kaum noch eine Übertragungswahrscheinlichkeit.

Serien-Titel AIDS & Co.

AIDS, HIV, Hepatitis, Syphilis und andere durch Sex übertragbare Krankheiten sind Gefahren, an die erst einmal kaum einer denkt, wenn es sich um die Kuckuckskindthematik dreht.

Da die Medikamente gerade über einen solch überschaubaren Zeitpunkt sehr wirksam und auch für das Kind nicht schädlich sind, ist es beispielsweise gelungen, im südlichen Afrika die zuvor sehr häufige perinatale Infektion drastisch zurückzudrängen.

Es gibt also durchaus für die Mutter wichtige Gründe, während der Schwangerschaft einen HIV-Test durchführen zu lassen. Allerdings kann man sich nicht darauf verlassen, dass diese Möglichkeit, das Kind zu schützen, auch wirklich genutzt wurde. Gerade innerhalb der Kuckuckskinder-Problematik mag ein HIV-Test als Eingeständnis des Seitensprungs empfunden und die Gefahr daher lieber verdrängt werden.

Ein HIV-Test unmittelbar vor der Geburt hat eigentlich kaum noch einen Gewinn für das Kind, denn die Viruslast lässt sich innerhalb von ein paar Stunden bei der Mutter nicht reduzieren. Falls ein Krankenhaus diesen anbietet, dann vor allem, um die eigenen Beschäftigten zu schützen, die bei einer HIV-infizierten Mutter sicher vorsichtiger zu werke gehen.

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Dr. Matthias Stiehler – Buchautor von ‚Väterlos‘ und ‚Der Männerversteher‘ – Foto: privat

Dr. Matthias Stiehler
Diplomtheologe, Erziehungswissenschaftler

Psychologischer Berater im Gesundheitsamt Dresden, Leiter der dortigen Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Infektionen

Vorsitzender des Dresdner Instituts für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft e.V.

Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V.

Mitherausgeber des Ersten und Zweiten Deutschen Männergesundheitsberichts

Autor von „Der Männerversteher. Die neuen Leiden des starken Geschlechts“ (Verlag C. H. Beck München 2010) und „Väterlos. Eine Gesellschaft in der Krise“ (Gütersloher Verlagshaus 2012).

www.matthias-stiehler.de

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Serien-Titel AIDS & Co.

AIDS & Co.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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