Brief an meine Mutter – Du hast mir meinen Vater genommen – von Kuckuckskind Sabine H.


Brief an meine Mutter

Brief an meine Mutter – Du hast mir so viel genommen! – © Foto: Miguel Ugalde

Kuckuckskind – Kuckucksmutter – Brief / hotdiscussion.net – Sabine H. – Deutschland – Es fällt mir eigentlich nicht schwer, über meine „Dinge“ zu schreiben. Erstens schreibe ich gern und zweitens habe ich keine Angst vor dem, was die „Leute“ von mir denken oder über mich sagen könnten.

Leider ist es – wie wohl bei jedem Menschen – eine lange Geschichte. Und je mehr Leute zu dieser Geschichte gehören, desto länger wird diese. Was ich überhaupt nicht mag: Leute langweilen.

Was ich mag: Love it, change it or leave it. Das habe ich bisher ganz gut hinbekommen. Jedoch sitze ich bei meiner eigenen Kuckucksgeschichte in der Klemme: Gut, dass meine Mutter mit meinem Vater geschlafen hat, denn ich liebe das Leben. – So weit die Liebe. Schlecht, dass mich diese zwei Leute belügen – bis heute belügen. Das muss ich ändern. Warum? Weil ich nur jetzt die Möglichkeit habe. Zumindest von meiner Mutter weiß ich, dass sie noch lebt. Und sie scheint die Einzige zu sein, die mir etwas sagen kann. Also versuche ich, ihr die Wahrheit zu entlocken. Sie will aber nicht. Kein Change. Sie will Love. Lüge kann ich jedoch nicht lieben. Lüge hilft mir auch nicht weiter. Wenn sie stirbt, ist da keiner mehr, der mir die Wahrheit sagt. Und viel schlimmer noch: Wenn eines meiner Kinder mal eine Krankheit bekommt (Leukämie zum Beispiel), dann bin ich auf jeden, der nur helfen könnte, angewiesen. Und wenn ich dann darüber nachdenke, wer da alles in Frage käme, würde ich mich in den Arsch beißen, wenn ich nicht jede nur mögliche Chance genutzt hätte, all meine Verwandten aufzutun. Deshalb: No love. Change! Da ich aber scheinbar gar nichts ändern kann, sollte ich die Sache wohl verlassen. Das geht in ziemlich jeder anderen Sache schon… In dieser leider nicht! Ich kann meine Mutter nicht verlassen. Ich habe schon viel Landschaft zwischen uns gebracht. Es nützt nichts. Sie bleibt meine Mutter. Leave it ist leider nicht. Also bleibe ich bei change hängen. Deshalb Kampf. Solange sie lebt. Danach muss ich mich wohl in mein Schicksal ergeben…

Mein heutiger Brief an meine Mutter hier für Euch als Diskussionsgrundlage:

Zehn Jahre Frieden wünschst du dir. Den willst du dir mit einem kleinen Päckchen schaffen, in das du von mir gemalte Karten an dich verstaut hast, einige meiner Briefe, einige deiner Briefe, dein „Tagebuch“…

Es scheint dir unklar zu sein, wie es mir geht, denn da ist weder Verständnis noch Mitgefühl.

Du hattest 40 Jahre Frieden. 40 ellenlange Jahre, in denen du jederzeit dafür hättest sorgen können, dass wir alle unseren Frieden machen können mit dir und deinen Lügen – auch du selbst.

Nun wirst du wohl keinen Frieden mehr finden – außer du sorgst selbst dafür, indem du deine lückenlose Wahrheit preis gibst.

Ich jedenfalls werde dich nicht in Frieden lassen können. Und ich sage dir auch gern, warum ich das nicht kann:
Wenn ich dich zu deinen Lebzeiten nicht frage, werde ich es nie erfahren. Wenn du tot bist, muss ich weiter leben. ICH muss dann mit deiner Lüge weiter leben. Das will ich nicht. Und deshalb werde ich alles daran setzen, zu deinen Lebzeiten zu erfahren, wer mein Vater ist.

