Pack‘ Deine Sachen! Gedanken eines jungen Vaters – Spiegelwelten Teil 24


Baby wird massiert

Bei Blähungen und Koliken massiere ich die Kleine und mache mit ihr Babygymnastik. Danach geht es ihr meist besser. – © Foto o5com http://www.flickr.com/people/o5com/

Kuckuckskind – Affäre – Scheidung – Rausschmiss / Spiegelwelten – Serie – Zu Hause angekommen, sehe ich meinen Vater mit der Kleinen auf dem Arm. Sie hat wieder ihre Koliken und schreit herzzerreissend.  Meine ganze Wut – eben noch da – ist jetzt verschwunden und ich nehme die Kleine an mich, lege sie auf den Wickeltisch und massiere ihr den Bauch. Die ganzen Mittelchen, die immer beworben werden bringen nichts und erst als Ökotest dies bestätigte, durfte ich endlich diese

ganzen Cremes, Öle und Medikamente entsorgen.  Statt dass Du Dich mit dem Engelchen beschäftigst, soll immer nur ein Mittelchen die Lösung sein. Ich bin wieder wütend. Was mache ich hier eigentlich? Sie ist nicht mein Kind und ich bin nicht ihr Vater! Doch die Babymassage zeigt Wirkung und die kleine Prinzessin kommt zur Ruhe und ich lege sie in ihr Bettchen.

Kaum wieder unten angekommen, fange ich an, Paps alles zu erzählen, da kommst Du  die Tür hineingeschneit, knallst sie hinter Dir zu und schreist: „Was war das denn eben?!!! Ich dachte Du passt auf die Kleine auf?!!! Hast Du denn kein Verantwortungsbewußtsein?!!! Mir dort so eine Szene zu machen, sag mal spinnst Du?“ und machst Dich gleich zu Deiner Tochter hoch, die nun wieder anfängt zu schreien.

Ich traue wohl meinen Ohren nicht ganz. Du vögelst fremd, schiebst mir ein Kind unter, raubst Deinem Kind den Vater, hast die Schuzpe allen zu erzählen, dass die Kleine meine Finger habe und ganz ein Papakind sei und machst mir daraus einen Strick, dass ich Dir auf die Schliche gekommen bin?!!! Du hast wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank. „Ich geh‘ jetzt! Wenn ich morgen wiederkomme, hast Du Deine Sachen gepackt!“brülle ich nach oben und verschwinde, ohne auch nur Deine Reaktion abzuwarten, mit meinem Vater.

Bei meinen Eltern zu Hause ist nun Aufregung, genauer gesagt Mutter ist total aufgebracht. Sie regt sich sehr schnell auf und wenn sie etwas weiß, dann muss sie immer sofort alles klären, weswegen Paps und ich sie bisher nicht über den Vaterschaftstest informiert habe. Sie weint bitterlich, „Es ist doch mein Enkelkind, Deine Tochter. Wie soll es jetzt weitergehen? Scheidung? Diese, diese, diese Persoooon will ich nie mehr in meinem Haus sehen! Dieses Flittchen ist nicht mehr willkommen, nie mehr! Aber det arme kleene Ding, det konn doch net davüür! …“ Mutter redet und redet immer weiter und immer wieder der Satz dazwischen „Nee nee, ever det Kin‘ konn doch net davüür“ Ihre Mundart schlägt in ihrer Aufregung durch.

Vater und ich gehen, als Mutter in der Küche Tee macht und sich vorab in die Nacht verabschiedet, auf die Terrasse und öffnen das zweite Bier. „Junge, ich habe Dich immer vor dieser Frau gewarnt. Doch mit ihrer Tochter hast Du nichts am Hut. Noch ist die Kleine ein Baby, mache jetzt einen klaren Schnitt, sonst hast Du Deine Frau – diese ‚Persoooon‘ – ein Leben lang an der Backe“ und betont mit einem verschmitztem Lächeln das Wort ‚Persooon‘ so wie Mutter in ihrer Mundart.

Immer wieder klingelt mein Mobiltelefon, doch ich gehe nicht dran. Nun versuchst Du es auf dem Telefon meiner Eltern, obwohl es schon so spät ist und mein Vater wimmelt Dich ab: „Er will nicht mit Dir sprechen, pack Deine Sachen, ich helfe Dir gerne morgen dabei sie ins Taxi zu tragen, wenn Du Hilfe brauchst.“

Mein Smartphone brummt, eine SMS von Dir. „Du Arsch!!! Wenn Du mich morgen rausschmeißt, dann wirst Du Deine Tochter nie wieder sehen!!!“

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Fortsetzung: Ihr versteht mich einfach nicht – Gedanken einer jungen Mutter – Spiegelwelten Teil 25

Hier geht es zum vorangegangen Teil von ihr: Ich habe Angst vor den Konsequenzen – Gedanken einer jungen Mutter – Spiegelwelten Teil 23

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Logo der Kuckucksvaterblog-Serie Spiegelwelten

Spiegelwelten – Geschichts-Serie im Kuckucksvaterblog – Kuckucksmutter und Scheinvater berichten aus ihren jeweiligen Welten

Spiegelwelten ist eine fiktive Geschichts-Serie von Claudia Knieriem und Max Kuckucksvater. Das Paar dieser Geschichte wird – jeder für sich – aus der ganz eigenen Welt über die selben bzw. mit einander zusammenhängenden Momente erzählen und darin sich einander spiegeln.

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe fand, gründete ich dieses Blog. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder, Scheinväter, Väter und Kuckucksmütter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Zusätzlich klärt es die Öffentlichkeit über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug auf, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither entstanden sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern. Der Austausch mit ihnen half mir dabei, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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