Der Kuckuck – erklärt von den Vögeln Fridolin, Wilma und Felix – Tierwelt Teil 1


Buntstiftzeichung eines Kuckuckvogels von Liane Scholl

Der Kuckuck ist schon ein Vogel … – Zeichung von Liane R. Anderson

Kuckucksvater – Kuckucksvogel / Humor – Geschichte – Fabel – Erzählung / Liane R. Anderson – Es ist immer von Kuckuckskindern oder Kuckucksvätern die Rede. Aber wo kommt denn diese Bezeichnung eigentlich her? Diesem Begriff wollte ich näher auf den Grund gehen. Ich habe nachgeforscht und dadurch Fridolin, sowie Wilma und den kleinen Felix kennen gelernt. Sie erzählten mir, jeder von seiner Sichtweise aus, ihre ganz persönliche und außergewöhnliche Geschichte.

Der Kuckucksvater

Ich heiße Fridolin und bin ein Kuckucksmännchen. Für mich gibt es auf der Welt nicht schöneres, als den ganzen Tag umher zu fliegen und

ein gut aussehendes Kuckucksweibchen zu suchen. Das ist meine absolute Lieblingsbeschäftigung.

Den  Tiernamen Kuckuck verdanke ich meinem auffälligen und wunderschönen Balzruf. Es ist mein Reviergesang. Mein lauter Kuck-Kuck ist sehr weit zu hören und ich trage ihn von April bis weit in den Juli vor.

Wir Kuckucksvögel wurden übrigens zum Vogel den Jahres 2008 gewählt.

Angeblich gelte ich als Bote für den Frühling. Allerdings glaube ich, dass ich nicht so besonders beliebt bin. Ich habe einen furchtbar schlechten Ruf. Schade eigentlich!

Weil ich finde mich echt ziemlich cool.

Nur vom Forstmann werde ich im Wald gerne gesehen, weil ich leidenschaftlich gerne, große und stark behaarte Raupen fresse, die von den meisten anderen Tieren gemieden werden. Deshalb bin ich für ihn ein nützlicher Vogel.

Am krassesten jedoch finde ich die Tatsache, dass die Menschen sogar Volkslieder über uns Kuckucksvögel singen. Ist doch echt der Hammer, findet ihr nicht auch?

Die andere Vogelwelt ist der Meinung, ich sei ein ungewöhnlicher Zeitgenosse. Nur weil ich keinen Bock habe, ein Nest zu bauen und meine Jungen selbst aufzuziehen. Meine Güte, dass sind eben alles so richtige Spießer. Ich muss ehrlich gestehen, es ist mir einfach zu mühsam. Außerdem habe ich auch überhaupt keine Zeit dafür, weil es mir riesigen Spaß macht, immer unterwegs zu sein und ein neues Kuckucksweibchen zu suchen. Zusätzlich bin ich mit meinen Kumpels ständig auf irgendeiner Party eingeladen. Wann bitte schön, soll ich mich da auch noch um meinen Nachwuchs kümmern?

Wenn sich die Menschen bei meinem ersten Kuckucksruf etwas wünschen, soll es sogar in Erfüllung gehen, habe ich einmal gehört. Viele sind der Meinung ich erwecke Frühlingsgefühle. Darauf bin ich natürlich sehr stolz.

Mit meinem lauten Kuckucksruf locke ich das Kuckucksweibchen an. Wenn mich dann ein Weibchen hört, wird sie ganz schnell auf mich aufmerksam und freut sich riesig, mich kennen zu lernen. Das Weibchen kann es vor Sehnsucht nach mir, fast nicht mehr aushalten und möchte mich so schnell wie möglich treffen. Sie gibt sofort bei Erregung zur Brutzeit einen trillerartigen Laut von sich. Das ist dann mein Startsignal. Wie ein geölter Blitz fliege ich sofort in Windeseile zu diesem Weibchen hin.

Frohlockend setze ich mich neben ihr auf einen Ast und stelle mich höflich vor: „Hallo Süße! Ich bin der Fridolin und wie heißt du?“ Aufgeregt und verliebt flötet das Kuckucksweibchen sofort zurück: „Hallo, schön dich kennen zu lernen. Mein Name ist Wilma“. Nervös trippelt sie mit ihren kleinen Krallen auf dem Ast hin und her. Das Weibchen ist noch sehr schüchtern und getraut sich nicht, mir in die Augen zu schauen. Mit gesenktem Kopf sitzt sie da und mustert mich verliebt aus ihren Augenwinkeln. Wie ein Weltmeister versuche ich mit ihr zu flirten. Ganz vorsichtig rutsche ich immer näher an das Weibchen heran und stupste sie liebevoll mit meinem Schnabel an. Zärtlich flüstere ich Wilma ins Ohr: „Du bist wunderschön. Ich habe niemals zuvor so ein bezauberndes Weibchen kennen gelernt. Es dauert nicht lange, da spüre ich, wie Wilma sich entspannt und verliebt ihren Kopf auf meine Schulter legt.

Bald ist mein Weibchen dann zur Kopulation bereit. Dabei neigt sie ihren Vorderkörper und bleibt solange in dieser Haltung, bis ich sie befruchtet habe.

Dann verabschiede ich mich schnell und höflich von Wilma und fliege glücklich und zufrieden davon. Sie war wirklich sehr süß, denke ich mir noch und halte währenddessen schon wieder Ausschau nach einem neuen hübschen Kuckucksweibchen.

Fortsetzung Das Kuckucksweibchen – Tierwelt Teil 2

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Über Liane R. Anderson

Bin ich mit 44 Jahren noch einmal Tochter geworden? Ich wurde im Oktober 1967 geboren, bin verheiratet und habe zwei tolle Kinder. Mein gesetzlicher Vater war Alkoholiker und sehr gewalttätig. Schon früh übernahm ich die Verantwortung für meine Mutter und meinen Bruder und organisierte mit nur 13 Jahren, unsere Flucht aus dieser Hölle. Mit viel Ehrgeiz und Kampfgeist erschaffte ich mir ein schöneres Leben. Bis ein einziger Satz mir den Boden unter den Füßen wegriss und meine komplette Identität in Frage stellte.
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