Du hast mir MEINEN Vater weggenommen.
Du hast mir MEINE Großeltern weggenommen.
Du hast mir MEINE Tanten und Onkel weggenommen.
Du hast mir MEINE Geschwister weggenommen.
Du hast mir MEINE Neffen und Nichten weggenommen.
Du hast mir mindestens die Hälfte MEINER Welt vorenthalten.
UND: Du tust das bis heute, bis jetzt und hast auch nicht vor, das zu ändern.

Du hast deine Mutter belogen.
Du hast deine Geschwister belogen und deren Partner.
Du hast deine Neffen und Nichten belogen, deren Partner und Kinder.
Du hast deine Freunde belogen.
Du hast deine Kollegen belogen und deine Nachbarn.
Du hast Ämter und den Staat belogen.
Du hast meinen Scheinvater belogen und auch dessen Mutter, dessen Geschwister und deren Kinder.
Du hast meines Scheinvaters Frau belogen und deren Tochter.
Du hast meine älteste Schwester, ihren Mann und deren zwei Söhne belogen, die Mutter des Mannes, den Vater, die Schwester, deren Kinder.
Du hast meine zweitälteste Schwester und deren Sohn, den Mann meiner Schwester und seine jetzige Frau belogen, die Eltern des Mannes und seine Geschwister.
Du hast deinen heutigen Ehemann belogen und dessen Sohn.
Du hast meinen ersten und zweiten Lebensgefährten belogen und alle meine Freunde und Freundinnen.

Du hast meine drei Kinder belogen.
Du hast mich belogen.
Damit hast du alle belogen, die mit mir zu tun hatten und haben, sogar meinen zukünftigen Mann, den du noch nicht einmal kennst.
UND: Du tust es bis heute, bis jetzt und hast auch nicht vor, das zu ändern.

Du enthältst meinen Kindern ihren Opa vor, Tanten und Onkel, Cousinen und Cousins. Eine Welt, die zwar zu ihnen gehört, die sie aber nie kennen lernen sollen, weil du es nicht willst.

Und mein Mann, der mit einer riesigen Familie daher kommt, die mich aufnimmt, mich annimmt, als wäre ich eine von ihnen, die mich hält und trägt, für mich da ist, mir hilft, mir ihr Gehör, ihre Zeit und Gedanken, aber auch Geld und großzügige Gaben schenkt – diesem Mann nimmst du MEINE Familie weg, die ihn halten und tragen könnte, deren Teil er sein könnte…

Eigentlich belügst du jeden, der dich nach deinem Befinden fragt. Du hast dir eine Welt aufgebaut, die neben der Realität existiert und verlangst von jedem, der mit dir zu tun hat (und mag es auch nur indirekt sein), dass er das mitmacht, das er deine Lüge mit lebt.

Deine Geschichte stinkt.
Erst war es eine einmalige Sache in der Gartenlaube mit einem Mann, den du nicht einmal kanntest. Abgetrieben hättest du nie im Leben. „Wie kommst du denn darauf?“, hast du mich gefragt. Und du wusstest nicht, von wem du schwanger warst – von ihm oder von meinem Scheinvater.
Dann war es dein Schulkollege – Müller, Meier, Schulze oder so. Es war Liebe. Er wusste aber nicht, dass du schwanger warst.
Doch dann war es Herr Möller, der dich überreden wollte abzutreiben. Auf den warst du dann sauer und hast ihn nie wieder gesehen.
Dann stand Herr Möller aber einmal vor unserem Haus und hat in den Hof geschaut, in dem du gerade meine Windeln aufhingst.
Jetzt ist es Herr Meier oder Meyer, dein Schulkollege, in den du verliebt warst und der dich bei dir zu Haus besuchen kam. Du sagtest ihm, dass du von ihm schwanger warst. Dann hat er dir Tabletten gegeben, die du schlucktest und gleich wieder ausspucktest.

