Kindsmutter empört sich über Kontrolle – Kinderdoc erzählt


Kinderdoc - Keine Karte

Wenn Mütter sich darüber aufregen, dass Bekundungen nicht ausreichen und dann frech werden. – Screenshot vom Blog Kinderdoc-Artikel „Keine Karte“

Kinderdoc – Blog / Vorwürfe – Kontrolle – Im Blog Kinderdoc gab es vor wenigen Tagen einen Bericht über eine Mutter, die die Krankenkassenkarte ihres Kindes vergessen hatte mitzubringen. Aber lest selbst:

Letztens (wie auch sonst regelmäßig ein- oder zweimal pro Woche) hatte eine Mutter die Versichertenkarte ihres Sohnes nicht dabei. Ok, kann mal passieren, ich vergesse auch.
Unser übliches Vorgehen: Unterschrift, dass das Kind bei der Krankenkasse XYZ versichert ist, Unterschrift, dass man die Karte binnen zwei Wochen vorlegt bzw. dass – bei Unterlassung – die Sache privat in Rechnung gestellt wird. Außerdem gibts nur ein Privat-Rezept, Impfungen machen wir ohne Karte gar nicht.

Mutter: “Das darf doch nicht wahr sein. Natürlich bin ich versichert, das können Sie mir glauben, Sie unterstellen mir

hier Betrug, das ist eine Frechheit, ich werde das der Krankenkasse und der Ärztekammer melden, da zahlt man soviele Beiträge und dann so etwas, ihr Ärzte wollt ja nur Geld kassieren, das ist eine Unverschämtheit, und (…) Unglaublich, unglaublich.” Zeter, Mordio.

Unwissentlich hat sie alle Vorhaltungen abgespult, die Eltern bei fehlender Versichertenkarte präsentieren, ich habe das sogar noch verkürzt dargestellt. Dabei ist es imgrunde doch gar kein Problem: Wird die Karte später vorgelegt (wir sind da sogar großzügig bis zum Ende des Quartals), erhalten die Eltern ein rosa Kassenrezept und alles ist geritzt. (…)

Die Frau ist nicht mehr wiedergekommen, das Rezept hat sie nicht eingetauscht, die Versichertenkarte nicht vorgelegt, sie bekam eine Privat-Rechnung, die sie bisher nicht bezahlt hat. Da möchte ich gerne die Aufnahme mit den obigen Tiraden hervorziehen, auf Rewind drücken und alles noch einmal abspielen. Denn genau deswegen sind wir so konsequent im Vorgehen.

Dazu postete ich folgenden Kommentar:

„Das darf doch nicht wahr sein. Natürlich bin ich versichert, das können Sie mir glauben, Sie unterstellen mir hier Betrug, das ist eine Frechheit, ich werde …“

Das sind in die gleichen Vorwürfe, die man zu hören bekommt, wenn man einen Vaterschaftstest machen möchte, um sich seiner Vaterschaft 100%ig sicher zu sein. Und wenig verwunderlich, dass die, die am lautesten schreien ihren Grund haben, den anderen zu beschämen um nicht mit der Kindesunterschiebung aufzufliegen.

NeMutterohneBetrugsambitionen

Sep 18, 2013 @ 11:49:30
Zusammenhang?

  sakasiru

Mafdet
Sep 20, 2013 @ 12:31:37

Äpfel und Birnen?
In einer Partnerschaft wäre ich zurecht empört, wenn mein Gatte einen Vaterschaftstest verlangen würde. Er unterstellt mir damit ja, ich sei fremdgegangen. Das ist unverschämt.

Denen ich wie folgt antwortete:

Max Kuckucksvater
Sep 20, 2013 @ 17:04:36

“Die Vaterschaft beruht überhaupt nur auf der Überzeugung.” Johann Wolfgang von Goethe

@Mafdet,

„Er unterstellt mir damit ja, ich sei fremdgegangen. Das ist unverschämt.“

Deine Argumentation ist die gleiche, die auch die Mutter bei Kinderdoc empört serviert hat.

