Der König und das Kuckuckskind – Vaterschaftstest in Sicht?


Baronin Sybille de Sélys Longchamps - Mutter von Delphine Boël - fordert König Albert II. auf, endlich zur Affäre und seinem Kind zu stehen und seine Vaterschaft anzuerkennen

Terminverschiebung, eigentlich sollte am 27.06.2013 der Fall von König Albert II. von Belgien vor Gericht verhandelt werden – © Foto rechts: Voka Kamer van Koophandel Limburg – © Foto links: Luc Van Braekel aus Waregem, Belgien

Belgien – König – Albert II. – Affäre / Kuckuckskind – Delphine Boël / Klage – DNA-Probe / Kuckucksmutter Baronin Sybille de Sélys Longchamps – Der lange Atem von König Alberts II. Kuckuckskind Delphine Boël scheint sich bald auszuzahlen. Dadurch, König Albert II. hat als König abgedankt und somit seine Immunität verloren. Boëls Anwalt beschreibt es als dass die Karten nun neu gemischt seien und die Strategie entsprechend geändert werden muss, denn von nun an muss sich König Albert II. wie jeder andere Bürger Belgiens vor Gericht verantworten.

Erst im Juni diesen Jahres war eine Verhandlung angesetzt, die jedoch auf den 9. September 2013 verschoben wurde. Nächste Woche könnte somit sich das Blatt wenden. Doch eine es gibt eine Hürde. Zitat ‚Spiegel Online‚:

Ein bis anderthalb Jahre könnte der Prozess dauern, so de Jonge. Über die Erfolgsaussichten gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Frederik Swennen, Professor für Familienrecht in Antwerpen, sagte im Juni einer belgischen Zeitung, Boëls Chancen seien gleich null. Zwar würde ein Richter fast immer einen DNA-Test anordnen. „Niemand kann aber dazu verpflichtet werden, tatsächlich einen Test zu machen.“
Andere Juristen argumentieren mit dem europäischen Recht: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und verschiedene nationale Gerichte entschieden in den vergangenen Jahren, dass jeder ein Recht habe, seine Herkunft zu kennen. Meist geht es in diesen Fällen um Kinder von anonymen Samenspendern oder Kinder, die in Babyklappen abgelegt wurden. Diesen Urteilen liegt der Gedanke zugrunde, dass zur Entwicklung und Gesundheit eines Menschen auch die Identität und das Wissen über seine Herkunft gehört.

Interessant ist, dass in einem Nebensatz die Babyklappen erwähnt werden. Demnach verstoßen Babyklappen gegen die Menschenrechte. Dennoch werden sie in Deutschland nicht verboten.

Zurück zum Fall Boël.

Nun gibt es auch Fotos, die die Geschichte der Kuckucksmutter nach langem Schweigen erzählt, so europeonline-magazine.eu:

Vater und Tochter in Badesachen am Meer, Vater und Tochter beim Spaziergang im Grünen – die altmodischen Familienfotos bergen Sprengstoff. Die Schnappschüsse aus den 1970er Jahren sollen den späteren belgischen König Albert II. mit seiner angeblichen unehelichen Tochter Delphine zeigen. Die Fotos stammen aus dem Familienalbum der Baronin Sybille de Selys Longchamps, die diese nach Jahrzehnten des Schweigens nun an die Öffentlichkeit gegeben hat.

Kuckuckskind Boël ist im Glauben aufgewachsen, dass ihr gesetzlicher Vater ihr Vater sei und der große nette Mann lediglich der Freund ihrer Mutter. Seit 1999 ist durch eine Biographie die Vaterschaft durch Albert II. bekannt geworden. Jetzt – 14 Jahre später – gab Selys Longchampsder zusammen mit ihrer Tochter Delphine der ‚Paris Match‘  ein Interview in dem sie aus dem Nähkästchen plaudert und unter anderem davon berichtet, dass sie mit dem König 18 Jahre lang eine heiße Affäre gehabt habe und er sogar bei der Geburt dabei gewesen sei. Die Kuckucksmutter wird noch mindestens ein weiteres geben, dass in den nächsten Tagen von einem belgischen Privatsender ausgestrahlt wird. Zitat DEWEZET.de:

In einer Dokumentation mit dem provokanten Titel «Unsere Tochter heißt Delphine», die in diesen Tagen im belgischen Privatfernsehen ausgestrahlt werden soll, erzählt die 72-Jährige de Selys Longchamps ihre Version der Geschichte. Darin enthüllt die Baronin, dass sie 18 Jahre lang eine heiße Affäre mit dem damaligen Prinzen von Lüttich und späteren König Albert hatte, zunächst noch als verheiratete Frau.

