Vaterschaftsanfechtung nach dem 2. Lebensjahr? – Mutter fragt bei netmoms irritiert um Hilfe


in netmoms.de findet man immer wieder einmal ein paar interessante Fragestellungen

Netmoms.de – Forum für Mütter – screenshot 12.06.2013

netmoms / Kuckuckskind – Rat – Suche – Frage / Zweijahresfrist – Vaterschaftsanfechtung – Trennung – Ehe / Deutschland – Netmoms.de ist ein Portal, dass sich ganz gezielt nur an Frauen wendet. Dennoch ist die Anmeldung für Männer möglich, wenn es einem nichts ausmacht, später in allen Newslettern als Frau angeschrieben zu werden.

Nun nachfolgend die Frage von mandy86

Ein nettes Hallo an alle,
ich muss euch mal was fragen und zwar bin ich noch verheiratet und befinde mich momentan in Scheidung….Vor nem Jahr ist mein jüngster auf die Welt gekommen und da ich ja noch verheiratet bin wurde meine noch mann als rechtlicher vater eingetragen obwohl er es nicht ist. Nun meine Frage wenn ich in Zwei Jahren noch nicht geschieden bin werd ich ja in ca drei Jahren zwangsgeschieden….kann man da noch die vaterschaft anfechten, weil mir die jugendamttante erzählt hat das ich nur bis zum zweiten geb. zeit habe…was kann ich machen wie muss ich mich verhalten ich möchte ja das der richtige vater auch rechtlich vater sein kann….

Großer Klassiker, woher soll man als Normalsterbliche denn auch von der Vaterschaftsanfechtungsfrist Kenntnis haben? Dann noch die pauschale Aussage mit dem zweiten Lebensjahr. Nein, die Zweijahresfrist beginnt frühestens mit der Geburt des Kindes, dass heißt aber nicht, dass sie mit dem zweiten vollendetem Lebensjahr aufhört. Die hört nur für den Elternteil dann auf, der seit der Geburt berechtigte Zweifel an der Vaterschaft des gesetzlichen Vaters hatte. Somit sollte die Anfechtungsmöglichkeit bei Kindern über zwei Jahren nicht pauschal ausgeschlossen werden, sondern eher zu einem Gang zum Anwalt mit Schwerpunkt Familienrecht geraten werden.

später kommen von ihr noch folgende Postings hinzu:

also ich habe mich ja in der ss auch erkundigt und zwar wurde zu mir gesagt da bis zu dem zeitpunkt die scheidung noch gar nicht beim gericht vorgelegen hat muss der noch ehemann in der geburtsurkunde eingetragen werden, habe auch beim krankhaustermin mit einer hebamme gesprochen ( kurz vor der entbindung) und sie hat mir das gleiche gesagt….er wollte das ja auch nicht und ich erst recht nicht das er eingetragen wird aber so soll wohl die rechtliche lage sein…mit dem leiblichen papa bin ich ja noch zusammen und er will ja auch dass das ganze voran geht und ich auch …..

Gut zu erkennen, wie absurd die Gesetzesregelung ist. Man kann die gesetzliche Regelung der Vaterschaftszuordnung auch mit dem Begriff „Willkürlichkeit“ umschreiben. Dabei sollten wir laut GG Art. 3 genau davor geschützt werden.

Doch nun wird es spannend:

wurde heute von der unterhalsvoerschußkasse angerufen und die meinte zu mir das zwecks vaterschaftsanerkennung dass das nur bis zum zweiten lebensjahr geht…

Warum ruft eine Mutter bei einer Unterhaltsvorschußkasse an? Hat sie etwa dort die ersten Monate etwa vom gesetzlichen Vater via Unterhaltsvorschusskasse Unterhaltsansprüche in Höhe von monatlich 133 Eurofür das Kuckuckskind geltend gemacht und bezogen? In ihrem Profil ist zu erkennen, dass sie drei Kinder hat. Ältester 13.06.2003  geboren, zweitältester 18.09.2006 und nun der Jüngste, um den es hier geht, am 17.05.2012.

Doch schauen wir mal, was in den Kommentaren für Perlen zu finden sind:

Leserin Schokosuechtig stellt berichtigt die Frage:

Also ich habe null Ahnung, daher meine vllt blöde Frage:

hättest du nicht schon bei Geburt des Kindes den RICHTIGEN Vater angeben können?
Wenn du da schon getrennt warst und mit einem anderen ein Kind bekommen hast, wieso ist dein Noch-Mann denn dann überhaupt als Vater eingetragen?
Ich an seiner Stelle hätte das schon gar nicht gewollt…..

Und er wird doch gegen eine Änderung nichts einzuwenden haben, denn es gibt doch den richtigen Vater, der wird sich ja wohl kümmern, oder?

…. im späteren Posting weiter:

Das kann doch nicht sein, das man eine falsche Geburtsurkunde ausstellt, obwohl ALLE wissen, das der Vater ein anderer ist?!
Und der richtige Vater ja auch da ist und das Kind mit erzieht?
Wie pervers ist das denn?