Es ist ein Unterschied, ob jemand realisisiert hat, dass nur die Mutterschaft sicher ist und deswegen einen Vaterschaftstest haben möchte um eine hundertprozentige Sicherheit zu haben oder der Partnerin einen Vorwurf der Untreue macht. Bei sämtlichen Behördengängen wird stets der Personalausweis verlangt und da habe ich noch keinen sich empören hören, dass man ihn des Identitätsbetruges bezichtigen würde. Glauben, dass kann man in der Kirche. Wer es in seiner Beziehung machen möchte, gut, das ist seine Sache. Doch was soll daran unverschämt sein, wenn jemand sich sicher sein möchte?

Dafür, dass jedes 10te Kind ein Kuckuckskind ist, kann man doch jeden Mann nur verstehen, der seine Vaterschaft sicherstellen möchte. https://kuckucksvater.wordpress.com/2011/02/28/wieviele-kuckuckskinder-werden-jahrlich-in-deutschland-geboren/

@NeMutterohneBetrugsambitionen
„Zusammenhang?“
in der Erzählung von Kinderdoc macht die Kindsmutter folgenden Vorwurf an die Kinderpraxis:
„,…Sie unterstellen mir hier Betrug, das ist eine Frechheit,…“
und nun antwortete mafdet zu meinem Post:
„Er unterstellt mir damit ja, ich sei fremdgegangen. Das ist unverschämt.“
Die Sätze von der Kindsmutter dieser Geschichte und mafdet sind fast identisch. Noch Fragen?

Aktualisation vom 21.09.2013:

Antwort

Mafdet
Sep 20, 2013 @ 21:35:40

Aber wenn ich mir der Liebe und Treue meiner Partnerin so sicher bin, dass ich ihr niemals den Vorwurf der Untreue machen würde – warum brauche ich dann noch den Vaterschaftstest?
Müsste da nicht erst ein gewisser Verdacht vorliegen, dass die Gattin es mit der Treue doch nicht so genau nimmt?

Und der Vergleich mit Behördengängen und Ausweis vorzeigen hinkt ja nun doch ein wenig.
Den Beamten, der meinen Ausweis sehen will, kenne ich nicht und er kennt mich nicht, daher kann er ja nicht wissen, ob ich mich als jemand anderes ausgeben will, um mir Leistungen zu erschleichen.
Mein Gatte hingegen kennt mich. Sollte er plötzlich denken, ich sei untreu, muss ich fassunglos feststellen, dass er mich doch nicht kennt.

Max Kuckucksvater
Sep 21, 2013 @ 15:30:37

Männern, denen ein Kind untergeschoben wurde – sprich Scheinvätern – konnte nur deswegen ein Kind untergeschoben werden, weil sie a) keinen Verdacht hatten und b) nicht das Bewußtsein, dass die Vaterschaft erst sicher ist, wenn sie erwiesen wurde.
Die Realität – dass Jahr für Jahr in Deutschland über 70.000 Kinder einem anderen Mann untergeschoben werden – zeigt doch deutlich, dass offenkundig viele irrtümlich meinen, die Kindsmutter zu kennen. Man kann dem Menschen nicht hinter die Stirn schauen und deswegen bleibt alles eine Einschätzung. Doch zum Schätzen ist die Vaterschaft und das Kind selbst zu schade. Kinder haben unseren Schutz verdient und wenn nötig, auch vor der eigenen Mutter.
Wer realitätsbezogen reagiert, für den ist die Vaterschaft nicht klar, denn er weiß es nicht, sondern vermutet oder glaubt es lediglich, der Vater zu sein. Das kann auch der Standesbeamte, glauben und vermuten. Aber es reicht nicht, er wird stets nach einem Ausweis fragen, bis er es weiß.
Von Männern wird erwartet, dass die Aussage der Kindsmutter ihnen als Vaterschaftsnachweis zu genügen hat und die Frage nach einem Vaterschaftstest somit ein Tabu ist. Doch ist dieses Tabu legitim?
Ein gesetzlich eingeführter Vaterschaftstest ab Geburt würde dieses Tabu auflösen und erstmalig der UN-Kinderkonvention Art. 8 gerecht werden, der jedem Kind den Schutz seiner Identität und dessen Recht auf Kenntnis der Abstammung zusichert