Ist überhaupt etwas wahr an diesen, sich teilweise widersprechenden Aussagen? Und was kommt da noch?

Wo ist zum Beispiel in deinem „Tagebuch“ die schlimme Krankheit geblieben, die du immer vorgabst in den ersten Monaten deiner Schwangerschaft gehabt zu haben? Die Krankheit, durch die du gar nicht merktest, dass du schwanger warst. Die Krankheit, wegen der du die Schule abbrachst. Und ja, wo ist eigentlich das Schulzeugnis, wenn die Schule – wie ich deinem Tagebuch entnehme – nur vier Monate ging und du sie abgeschlossen haben müsstest? (Allein dieses Schulzeugnis wäre schon eine große Hilfe bei der Suche nach Herrn Müller, Meier, Schulze oder so.)

Du erinnerst dich nicht, sagst du. Und damit ist das für dich geklärt. Du hilfst mir nicht bei der Suche, rufst niemanden an, den du kanntest, schreibst niemandem, triffst niemanden. Wenn ich keinen Druck mache, nutzt du die Zeit, um nichts zu tun. Dir ist es sogar egal, ob ich mit dir rede oder nicht. Hauptsache, du musst nichts tun. Schon deshalb weiß ich, dass du lügst. Und auch deshalb, weil dein jetziger Mann mir gesagt hat, dass er weiß, dass du lügst. Da er dich über 35 Jahre kennt, wird er wohl ziemlich gut spüren, ob und wann du lügst.

Mit deiner ewigen Lügerei nimmst du mir auch MEINE Mutter. Du hast mir meine Mutter immer vorenthalten. Vor mir stand eine Frau, die mich belogen und betrogen hat:

von meinem ersten Fünkchen Leben an,
während meines ersten Atemzugs,
meines ersten Lächelns,
meines ersten Schrittes,
an jedem meiner Geburtstage,
Weihnachten und Ostern,
zu meiner Schuleinführung,
Jugendweihe,
Abifeier,
auch zu den Geburten meiner drei Kinder,
den Trennungen von meinen Männern,
während ich am Sterbebett DEINER Tochter stand,
während aller guten und schlechten Zeiten –
immer, immer hast du mich angelogen.
Kein Tag in meinem Leben war dir heilig.
UND: Du ziehst das durch bis zu deinem eigenen Tod und damit bis zu MEINEM Tod.

Dieser letzte Satz lässt sich damit beweisen, dass du selbst nach deinem Hirnbluten, als du dem Tod geradeso von der Schippe gesprungen warst, keinen Anlass sahst, mir diese wichtige Information mitzuteilen. Du hast es bis dahin nicht getan – und vorher wusstest du ja angeblich noch alles – du hast es bis heute nicht getan.

Bitte lass das jetzt! Sag mir endlich, wer mein Vater ist bzw. wer es sein könnte!

Sabine

PS: Ganz nebenbei teilst du mir mit, dass dein Bruder gestorben ist. Vor einem Monat schon.
Dein Bruder war auch MEIN Onkel. Dir ist nicht einmal die Idee gekommen, mir das mitzuteilen? Du hast mir seine Beerdigung vorenthalten. Ich schätze, die anderen Nichten und Neffen wussten es und waren vielleicht sogar da.
Und ich? Ich durfte das nicht? Weil du es nicht wolltest?

Genau so wie F. MEIN Onkel war und nicht deiner, genau so ist der Mann, mit dem du vor 45 Jahren ins Bett gegangen bist, MEIN Vater und nicht deiner.

Du hast kein Recht, mir MEINE Dinge vorzuenthalten, denn sie gehören nicht dir – sondern MIR!

Und wenn du denkst, dass ich in den nächsten zehn Jahren weiterhin nur Briefe oder Mails oder SMS schreiben werde, dich nur anrufen werde, um dich zu bitten, mir SEINEN NAMEN zu sagen, dann irrst du dich. Die Phase der rein privaten Kommunikation neigt sich dem Ende entgegen.