Es hat schon etwas zynisches, wenn der Staat entgegen besseren Wissens an seiner fragwürdigen Vaterschaftszuordnung krampfhaft festhält.

oder SaKaMe, die davon ausgeht, dass ein Kind nicht einfach so vom Staat einem Mann zugeordnet wird:

Öhm…..wußte dein Mann zu dem Zeitpunkt als er die Vaterschaftsanerkennung unterzeichnet hat das er nicht der Vater ist?

SaKaME hat ein gesundes Rechtempfinden, doch leider orientiert sich das Deutsche Familienrecht nicht an der Wahrheit, sondern schafft lieber eigene Realitäten entgegen dem gesunden Menschenverstand.

aprilkind hingegen gibt gleich einmal einen Ratschlag, der entweder vermuten läßt, dass sie am 1. April geboren wurde und ein ganzjährlicher Scherzkeks ist oder halt dazu neigt aus dem Bauch Dinge als Fakten darzustellen, die offenkundig falsch sind:

deoin mann ist der vater, er müsste anfechten, ein andere kann das gar nicht

leanmo83 trifft es auf den Punkt:

Ja ist beschissen! Aber eine Bekannte von mir konnte es umändern! War zwar ein langwieriger Prozess, aber es ging! Zumal der „Vater“ dann ja auch immer Unterhaltspflichtig ist…

Aber sag mal Mandy: Konntest du die Scheidung nicht vorantreiben?
Bei mir ging das damals und ich wurde am 21.08. geschieden und am 05.10. – also ca. 6 Wochen später – kam mein Sohn zur Welt!

Serafin ist selbst erfahren und man kann sagen, da mutet das Durcheinander an, als sei es aus einer Komödie:

mhm rede mal mit deinem Anwalt. habe hier in der eingeheirateten Familie so ein ähnliches Problem da war es dann so das der noch ehemann vor gericht gegangen ist und der Vater des Kindes die Vaterschaft anerkennen musste ( zufälligerweise nun mein Nochehemann) mein Nochmann hat damals die Vaterschaft zu meinem Stiefsohn anerkannt und so war der Nochmann meiner Schwägerin ( oh ja unsere Familienkonstulation ist sehr schwer zu verstehen ) raus aus dem Problem

Was sagt Ihr dazu? Welchen Sinn macht ein Gesetz, dass keine Lösung für die Realität bereithält und die Eltern und den Ehemann dazu zwingen, mindestens einen Gerichtsprozess in Gang zu setzen, wobei es mit einem entsprechendem Gesetz durch amtliche Abläufe durchaus unkompliziert zu regeln wäre.

Dieser Artikel passt zum Thema: Mein Noch-Ehemann ist nicht der Vater meines Kindes – von Jana – Geschichten aus den Kommentaren

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Über Max Kuckucksvater

Seit Anfang 2011 weiß ich nun, dass mein Sohn aus erster Ehe nicht mein leiblicher Sohn ist. Da ich weder im Netz, noch irgendwoanders Hilfe gefunden hatte, habe ich dieses Blog gegründet. Dieses Blog verbindet Kuckuckskinder und Kuckucksväter untereinander, stellt Hilfsthemen bereit. Ein weiteres Ziel ist die Aufklärung der Gesellschaft über den stattfindenden Identitätsraub und Betrug, damit wir in Zukunft dieses Leid verhindern können. Der obligatorische Vaterschaftstest ab Geburt (OVAG) ist das einzige Mittel, welches das Kind sicher vor der Fälschung seiner Identität bewahren kann. Seither sind sehr viele Kontakte und Freundschaften zu Scheinvätern, Kuckuckskindern und anderen Betroffenen sowie Unterstützern entstanden. Der Austausch mit ihnen hat mir geholfen, meine Trauer zu verarbeiten. Und: Ja, ich lebe tatsächlich in Kolumbien. Inzwischen sind meine Frau und ich stolze Eltern einer Tochter. https://www.facebook.com/max.kuckucksvater
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Eine Antwort zu Vaterschaftsanfechtung nach dem 2. Lebensjahr? – Mutter fragt bei netmoms irritiert um Hilfe

  1. Petra Scholz schreibt:

    Kopfschüttel, 😮 – mal davon abgesehen, dass die Dame von Anfang an den leiblichen Vater hätte benennen können,- mit dem sie ja offenbar sowieso zusammen ist,- ist es dem Amtsschimmel wahrscscheinlich nur wichtig, einen eingetragenen Vater amtlich auf Papier haben zu können. Klar, so spart der Staat auch Geld, hat einen „Zahlesel“ und stützt dafür noch wissentlich eine Lüge. Das ist ja beihnahe wie Hehlerei bei Diebstahl oder ähnlich, wenn ich eine Straftat vortäusche, oder auch wie eine Falschaussage bei Gericht, wofür man als Normalbürger zur Rechenschaft gezogen wird.
    Da muss man sich letztlich auch nicht wundern, wenn anderseits auch das Lügen begünstigt wird, was ja am Ende auch staatlich gerechtfertigt ist.
    Brrrrr, wirrwarr, es gibt Dinge, die gibt es nicht.

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