Max Kuckucksvater
Sep 21, 2013 @ 15:57:31

PS:
@mafdet

„Mein Gatte hingegen kennt mich. Sollte er plötzlich denken, ich sei untreu, muss ich fassunglos feststellen, dass er mich doch nicht kennt.“

Das ist ja der gedankliche Fehler. Wenn Dein Mann sagt, ich fühle mich meiner Vaterschaft nicht sicher, dann erzählt er Dir von einem Gefühl, dass sich aus unterschiedlichen Quellen heraus nähren kann. Eine – für Dich die einzige – Möglichkeit ist, dass er Dir vorwirft, dass Du ihn mit einem anderen Mann betrogen habest. Doch das ist eindimensional gedacht und ignoriert die Gefühlswelt Deines Mannes dann gänzlich. Ein Beispiel: Euer Kind ist ihm einfach nicht ähnlich genug, als dass er sich in seinem Kind wiederfindet. Das Bedürfnis sich seiner Vaterschaft sicher sein zu dürfen, unterstellt Dir noch lange nicht, dass Du fremdgegangen seiest, sondern lediglich, dass er sich seiner Vaterschaft nicht sicher fühlt. Es gibt genügend Väter draussen, die immer wieder zu hören bekommen, dass das Kind aber garnichts mit ihnen gemein hat und dennoch der leibliche Vater sind, ein Vaterschaftstest würde diesen Männern die im Unterbewußtsein nagende Unsicherheit aus den Weg räumen.
Wenn er wirklich eines Tages Dich nach einem Test fragen sollte – es machen nur die wenigsten – dann hoffe ich, dass Du ihm keine Szene machst, sondern ihn fragst, was für ein Gefühl er hat, woher die Unsicherheit kommt und dem Vaterschaftstest zustimmst. Wenn Erwartungen (z.B. der Mann darf nicht fragen) im Zwischenmenschlichen nicht erfüllt werden, dann sind schnell Menschen verletzt. Doch nur weil jemand eine Erwartung hat, heißt es nicht, dass sie legitim ist.
Es gibt zum Vaterschaftstest eine Serie, die 10 Gründe für einen Vaterschaftstest ab Geburt nennt.
https://kuckucksvater.wordpress.com/2012/04/17/ein-tag-ein-grund-warum-die-vaterschaft-bereits-bei-geburt-geklart-werden-muss-heute-grund-nr-1-der-gleichheitsgrundsatz/

aucheinemama
Sep 21, 2013 @ 14:46:52

Ich vermute, es ist sinnlos, mit Ihnen zu diskutieren, aber trotzdem:
es ist durchaus ein Unterschied, ob eine fremde Person von mir einen Nachweis (Perso oder eben Versichertenkarte etc.) sehen will oder eine fMFA die Karte schlicht rechtzeitig für ihre Abrechnung braucht, oder ob ein vertrauter Partner plötzlich beschließt, mir nicht mehr zu trauen. Keine Frage, es ist bitter, festzustellen, dass man betrogen wurde. Aber trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass auch der umgekehrte Fall (einen Vaterschaftstest zu verlangen, wenn gar kein Betrug vorliegt) zu Verletzungen führt (wäre jedenfalls auch bei mir so und meine Kinder sind definitiv und unzweifelhaft von meinem Mann).
Daher liegen da doch sehr unterschiedliche Sachverhalte vor.