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gefunden hatte ich diesen Brief auf www.kuckuckskinder.hotdiscussion.net und danke der Betreiberin für die Unterstützung und Sabine H. für die Veröffentlichungsgenehmigung.

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Mehr Gedichte & Zitate gibt es in der Übersicht hier.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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7 Antworten zu Brief an meine Mutter – Du hast mir meinen Vater genommen – von Kuckuckskind Sabine H.

  1. Pingback: Was ich Dir schon immer sagen wollte. – Briefe aus der Kuckuckswelt – Neue Serie im Kblog | kuckucksvater

  2. Tanja schreibt:

    Der Brief spricht mir aus der Seele.
    Es ist traurig, dass meine Mutter anscheinend nicht die einzige ist, die sich so verhält.

  3. Mel schreibt:

    Hallo,

    der Brief von Sabine hat das ausgedrückt, was ich seit meiner Geburt bis zum heutigen Tage denke und fühle. Ich bin 33 Jahre alt und seit Jahren auf der Suche nach meinem leiblichen Vater. Das Schweigen meiner Mutter und die Folgen haben mich zu einem Menschen werden lassen, den ich selbst nicht mag.

    Schon während des Schreibens kommt mir die Wut hoch, weil ich es satt habe, das Geheimnis vor jedem aufrecht erhalten zu müssen bzw. mit meinen Erinnerungen allein gelassen zu werden. In meiner Erinnerung (ich müsste ca. 0-3 Jahre alt gewesen sein) hatte ich einen gewaltätigen Vater, der meine Mutter brutal schlug. Ich erinnere mich nicht an sein Gesicht, nur an eine stoned-washed Jeans und an ein weisses T-Shirt. Habe nur wage Bilder im Kopf von diesem Leben: auch wie er mir eine Schaukel in die Wohnung einbaute oder zu Ostern die Schokohasen im Grünen versteckte, damit ich sie suche. Und irgendwann kam der „CUT“!!! Von heute auf morgen flüchtete meine Mutter mit mir in eine andere Stadt.

    Von nun an hat sich meine Mutter ihre Musterfamilie aufgebaut (schätze ich war 4 Jahre alt) – mit einem neuen Mann, den ich doch bitte „Papa“ nennen soll – und ich tat es, obwohl ich ihn bis dahin doch immer mit „Phillipp“ angesprochen habe. 10 Jahre später kamen noch meine beiden Geschwister und die glückliche Familie war perfekt.

    Meine Eltern wissen aber nicht, dass ich das Geheimnis kenne. Sie denken, ich wäre zu klein, um mich zu erinnern, aber teilweise zweifeln sie doch und umso wütender macht es nicht, dass sie es mir nicht einfach sagen.
    Meine Mutter ist aufgrund ihrer Vergangenheit mit meinem leiblichen Vater ein sehr schreckhafter ängstlicher Mensch und ist eine Weltmeinsterin im Schweigen. Dieses Tabuthema hat sich bei mir zu einem nicht betretbaren Mienenfeld manifestiert, so das ich es niemals übers Herz bringen könnte, sie nach der Wahrheit zu fragen.

    Ich habe meinen leiblichen Vater immer noch nicht gefunden und noch nie mit jemanden darüber sprechen können, außer mit meinem Psychologen.

    Ihre Verschwiegenheit hat mir viele Macken beschehrt: Depression, Krampfanfälle und soziale Phobie. Und noch schlimmer, ich hasse mich selbst.

    Jeden Tag stelle ich mir vor ihn zu treffen. Jeden Stunde, jede Minute.

    Wie kann man einem Kind die Wurzeln vorenthalten, verheimlichen oder verzerren? Wie kann man das einem Kind – nein, einem Menschen – antun?

    Es ist so essentiell „falsch“ und „unmoralisch“. In anderen Kulturen (wie in meiner) wird das sogar kleingeredet, was mich umso mehr verletzt. Wie kann man die Frage der Identitätsfindung als lächerlich betiteln?

