Ich will die Scheidung! – Gedanken eines jungen Vaters – Spiegelwelten Teil 28


Frau Mann Herz - Liebe ist tot und die Scheidung unvermeidlich

Ich will die Scheidung! – Foto by S Braswell, Spring, TX, United States

Kuckuckskind – Affäre – Scheidung – Anwalt / Spiegelwelten – Serie – “Was ist der Briefkasten heute aber voll”, murmle ich vor mich hin und sichte eine gelbe Benachrichtigungskarte über ein Einschreiben, was ich in der Post abholen könne. Nur noch wenige Minuten ist das Postamt offen und ich mache mich gleich auf, das Einschreiben abzuholen. Ein dumpfes Gefühl sagt mir, dass es von meiner Frau ist.

Nach langem Warten in der Schlange bin nun ich endlich an der Reihe, lege die Benachrichtigung und meinen Personalausweis vor und erhalte nach meiner Unterschrift das Einschreiben. Hastig reiße ich den Umschlag auf meinem Weg zum Auto auf. Es ist ein Einschreiben von

Deiner Anwältin. Nur zwei Werktage hast Du dafür gebraucht, mit Wochenende dazwischen vier Tage. Wenn Du etwas wolltest, warst Du immer schon schnell, besonders, wenn Du wütend bist. Das Schreiben hat es in sich. Deine Anwältin macht mir in Deinem Namen darin übelste Unterstellungen und stellt vollkommen überzogene Forderungen. Ich kann nicht fassen, dass Du mich nun zu allem Überfluss auch noch beschuldigst, Dich geschlagen zu haben.

Sofort rufe ich den Juristen in meinem Freundeskreis an. Er verbindet mich gleich mit seinem Kanzleipartner und Lebensgefährten, der auf Familienrecht spezialisiert ist und ich erhalte für den nächsten Morgen einen Termin. Kaum wieder zu Hause angekommen, schreibe ich eine Nachricht an meinen Chef, dass ich morgen später ins Büro kommen werde und schon klingelt es an der Haustür. Mein Puls ist auf 180 und ich mache die Eingangstür gestresst auf. “Hi Sohnemann, wie steht’s?”, fragt mich Paps fröhlich. “Rate mal, von wem ich Post bekommen habe!”, grummle ich.

Stunden später sitzen wir immer noch auf der Veranda. Der Himmel ist sternenklar und die Luft angenehm frisch. Das hilft mir dabei, wieder leichter zu atmen. Das muss ich Dir lassen, Du machst mir eine Menge Stress. Mittlerweile habe ich schon mein sechstes Bier intus und möchte Paps ein Taxi rufen. “Ach, lass gut sein! Mutter ist bei Deiner Tante und kommt erst morgen wieder. Ich bleibe hier. Lass uns lieber noch den Rest platt machen.”

Leicht verkatert bereite ich das Frühstück zu. Schon seltsam, ohne Dich im Haus aufzuwachen und stattdessen gemeinsam mit Vater zu frühstücken. Doch ich bin froh, auch wenn mir wegen des Einschreibens von gestern immer noch flau zu Mute ist. Paps lässt keine Möglichkeit aus, auf die Aktion am Samstag anzuspielen und in Lachen auszubrechen. “Stinkefinger! Das hat das Miststück echt verdient.” “Ja, das stimmt, das ist das mindeste, was Du verdient hast!”, denke ich und lache herzlich. Dich aus dem Haus entfernt und Dir wenigstens ein wenig gezeigt zu haben, was ich von Dir halte, ist sehr befreiend. Ich fühle mich endlich frei. Frei von Deinen Lügen und befreit vom Zweifel über meine Vaterschaft. Die Kleine vermisse ich sehr und doch, auch wenn ich nachts vor Trennungsschmerzen kaum einschlafen kann, weiß ich, dass es jetzt nur noch besser werden kann. Ich mache mich auf den Weg zu meinem Anwalt und denke längst überfällig nur noch eines: “Ich will die Scheidung!” und ziehe mir den Ehering vom Finger.

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Fortsetzung Wie Du mir, so ich Dir – Gedanken einer jungen Mutter – Spiegelwelten Teil 29

Hier geht es zum vorangegangen Teil von ihr: Du bist an allem Schuld – Gedanken einer jungen Mutter – Spiegelwelten Teil 27

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Spiegelwelten – Geschichts-Serie im Kuckucksvaterblog – Kuckucksmutter und Scheinvater berichten aus ihren jeweiligen Welten

Spiegelwelten ist eine fiktive Geschichts-Serie von Claudia Knieriem und Max Kuckucksvater. Das Paar dieser Geschichte wird – jeder für sich – aus der ganz eigenen Welt über die selben bzw. mit einander zusammenhängenden Momente erzählen und darin sich einander spiegeln.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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2 Antworten zu Ich will die Scheidung! – Gedanken eines jungen Vaters – Spiegelwelten Teil 28

  1. andreas düring schreibt:

    Einen Vater zu haben, der in schweren Zeiten an deiner Seite ist, ist ein grosses Geschenk.

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