Max Kuckucksvater

@aucheinemama

ja, es sind zwei unterschiedliche Geschichten mit unterschiedlichen Ausgangspunkten und Konsequenzen. Sozusagen Äpfel und Birnen. Doch die Logik, der die Kindsmutter bei Kinderdoc folgt ist die gleiche, der auch viele Mütter folgen, wenn nach einem Vaterschaftstest gefragt wird. „Du möchtest Sicherheit, also unterstellst Du mir, dass ich Dich betrüge“. Um es mit Äpfeln und Birnen zu sagen: „Du möchtest die Äpfel / Birnen zählen, also sagst Du, dass ich Dich betrüge.“ Da könnten es auch Melonen oder Erbsen sein, die Logik dahinter bleibt die gleiche.

Ja, natürlich werden bei falschen Erwartungen häufig Gefühle verletzt. Wenn der Mann die Frage nach einem Vaterschaftstest stellt, kann die (selbstbewußte) Frau auch durchaus dem Zustimmen, ohne sich verletzt zu fühlen und sich für die Unsicherheit ihres Mannes interessieren. Das bringt einer Beziehung vielmehr, als ein Tabu.

Was denkst Du? Kann man solche Vergleiche, wie ich sie gemacht habe machen? Regt Mafdet sich zu recht auf, wenn ihr Mann sie nach einen Vaterschaftstest fragen würde?

Beim Kinderdoc schaue ich von Zeit zu Zeit immer wieder gerne rein. Seinen Blog kann ich jedem emfpehlen, der einen Einblick in den Kinderarztalltag gewinnen möchte. Es gibt immer wieder Episoden zu lesen, die humorvoll die Geschehnisse in seiner Praxis aufgreifen.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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10 Antworten zu Kindsmutter empört sich über Kontrolle – Kinderdoc erzählt

  1. Marina J. schreibt:

    Ich schäme mich für den ein oder anderen Kommentar der weiblichen Fraktion.
    Denn schlussendlich hat dieses Vertrauen die Männer zu dem gemacht, was sie sind.
    Scheinväter.
    Ich denke wir, die uns immer zu 100% sicher sein können, ist es schwer nachvollziehbar.
    Es sei denn wir setzen uns dafür ein, dass alle Neugeborenen kurz nach der Geburt wild durcheinander gewürfelt werden und dann können wir raten….
    Da wir mit der Gebärmutter im absoluten Vorteil sind, sollte man das Ego beiseite schieben und so verletzend es sein mag, die Interessen und Wünsche des Mannes diesbezüglich verstehen und unterstützen. Peace.

  2. Hilfshirn schreibt:

    Nein, Vertrauen ist kein Fehler. Was ich sagen wollte, und was vermutlich nicht verstanden wurde,- was sicherlich an mir liegt-, ist, dass weil es Fälle gibt wo das passiert, man nicht alle Beziehungen über einen Kamm scheren (also Vaterschaftstest bei Geburt) darf.“Nur“ wei Ihr Kuckkusväter seid, dürfen andere Männer und Fauen immer noch einander Vertrauen. Insofern ist der Vergleich aus Kinderdoc von deinem Kollegen voll daneben.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Welchen Fehler hat dann Marcus aus Deiner Sicht gemacht, wenn es nicht sein Vertrauen in seine Ehefrau war?

      Was spricht dagegen, dass die Vaterschaft durch einen Vaterschaftstest bei Geburt erwiesen wird und die Väter gar nicht erst dem Stress ausgesetzt werden, die Frau um einen Vaterschaftstest zu bitten?

      Wäre für Dich ein Vaterschaftstest ab Geburt gerechtfertigt, wenn jedes 10.te Kind bei der Geburt in der Klinik vertauscht werden würde und man nur so die Identität der Kinder sicherstellen kann?