Die flämische Zeitung «Dag Allemaal» spekuliert gar mit Bezug auf eine Quelle am belgischen Hof, König Philippe wolle die Affäre seines Vaters endlich regeln und bereite die «Anerkennung Delphine Boëls als seine Halbschwester» vor.

Es wird also weiter spannend bleiben. Was denkt ihr über die Vaterschaftsklage von Delphine? Sollte sie endlich Ruhe geben oder auf alle Fälle für ihre Rechte kämpfen? Wird sie den Vaterschaftstest bekommen?

Was denkt ihr über die Kuckucksmutter und dass sie Interviews gibt?

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Vorangegangene Artikel zum Fall Boël:

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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5 Antworten zu Der König und das Kuckuckskind – Vaterschaftstest in Sicht?

  1. Katrin schreibt:

    Ich frage mich, was soll in Belgien anders sein als bei uns in Deutschland?
    ##Frederik Swennen, sagte im Juni einer belgischen Zeitung, Boëls Chancen seien gleich null. Zwar würde ein Richter fast immer einen DNA-Test anordnen. “Niemand kann aber dazu verpflichtet werden, tatsächlich einen Test zu machen.##
    Herrschen dort andere Gesetze, oder sollte es etwa an der herrschenden Monarchie liegen? Warum kann niemand verpflichtet werden, tatsächlich einen Test zu machen? Spielt hier Geld und die Machtposition eine Rolle????
    Meine Meinung sie sollte ihr Recht durchsetzen die Vaterschaft feststellen zu lassen.
    Das die Mutter nach jahrelangem Schweigen redet, finde ich gut, besser spät als nie, welch ein Interesse dahinter steckt, mag dahin gestellt sein, sollte auch nicht all zu viel Bedeutung haben, denn wichtiger ist die Kenntnis der Abstammung, Willkommen im Club!!

    • Norbert Potthoff schreibt:

      Katrin,
      ein, wenn auch spätes, Geständnis wäre sicher eine Genugtuung für die Tochter und die Öffentlichkeit, moralisch verwerflich bleibt es dennoch. wenn es nur aus Geltungssucht geschehen sollte und nicht aus tätiger Reue.

      • Katrin schreibt:

        Da gebe ich dir Recht, Norbert, dennoch finde ich eine spätere Entscheidung den Mund auf zu machen, besser als zu schweigen. Die meisten Mütter, gerade die unserer Generation halten ihr Leben lang den Mund und lassen die Kinder im Ungewissen, sie wissen nicht in welche Gefühlswelt sie ihre eigenen Kinder damit schubsen. Lug und Betrug am eigenem Kind, furchtbar!

  2. Norbert Potthoff schreibt:

    Mir scheint, die Dame hat bereits sehr lange ein ego-zentriertes Leben als Geliebte hinter sich, mit Vergnügungen, ohne Verantwortung zu übernehmen. Insofern scheinen mir die späten Interviews ebenfalls einem ego-zentrierten Verhalten zu entspringen. Ein spätes Schaulaufen, mehr nicht.

    Der Tochter ist zu wünschen, auch durch das Gericht Klarheit über ihre Herkunft zu erhalten.

  3. EXMO Kuckucksverdacht schreibt:

    Denke das König Albert II. von Belgien der ERZEUGER von Delphine ist !
    Für Delphines Kinder,ist es AUCH sehr sehr WICHTIG zu erfahren woher sie stammen ^^

    Empfinde diese Art des Verschweigens ,was von sehr langer Zeit geprägt war als unerhört,ABER jetzt gibt man Interviews ,diese evt.lügende Mutter oder schreibt Biographien(die ja auch Geld einbringen)als evt.lügender Erzeuger… so viele sehr evt.betrogene Partner,nebst anderer Kinder kommen noch hinzu ^^
    Einfach nur bitter … zumal der sehr mögliche HERR VATER, das jahrelange Schweigen und Leiden eines Kindes nebst aller betroffenen Familien hätte verhindern können,aber dann hätte es wohl an Spannung in seiner Biograhie gefehlt …

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