    Mein Lebensziel ist es meinen leiblichen Vater zu treffen, bevor er stirbt und zu spät ist.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

  4. Sabine H. schreibt:

    Ja, die Identitätsbewusstseinslücke ist groß. Man sollte meinen, dass eine Hälfte fehlt. Doch, wie auch im Brief schon formuliert, ist es weitaus mehr als die Hälfte. Meine Mutter lügt. Und das macht sie für mich ebenfalls zu einer Blackbox. Diejenigen, denen wir als Menschenkinder am meisten vertrauen können sollten, verweigern sich uns, weisen uns zurück. Wir sind ihr lebendig gewordener Fehltritt, der ihnen nachläuft und sie einen jeden Tag mahnt – ob uns das nun bewusst ist oder nicht. Mit ihrem Schweigen und ihren Lügen gibt meine Mutter ihre Täterschaft an mich weiter. Da ich keine Ruhe geben kann, bin ich schuld an der Unruhe. Wenn ich mich versuche, in meine Mutter zu versetzen, wird mir klar, dass ich (ohne es auch nur ansatzweise zu wollen) nachtragend bin – von Anfang an. Sie hat einen Fehler gemacht. Und weil sie ihn verbergen wollte und oder musste, hat sie ihn großgezogen. Er ist riesig geworden. Dieser Fehler bin ich…
    Davor stehe ich machtlos. Betroffene wissen, wovon ich rede. Nicht Betroffene sind erschüttert. Doch niemand kann helfen. Für so etwas wie mich gibt es nicht mal einen Fachbegriff. Meine Rechtschreibhilfe unterstreicht jedes Mal das Wort Kuckuckskind und hat doch keinen besseren Vorschlag. Der lebende Fehler eben…
    Wir Kuckuckskinder haben einiges gemeinsam. Jedoch steht jeder Fall in seiner Tiefe und Tragik für sich. Wir kämpfen mit all unserer Kraft auf unserem einsamen, verlorenen Posten – oft ohne Aussicht auf Erfolg.
    Deshalb hier mein Vorschlag: Lasst uns einen Verein gründen. Lasst uns damit eine staatlich legitimierte Basis schaffen, um Kuckuckskinder in ihrem Kampf und ihrer Ohnmacht beizustehen. Lasst uns den vielen Verlorenen ein öffentliches Gesicht geben. Bündeln wir unsere Kräfte.

  5. Marta Pandora schreibt:

    Traurig, traurig und nochmals traurig, es sind immer wieder die selben Geschichten und keiner wird zur Verantwortung gezogen!
    Diesen Brief hätte auch ich schreiben können, an meine Mutter. Ein Unterschied besteht, ich weiß inzwischen wer mein „vermeintlicher“ Vater/Erzeuger/Samenspender ist, aber es macht keinen Unterschied! Die Trauer die in dir steckt, ist so arg zu spüren 😦
    Marta

  6. Norbert Potthoff schreibt:

    Dieser Brief trifft den Nagel auf den Kopf, ist ein glatter Treffer auf die Zwölf. Von allen Problemen des Kuckuckskindes ist dies das zentrale Problem: Der „Diebstahl“ der eigenen Identität. Nun ist diese Identität ja nicht wirklich gestohlen, sondern nur ein großes Loch im eigenen Bewußtsein, aber dieses Loch ist riesig, führt zu einer lebenslangen Identitätskrise, die krank macht. Autoimmunkrankheiten sind dabei nicht selten, weil man sich in einem inneren Kampf selbst aufreibt und zerstört.
    In unserem Fall fehlt meiner Frau sogar die komplette Kultur des chinesischen Vaters, wurde ihr eine rein deutsche Kultur aufgezwungen.
    Und die Mutter schweigt eisern, will ihre Tochter lieber tot sehen, in die Psychatrie wegsperren, als ihr die Wahrheit zu sagen.

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