  3. Nick schreibt:

    Hallo Max,
    ich denke schon das hier Äpfel mit Birnen verglichen werden, denn ein Verhältnis Arzt / Patient ist kaufmännisch gesehen eine reine Geschäftsbeziehung. Das ist es ja auch was es uns Männern so schwer macht. Mann hat einen Verdacht – und dann das Gefühl nur zwischen Pest und Collera zu wählen. Wo richte ich den „größeren“ Schaden an? Was wenn alles seine Richtigkeit hat? Der Arzt tut der Frau ja kein Unrecht was nicht mit ein paar warmen Worten, bei Vorlage der Karte, wieder alle Glücklich macht. In einer Beziehung zwischen Mann und Frau gehen aber die Verletzungen unter die Haut und an die Substanz. Dann ist da noch das Empfindlichste in dieser Dreier Beziehung das Kind. Mann will es Schützen – aber vielleicht ist das der falsche Weg? Das Kind soll nicht um eine Möglichkeit seine Herrkunft kennen zu lernen gebracht werden. — und zum Schluss wo bleibt Mann selbst?????
    Es braucht wohl noch Zeit – Zeit sich der Vielschichtigkeit bewust zu werden was Mann leisten soll und was Mann leisten kann. Ich werde mich hier weiter informieren und umtun. Aber für mehr reicht es im Moment noch nicht. An denke ich meiner Frau eine Familienberatung vorzuschlagen.
    Da wir schon ein paar kleiner Problemchen haben kann auf diesem Wege vielleicht für unsere Kleine ein sehr schonender Weg gefunden werden?

    Gruß Nick

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Hallo Nick,
      Dein Kommentar freut mich sehr und ich antworte gerne darauf.

      Ja, die Geschichten „Karte vergessen“ und „Sicherstellung der Vaterschaft“ sind nicht mit einander zu vergleichen. Doch ich habe diese beiden Situation nicht mit einander verglichen, sondern die Reaktion der Kindsmutter und der Logik, der sie folgt. Ihre Logik ist: „Du möchtest Sicherheit, also unterstellst Du mir, dass ich betrüge.“ Um es anhand von Äpfeln und Birnen zu veranschaulichen: „Du möchtest die Äpfel / Birnen zählen, also unterstellst Du mir, dass ich betrüge“. Da können es auch Melonen sein – die Logik bleibt die gleiche.

      Von Männern wird verlangt, dass sie sich der Aussage, dass sie der Vater seien fügen müssen und kein Recht auf die Frage nach einer Sicherstellung der Vaterschaft haben. Wenn sie es doch tun, so wird ihnen nicht nur mangelndes Vertrauen in die Partnerin unterstellt, sondern gleich mit der Moralkeule auf sie eingeschlagen, dass sie der Kindsmutter die Untreue unterstellen würden. Die Frage nach der Sicherstellung der Vaterschaft durch einen Vaterschaftstest ist somit ein Tabu. Doch ist dieses Tabu legitim? Ich sage nein. Es wird Zeit, dass dieses Tabu ausgeräumt wird und akzeptiert wird, dass die Vaterschaft erst sicher ist, wenn sie erwiesen wurde. Die Realität ist nun einmal, dass laut Schätzungen allein in Deutschland ca. 70.000 Kinder von ihren Müttern zu Kuckuckskindern gemacht und vom Staat einem anderen Mann zugeordnet werden.

      Deine Aussage, ab dem Zweifel über seine Vaterschaft gefühlt nur noch zwischen Pest oder Cholera wählen zu können, bestätigt meine Schilderung, dass die Vaterschaftsfrage ein Tabu ist. Da diese Frage ein wahres Minenfeld und fast immer mit der Unterstellung des Fremdgehens gleichgestellt wird, klar, dass das dann unter die Haut der Frau geht. Doch sollen Männer schweigen und den Zweifel hinunterschlucken, nur weil die Kindsmutter nicht in der Lage ist, anzuerkennen, dass 100-prozentige Sicherheit ein Gefühl ist, dass nicht mit einer Erklärung herbeizuzaubern ist?

      Deine Frage danach, was im Falle der Nichtvaterschaft wohl der beste Weg ist, um Deine Kleine schonend aufzuklären, zeigt deutlich, dass Du unabhängig von der Abstammungsfrage für das Kind Verantwortung übernimmst und sozial handelst. Alle Scheinväter und Zweifelväter, die ich kennen lernen durfte – es sind eine Menge inzwischen – stellen sich die selben Fragen. Auch ich bin weiterhin auf der Suche nach Antworten und habe aus diesem Grund den Kuckucksvaterblog gegründet, da es keine Stelle gibt, die sich mit diesen Fragen beschäftigt – weder physikalisch vor Ort, noch digital im Internet.

      Lasse uns weiter im Dialog bleiben, es sind gute Fragen die Du stellst. Auch Deine Gedanken und Einwände weiß ich zu schätzen.

      • Nick schreibt:

        Wenn es nur unter die Haut der Frau ginge käme mancher Mann nicht in Not. Aber in manchen Fällen geht es auch dem Mann unter die Haut – wenn er nämlich die Frau noch liebt.

        • Max Kuckucksvater schreibt:

          Ja, weil es meist mit dem Vorwurf – fremdgegangen zu sein – gleichgestellt wird. Es ist ein Tabubruch, nach einem Vaterschaftstest zu fragen. Da es die Möglichkeit beinhaltet, dass man evtl. nicht der Vater ist, ist bei einer bestätigten Nichtvaterschaft die Beziehung in Frage zu stellen. Verlustängste halten viele Väter davon ab, sich mittels eines Vaterschaftstests Sicherheit zu verschaffen. Deswegen greifen auch immer wieder Väter zu einem heimlichen Vaterschaftstest in Österreich. Passender ist die Bezeichnung diskreter Vaterschaftstest.

  4. Hilfshirn schreibt:

    Misstrauen ist die beste Vorraussetzung für die kommende Scheidung. Wer als Mann kein Vertrauen zu seiner Frau hat, beweist damit nur, dass er selbst bereit ist fremdzugehen. Und wenn die Frau fremdgeht stimmt auch etwas mit dem Mann nicht. Wenn Deine Frau Dir ein Kuckuckskind untergejubelt hat, solltest Du Dich mal fragen was Du falsch gemacht hast.

    • Max Kuckucksvater schreibt:

      Liebes Hilfshirn,

      wie wäre es, mit dem ganzen Hirn, statt nur mit dem Hilfshirn zu denken? 😉

      Jetzt mal ernst: Es gibt so viele verschiedene Geschichten, wie sich eine Scheinvaterschaft ergibt, dass ich auch heute noch neue Beweggründe erfahre und mir nicht anmaßen würde, alle Kuckucksgeschichten über einen Kamm zu scheren. Wo nimmst Du Dir die Kenntnisse her, das machen zu können? Zu Deinem Gunsten gehe ich davon aus, dass Du es einfach nicht besser weißt und deswegen so einen groben Unfug schreibst. Falls dem so ist, empfehle ich Dir, die Erfahrungsberichte von Kuckuckskindern und Scheinvätern zu lesen, um Dir eine Meinung bilden zu können und Empathie zu entwickeln.

      Zum Thema, was ich damals falsch gemacht hatte, könnte ich einiges antworten. Lese meine Geschichte und bilde Dir danach eine Meinung, statt mit einer vorgefertigten zu hausieren. Danach beantworte ich gerne Deine Fragen.

    • Marcus Spicker schreibt:

      Liebes Hilfshirn,

      du hast Recht: wir Kuckucksväter haben einen ganz großen Fehler gemacht. Wir haben unseren Partnerinnen blind vertraut. Vertrauen geschenkt, das die Betrügerinnen einfach nicht verdient hatten. Man kann sich immer vorwerfen, dass man sein Fahrrad besser abschließen hätte sollen, wenn es gestohlen worden ist. Den Diebstahl selbst rechtfertigt das dennoch wohl kaum. Deine „Selber-Schuld-Denke“ ist mir zu oberflächlich und verhöhnt die Betrugsopfer, die ja vor allem die Kinder selbst sind.

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